Spitzentechnologie

1969-1991

Seit 1894 in der Schweiz präsent

Wir freuen uns, in diesem Jahr unser 125. Firmenjubiläum in der Schweiz feiern zu können. Seit 1894 ist Siemens hier zuhause und hat in dieser Zeit unzählige Projekte umgesetzt. Einige unserer Kunden haben sich zu bekannten Schweizer Ikonen entwickelt. Sie sind Sinnbild für den Erfolg unseres Landes und stehen für Erfindergeist und Innovationskraft. Einige dieser Schweizer Ikonen und die wichtigsten Siemens-Projekte haben wir auf unserer Jubiläums-Webseite zusammengestellt.

 

Feldschlösschen | Kraftwerk Wynau | Rhätische Bahn | Pilatus Aircraft | EPFL | Gotthard-Basistunnel | Siemens Campus Zug
 

#SchweizerIkonen

EPFL

Die Ecole polytechnique fédérale de Lausanne (EPFL) ist wie die ETH Zürich eine Schweizer Ausbildungsstätte der Spitzenklasse. 1969 mit dem Status einer nationalen Hochschule ausgezeichnet, kommen heute mehr als 11 000 Studierende aus über 116 Ländern in den Genuss des umfangreichen EPFL-Lehrangebots. Zwei Siemens-Unterstationen sorgen auf dem gesamten Campus in Lausanne für eine zuverlässige Energieversorgung und tragen damit zum Erfolg der 1853 gegründeten Schule bei. Mit der Beteiligung am EPFL Innovation Park fördert Siemens zudem die Zusammenarbeit zwischen Industrie und der Hochschule. Gemeinsam mit Spezialisten des Universitätsspitals Lausanne und der EPFL forschen unsere Ingenieure an der Weiterentwicklung der medizinischen Bildgebung.

1971: Ein guter Kompromiss

Im Juli 1971 schlossen sich die Siemens AG Zürich und das Albiswerk zur Siemens-Albis AG zusammen. Bei der Namensfindung gab es lange Debatten: «Heute darf ich schon einmal aus dem Nähkästchen plaudern», schreibt der langjährige CEO Manfred Nagel 25 Jahre später in einem Editorial. «Der erste Vorschlag hiess Albiswerk-Siemens AG, aber man war sich schnell einig, dass der Name Siemens nach vorne gerückt werden musste». Die Variante Siemens-Albiswerk AG wurde aber verworfen, weil kurz vorher im Stammhaus die Namenskonstellationen Siemens-Schuckertwerke AG und Siemens-Reinigerwerke AG abgeschafft worden waren. Also kam Siemens-Albis AG heraus. «Ein typisch schweizerischer Kompromiss», wie es Manfred Nagel treffend beschreibt. Siemens-Albis beschäftigte zu dieser Zeit rund 4500 Mitarbeitende und erwirtschaftete einen Umsatz von 355 Millionen Franken.

 

Elektrowatt war bei der Gründung mit 20 % beteiligt, der Anteil wurde später auf 22 % erhöht. Auch räumlich macht sich der Zusammenschluss bemerkbar. Nach der Fusion hatte Siemens-Albis allein in der Stadt Zürich vier verschiedene Standorte. Diese wurden nach und nach zusammengefasst. Auch die Mitarbeitenden, die bisher an der Löwenstrasse tätig waren, zogen nach Albisrieden, wo 1976 ein neues Bürohaus eröffnet wurde. Ein Liegenschaften-Tausch vereinfachte die Sache: Siemens-Albis übernahm das Areal der Migros-Bäckerei Jowa an der Freilagerstrasse, wo 1983 und 1990 weitere Siemens-Gebäude bezogen wurden. An der Löwenstrasse befindet sich noch heute eine grosse Migros-Filiale.

