Menschenrechte

Klares Bekenntnis zum Engagement für Menschenrechte. Die Achtung der Menschenrechte betrachten wir als Teil unserer Verantwortung als global agierendes Unternehmen.
Einführung

Menschenrechte und verantwortungsvolle Wertschöpfung

Siemens leistet einen gesellschaftlichen Wertbeitrag in nahezu jedem Land der Welt durch seine Produkte und Lösungen, nachhaltige und verantwortungsvolle Geschäftspraktiken, seine Vordenkerrolle und Aktivitäten im Rahmen strategischer Partnerschaften und gezielte gesellschaftlicher Initiativen. Unsere Aktivitäten wirken sich direkt und indirekt auf zahllose Menschen aus. Wir sind uns der Verantwortung bewusst, die sich aus dieser globalen Wirkkraft ergeben, und  stehen uneingeschränkt zu unserer Verantwortung für die Achtung  der Menschenrechte in unseren weltweiten Aktivitäten. Dies ist für uns ein zentrales Element verantwortungsvollen unternehmerischen Handelns und daher ein wesentlicher Bestandteil unseres „Business to Society“ – Konzepts.

Unsere Grundhaltung

„Wir respektieren die persönliche Würde, die Privatsphäre und die Persönlichkeitsrechte jedes Einzelnen. Wir arbeiten mit Individuen verschiedener ethnischer Herkunft, Kultur, Religion, verschiedenen Alters, unabhängig von Behinderung, Hautfarbe, sexueller Identität, Weltanschauung und Geschlecht zusammen.“ Diesen Grundsatz haben wir in unseren Business Conduct Guidelines verankert. Sie enthalten die grundlegenden Prinzipien und Regeln für unser Handeln innerhalb unseres Unternehmens und in Beziehung zu unseren externen Partnern sowie der Öffentlichkeit.

Leitlinien und Verpflichtungen

Internationale Abkommen und Empfehlungen

Neben den Gesetzen und Bestimmungen der einzelnen Länder gibt es eine Reihe wichtiger Abkommen und Empfehlungen internationaler Organisationen. Sie sind primär an die Mitgliedstaaten adressiert, nicht unmittelbar an die einzelnen Unternehmen. Sie sind aber für das Verhalten eines international tätigen Unternehmens und seiner Mitarbeiter eine sehr bedeutsame Leitlinie. Siemens befürwortet die Forderungen dieser Konventionen und Empfehlungen. Ihre Grundprinzipien spiegeln sich in unseren Business Conduct Guidelines wieder.

Die Prinzipien der Vereinten Nationen

Siemens ist seit 2003 Teilnehmer des Global Compact der Vereinten Nationen und betrachtet dessen zehn Prinzipien, ebenso wie die Grundsätze der Rahmenvereinbarung des Internationalen Metallgewerkschaftsbundes (IMB), als für das gesamte Unternehmen verbindlich. Im Übrigen gelten die firmeninternen Schlichtungsregelungen. Siemens verpflichtet sich darüber hinaus zur Umsetzung der UN-Leitlinienprinzipien als weltweiten Standard zur Vermeidung und Bekämpfung von negativen Auswirkungen auf die Menschenrechte in Verbindung mit den geschäftlichen Aktivitäten des Unternehmens entlang der gesamten Wertschöpfungskette.

Siemens erwartet von seinen Mitarbeitern, Lieferanten und Geschäftspartnern weltweit die Übereinstimmung mit den folgenden Leitlinien:

Verantwortung leben

Unsere Leitlinien und Grundsätze

Auf der Grundlage unserer Business Conduct Guidelines haben wir die Achtung der Menschenrechte in weiteren Leitlinien und Grundsätzen konkretisiert: Zu den Schwerpunkten zählen die fundamentalen Arbeitnehmerrechte unserer Mitarbeiter, der Verhaltenskodex für unsere Lieferanten und Geschäftspartner mit Mittlerfunktion und der Umgang mit Konfliktmineralien in unserer Lieferkette.
Materialitätenerhebung 2019

Wie bewerten Sie unsere menschenrechtlichen Herausforderungen?

