Geschichte Siemens Österreich

Mehr als 140 Jahre Siemens in Österreich

Über 140 Jahre technische Leistungsfähigkeit, Innovation, Qualität und Zuverlässigkeit. Folgen Sie uns auf eine Zeitreise durch die Jahrzehnte zu ausgewählten Höhepunkten der Geschichte von Siemens in Österreich.

Mehr als 140 Jahre Siemens in Österreich

Am 23. Oktober 1879 eröffnet Siemens & Halske (S&H) in der Wiener Magdalenenstraße 12 sein erstes Technisches Büro in der Doppelmonarchie Österreich-Ungarn, das zunächst Arnold von Siemens, der älteste Sohn des Firmengründers, leitet. Im Unterschied zu früheren Bemühungen, im Reich der Habsburger Fuß zu fassen, ist das Elektrounternehmen diesmal erfolgreich. Heute, 140 Jahre später, zählt Siemens Österreich zu den führenden Technologieunternehmen des Landes und beschäftigt rund 11.000 Mitarbeiter. Und mehr noch: Seit über zwei Jahrzehnten hat Siemens Österreich die Regionalverantwortung für den Wirtschaftsbereich CEE (Central and Eastern Europa), dem gegenwärtig 21 Länder mit insgesamt rund 196 Millionen Einwohnern angehören.

1849

Die Telegraphen-Bauanstalt von Siemens & Halske (S&H) liefert vier Zeigertelegraphen nach Wien, die im Dezember des Jahres in Betrieb genommen werden.


1855

Im Februar reist Werner von Siemens erstmals nach Wien mit dem Ziel, Geschäftsbeziehungen aufzunehmen.

 

1858

Im Januar halten sich Werner von Siemens und sein Geschäftspartner Johann Georg Halske in Wien auf und knüpfen unter anderem Kontakte zu Telegraphendirektoren und Ministern.

Im März erwerben Siemens & Halske ein Grundstück in der Wiener Vorstadt Landstraße. Darüber hinaus wird in Erdberg in der Kirchengasse 45-46, der heutigen Apostelgasse 12, ein Büro mit Werkstatt eingerichtet.

Am 12. Oktober erfolgt der Eintrag der Firma „Siemens & Halske Telegraphen-Bauanstalt“ in das Handelsregister der Doppelmonarchie Österreich-Ungarn.


1862

Da die Auftragslage stagniert und der Geschäftsaufschwung ausbleibt, fährt

Johann Georg Halske nach Wien, um Büro und Werkstatt auf Vordermann zu bringen.


1864

Anfang April löst Johann Georg Halske die Wiener Filiale auf und veranlasst die Löschung aus dem Handelsregister.


1873

Werner von Siemens präsentiert auf der Wiener Weltausstellung seine wichtigsten Erfindungen und Erzeugnisse.

 

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1879

Am 23. Oktober eröffnet Siemens & Halske in der Wiener Magdalenenstraße 12 (heute Linke Wienzeile) sein erstes Technisches Büro mit angeschlossener Reparaturwerkstatt. Die von Arnold von Siemens geleitete Dependance firmiert unter der Bezeichnung Wiener Technisches Büro von Siemens & Halske, Berlin und befasst sich in erster Linie mit Einrichtungen zum Eisenbahnsicherungswesen, der Entwicklung von Lichtmaschinen und der Planung von Kraftübertragungen.


1880

Für Schlagzeilen sorgt die erste größere Elektroinstallation des Wiener Technischen Büros von Siemens & Halske: Im Setzersaal der Wiener Tageszeitung „Neue Freie Presse“ werden 80 Gasflammen gegen acht elektrische Differenziallampen ausgetauscht.

Neue Freie Presse vom 19. 04. 1880

„Seit zwei Monaten wird der Setzersaal unserer Druckerei mit elektrischem Lichte beleuchtet, welches sich so vollständig bewährt, daß unsere Typographen es fortan als ein Unglück betrachten würden, wenn sie diese Beleuchtungsart künftig entbehren sollen. […] Die hellere Beleuchtung ist aber nicht der Hauptgewinn, welchen die Setzer von der neuen Einrichtung schöpfen – die vorzüglichste Annehmlichkeit ist vielmehr die gleichmäßige, angenehme Temperatur, die jetzt in dem geräumigen Saale herrscht und an Stelle der oft unerträglichen und gesundheitsschädlichen Hitze getreten ist […] Nach den bisher in unserem Setzersaale gemachten Erfahrungen können wir nur unsere vollste Zufriedenheit mit dem elektrischen Lichte der Herren Siemens & Halske aussprechen und dessen Einführung allen Interessenten auf das wärmste empfehlen.“

Das Projekt führt zu diversen Bestellungen von Differenziallampen für den österreichisch-ungarischen Markt. Die Fertigung der Lampen wird vorerst bei Siemens & Halske in Berlin realisiert; Vertrieb, Montage und Reparatur liegen in den Händen des Wiener Technischen Büros von Siemens & Halske.


1881

Am 01. April 1881 übernimmt der promovierte Naturwissenschaftler Richard Fellinger, der Siemens & Halske seit 1877 angehört, die Leitung des Wiener Technischen Büros von Siemens & Halske.


1882

Am 15. November zieht das Wiener Technische Büro von Siemens & Halske in die Apostelgasse 12 um.

Das Wiener Technische Büro von Siemens & Halske führt auf dem Graben und einem Teil des Stephanplatzes Probebeleuchtungen mit elektrischen Bogenlampen durch.


1883

Die Wiener Siemens & Halske-Dependance, die nunmehr unter der Bezeichnung Siemens & Halske, Wien firmiert, nimmt in der Apostelgasse die Fertigung von Eisenbahnsicherungsanlagen, Dynamomaschinen und Bogenlampen auf.

Im Mai installiert Siemens & Halske Wien in der Wiener Hofoper innerhalb von sechs Tagen eine elektrische Probebeleuchtung.

Vom 16. August bis zum 04. November findet in Wien die Internationale Elektrische Ausstellung statt. Das Stammhaus von Siemens & Halske und seine Wiener Zweigstelle haben großen Erfolg: Zum einen mit der Praterbahn, die am 28. August den Betrieb aufnimmt und bis zum Ende der Leistungsschau auf ihrer 1.500 Meter langen Strecke 269.068 Personen befördert, und zum anderen mit der Brühler Bahn, der ersten öffentlichen elektrischen Bahn der Donaumonarchie, deren erste Teilstrecke von Mödling nach Klausen am 17. Oktober eröffnet wird.

 

Neue Freie Presse vom 28. 08. 1883 (Abendausgabe)

„[…] Es erweist sich als notwendig, das Geleise der Bahn scharf zu überwachen, da es nicht wenige Leute gibt, auf welche die in den Schienen angesammelte Elektricität eine große Anziehungskraft ausübt, die sich in sehr schlechten Späßen manifestirt. So kamen heute einige Arbeiter auf den Einfall, eine Eisenstange über die Schienen zu legen; einige Andere faßten die Schienen mit beiden Händen an und bekamen natürlich einen Schlag, der ihnen die Luft zu weiteren derartigen Vergnügungen benahm. […]

 

Die Wiener Staatsoper bekommt von Siemens & Halske Wien die erste elektrische Beleuchtung.

 

1884

Siemens & Halske Wien installiert in Linz und Urfahr eine Telefonanlage für ca. 100 Teilnehmer.

 

1885

Am 14. Juli übergibt Siemens & Halske Wien den letzten Streckenabschnitt der Brühler Bahn bis Hinterbrühl dem Verkehr. Die Gesamtlänge der von der k. k. Südbahngesellschaft betriebenen Strecke Mödling – Hinterbrühl beträgt 4,5 Kilometer.

Das so genannte Wiener Werk in der Apostelgasse wird kontinuierlich ausgebaut, um die Fertigung insbesondere von Dynamomaschinen und Bogenlampen zu erweitern.

 

1886

Siemens & Halske Wien errichtet die ersten privaten Elektrizitätswerke – in Hallein mit einer Leistung von 230 kW und in Weissenbach mit 51 kW.

 

1887

Zwischen Mai und Oktober errichtet Siemens & Halske Wien in Salzburg das erste öffentliche Elektrizitätswerk Österreichs.

 

1888

Siemens & Halske Wien stattet das k.k. Hoftheater mit einer elektrischen Beleuchtungsanlage aus.

 

1889

Im September übergibt Siemens & Halske Wien das Elektrizitätswerk in der Neubadgasse im 1. Wiener Gemeindebezirk. Das mit einer Dampfturbine betriebene Gleichstromwerk ist das erste Kraftwerk der Donaumetropole.

Siemens & Halske Wien nimmt erstmals elektromedizinische Geräte in das Vertriebsprogramm auf.
 

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1890

Am Standort Apostelgasse 12 - 14/Hainburgerstraße 28 nimmt Siemens & Halske Wien sein Kabelwerk in Betrieb. Durch diese und andere Erweiterungen stößt das Wiener Werk an seine räumlichen Grenzen.

