Grid Edge – wo das Netz mit dem Verbraucher interagiert

Damit die Energiewende gelingt, spielt das Grid Edge eine immer wichtigere Rolle. Mit Beteiligung von Siemens wurde jüngst ein Whitepaper publiziert, das 36 Länder hinsichtlich der Grid-Edge-Bereitschaft und des Bedarfs unter die Lupe nahm.

Die Energieerzeugung basiert zunehmend auf erneuerbaren Energieformen wie Wind- und Sonnenenergie. Das jahrzehntelang vorherrschende Prinzip von Grosskraftwerken, die Strom produzieren und diesen über das Netz zu den Verbrauchern übermitteln, gerät in der neuen Energiewelt zusehends ins Wanken. Denn die Produktion von erneuerbarem Strom erfolgt dezentral: Zahlreiche Anlagen wie Industriegelände, Einfamilienhausdächer oder Bauernhöfe fungieren als Stromproduzenten. Bisher passive Verbraucher werden zu aktiven Prosumern, womit sich eine neue Beziehung zwischen Verbrauch, Produktion und Speicherung ergibt. Als Schnittstelle zwischen Energieangebot und Energienachfrage wird dem Grid Edge eine zentrale Rolle beigemessen. Möglich wird das durch die Digitalisierung. Sie macht Energieflüsse transparent und das komplexe Zusammenspiel zwischen Produktions- und Verbraucherseite beherrschbar. Auf diesem Weg sorgen Grid-Edge-Technologien zur weiteren Verankerung erneuerbarer Energieträger und leisten einen entscheidenden Beitrag zur Energiewende.

Internationale Studie zu Grid Edge

In einem gemeinsamen Forschungsprojekt haben Siemens, die Technische Universität Berlin und die University of Oxford einen umfassenden Index zur Bewertung von Chancen und Hürden im Hinblick auf Grid-Edge-Lösungen entwickelt. In dem Projekt wurden 36 Länder weltweit im Hinblick auf deren Grid-Edge-Bereitschaft und den -Bedarf analysiert und als Ergebnisse in einem Whitepaper veröffentlicht. Im Fokus stehen die Länder Finnland, Deutschland, Singapur, Grossbritannien sowie Kalifornien. Diese Regionen wurden bewusst gewählt, da sie in der Vergangenheit bei der Entwicklung und Einführung moderner Energietechnologien ganz vorne mit dabei waren. Die Studie beinhaltet im Weiteren die Analyse von 31 Ländern auf allen Kontinenten, mitunter auch die Schweiz. In Bezug auf die fünf Fokusländer zeigt die Analyse, dass zum jetzigen Zeitpunkt Finnland die grösste Bereitschaft und Kalifornien den grössten Bedarf an der Grid-Edge-Technologie aufweisen. Für die Schweiz, welche im Whitepaper nur in untergeordneter Rolle behandelt wurde, kann sowohl eine durchschnittliche Bereitschaft als auch ein mittelmässiger Bedarf im Zusammenhang mit Grid Edge konstatiert werden.

Die vollständige Studie kann hier gelesen werden.

Vollständige Studie

12.01.2021