Siemens ist in nahezu 200 Ländern operativ tätig. Wir unterhalten Geschäftsbeziehungen zu weit über 100.000 Lieferanten in über 150 Ländern. Als internationaler Technologiekonzern sind wir schwerpunktmäßig auf den Gebieten Elektrifizierung, Automatisierung und Digitalisierung aktiv. Dies zeigt sich auch in unseren Geschäftsfeldern.

 

Wir sind uns bewusst, dass wir mit unserer Geschäftstätigkeit Menschenrechte beeinträchtigen können und mit anderweitig verursachten Menschenrechtsverletzungen in Verbindung kommen können.

 

Wir bewerten regelmäßig die Risiken möglicher Beeinträchtigung von Menschenrechten entlang der Wertschöpfungskette unseres Unternehmens. Ihre Einschätzung dazu ist uns wichtig: Wo in der Wertschöpfungskette von Siemens können aus Ihrer Sicht nachteilige Auswirkungen auf Menschenrechte auftreten? Und wie gravierend schätzen Sie diese ein? Wir wollen und werden uns im Rahmen unserer Bewertung mit Ihrer Einschätzung auseinandersetzen.

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Materialitätenerhebung für Menschenrechte

Datenmissbrauch
Unrechtmäßige Datenerhebung oder Datenspeicherung durch Dritte (Beeinträchtigung der Privatsphäre)
Gefahr für Gesundheit und Arbeitssicherheit
(in eigenen Betrieben)
Ungesunde Arbeitsbedingungen und mangelnde Arbeitssicherheit in eigenen Betrieben (z. B. durch gefährliche Emissionen oder Arbeitsunfälle)
Gefahr für Gesundheit und Arbeitssicherheit
(in Projekten oder der Lieferkette)
Ungesunde Arbeitsbedingungen und mangelnde Arbeitssicherheit auf Baustellen oder in der Lieferkette (z. B. durch gefährliche Emissionen oder Arbeitsunfälle)
Gefährdung durch Sicherheitskräfte
Ungerechtfertigte Gewaltanwendung oder Machtmissbrauch durch private oder staatliche Sicherheitskräfte (z. B. im Zusammenhang mit einem Infrastrukturprojekt)
Moderne Sklaverei
(in eigenen Betrieben)
Ausbeutung von Arbeitskräften – vor allem mit befristeten Arbeitsverträgen – die Opfer von Menschenhandel, Zwangsarbeit, Kinderarbeit oder sexueller Ausbeutung sind
Moderne Sklaverei
(in Projekten oder der Lieferkette)
Ausbeutung von Arbeitskräften – vor allem mit befristeten Arbeitsverträgen – (z. B. durch Vertragspartner oder andere Projektbeteiligte), die Opfer von Menschenhandel, Zwangsarbeit, Kinderarbeit oder sexueller Ausbeutung sind
Negative Auswirkungen auf die Bevölkerung
(durch eigene Betriebe)
Beeinträchtigung örtlicher Gemeinschaften im Zusammenhang mit dem Bau oder Betrieb eines Standortes (z. B. von Kindern auf dem Schulweg durch mehr Lkw-Verkehr)
Negative Auswirkungen auf Gemeinschaften
(bei Projekten)
Beeinträchtigung örtlicher Gemeinschaften, Minderheiten oder indigener Völker durch Erwerb und Nutzung von Land im Rahmen eines Projekts (z. B. durch Umsiedlung, Verknappung von Ackerflächen) oder durch Einwirkung auf das religiöse oder kulturelle Erbe
Negative Umweltauswirkungen
Beeinträchtigungen durch Umweltbelastungen im Rahmen von Infrastrukturprojekten (z. B. Kontaminierung lokaler Gewässer) und Einschränkungen des Zugangs zu Trinkwasser
Produktmissbrauch
Beeinträchtigungen durch missbräuchliche Verwendung eines Produkts oder einer Lösung für illegale oder unethische Zwecke (z. B. Folter)
Unsichere Produkte
Gefährdung der Anwender von Produkten oder indirekt Betroffener wie etwa Anwohner (z. B. durch technische Vorfälle in Anlagen)
Bitte geben sie minimum 3 bis maximal 30 Zeichen ein.
Sonderzeichen außer "-" und "&" sind nicht erlaubt.
Unverantwortlicher Umgang mit KI oder digitalen Technologien
Unverantwortlicher Umgang mit künstlicher Intelligenz, Robotern und digitalen Technologien, die unmittelbar oder mittelbar das Risiko erhöhen, Menschenrechte zu beeinträchtigen (z. B. Recht auf Arbeit, Recht auf Sicherheit, Recht auf Leben, Recht auf Bildung)
Bitte geben sie minimum 3 bis maximal 30 Zeichen ein.
Sonderzeichen außer "-" und "&" sind nicht erlaubt.
Verletzung grundlegender Arbeitnehmerrechte
(in eigenen Betrieben)
Beeinträchtigungen der Mitarbeiter in eigenen Werken z. B. durch Entlohnung unterhalb des gesetzlichen Mindestlohns, unbezahlte Überstunden oder Diskriminierung am Arbeitsplatz
Bitte geben sie minimum 3 bis maximal 30 Zeichen ein.
Sonderzeichen außer "-" und "&" sind nicht erlaubt.
Verletzung grundlegender Arbeitnehmerrechte
(in Projekten oder der Lieferkette)
Beeinträchtigungen der Mitarbeiter anderer Unternehmen im Rahmen von Projekten (Baustellen) oder in der Lieferkette z. B. durch Entlohnung unterhalb des gesetzlichen Mindestlohns, unbezahlte Überstunden oder Diskriminierung am Arbeitsplatz)
Bitte geben sie minimum 3 bis maximal 30 Zeichen ein.
Sonderzeichen außer "-" und "&" sind nicht erlaubt.
Schweregrad
Der Schweregrad gibt an, wie stark nachteilige Auswirkungen auf die Menschenrechte sein könnten, und wie schwierig es wäre, Gegenmaßnahmen einzuleiten.
Wahrscheinlichkeit
Die Wahrscheinlichkeit gibt an, wie hoch das Risiko ist, dass Siemens eine nachteilige Auswirkung auf die Menschenrechte entweder selbst verursacht oder darin verwickelt wird.
Themen per Drag & Drop platzieren