Die Einrichtung eines Installationsbüros in der Wiener Innenstadt befördert den Absatz von Siemens-Erzeugnissen. Präsentiert werden hier in einer Dauerausstellung unter anderem Kronleuchter, Ampeln, Laternen, Stehlampen, Kochapparate, Zigarrenanzünder, Wärmer, Eiersieder, Haarbrenner und Bügeleisen.

Ab 09. August kann dank Siemens & Halske-Technik aus Wien der Gipfel des Salzburger Mönchsberg durch einen elektrischen Doppelaufzug erreicht werden. Bis zum Ende des Jahres lassen sich über 200.000 Personen mit diesem Aufzug befördern.


Salzburger Volksblatt vom 09. August 1890

„Seit heute besitzt Salzburg eine interessante Sehenswürdigkeit mehr, die für unsre Stadt mit Rücksicht auf den großen Fremdenzuzug von eminentem Werthe ist. Wir meinen den elektrischen Personen-Doppelaufzug auf den Mönchsberg, der heute Nachmittags 3 Uhr officiell dem Verkehr übergeben wurde. Derselbe bildet ein weiteres Glied in der Kette von fortschrittlichen Errungenschaften der letzten Jahre, die samt und sonders geeignet erscheinen, den Ruf Salzburgs als Fremdenstadt in alle Welt zu tragen. […]“


Siemens & Halske Wien errichtet das Elektrizitätswerk Mariahilf in Wien.

Die Gründung des Siemens & Halske Büros in Budapest ist der Auftakt für die Etablierung von über 40 Niederlassungen und Technischen Büros von Wien aus in allen österreichischen Monarchie-Ländern und darüber hinaus in Polen, Bulgarien, Griechenland, Ägypten und in der Türkei.
 

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1891

Auf der „Internationalen elektrischen Ausstellung“ in Frankfurt am Main präsentiert Siemens & Halske Wien erstmals elektrische Stellwerksanlagen.

Siemens & Halske Wien fertigt die ersten elektrischen Gesteinsbohrmaschinen. Sie kommen beim Bau des Tauerntunnels zum Einsatz.

Zusammen mit der Anglo-Österreichischen Bank gründet Siemens & Halske die „Allgemeine Österreichische Elektrizitäts-Gesellschaft“, die unter anderem das Elektrizitätswerk in der Neubadgasse übernimmt.

 

1892

Am Wiener Westbahnhof baut Siemens & Halske Wien den ersten elektromotorisch gesteuerten Weichenantrieb ein.

Siemens & Halske Wien beleuchten im Wiener Prater den 81.000 Quadratmeter großen Ausstellungspark für die „Internationale Ausstellung für Musik und Theaterwesen“.

 

1893

Siemens & Halske Wien wird die Bewilligung erteilt, auf dem Kohlmarkt eine Versuchsanlage mit sechs Bogenlampen zu errichten. Die Probebeleuchtung wird 1895 von der Stadt Wien in eine definitive Anlage ausgebaut.

 

1895

Im Kabelwerk in der Apostelgasse wird die Fertigung von vulkanisierten Gummikabeln sowie von Telefon- und Telegrafenkabeln aufgenommen.

Siemens & Halske Wien baut die Blockanlage am Bahnhof Prerau (Přerov) als erste betriebsmäßig funktionierende Eisenbahnsicherungsanlage des Kontinents. Die Betriebseigenschaften dieser Anlage sind ausschlaggebend für das Durchdringen des elektrischen Blocksystems.

 

„Mit der Prerauer Anlage ist für die Ausführung der Eisenbahnbetriebs-Sicherungen eine neue Epoche angebrochen, da bei derselben in einem Umfange wie nie vorher, alle Vortheile praktisch zu Tage treten, welche der Starkstrombetrieb vorliegenden Falls bietet, nämlich 1. völlige Unabhängigkeit von der Entfernung zwischen Stellort und den Weichen und Signalen, 2. leichte Durchführbarkeit aller Abhängigkeiten, der Fahrstrassenverschlüsse, der selbstthätigen Haltstellung der Signale bei Wechselaufschneidungen oder sonstigen Störungen, 3. die Verhinderung des Umstellens der Weichen unter darüberrollenden Fahrzeugen, 4. die Möglichkeit des Einziehens der Fahrsignale seitens der Verkehrsbeamten, 5. die leichte und verlässliche Durchführbarkeit aller wünschenswerthen Controlen, 6. die körperlich wie geistig wesentlich erleichterte Stellwerksbedienung, 7. den Wegfall aller von den Witterungs- und Temperaturverhältnissen beeinflussten Bewegungs-Uebertragungen u.s.w. […]“

Ludwig Kohlfürst, 1898

 

1896

Die Jahresfabrikation der Kabelfabrik beträgt rund 500 Kilometer Straßenkabel, 100 Kilometer Telefon- und Telegrafenkabel, 2.200 Kilometer Installationsdrähte und 1.600 Meterzentner umsponnene Drähte.

Am 2. Mai findet die Betriebseröffnung der durch Siemens & Halske Wien erbauten Budapester „Franz-Josef-Elektrische-Untergrundbahn“ statt. Es handelt sich um die erste Unterpflasterbahn der Welt. Die offizielle Eröffnung der Bahn erfolgt sechs Tage später.
 

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1897

Am 25. Juni werden in Wien die Österreichischen Schuckert-Werke (ÖSW) gegründet. Der vorerst in der Severinggasse 9 beheimatete Wettbewerber von Siemens & Halske Wien beginnt mit der Planung für die Errichtung neuer Fabrikanlagen.

 

1898

Die Kabelfertigung des Wiener Werks wird von der Apostelgasse nach Leopoldau (Floridsdorf) verlegt.

 

1899

Die Wiener Gemeindeverwaltung schließt mit Siemens & Halske Wien ein Übereinkommen ab, dass die Elektrifizierung der Pferdebahnlinien der „Wiener Tramway Gesellschaft“ innerhalb von drei Jahren abgeschlossen werden soll. Siemens & Halske Wien realisiert dieses Projekt in nur 27 Monaten, wobei im Bereich der Ringstraße die Stromzuführung aus ästhetischen Gründen unterirdisch erfolgt.

Im März wird die neue Fabrik der Österreichischen Schuckert-Werke in der Engerthstraße fertiggestellt, so dass die Fertigung dorthin verlagert werden kann. In der Severinggasse verbleibt lediglich die Glühlampenherstellung der Österreichischen Schuckert-Werke.

Am 01.08. gründet Siemens & Halske Wien ein eigenes Untergrundbahn-Büro, das sich ausschließlich mit Entwürfen für den Bau der Wiener Untergrundbahn befasst.

Das erste in Österreich entwickelte Siemens-Patent – eine elektrische Druckknopfsperre im Blockstromkreis – wird am 12. Juli angemeldet.

Siemens & Halske Wien liefert sechs Grubenlokomotiven für den Erzabbau am Erzberg. (Bis 1900 werden 48 elektrische Grubenlokomotiven mit immer kleineren und leistungsfähigeren Motoren geliefert.)

 

Am 01.09. kommt es zur Umwandlung von Siemens & Halske Wien in eine Aktiengesellschaft. Der entsprechende Eintrag in das Handelsregister lautet Siemens & Halske AG, Zweigniederlassung Wien (S&H AG Wien).
 

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1900

In Leopoldau, in der heutigen Siemensstraße, nimmt die Maschinenfabrik der Siemens & Halske AG, Wien den Betrieb auf. Kabelfabrik und Maschinenfabrik bilden die sogenannten Leopoldauer Werke.

Siemens & Halske AG, Wien liefert eine Lokomotive für Güter- und Personenverkehr an die Wiener Lokalbahnen.

Auf der 3,8 km langen Strecke Michelbeuern - Heiligenstadt der Wiener Stadtbahn wird von der Siemens & Halske AG, Wien ein Versuchsbetrieb mit 10-Wagen-Zügen durchgeführt.

 

1901

Am Standort Engerthstraße der Österreichischen Schuckert-Werke entstehen eine Halle für Großmaschinen, eine Werkstätte für Bahnmotoren sowie Hilfswerkstätten und Lagerräume.

Die Österreichischen Schuckert-Werke führen beim ersten dampfbetriebenen Kraftwerk mit Unterstationen der Gemeinde Wien in Simmering einen Probebetrieb durch.

Die erste Probefahrt der Wiener Stadtbahn nach der Elektrifizierung durch die Siemens & Halske AG, Wien findet auf der 3,8 Kilometer langen Strecke von Heiligenstadt nach Michelbeuern statt.

 

1902

Die Siemens & Halske AG, Wien nimmt den Vertrieb von Röntgeneinrichtungen auf.

Die Österreichischen Schuckert-Werke beginnen mit der Elektrifizierung des ca. 31 Kilometer großen Netzes der „Neuen Wiener Tramway-Gesellschaft“ und beenden diese im Januar des Folgejahres.