1973: Europapremiere in Lausanne

1973 wurde im Hôpital Cantonal Lausanne die neuartige Röntgeneinrichtung «Cardoskop» in Betrieb genommen. Es handelte sich um ein spezielles Untersuchungsgerät für die selektive Cardio- und Coronarangiographie, bei dem das Aufnahmesystem frei um das Herz am Patienten rotieren kann. Es war die erste derartige Anlage von Siemens in Europa.

1974: Wie der Grossvater, so der Enkel

Nicht nur für Werner von Siemens, auch für seinen Enkel Ernst von Siemens war die Förderung der Wissenschaft und der Künste selbstverständlich. So gründete er 1958 die nach seinem Vater benannte Carl Friedrich von Siemens Stiftung. Es folgte 1972 die Gründung der Ernst von Siemens Musikstiftung. Diese vergibt seit 1974 den mit 250 000 Euro dotierten Ernst von Siemens Musikpreis. Seit 1990 werden neben dem Hauptpreis, welcher häufig auch als «Nobelpreis der Musik» bezeichnet wird, noch drei Förderpreise vergeben.

1974: Geballte Innovationskraft

Eine Europapremiere war die erste Luftseilbahn mit Thyristor-Antrieb auf den Chäserrugg. 1974 rüstete Siemens des Weiteren das Marzili-Bähnli in Bern mit Elektroantrieben aus. Vorher war die Standseilbahn mit Wasser betrieben worden. Eine Schweizer Premiere fand 1978 bei der Uetlibergbahn statt. Erstmals wurde bei einem Gleichstrom-Antrieb die Bremsenergie rekuperiert. 

1979: Haustelefonzentrale CS 400

Die erste vollelektronische Anlage Haustelefonzentrale ECS 400 (Electronic Communication System) wurde 1979 bei der Fiat in Zürich in Betrieb genommen. Die neue Haustelefonzentrale wies viele neue Möglichkeiten und Leistungsmerkmale auf. Die Anwendung des von der PTT standardisierten Transistor-Koppelpunktes im Sprechweg gewährleistete gute übertragungstechnische Eigenschaften. Bis 1981 wurden weitere 175 Anlagen in der Schweiz installiert.

1980: Der längste Strassentunnel der Welt

Am 5. September 1980 wurde der Gotthard-Strassentunnel eröffnet. Mit 16,9 Kilometer war er damals der längste Strassentunnel der Welt. Siemens lieferte unter anderem ein computergestütztes Tunnelüberwachungs- und Verkehrssteuerungssystem. Im Dezember gleichen Jahres wurde auch der rund neun Kilometer lange Seelisbergtunnel eingeweiht und beendete damit Nidwaldens verkehrstechnisches Dasein als Sackgasse. Auch hier war Siemens mit Verkehrssteuerungssystemen involviert.

1980: Wegbereiter für ISDN

1980 gelang Siemens der erfolgreiche Start in die Digitalisierung der Telefonvermittlung. Nachdem das von der damaligen PTT initiierte IFS-Projekt (Integriertes Fernmeldesystem) gescheitert war, setzte Siemens auf eine andere Technik und realisierte für das Fernbetriebszentrum Zürich-Herdern eine erste interkontinentale Zentrale. Das Zauberwort hiess «EWSD» - ein Kürzel für elektronisches, speicherprogrammiertes, digitales Wählsystem. Damit wurde das analoge Vermittlungsverfahren abgelöst und die Verbindung zur Datentechnik hergestellt. EWSD avancierte zum Verkaufsschlager. Das Siemens-System entwickelte sich zum weltweit meistverkauften Festnetz-Vermittlungssystem und gilt als Vorreiter für die Integration von Sprach-, Text-, Bild- und Datenvermittlung im öffentlichen Telefonnetz, das «Integrated Services Digital Network» (ISDN).

1981

Durchblick

Der Schirmbildwagen war für die Schweizer Armee ein wichtiges Instrument gegen die Tuberkulose. Die Durchleuchtung der Lunge war obligatorisch. Der Schirmbildwagen stand während vieler Jahrzehnte zudem der gesamten Bevölkerung zur Verfügung. 