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Kontroverse Projekte

Siemens Position

Große Infrastrukturprojekte beziehungsweise daran beteiligte Unternehmen werden manchmal in Zusammenhang mit Anschuldigungen in Bezug auf Menschenrechtsverletzungen gebracht. Im Sinne der Transparenz nehmen wir Stellung zu diesen Anschuldigungen.

Siemens ist indirekt über Siemens Gamesa, eine strategische Mehrheitsbeteiligung von Siemens, an Windparkprojekten in der Westsahara beteiligt. Wir sind uns dessen bewusst, dass die Region Westsahara völkerrechtlich umstritten ist. Die Vereinten Nationen haben das Gebiet im Jahr 1963 zu einem „Hoheitsgebiet ohne Selbstregierung“ erklärt. Wir unterstützen die Position der internationalen Gemeinschaft und der UN, die ihre Hoffnung auf eine friedliche Lösung der offenen Streitfrage zum Ausdruck gebracht haben. Siemens maßt sich keine Stellungnahme zu völkerrechtlichen Themen an und urteilt nicht.

 

Im Zusammenspiel mit unseren Bestrebungen, die Menschenrechte zu wahren, verfolgen wir die Menschenrechtssituation dort weiterhin genau. Wir glauben, dass eine nachhaltige Verbesserung der Energieinfrastruktur, insbesondere Projekte im Bereich erneuerbare Energien, den Menschen in ihren Siedlungen und Gemeinden einen echten Nutzen bringt. Entsprechend der Politik von Siemens Gamesa, Ortsansässige bevorzugt einzustellen, wurde uns versichert, dass die angeheuerten Arbeitskräfte friedlich und respektvoll zusammengearbeitet haben. Siemens Gamesa investiert auch gezielt in  Community-Projekte wie lokale Gesundheit, sauberes Trinkwasser, Zugang zu Energie und Bildungsprojekte.