Die Österreichischen Schuckert-Werke gründen die Ungarische Schuckert-Werke Elektrizitäts-Aktiengesellschaft (Magyar Schuckert Müvek) mit Firmensitz in Budapest und einer Maschinenfabrik in Preßburg (Pozsony). Die Gesellschaft ist zuständig für die Länder der Stephanskrone.

 

1903

Die Siemens & Halske AG, Wien übergibt die Wiener Straßenbahnlinien an die Gemeinde Wien.

Die Bahnlinie Mödling – Hinterbrühl wird auf Bügelstromabnehmer umgestellt.

 

1904

Am 01.04. fusionieren die Österreichischen Schuckert-Werke mit dem Starkstromsektor der Siemens & Halske AG, Wien zur Österreichischen Siemens Schuckert Werke AG (ÖSSW AG). Das Kabelwerk der Siemens & Halske AG, Wien verbleibt bei derselben. Die ÖSSW AG ist das größte Elektrounternehmen der Doppelmonarchie und konzentriert sich in erster Linie auf die Elektrifizierung der Bahn, die Errichtung von Wasserkraftwerken sowie den Bau und die Ausstattung von Elektrizitätswerken. Neben einem bereits bestehenden Technischen Büro der ÖSSW AG in Wien werden in der Folgezeit auch Technische Büros in Linz, Graz und Innsbruck eingerichtet.

Die Österreichischen Siemens Schuckert Werke sind zuständig für die Länder Cisleithanien, Bosnien-Herzegowina, Balkanländer, Griechenland und die Türkei. In den folgenden Jahren entstehen Vertriebsbüros der Österreichischen Siemens Schuckert Werke AG in Brünn, Czernowitz, Lemberg, Müglitz, Reichenberg, Rumburg, Mährisch-Ostrau, Pilsen, Prag, Teplitz-Schönau, Troppau, Ilmütz, Sarajewo, Laibach, Belgrad, Zagreb, Trient und Triest, die auch von Siemens & Halske AG, Wien genutzt werden können. Darüber hinaus richten die Österreichischen Siemens Schuckert Werke Auslandsvertretungen ein – unter anderem in Athen, Bukarest, Caiffa, Kairo, Konstantinopel, Saloniki, Sofia, Izmir (Smyrna).

Die Ungarische Siemens Schuckert AG wird gegründet.

 

Siemens & Halske AG Wien

  • Kabelwerk liefert das 35 Kilometer lange Hochspannungskabel Meran-Bozen

Österreichische Siemens Schuckert Werke AG

  • Einrichtung eines Installationsbüros in der Mariahilfer Straße 7
  • Elektrifizierung der Lokalbahn Wien-Baden auf einer Strecke von 30 Kilometern mit Einphasen-Wechselstrom
  • Belegschaft: 2.230 Arbeiter, 621 Angestellte

 

1907

Das Wiener Straßenbahnnetz, das fast vollständig mit „Siemens-Material“  (Wagenausrüstungen, Fahrleitungsmaterial, elektrische Weichen und Signaleinrichtungen) ausgerüstet ist, erreicht eine Länge von 210 km, bei einer Gleislänge von 420 km, von denen 30 km mit Unterleitung ausgestattet sind.

 

Siemens & Halske AG Wien

  • Lieferung von 22.866 elektrischen Blockapparaten, 18.556 Stellhebeln und Kurbeln, 8.662 Signalen und 21.381 Weichen und Stellriegel für die K. K. Staatsbahnen

Österreichische Siemens Schuckert Werke AG

  • Erwerb von Mietwohnungen für die Belegschaft in der Nähe des Kabelwerks bzw. der Großmaschinenfabrik

 

1908

Die gesamte Betriebslänge der elektrischen Bahnen in Österreich einschließlich Bosnien beträgt etwa 720 Kilometer. 432 Kilometer, das sind knapp 60 Prozent, haben die Siemens & Halske AG Wien bzw. 1908 die Österreichischen Siemens Schuckert Werke AG ausgerüstet.

 

Österreichische Siemens Schuckert Werke AG

  • Seit ihrer Gründung Errichtung von 69 Elektrizitätswerken und 16 Bahnanlagen sowie Lieferung von 15.000 elektrische Maschinen und Transformatoren mit einer Gesamtleistung von 330 Megawatt
  • Übernahme des Kabelwerks der Siemens & Halske AG Wien in Leopoldau

 

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1910

Österreichische Siemens Schuckert Werke

  • Inbetriebnahme des Kupferwerkes in Leopoldau
  • Erwerb eines Grundstücks in der Engerthstraße für das spätere Kleinmotorenwerk

 

1911

Graz erhält die erste automatische Fernsprecheinrichtung Österreichs.

Im Oktober wird die niederösterreichische Alpenbahn von St. Pölten nach Gußwerk auf elektrischen Betrieb mit Wechselstrom umgestellt.

 

1912

Österreichische Siemens Schuckert Werke

  • Erweiterung der Maschinenfabrik in der Siemensstraße
  • Bestelleingang für 234 neue Elektrizitätswerke und 10 elektrische Bahnen

 

1913

Österreichische Siemens Schuckert Werke

  • Inbetriebnahme eines Kabel- und Leitungswerks in Budapest

 

1914

Siemens & Halske AG Wien und Österreichische Siemens Schuckert Werke

  • Aufnahme von Rüstungsfertigung, die bis zum Ende des Ersten Weltkriegs beibehalten wurde

Österreichische Siemens Schuckert Werke

  • Erzeugung der ersten Lichtanlassmaschinen für Automobile

 

1917

Siemens & Halske AG Wien

  • Vergrößerung der Werkstätten in der Apostelgasse durch diverse Erweiterungsbauen. Der Standort dient der Fertigung und dem Vertrieb von automatischen Amts- und Fernsprechanlagen, Telegraphenapparaten, Wasserstandsmeldern, Feuermeldern, elektrische Uhren- und Signalanlagen, Eisenbahnsicherungsanlagen, Apparaten für drahtlose Telegraphie, Telephonie und Rundfunk, Messinstrumenten, Röntgen- und elektromedizinischen Apparaten, Benzinmotoren und Wärmewirtschaftsapparaten

Österreichische Siemens Schuckert Werke

  • Finanzielle Unterstützung bei der Einrichtung eines Forschungslabors an der Wiener Technischen Universität

 

1918

Österreichische Siemens Schuckert Werke AG

  • Erwerb des Hauses Nibelungengasse 15/Babenberger Straße 7, weil der Vertrag mit dem Standort des 1890 eingerichteten Installationsbüros ausläuft. Mit dem Umbau des so genannten Siemens-Hauses wird allerdings erst im Sommer 1927 begonnen.

Die ausgedehnten Produktionsstätten der Siemens & Halske AG Wien und der Österreichische Siemens Schuckert Werke AG bleiben während des Ersten Weltkriegs von direkten materiellen Schäden zwar weitgehend verschont, doch die Produktionsstruktur muss den geänderten Absatzbedingungen angepasst werden.

 

1919

Carl Friedrich von Siemens richtet sich im Siemens-Haus in der Nibelungengasse seinen zweiten Bürositz ein.

 

Österreichische Siemens Schuckert Werke AG

  • Fertigung der ersten elektrisch beheizten Heißwasserspeicher am Standort Engerthstraße
     

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1921

Siemens & Halske AG Wien

  • Einrichtung eines automatischen Fernsprechamtes in Prag

 

1922

Siemens & Halske AG Wien

  • Verlegung der ersten Fernmeldeleitung über den Arlberg von Innsbruck nach Bregenz entlang der Bahntrasse

 

1923

Siemens & Halske AG Wien

  • Einrichtung von mehreren selbsttätigen, das heißt vollautomatischen Fernsprechämtern in Prag mit insgesamt 52.000 Anschlüssen
  • Österreichische Siemens Schuckert Werke AG
  • Fertigung von Wärmespeicheröfen (mit Kachelverkleidung für Wohnungen, mit Eisenverkleidung für Fabriken, Schulen, Krankenhäuser etc.)
  • Eröffnung der ersten Lehrwerkstätten im Werk Engerthstraße für 20 und im Werk Siemensstraße für 16 Lehrlinge am 01. Oktober

 

1924

Österreichische Siemens Schuckert Werke AG

  • Errichtung des Kraftwerks Spullersee – das ist das erste Bahnspeicherkraftwerk Österreichs – für die Elektrifizierung der Arlbergstrecke
  • Standort Engerthstraße entwickelt das „Mollier-Getriebe“, einen Anlasser für Automobile.
  • Fertigung der ersten Durchlauferhitzer für den Hausgebrauch
  • Zusammenlegung der beiden Lehrwerkstätten im Kleinmotorenwerk am Standort Engerthstraße

 

1925

Siemen & Halske AG Wien

  • Gründung einer eigenen elektromedizinischen Abteilung für die Fertigung unter anderem von Röntgenapparaten und „Dentalsesseln“

