Die digitale Transformation mit Simatic IT meistern

Siemens Digitalisierungs-Experte Dipl.-Ing. Werner Schöfberger, Leiter Prozessautomatisierung Siemens CEE über die Herausforderungen der digitalen Nahrungsmittelproduktion
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Interview

Simatic IT - Herausforderungen und Chancen

Siemens digitalisiert die Produktion des Lebensmittelherstellers Spitz

Mit Simatic IT wurde bei Spitz der Weg in die digitale Transformation eingeläutet. Wann begann die Zusammenarbeit?

 

Dipl.-Ing. Werner Schöfberger: Das Unternehmen Spitz und Siemens sind seit vielen Jahren miteinander verbunden. Siemens ist, wie man auch beim Rundgang durch die Produktionshallen gesehen hat, Produktlieferant. Im Zuge der Zusammenarbeit wurde dann schließlich auch darüber gesprochen, inwiefern die digitale Transformation neue Wege der Produktionsprozesse einläuten könnte. Erste Schritte wurden dann mit dem Projektstart 2016 gesetzt.

 

 

Wo stehen Sie bzw. Spitz zum jetzigen Zeitpunkt?

 

Schöfberger: Wir stehen im laufenden Digitalisierungsprojekt im Grunde genommen in der Mitte, was bedeutet, dass noch nicht alle Maschinen an den Digitalisierungsprozess angebunden sind. Das, was wir bereits in vielen Fertigungslinien implementiert haben, soll aber in naher Zukunft auf den gesamten Produktionsablauf ausgerollt werden – aber wir haben auch die Basis für die nächsten Schritte gelegt. Parallel laufen intensive Gespräche, um diese für Spitz auch klar zu definieren.

Siemens hat als eines der ersten Unternehmen die Herausforderungen der Fertigungsindustrie erkannt und mit Simatic IT eine Lösung entwickelt. Simatic IT ist ein fortschrittliches MES mit hoher Skalierbarkeit, das eine Vielzahl von Funktionen bereitstellt.
Dipl.-Ing. Werner Schöfberger, Leiter Prozessautomatisierung Siemens CEE , Siemens Österreich

Was bietet Simatic IT Unternehmen für den digitalen Transformationsprozess?

 

Schöfberger: Siemens hat als eines der ersten Unternehmen die Herausforderungen der Fertigungsindustrie erkannt und mit Simatic IT eine Lösung entwickelt. Simatic IT ist ein fortschrittliches MES mit hoher Skalierbarkeit, das eine Vielzahl von Funktionen bereitstellt und es ermöglicht, eine effiziente Produktion mit Qualität und Transparenz zu vereinen und die Fertigungsreife zu beschleunigen.

 

 

Spielt die Siemens MindSphere eine Rolle?

 

Schöfberger: Es wäre zum momentanen Zeitpunkt zu viel gesagt, wenn wir gleich davon reden würden, die Daten des Unternehmens in die MindSphere zu bringen. Zum jetzigen Zeitpunkt spielt das noch keine Rolle.

In einem ersten Schritt müssen wir gemeinsam mit dem Kunden jene Bereiche definieren, die sinnvollerweise in die Cloud gebracht werden und schlussendlich Cloud-ready sind. Es gibt nämlich auch durchaus Arbeitsbereiche wo es sinnvoller ist, die Daten lokal weiter zu verarbeiten. Hier spreche ich etwa von zeitkritischen oder sicherheitsrelevanten Daten. Es gibt mit der gesamten Edge-Thematik, die derzeit diskutiert wird, eine gute Alternative.

 

 

Zusammengefasst lässt sich sagen, dass Siemens die digitale Zukunft des oberösterreichischen Traditionsunternehmens Spitz aktiv mitgestalten wird?

 

Schöfberger: Das ist richtig und in Hinblick auf die Digitalisierungsschritte, die hier gesetzt werden, ist das Unternehmen Spitz auf jeden Fall auch eine Art Paradebeispiel. Denn diese Durchgängigkeit vom Rezept über den Fertigungsauftrag bis hin zur Maschine und wieder zurück hat eindeutig einen großen Referenzcharakter. Dennoch muss man auch betonen, dass wir auch in vielen anderen Bereichen der Lebensmittel- und auch Pharmaproduktion mit ähnlichen Ideen sehr gut unterwegs sind. 

 

 

Woher kommt dieser Erfolg Ihrer Ansicht nach?

 

Schöfberger: Ich denke, dass die Nahrungsmittelproduktion vor generell großen Herausforderungen steht. Was wir sehen sind einerseits gewisse Konzentrationsprozesse und andererseits der Trend hin zu immer kleineren Produzenten – und das ist auch eine der großen Herausforderungen vor der dieser Industriebereich steht.

 

 

Wie meinen Sie das?

 

Schöfberger: Es besteht ein permanenter Druck innovativ zu sein und gleichzeitig aber auch Sicherheit und Kosteneffizienz zu gewährleisten. Das muss Hand in Hand gehen und ist eine der großen Challenges unserer Zeit. Aus dem heraus ergibt sich dann auch wieder eine gewisse Investitionsnotwendigkeit für Unternehmen.

 

 

Interview aus "MM MaschinenMarkt Österreich" vom Mai 2019