 

Für alle Projekte in der Westsahara prüft SGRE (Siemens Gamesa Renewable Energy) die Zulässigkeit einer möglichen Beteiligung auf der Grundlage des geltenden Rechts und der internationalen Menschenrechtsnormen. Siemens und SGRE bekennen sich zu den Leitprinzipien der Vereinten Nationen für Wirtschaft und Menschenrechte und den OECD-Richtlinien für multinationale Unternehmen. Entsprechend diesem Bekenntnis sowie angesichts der laufenden Geschäftstätigkeit in der Region prüfen die Siemens AG und SGRE derzeit die Einleitung einer unabhängigen und aussagekräftigen Folgenabschätzung für die Windparkaktivitäten auf dem besetzten Gebiet der Westsahara.

Am Bau des Wasserkraftwerks Hidroituango wird derzeit aufgrund noch ausstehender bautechnischer Untersuchungen nicht gearbeitet. In dem Projekt agiert(e) Siemens als Lieferant für Transformatoren, Schaltanlagen sowie weitere elektrische Ausrüstung.

 

Zu unserer „Due Diligence“ im Projektgeschäft – orientiert an den UN Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte und den OECD Leitlinien – berichten wir in den Siemens Nachhaltigkeitsinformationen. Die Beteiligung am Projekt hat Siemens auch in Hinblick auf rechtliche Anforderungen und behördliche Genehmigungsprozesse geprüft. Siemens verfolgt hier wie sonst auch aufmerksam die Entwicklung des Projektes, auch im Austausch mit unserem Kunden. Nach unserer Einschätzung befasst sich unser Kunde engagiert mit Entwicklungen im Projektkontext - dazu zählt auch die enge Zusammenarbeit mit staatlichen Stellen im Rahmen behördlicher Verfahren.

 

Sollten die Arbeiten am Wasserkraftwerk Hidroituango fortgesetzt werden, so wird Siemens das Gespräch mit weiteren beteiligten Akteuren suchen, um gegebenenfalls gemeinsame Maßnahmen für die vom Projekt (potentiell) betroffenen Menschen zu veranlassen. 

Am Wasserkraftprojekt Agua Zarca in Honduras waren wir indirekt durch Voith Hydro, eine Siemens-Minderheitsbeteiligung, involviert. Mit wachsender Sorge haben wir verfolgt, wie die Spannungen in Bezug auf Agua Zarca im Land zunahmen. In Reaktion auf diese Entwicklung hat Voith Hydro 2016 die Lieferungen nach Honduras eingestellt und 2017 seine Mitarbeit am Projekt beendet. Siemens begrüßt diese Entscheidung ausdrücklich. Wir verurteilen jegliche Form von Gewalt aufs Schärfste und befürworten die strafrechtlichen Ermittlungen der Behörden vor Ort.

Kollaborationen

Gemeinschaftliche Dialoge

Menschenrechtsbeeinträchtigungen sind mitunter schwer zu identifizieren und zu vermeiden beziehungsweise erfolgreich zu lösen. Ein offener und konstruktiver Dialog mit Peer-Group-Unternehmen ist hilfreich zur Erörterung des Fortschritts, der Herausforderungen und Lösungen und zur Identifizierung von Möglichkeiten für ein gemeinsames Vorgehen. Wir glauben, dass wir auf diese Weise schneller Fortschritte machen als im Alleingang. Daher haben wir uns der „Global Business Initiative on Human Rights“ (GBI) angeschlossen sowie der „European Business and Human Rights Peer Learning Group“ des Global Compact-Netzwerks der Vereinten Nationen.