Österreichische Siemens Schuckert Werke AG

  • Lieferung der ersten elektrischen Schnellzuglokomotiven mit Einzelachsantrieb für die Österreichischen Bundesbahnen
  • Überquerung der Donau mit einer Hochspannungsleitung
  • Elektrifizierung der Wiener Stadtbahn von Hütteldorf über Meidling-Hauptstraße und Michelbeuern bis Heiligenstadt
  • Bestelleingang des Wiener Elektrizitätswerks über 20.000 Elektrolytzähler aus dem Fertigungsprogramm des Standorts Engerthstraße

 

1926

Österreichische Siemens Schuckert Werke AG

  • Lieferung von Rundfunkkabeln für RAVAG (Kabelwerk)
  • Errichtung von Technischen Büros in Graz und Klagenfurt sowie eines Ingenieurbüros in Leoben

 

1927

Siemens & Halske AG Wien

  • Aufnahme der Fertigung von Röntgenröhren
  • Gründung des Technischen Büro Wien am 01. Oktober

Österreichische Siemens Schuckert Werke AG

  • Fertigung und Vertrieb von Heißwasserspeichern
  • Aufnahme der Fertigung von Flugzeuglichtmaschinen

 

1928

Siemens & Halske AG, Wien

  • Einrichtung einer Fabrik für medizinische Erzeugnisse in Budapest
  • Konstruktion der „Wiener Durchleuchtungswand“, die erstmals auch Schrägdurchleuchtungen bei Röntgenuntersuchungen ermöglichen

Österreichische Siemens Schuckert Werke AG

  • Bestellung aus der UdSSR von 416.000 Drehschaltern und 110.000 Fassungen für Glühlampen
  • Erstmals Lieferung und Verlegung eines Hochgebirgskabels im Auftrag des Elektrizitätswerkes der Stadt Innsbruck, um eine Seilbahn mit Strom zu versorgen
  • Lieferung der Ausrüstung für die Seilschwebebahn von Zell am See zur Schmittenhöhe

 

1929

Siemens & Halske AG Wien

  • 50-jähriges Firmenjubiläum am 31. Oktober im Beisein von Carl Friedrich von Siemens und Dr. Hermann von Siemens. Zu diesem Zeitpunkt unterhält das Unternehmen in den Städten Wien, Graz, Linz, Innsbruck, Salzburg, Klagenfurt und Dornbirn Technische Büros.

„Ich glaube […] sagen zu dürfen, dass das Oesterreichische Glied des Hauses Siemens der von seinem Gründer gestellten Aufgabe gerecht geworden ist, seine Dienste im Interesse der industriellen Entwicklung des Landes einzusetzen, an der Spitze zu marschieren und sich von niemanden überflügeln zu lassen.“

Carl Friedrich von Siemens, 1929
 

Österreichische Siemens Schuckert Werke AG

  • Verkauf von 10.633 Kleinmotoren im In- und Ausland

Die Belegschaft von Siemens in Österreich einschließlich der Österreichische Siemens Schuckert Werke AG-Tochtergesellschaften in den Nachfolgestaaten beläuft sich auf rund 11.700 Mitarbeiter; das Wiener Werk erreicht mit fast 3.800 Beschäftigten einen Höchststand.
 

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1930

Die Wirtschaftskrise hemmt auch die Entwicklung der österreichischen Elektroindustrie. Die Elektrifizierung neuer Strecken der ÖBB wird zurückgestellt, Investitionen von Elektrizitätswerken unterbleiben, die Post- und Telegrafendirektion erteilt keine Aufträge mehr und das Auslandsgeschäft liegt brach. Die Zahl der Beschäftigten geht bis 1933 auf 4.500 zurück.

 

Siemens & Halske AG Wien

  • Burgtheater Wien erhält neue elektrische Bühneneinrichtung.
  • In Graz wird eine neue Viereckwähler-Telefonzentrale in Betrieb genommen.

Österreichische Siemens Schuckert Werke AG

  • Lieferung und Verlegung des ersten Seekabels, das quer durch den Wolfgangsee nach St. Gilgen verläuft, für die Oberösterreichische Kraftwerke-AG
  • Lieferung einer Einphasen-Mehrphasen-Gleichstrom-Umformerlokomotive für die Arlbergbahn der ÖBB. Die Gesamtleistung der drei Antriebsmotoren beträgt 1.200 Kilowatt

 

1931

Siemens & Halske AG Wien

  • Einführung des neu entwickelten Expansionsschalters in den Städtischen Elektrizitätswerken von Budapest, Horn und Bruck a.d. Mur
  • Errichtung einer Rundfunkgerätefabrik in Budapest

 

1933

Siemens & Halske AG, Wien

  • Auftrag zur Errichtung des 100 Kilowatt-Großsenders am Bisamberg
  • Erfolgreicher Vertrieb der „Röntgenkugel“

Österreichische Siemens Schuckert Werke AG

  • Auftrag zur Elektrifizierung der Tauernbahn
  • Aufnahme der Fertigung von Emailledrähten im Kabelwerk Floridsdorf

 

1935

Siemens & Halske AG, Wien

  • Bau von 7-Zylinder-Sternmotoren für die „Focke Wolf Fw44 Stieglitz“ – ein zweisitziges kunstflugtaugliches Schul- und Übungsflugzeug. 1938 wird der 400. Flugzeugmotor ausgeliefert.

Österreichische Siemens Schuckert Werke AG

  • Eröffnung der elektrifizierten Tauernbahn auf der Strecke von Schwarzach-St. Veit nach Spittal a. d. Drau

 

1936

Im Herbst übergibt Carl Friedrich von Siemens das Erholungsheim Wopfing in Niederösterreich allen Mitarbeitern der Siemens & Halske AG, Wien, sowie der Österreichischen Siemens Schuckert Werke AG. Die offizielle Eröffnung findet am 5. Mai des Folgejahres statt.
 

„Aber noch eines ist wichtig zum beruflichen Erfolg, das ist die Entspannung nach der Arbeit. […] Wir möchten Ihnen allen dazu behilflich sein, und die Leitung von S&H und OeSSW haben sich daher entschlossen, ein Heim in der so wunderschönen Umgebung von Wien, in Wopfing, zu erwerben und es den Angestellten und Arbeitern als Erholungsstätte für sie selbst und ihre Angehörigen zur Verfügung zu stellen. Es soll diese Massnahme auch ein Zeichen sein der Anerkennung und des Dankes für dem Hause treu geleistete Dienste […]“

Carl Friedrich von Siemens, 11.11.1936
 

Siemens & Halske AG Wien

  • Die Abteilung Kleinfabrikate hat seit der Aufnahme des Vertriebs von Staubsaugern 46.000 Stück im in- und ausländischen Geschäftsbereich abgesetzt
  • Erneuerung der gesamten elektrischen Bühnenbeleuchtung des Salzburger Festspielhauses

Österreichische Siemens Schuckert Werke AG

  • Lieferung einer der größten Fördermaschinen Europas für den Erzberg an die Österreichische Alpine-Montan-Gesellschaft

 

1937

Österreichische Siemens Schuckert Werke AG

  • Beginn der Elektrifizierung der Westbahnstrecke, Abschluss der Arbeiten an der Strecke von Salzburg nach Attnang-Puchheim 1941

 

1938

Um das durch die Siemens & Halske AG Wien betriebene Elektromedizingeschäft besser abzudecken, kommt es in Wien zur Einrichtung einer Zweigniederlassung der Siemens-Reiniger-Werke (SRW) ohne eigenes Anlagevermögen. Die Fertigung in der Apostelgasse wird eingestellt, die Belieferung erfolgt durch Berlin, Rudolstadt und Erlangen. Der Vertrieb erfolgt von Wien und den Unterbüros in Graz, Linz und Innsbruck.

 

1939

Die Siemens & Halske AG, Wien, und die Österreichische Siemens Schuckert Werke AG verlieren ihre Selbständigkeit und werden zu Zweigstellen der deutschen Muttergesellschaft.

An die Stelle der Österreichischen Siemens Schuckert Werke AG (ÖSSW) tritt die Siemens-Schuckertwerke AG Zweigniederlassung Wien (ZN Wien). Die ZN Wien übernimmt die teilweise wieder eingerichteten Technischen Büros der früheren ÖSSW mit den dazugehörigen Ingenieurbüros und Vertriebsabteilungen.

Die ehemaligen Starkstromwerke werden als Wiener Maschinen- und Apparatewerke Engerthstraße und Siemensstraße der Berliner Zentralwerksleitung unterstellt.

Das Kabel-, Leitungs- und Metallgeschäft der ehemaligen ÖSSW und das vom Kabelbüro der Siemens & Halske AG, Zweigniederlassung Wien, betriebene Vertriebsgeschäft für Schwachstromkabel wird am 28. Juni in eine neue Aktiengesellschaft – die Wiener Kabel- und Metallwerke Aktiengesellschaft (WKM) – mit Sitz in Wien eingebracht. Die Siemens & Halske AG, Berlin, und die Österreichische Siemens Schuckert Werke AG sind daran zu je 50 Prozent beteiligt.

Die medizinischen Abteilungen der Vertretungen in Ungarn, Rumänien, Jugoslawien und Bulgarien werden den Siemens-Reiniger-Werken Wien unterstellt.

