Viel Hightech in den neuen Rhein-Ruhr-Express-Zügen

Der Desiro HC ist gespickt mit innovativen Lösungen

Datum: 25.06.2019

 

Die ersten Fahrten des Rhein-Ruhr-Express (RRX) auf der Regionalexpress Linie RE5 seit Anfang Mai waren vielversprechend. Die Fahrgäste sind begeistert von Pünktlichkeit und Komfort der neuen Züge, die ab Sonntag, 9. Juni, die roten Doppelstockwagen endgültig auf der Strecke zwischen Wesel und Koblenz ersetzen. Ab dem Zeitpunkt übernimmt das Eisenbahn-Unternehmen National Express den Regelbetrieb von DB Regio mit insgesamt zwölf neuen Fahrzeugen von Siemens Mobility.

 

Die Fahrzeuge bieten mit 800 Sitzplätzen fast 200 mehr als die Doppelstockwagen, einen ebenerdigen Einstieg, Steckdosen an den Plätzen und freies WLAN. Zudem sind die in Doppeltraktion verkehrenden Züge deutlich spurtstärker und können kleinere Verspätungen besser wettmachen.

Siemens obliegt nicht nur die Herstellung der Züge, das Unternehmen wird die Fahrzeuge in Dortmund warten und in Stand halten. Dafür wurde eigens ein neues Service-Center in Dortmund-Eving gebaut.

 

30 Jahre Lebensdauer und mehr – der Desiro HC ist auf Langlebigkeit ausgelegt. Und auf eine schnelle, effiziente Instandhaltung. Alle Komponenten und Systeme haben ihre Zuverlässigkeit bereits heute in Millionen Betriebskilometern bewiesen. Dank seiner Leichtbauweise spart der Desiro HC Antriebsenergie. Energiemanagement, LED-Beleuchtung und Bremsenergierück-gewinnung senken den Stromverbrauch an Bord. Umwelt und Betreiberkosten werden geschont.

 

Die Einzelstockwagen des Desiro HC sind effizient, leicht und barrierefrei ausgebaut. Seine Doppelstockwagen erlauben eine wesentlich höhere Fahrgastkapazität. Beide Wagenkonzepte bieten viele Sitzplätze und barrierefrei Bereiche – und individuelle Möglichkeiten. Sicheres und pünktliches Ankommen garantieren seine Spurstärke sowie breite Türen. Hierdurch gelingt der Fahrgastwechsel am Bahnhof schnell und reibungslos.

 

Zudem konnte ein Train Operation System sowie ein Fahrgast-Informations-System (FIS) in die Züge verbaut werden mit folgenden Features:

 

  • Ansagen werden aus Text generiert; das System verwendet hierfür eine TTS-Engine (TextToSpeech-Engine), die Studioaufnahmen unnötig macht. Text wird ähnlich wie SMS auf die Züge geschickt und dann zeitnah angesagt.
  • Notgespräche mit dem Triebfahrzeugführer.
  • Zugbegleiter haben ein modernes Android Mobile Device, sie werden über alles informiert und können selbststeuernd eingreifen.
  • Fahrpläne werden dynamisch, tagesaktuell auf die Züge geladen und aktiviert.
  • Infotainment lässt sich individuell auf allen Monitoren darstellen.
  • AFZS-Fahrgastzählung mit fahrgerechter, automatischer Datenübermittlung in einer Güte von 95%
  • CCTV-Video-Überwachung: Fahrgastraum wird überwacht und die Daten aufgezeichnet. Bei einer Notbremsung schaltet sich automatisch die korrekte Kamera ein und hält fest, wer die Notbremsung ausgelöst hat.
  • WLAN im ganzen Zug
  • FIS-Service: das System meldet automatisch Geräteausfälle oder Probleme mittels vordefinierter Formulare an das Service-Center. Dort werden die entsprechenden Geräte bereitgestellt, sobald der Zug vorbeikommt, liegt bereits alles bereit und kann zeitnah ausgetauscht werden.

Neben der Entwicklung von Hard- und Software für das FIS-System war Siemens Mobility für das Gesamtprojekt verantwortlich. Auftraggeber ist der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr. Der Betreiber Abellio nahm im Dezember 2018 mit zwölf Kompositionen den Regelbetrieb auf der Linie RE11 auf. National Express folgte im Juni 2019 mit zwölf weiteren Kompositionen auf der Linie RE5.  

Insgesamt werden bis 2020 für den Verkehrsverbund Rhein-Ruhr 83 Zugskompositionen gebaut.