Im August kommt es in Wien zur Errichtung einer Zweigniederlassung der Siemens Bauunion GmbH.


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1940

Die Siemens-Schuckertwerke AG Zweigniederlassung Wien bezieht im Dezember das Bürohaus in der Tuchlauben.

Die Lehrwerkstatt in der Engerthstraße hat Werkplätze für 140 Auszubildende. Neben dem praktischen Unterricht werden nunmehr auch theoretische Kenntnisse vermittelt.

 

1942

Am 20. Juli besucht Hermann von Siemens das Wiener Werk in der Apostelgasse.

 

1943

Das Büro in Innsbruck wird bei einem Luftangriff zerstört.

In der Wiener Kaiserstraße nimmt Siemens die 1939 eingestellte Fertigung elektromedizinischer Geräte wieder auf.

 

1944

Durch Bombenangriffe im Juni, Juli und Oktober kommt es zu Beschädigungen des Wiener Kabelwerkes.

Im September wird das Bürohaus in der Tuchlauben durch Bombentreffer schwer beschädigt.

 

1945

Am 26. Februar besucht Ernst von Siemens die Wiener Werke, um mit den Vorständen Organisationsprobleme der Zukunft zu besprechen.

Durch die Kriegseinwirkungen werden mehrere Siemens-Standorte in Wien einschließlich der Lehrwerkstatt sowie das Büro in Linz zerstört. Unmittelbar nach Kriegsende kommt es zur Demontage, wobei die Standorte Siemensstraße und Engerthstraße besonders betroffen sind.

 

Siemens & Halske AG Wien

  • Anfang Mai: Heranziehung der Notwasseranlagen der Werke zur Trinkwasserversorgung für die Bevölkerung
  • Bestellung von 200 100-Liter-Heißwasserspeichern durch die amerikanische Besatzungsbehörde
  • Reparatur von Kraftfahrzeugen für die britischen Besatzungsbehörden
  • Fertigung von Kochplatten, Schaufeln und anderen Gebrauchsgegenständen
  • Im Dezember erweist sich die Neuentwicklung eines Handdynamos als Verkaufsschlager

Juli 1945 Wiederaufnahme der Lehrausbildung


„Wir bedauern zutiefst, was in der Zeit des Nationalsozialismus geschehen ist. Geschehenes kann nicht ungeschehen gemacht werden. Doch die Erinnerung an das Unglaubliche, das sich in unserem Land zugetragen hat, wach zu halten, ist eine Verpflichtung für diese und alle kommenden Generationen. Sie soll dazu beitragen, dass Ähnliches nie wieder und an keiner Stelle der Welt passiert und die Zukunft Europas als menschliche, demokratische Region gesichert ist.“

Albert Hochleitner, Generaldirektor der Siemens AG Österreich anlässlich der 125-Jahr-Feier 2004


1946

Am 16. September werden die österreichischen Siemens-Betriebe, die zu diesem Zeitpunkt rund 6.000 Beschäftigte haben, verstaatlicht. Das verstaatliche Vermögen wird in die Siemens Schuckertwerke GmbH (SSW GmbH) und die Siemens & Halske GmbH (S&H GmbH) eingebracht, die als Auffanggesellschaften fungieren.

Ausgenommen von der Verstaatlichung sind in Wien die unter sowjetischer Verwaltung stehenden Standorte der Österreichischen Siemens Schuckert Werke AG Siemensstraße und Engerthstraße. Sie firmieren bis 1955 unter der Bezeichnung Siemens Schuckert Werke AG, Zweigniederlassung Wien (SSW AG, ZN Wien). Nach einer Interimsphase mittelbarer Verstaatlichung steht auch die Wiener Kabel- und Metallwerke Aktiengesellschaft unter sowjetischer Verwaltung.

Die Siemens-Bauunion und die Siemens-Reiniger-Werke werden ebenfalls verstaatlicht und bilden ab diesem Zeitpunkt eine Beteiligung der Siemens & Halske GmbH.

 

Siemens & Halske GmbH

  • Erster Exportauftrag nach dem Zweiten Weltkrieg: die Fertigung von Telegrafie-Einrichtungen für die Schweizer Post- und Telegraphenverwaltung. Die Schweiz bezahlt die Siemens & Halske GmbH mit der Lieferung von drei Präzisionswerkzeugmaschinen.
  • Bedeutende Erfolge auf den Gebieten der Fernmelde- und Nachrichtentechnik, Mess- und Regeltechnik, Rundfunk, Elektroakustik, Waser- und Röhrenfertigung
  • Zahlreiche öffentliche Aufträge zur Automatisierung des Fernsprechverkehrs durch ein Fernwählsystem mit Motorwählern

Siemens Schuckert Werke AG, Zweigniederlassung Wien

  • Nach Ausbau der Werke Engerthstraße und Siemensstraße sowie des Kabelwerkes Fertigung von Drehstrommotoren, Schweißumformern, Industrieöfen, Transformatoren, Generatoren, Heiz- und Kochgeräte

Die Ausbildung von Lehrlingen wird wieder aufgenommen.

Gegründet werden die Abteilung für Planung und Bauberatung für Wärme- und Wasserkraftwerke sowie für allgemeine Bautechnik mit Sitz in Linz.

 

1947

Siemens Schuckert Werke AG, Zweigniederlassung Wien

  • Erzeugung von Großtransformatoren im Werk Siemensstraße
  • Reparatur von zwölf Straßenbahnmotoren pro Monat in der Engerthstraße

In Klagenfurt beginnt der Bau des ersten Fernheizkraftwerks in Österreich.

 

1948

Gründung des Kultur- und Sportvereins

 

1949

Siemens Schuckert Werke AG, Zweigniederlassung Wien

  • Fertigung des 50.000sten Drehstrommotors seit Kriegsende in der Engerthstraße
  • Standort Siemensstraße liefert die Dampfturbinen und Generatoren für das Kraftwerk Simmering 3

> Mehr Siemens Geschichte aus dieser Zeit finden Sie auf der globalen Siemens Website (1933-1945)

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1952

Wiener Kabel- und Metallwerke Aktiengesellschaft

  • Aufnahme der Fertigung von Kabeln mit Kunststoffisolierung für 6 und 60 Kilovolt
  • In den Vorarlberger Illwerken werden die erste 200/380-Kilovolt Dreiseilbündelleitung der Welt installiert

Siemens & Halske GmbH

  • Inbetriebnahme des 1.000sten Siemens-Fernschreibers durch die österreichische Post- und Telegraphenverwaltung

Siemens Schuckertwerke GmbH

  • Aufbau neuer Fertigungshallen für ein Gerätewerk in Simmering

Siemens Schuckert Werke AG, Zweigniederlassung Wien

  • Standort Siemensstraße liefert vier Drehstrom-Synchrongeneratoren für die UdSSR

 

1954

Wiener Kabel- und Metallwerke Aktiengesellschaft

  • Fertigung und Verlegung eines gegen Wasserdruck unempfindlichen Spezialkabels durch den 14 Kilometer langen Möllstollen für die Tauernwerke AG

Siemens & Halske GmbH

  • Lieferung der ersten Motordrehwählersysteme an die Österreichische Post- und Telegrafenverwaltung

 

1955

Die österreichischen Siemensgesellschaften verpflichten sich im so genannten „Innsbrucker Dokument“, gegebenenfalls auf Verlangen der deutschen Stammhäuser den Firmennamen derart zu ändern, dass er nicht mehr an Siemens, Halske oder Schuckert erinnert.

Die Siemens Schuckert Werke AG, Zweigniederlassung Wien mit den Standorten Engerthstraße und Siemensstraße werden an die Siemens Schuckertwerke GmbH übergeben, die Wiener Kabel- und Metallwerke Aktiengesellschaft wird in die staatliche Industrie eingegliedert.

 

Siemens & Halske GmbH sowie Siemens Schuckertwerke GmbH

  • Ausrüstung der Wiener Staatsoper und des Burgtheaters mit neuen Stark- und Schwachstrominstallationen

 

1956

Rückwirkend zum 1. Januar erfolgt die Fusion zwischen der Österreichischen Elektroindustrie GmbH und der Siemens Schuckertwerke GmbH. (Die Eintragung in das Handelsregister erfolgt erst im April 1957.)

Die Wiener Kabel- und Metallwerke Aktiengesellschaft wird in das Eigentum der Republik Österreich übergeben.

Siemens & Halske GmbH und Siemens Schuckertwerke GmbH wird die Generalvertretung für die Erzeugnisse der Siemens & Halske AG, Berlin und München, und der Siemens Schuckertwerke AG, Berlin und Erlangen, in Österreich übertragen.

Der Flughafen Wien-Schwechat erhält eine Pistenrand-Hochleistungsbefeuerung (Beleuchtungsanlage).

 

Siemens & Halske GmbH

  • Lieferung einer sechssprachigen Dolmetscheranlage für die Wiener Weltkraftkonferenz
  • Lieferung von UKW-Fernsprechgeräten für die Grazer Feuerwehr und das Rote Kreuz

 

1957

Am 17. August wird die öffentliche Verwaltung der Siemens-Betriebe aufgehoben.

Die erste vom Straßen- und Brückenbauamt Graz beauftragte Verkehrssignalanlage wird realisiert.

 

1958

Emolux – eine Siemens nahestehende Luxemburger Holding - erwirbt 60 Prozent des Aktienkapitals der Wiener Kabel- und Metallwerke Aktiengesellschaft in Floridsdorf. Die restlichen 40 Prozent halten die österreichische Siemens Schuckertwerke bzw. Siemens & Halske GmbH.

Im Juni geht der von der Bahnabteilung elektrisch ausgerüstete „Transalpin“ auf seine Jungfernfahrt. Der Zug legt die 842 km lange Strecke von Wien nach Zürich in elf Stunden und 38 Minuten zurück und ist damit zwei Stunden schneller als der bisher schnellste Zug (Arlbergexpress).

Am 18. Juni erfolgt die amtliche Eintragung des Warenzeichens „WSW“ – Wiener Schwach- bzw. Wiener Starkstromwerke.

 

1959

Der Wiener Stephansdom erstrahlt im Glühlampenscheinwerferlicht von Siemens.

Siemens & Halske GmbH errichtet unweit der Apostelgasse ein neunstöckiges Bürogebäude.
 

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1960

Siemens & Halske GmbH

  • Errichtung eines neuen Werkes für die schwachstromtechnische Fertigung in Zisterdorf

Im Juli wird das Festspielhaus in Salzburg mit einer kompletten Bühnenausrüstung und einer Stellwarte mit 300 Stromkreisen sowie mit den kompletten nachrichtentechnischen Einrichtungen ausgestattet.

Installation eines wasserstoffgekühlten Phasenschiebers – die erste in Österreich hergestellte Maschine dieser Art – im obersteirischen Umspannwerk Hessenberg.

Für das Kraftwerk Simmering wird im Werk Siemensstraße der erste wasserstoffgekühlte Turbogenerator 80.000 kVA gefertigt. In den folgenden Jahren werden für das gleiche KW drei weitere wasserstoffgekühlte Turbogeneratoren mit je 125.000 kVA gebaut.

 

1961

Für die NEWAG wird das erste kombinierte Gas- und Dampfturbinenkraftwerk in Europa geplant und mit einem Siemens Dampfturbosatz von 68 MW ausgerüstet. Die zugehörigen Generatoren werden im Werk Siemensstraße gefertigt.

Siemens & Halske GmbH richtet in Zistersdorf eine Fertigung von Kamm-, Klein- und Kleinstrelais ein.

Im Februar wird die Programm- und Systementwicklung (PSE) unter dem damaligen Namen „Zentralstelle für Forschung und wissenschaftliche Arbeit“ (ZFW) gegründet.

Am 26. April besucht König Gustav Adolf von Schweden das Werk in der Apostelgasse.

 

1962

Die Firma Pfaudler in Schwetzingen (BRD) erhält eine von Siemens ausgelegte Großofenanlagen. Lichtmaße des Ofens betragen 4,5 Meter Breite, 5,0 Meter Höhe und 12,9 Meter Tiefe.

Die Wiener Schnellbahn wird eröffnet.

 

1963

Die Firma Shinko Pfaudler in Kobe (Japan) erhält die bislang größte von Siemens ausgelieferte Ofenanlage mit einer Charge von 25 Tonnen und einem Anschlusswert von 2.400 Kilowatt.

 

1964

In Wien wird die größte Wasserzählerprüfstation Europas errichtet. Die Anlage kontrolliert 10.000 m3 Wasser pro Stunde.

Für die Olympischen Winterspiele in Innsbruck liefert Siemens 1.000 Transistorverstärker.

Die erste steierische Tiefgarage wird elektronisch von Siemens ausgerüstet.

Der Donauturm und das Semperit-Haus erhalten Siemens-Installationen.

Für das Kraftwerk St. Pantaleon der Enns-Wasserwerke wird ein Wasserkraftgenerator in senkrechter Bauweise geliefert.

 

1965

Am 1. April ändert die Siemens Schuckertwerke GmbH ihren Namen in Wiener Starkstromwerke GmbH (WStW) und die Siemens & Halske GmbH in Wiener Schwachstromwerke GmbH (WSW).

Das Siemens-Werk in der Apostelgasse liefert den 500.000sten Wasserzähler aus.

 

1966

Für die OKA (OÖ) wird im Dampfkraftwerk Riedersbach die bisher größte eingehäusige Turbine mit einer Leistung von 50 MW installiert.

 

1967

Am 1. Oktober wird die Siemens GmbH als Tochtergesellschaft der Wiener Kabel- und Metallwerke Aktiengesellschaft gegründet. Bei der so genannten „Starkstromlösung“ handelt es sich um eine neue Konzeption der Zusammenarbeit mit der verstaatlichten österreichischen Industrie im Starkstrombereich. Rund 2.000 Arbeiter und Angestellte der verstaatlichen Wiener Starkstromwerke GmbH treten zur Siemens GmbH über.

Von der Bahnabteilung wurden seit 1945 für die Wiener Straßenbahnen rund 250 Triebmotoren, 80 Kompressormotoren, 700 Lichtumformer und Türantriebs- und Deckenlüfter-Motoren geliefert.

 

1968

Graz bestellt die ersten Fernsehkameras für Verkehrsüberwachung.

VÖEST übernimmt von Siemens eine Fernsprech-Nebenstellenanlage mit 110 Amtsleitungen und 4.000 Nebenstellen. Es handelt sich um größte Anlage ihrer Art in Österreich.

 

1969

Die Inbetriebnahme der Röntgenanlage ARCOSCOP 100 im Linzer Unfallkrankenhaus ist eine Europapremiere.

Das Pendant zur „Starkstromlösung“ ist die „Schwachstromlösung“:

Die Wiener Kabel- und Metallwerke Aktiengesellschaft gründet mit der Wiener Schwachstromwerke GmbH die Nachrichtentechnische Werke AG (NTW). Diese Gesellschaft übernimmt am 1. Oktober rund 5.300 Mitarbeiter der Wiener Kabel- und Metallwerke AG.
 

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1970

Siemens erhält in Bregenz ein neues Bürohaus.

Nach der Gründung der Siemens Bauelemente GmbH findet die Grundsteinlegung für das Bauelementewerk in Deutschlandsberg statt. Ein zweites Werk für Bauelemente entsteht in Villach.

 

1971

Am 2. Juli entsteht die Siemens AG Österreich (SAGÖ) durch die Zusammenfassung der Siemens GmbH Wien, der Nachrichtentechnischen Werke AG und der Siemens-Reiniger-Werke GmbH. Mit rund 12.000 Beschäftigten ist die neue AG eines der bedeutendsten österreichischen Industrieunternehmen und zugleich die größte Siemens-Gesellschaft außerhalb Deutschlands. Siemens hat in Österreich acht Fertigungsstätten (Wien, Zistersdorf, Heiligeneich, Mattersburg, Stoop, Pinkafeld, Deutschlandsberg und Villach) und sieben Technische Büros (Wien, Linz, Salzburg, Innsbruck, Bregenz, Klagenfurt und Graz).

In Pinkafeld/Burgenland wird die Fertigung von Fernsprechgeräten aufgenommen.

 

1972

In Graz nimmt der erste thyristorgesteuerte Straßenbahnwagen der Welt den Betrieb auf.

Die SAGÖ übernimmt von der Wiener Schwachstromwerke GmbH das Rundfunk-, Fernseh- und Antennengeschäft sowie den Konsumgüterbereich.

In der Siemensstraße wird das erste der neuen Vertriebsgebäude eröffnet.

 

1973

Als erstes Trinkwasserwerk in Europa erhält das Hebewerk Laaerberg einen Prozessrechner der SAGÖ.

Erstmals in Österreich wird im Wolfsbergtunnel der Wörther-See-Autobahn eine neu entwickelte Notruf- und Brandmeldeanlage der SAGÖ installiert.

 

Die SAGÖ eröffnet in Fohnsdorf ein Siemens-Ausbildungs- und Betriebszentrum.

 

Zur weiteren Verkaufsförderung wird im Siemens-Haus in der Nibelungengasse ein modernes Ausstellungs- und Informationszentrum errichtet.

 

1974

Im Salzburger Land werden in allen Orten mit mehr als 10.000 Einwohnern Polizeinotrufanlagen der SAGÖ in Betrieb genommen.

 

1975

Das Werk in der Apostelgasse vermeldet im Oktober die Fertigung des 15millionsten ESK-Relais.

Für das Grazer Krankenhaus liefert die SAGÖ eine der modernsten Angiografie-Stationen Europas.

 

1976

Die SAGÖ liefert die Beleuchtungsanlage für die Start- und Landebahn des Flughafens Linz-Hörsching.

Die Betriebswerkstätte der SAGÖ in Linz liefert die 500. Mosaikwarte aus.

 

1977

In Graz eröffnet ein neues Technisches Büro der SAGÖ.

Die SAGÖ übergibt im Oktober die von ihr geplante, berechnete, konstruierte und installierte sicherheitstechnische Ausrüstung für die zweite Start- und Landebahn des Flughafens Wien-Schwechat. Mit einer Leistung von 1.000 kVA ist ein kombiniertes Notstrom- und Schnellbereitschaftsaggregat das größte der Welt. 1.800 Landefeuer mit einer Gesamtleistung von 550 kVA sorgen für die Sicherheit.

Die SAGÖ bekommt den Auftrag für die größte automatische Brandmeldeanlage der Welt mit insgesamt 20.000 Meldern erteilt. Einsatzort ist das Allgemeine Krankenhaus Wien.

 

1978

Das Kombi-Blockkraftwerk im Wiener Gemeindebezirk Simmering nimmt den Betrieb auf (Simmering 1/2). Das Kraftwerk deckt einen wesentlichen Teil des Strombedarfs der Stadt Wien und liefert in der Folgezeit auch Heizwärme.

Die Wiener Verkehrsbetriebe nehmen den von der SAGÖ entwickelten und gefertigten Doppeltriebwagen mit stromrichtergespeisten Drehstromfahrmotor – seines Zeichens ein Prototyp – in den fahrplanmäßigen Betrieb der neu errichteten U-Bahnlinie auf.

 

1979

Die Planungen für ein neues Gebäude am Standort Siemensstraße, in dem künftig unter anderem ein zentrales Rechenzentrum untergebracht werden soll, beginnen.

Die SAGÖ erwirbt Beteiligungen an verschiedenen Betriebsgesellschaften für Kabelfernsehen, an der Österreichischen Fernmeldetechnischen Entwicklungs- und Förderungs GmbH (ÖFRG) sowie an der Knoblich-Licht Fabrik für Elektrotechnik GmbH, Wien.

Die SAGÖ übernimmt die Verantwortung für das Weltgeschäft für alle Entwicklungs-, Fertigungs- und Vertriebsaktivitäten auf dem Gebiet der Ton- und Studiotechnik.

Aus Anlass des 100-jährigen Jubiläums der Präsenz von Siemens in Österreich wird im Juni in den Räumlichkeiten der Wiener Hofburg die Leistungsschau „100 Jahre Siemens in Österreich“ eröffnet. Eine Vielzahl von Objekten veranschaulicht die Entwicklung der Elektrotechnik von der Dynamomaschine bis zur Elektronik.

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1980

Die Siemens Bauelemente GmbH eröffnet ein Entwicklungszentrum für Mikroelektronik in Villach.


1981

Die Programm- und Systementwicklung (PSE) ist an drei Standorten in Wien und einem Standort in Graz tätig und realisiert eine Vielzahl von Aufträgen für die öffentliche Hand (z. B. Straßenverkehrssteuerung in Tunneln, Installierung von Einsatzleitrechnern für die Feuerwehr und die Polizei).

 

1982

Die Programm- und Systementwicklung eröffnet neue Marktbereiche, wobei auf die Entwicklungsautomatisierung von Hard- und Software besonderes Gewicht gelegt wird.

 

1983

In Wien 3 – Erdberger Lände – wird ein Gelände für die Errichtung einer neuen Fertigungsstätte für Produkte der Kommunikationstechnik erworben.

Die SAGÖ rüstet den Airport Tunnel in Hongkong mit allen sicherheitstechnischen Anlagen aus.

 

1984

Im Bauelementewerk Villach fertigt Siemens als erstes europäisches Unternehmen den 256-k-Speicher-Baustein. 

 

1985

Die Planungen zur Errichtung eines neuen Gebäudes für Programm- und Systementwicklung auf dem ehemaligen Werksgelände der Felten & Guilleaume AG, Wien, beginnen.

Nachdem die SAGÖ über 90 Prozent der Aktien der Felten & Guilleaume AG erworben hat, kommt es zur Übertragung des Unternehmens, das nach wie vor den Vertrieb von Kabeln und Leitungen vorwiegend für den Export wahrnimmt, auf die SAGÖ als Hauptgesellschafter.

Die Errichtung eines Gebäudes in der Siemensstraße für Technik und Konstruktion des Geschäftsbereiches Energie- und Installationstechnik wird beschlossen.

 

1986

Die SAGÖ übernimmt das englische Unternehmen Neve Electronics International Ltd. Neve gehört zu den weltweit führenden Anbietern von analoger und digitaler Tontechnik.

Programm- und Systementwicklung erweitert ihre Standorte in Wien und Graz und richtet ein neues Software-Zentrum in Salzburg ein.

In Wien eröffnet Siemens ein Werk für elektronische Geräte und Systeme.

 

1987

Die SAGÖ wird Mitgesellschafter der Österreichischen Gesellschaft für Weltraumfragen GmbH. Im Ergebnis dessen kommt es zu erfolgreichen Beteiligungen an Ausschreibungen der Europäischen Weltraumbehörde.

 

1989

Die SAGÖ erwirbt 50 Prozent und eine Aktie an der BFE Fernmeldetechnik und Elektronik AG, Main. Damit wird eine Verbesserung der internationalen Konkurrenzfähigkeit auf dem Gebiet der Videotechnik erreicht.

Das Bauelementewerk in Deutschlandsberg wird in die internationale Kooperation von Siemens und Matsushita eingebracht.
 

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1990

Die SAGÖ übernimmt eine Mehrheitsbeteiligung an der Kabel- und Drahtwerke AG, Wien.

Das Werk Deutschlandsberg der Siemens Bauelemente OHG wird in die internationale Kooperation von Siemens und Matsushita eingebracht.

 

1991

Die SAGÖ übernimmt eine 66-prozentige Beteiligung an der Budapester „Siemens Telefongyár Kft“.

Die SAGÖ richtet die erste volldigitalisierte Röntgenabteilung der Welt im Sozialmedizinischen Zentrum in Wien ein.

 

1992

Die SAGÖ erwirbt 26 Prozent der Simmering-Graz-Pauker-Verkehrstechnik (SGP-VT) GmbH von der ÖIAG.

Als Entwicklung der SAGÖ kommen die Schnurlostelefone mit Digital Enhanced Cordless Telecommunications-Technik (DECT) auf den Markt.

 

1993

Die SAGÖ erwirbt 50,3 Prozent der Ungarischen Kabelwerke AG.

 

1994

Die SAGÖ erhöht ihre Beteiligung an der Simmering-Graz-Pauker-Verkehrstechnik GmbH auf 74 Prozent.

Der Zentralvorstand der Siemens AG, Berlin und München, überträgt der SAGÖ

die Gesamtverantwortung für das Siemens-Geschäft in der Slowakei, Slowenien und Kroatien.

 

1995

Die SAGÖ erwirbt die Siemens-Gesellschaften in der Slowakei sowie in Slowenien und Kroatien.

Erstmals begleitet Siemens die Salzburger Festspiele als Projektsponsor und finanziert im Rahmen dessen unter anderem die Übertragung der einzelnen Veranstaltungen auf einer Großbildleinwand. Vier Jahre später avanciert Siemens zum Hauptsponsor der Festspiele.

 

1996

Das Bauelementewerk in Villach avanciert zum Kompetenzzentrum für Leistungshalbleiter.

Das Anbieterkonsortium Ö-call unter der Führung der SAGÖ erhält den Zuschlag für den Aufbau und Betrieb des ersten privaten Mobilfunknetzes Österreichs („max.mobil“).

Die ÖBB bestellen in Kooperation mit den ÖBB-Werkstätten 180 Doppelstockwagen des Typs „Wiesel“ für den Nahverkehr.

Das „Siemens Forum Wien“ wird eröffnet.

Der Zentralvorstand der Siemens AG, Berlin und München überträgt der SAGÖ die Verantwortung für das Siemens-Geschäft in Bosnien-Herzegowina.

 

1997

Der Fahr- und Freileitungsbau wird in die 100-prozentige Tochtergesellschaft Siemens Powerlines Gmbh & Co. (SPL) ausgegliedert.

Die SAGÖ erhält die Weltvertriebsverantwortung für den Bereich „Heavy Rails“.

Die ÖBB erteilen einen Großauftrag über die Lieferung von 75 Lokomotiven der neu entwickelten Reihe „Taurus“ – mit der Option auf die Lieferung weiterer 325 Lokomotiven.

In Graz erfolgt die Einrichtung eines Kompetenzzentrums für Fahrwerke. Der Standort ist der weltweit größte Produzent von Hightech-Fahrwerken für den Nah- und Fernverkehr.

 

1998

In Österreich erfolgt die Konzentration des Zählergeschäfts in der Siemens Metering AG Österreich für Zähler und elektronische Systeme, Wien (ehemals Uher AG für Zähler und elektronische Geräte, Wien).

Die Siemens Pensionskasse AG, Wien wird gegründet.

 

1999

Die SAGÖ übernimmt zusätzlich zur bereits bestehenden Regionalverantwortung auch diese für Serbien, Montenegro und den Kosovo.

Die Siemens Business Services GmbH & Co., Wien, wird gegründet. Sie übernimmt alle Aktivitäten, die ursprünglich in der 1991 gegründeten Siemens Nixdorf Informationssysteme GmbH gebündelt waren.

Die Computer-Systems-Aktivitäten der SAGÖ gehen im weltweiten Joint Venture Fujitsu/Siemens auf, das seinerseits in Österreich auf dem Markt der Computersysteme die Rolle des Marktführers übernimmt.  

 

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2000

Mit der Lieferung von insgesamt 400 Lokomotiven bis 2006 an die Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) erhält Siemens den bislang größten Lokomotiv-Auftrag seiner Geschichte.

 

2001

Die Siemens AG, Berlin und München, übt ihre vertraglich eingeräumte Option auf Übernahme des Eigentums an der 26 Prozent-Beteiligung der ÖIAG an der SAGÖ aus. Die SAGÖ steht somit zu 100 Prozent im Eigentum des Siemens Konzerns.

Die Siemens SGP Verkehrstechnik wird zu 100 Prozent Eigentum der SAGÖ.

Der von Siemens errichtete Technologiepark in Villach wird eröffnet.

 

2002

Die SAGÖ übernimmt die Regionalverwaltung für Rumänien.

Mit der Steiermärkischen Krankenanstaltsgesellschaft mbH kommt es zu einem Joint Venture: Die Steiermärkische Medizinarchiv GmbH (Graz) stellt als Dienstleistung ein Bildarchivierungssystem für Radiologen in der Steiermark und angrenzenden Bundesländern zur Verfügung.

 

2003

Im Kosovo baut die SAGÖ das Telefonnetz weiter aus. Ein Großauftrag aus Serbien umfasst die Lieferung und Installation von EWSD-Vermittlungsstellen für 150.000 Teilnehmer.

Das Geschäftsgebiet „Elektromedizin“ kann mit dem neu entwickelten Beatmungsgerät „Servo i“ einen Großauftrag für das Wiener AKH akquirieren.

 

2004

Die SAGÖ übernimmt die Regionalverwaltung für Bulgarien.

 

2005

Siemens übernimmt die österreichische VA Technologie AG (VA Tech) und baut seine führende Weltmarktposition in den Bereichen Metallurgie, Energieübertragung und -verteilung aus.

 

2006

Das von Siemens aufgebaute e-card-System schafft eine österreichweite Vernetzung im Gesundheitsbereich.

Siemens ist Technologiepartner der Österreichischen EU-Ratspräsidentschaft.

 

2007

Der Bahnhof Praterstern wird im Zuge des Großumbaus mit Gebäudeautomation von Building Technologies ausgestattet.

Die Siemens City in Wien ist das größte Bauvorhaben von Siemens weltweit.

 

2008

Konzernweite Fokussierung auf die drei Sektoren Industry, Energy und Healthcare wird auch in der SAGÖ vollzogen.

 

2009

Inbetriebnahme der GuD-Kraftwerke Timelkam in Oberösterreich und Simmering 1 in Wien.

Die Russische Eisenbahngesellschaft (RZD) bestellt 200 Schlafwagen. Die Entwicklung und Montage der Fahrwerke für den Einsatz dieser Wagen auf westeuropäischen Schienennetzen erfolgt im Weltkompetenzzentrum für Fahrwerke in Graz, die Fertigung der Schlafwagen findet im Siemens-Werk Wien-Simmering statt.

 

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2010

Eröffnung der neuen Unternehmenszentrale Siemens City am historischen Siemens-Standort Wien-Floridsdorf, die ein Jahr später als erstes Bürogebäude Österreichs mit dem Umweltzertifikat „LEED Gold“ ausgezeichnet wird.

Salzburg avanciert zum weltweiten Kompetenzzentrum für Kleinwasserkraftaktivitäten des Unternehmens.

Die SAGÖ ist Gründungsmitglied der Elektromobilitäts-Plattform Austrian Mobile Power zur Förderung der Elektromobilität in Österreich.

 

2011

Das World Headquarter für Schienenfahrzeuge in Wien wird um den Kompetenzbereich Straßenbahnen erweitert. Somit liegt im Werk in Wien-Simmering die weltweite Geschäftsverantwortung für U-Bahnen, Straßenbahnen, Reisezugwagen, Elektrobusse (inkl. Forschung, Engineering und Fertigung).

Für das GuD-Kraftwerk Mellach liefert das Transformatorenwerk in Weiz die größten Maschinentransformatoren, die jemals für einen Einsatz in Österreich gebaut wurden.

 

2012

Als Generalunternehmer übergibt Siemens das leistungsfähigste und effizienteste GuD-Kraftwerk des Landes in Mellach (Steiermark) an den Kunden.

Die Auslieferung der ersten von insgesamt zwölf Elektrobussen an die Wiener Linien findet statt. Es handelt sich um die ersten in Serie gefertigten Elektrobusse Europas.

 

2013

Die ÖBB bestellen 100 Nah- und Regionalverkehrszügen vom Typ Desiro ML. Die Fertigung erfolgt unter anderem im Siemens-Werk Graz.

Im Werk Wien-Simmering wird die modernste robotergesteuerte Lackieranlage für Schienenfahrzeuge in Europa eröffnet.

Siemens beteiligt sich am europaweit einzigartigen Forschungsprojekt für Zukunftstechnologien in Städten, dem Living Lab Seestadt Aspern (Wien). Das Projekt wird 2018 um weitere fünf Jahre verlängert.

Der erste Zug der neuen Münchner U-Bahn aus dem Siemens-Werk Wien wird für den Testbetrieb im Prüf- und Validationscenter in Deutschland ausgeliefert.

 

2014

Rahmenvereinbarung über die Lieferung und Installation von gasisolierten Schaltanlagen (GIS) für diverse Umspannwerke in Österreich mit dem Übertragungsnetzbetreiber Austrian Power Grid AG (APG).

Die SAGÖ erhält den Auftrag zur schlüsselfertigen Errichtung des GuD-Kraftwerks Bandirma II in der Türkei.

Die ÖBB bestellen neun Railjet-Züge.

 

2015

Die weltweite Kompetenz für industrielle Kraftwerkslösungen (schlüsselfertige GuD-Kraftwerke auf der Basis von Industriegasturbinen mit Leistungen zwischen 20 und 60 Megawatt) wird in Wien angesiedelt.

Mit der Bestellung von 14 Leistungstransformatoren für ein bedeutendes Energieversorgungsprojekt im Mittleren Westen der USA kann das Siemens-Transformatorenwerk in Linz den größten Einzelauftrag in seiner knapp 100-jährigen Geschichte verbuchen.

Die SAGÖ stellt der ersten österreichischen Pilotfabrik zum Thema Industrie 4.0 der Technischen Universität Wien ein umfassendes Technologiepaket zur Verfügung. Darüber hinaus engagiert sich Siemens im neu gegründeten Verein „Industrie 4.0 Österreich – die Plattform für intelligente Produktion“.

 

2016

Das größte Umweltprojekt der Stadt Wien wird mit Siemens umgesetzt: Die Hauptkläranlage wird zum Ökokraftwerk.

Das Transformatorenwerk in Weiz entwickelt den weltweit ersten Plug-and-Play-Trafo, mit dem Energieversorger bei einem Transformatorenausfall die Stromversorgung rasch wiederherstellen können.

Aufträge für Großprojekte im Bereich der Automatisierung und Robotik von Rohbaukarosserieanlagen unterschiedlicher Autohersteller.

 

2017

Start des Pilotprojekts H2Future: Ein aus Siemens, voestalpine und VERBUND sowie APG und wissenschaftlichen Partnern bestehendes Projektkonsortium hat von der EU den Zuschlag für die Errichtung einer der weltweit größten Elektrolyseanlagen zur Erzeugung von grünem Wasserstoff erhalten.

Siemens eröffnet ein europaweit einzigartiges Living Lab für die Digitalisierung von Bioprozessen Wien-Floridsdorf.

Siemens ist Partner der drei Pilotfabriken in Wien, Graz und Linz zur Digitalisierung in der Produktion.

Die Wiener Linien GmbH & Co KG haben Siemens mit der Lieferung von 34 vollautomatischen U-Bahnzügen beauftragt. Die Auslieferung soll Mitte 2020 beginnen und bis 2030 abgeschlossen sein. Gebaut werden die Fahrzeuge im Siemens-Werk in Wien.


2018

Beim Kraftwerkserweiterungsprojekt in Bolivien werden logistische Meisterleistungen vollbracht: Die aus drei Kontinenten stammenden Kraftwerkskomponenten werden unter anderem über die Anden mit Hilfe von 400 Schwer- und Sondertransporten sowie des größten Flugzeugs der Welt transportiert. Neben der Logistik liegt auch die Gesamtverantwortung für das Projekt bei Siemens Österreich.

 

2019

Auftrag über acht solarbetriebene Meerwasserentsalzungsanlagen für die Westküste Saudi-Arabiens.

 

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