1981: Zuckerfabrik Aarberg

1981 erhielt die Zuckerfabrik Aarberg erstmals modernste Prozessleittechnik von Siemens, 2006 wurden alle Installationen auf den neuesten technischen Stand gebracht.

1985

«Das Mobiltelefon für kluge Köpfe»

«Das Mobiltelefon für kluge Köpfe» – so lautete der Marketingslogan für das Natel-C-Mobiltelefon. «Natel» ist dabei die Abkürzung für «Nationales Autotelefon» und wurde in der gesamten Schweiz in allen Sprachregionen zum Gattungsnamen für «Mobiltelefon». Erhältlich war es in zwei Versionen: als Einbaugerät für Fahrzeuge oder als portables Gerät, das sich wie eine Umhängetasche tragen liess. Bereits 1985 stieg Siemens mit dem Mobiltelefon C1 ins Handygeschäft ein und war auch bei der Bereitstellung der Infrastruktur von Anfang an dabei. Am 15. September 1987 ging im Grossraum Zürich das Mobiltelefonnetz Natel C in Betrieb. Siemens Albis lieferte und installierte verschiedene Antennensysteme. 1992 konnte mit dem «nur noch» 2 kg schweren Kofferhandy im D-Netz telefoniert werden und 1994 begann Siemens mit dem Verkauf des ersten eigenen GSM-Telefons. Drei Jahre später startete der Verkauf des S10, des weltweit ersten Handys mit Farbbildschirm. Auch 1999 war Siemens wieder Vorreiter und brachte das erste Handy der Welt im Slider-Format auf den Markt – das SL10.

 

Im Juni 2005 gab Siemens den Verkauf der Handysparte an das taiwanische Unternehmen BenQ bekannt. Das letzte Handy, das unter der Marke Siemens erschien, war das SXG75. BenQ führte die ehemalige Handysparte jedoch nur etwa ein Jahr weiter. Die Produktion und der Betrieb wurden am 31. Dezember 2006 aus Insolvenzgründen stillgelegt.

1987: Spitzentechnologie

Die ersten Magnetresonanztomographen (MR) in der Schweiz installierte Siemens 1987 im Biozentrum Basel und im Institut Brunnhof in Bern. MR-Systeme gelten als Pionierleistungen, die wegweisend für die Medizintechnik waren und noch immer sind.

1987: Top of Europe

Seit über 100 Jahren begeistert die spektakuläre Aussicht vom Jungfraujoch über den Aletschgletscher Touristen aus der ganzen Welt. Siemens hilft seit Jahren mit, den Besuchern einen sicheren und angenehmen Aufenthalt zu gewährleisten. 1987 wurde auf 3454 Meter auf dem Jungfraujoch anstelle eines abgebrannten Berghauses eine neue Bergstation gebaut. Für die Besucherinformation wurden damals die neuste Verstärkertechnik und insgesamt 200 Lautsprecher von Siemens-Albis installiert. Die elektronische Ausrüstung erlaubte es auf allen Besucherflächen, dem Bahnhof und drei Restaurants Hintergrundmusik und Durchsagen abzuspielen. Über die Jahre konnte das Unternehmen weitere Installationen vornehmen. So stellten Siemens-Fachleute 1996 auf dem Gipfel die höchst gelegene Richtfunkstation Europas auf; die Arbeiten waren aufgrund der hochalpinen Lage besonders herausfordernd. Seit 2013 gewährleistet ausserdem eine Siemens-Mittelspannungsanlage die Stromversorgung auf dem Jungfraujoch. Auch beim jüngst lancierten V-Bahn-Projekt ist die Firma federführend dabei. Ab einem gemeinsamen Terminal in Grindelwald führt eine 3S-Bahn zum Eigergletscher und eine Zehnergondelbahn zum Männlichen. Für die zuverlässige Stromversorgung sorgt eine Mittelspannungsanlage von Siemens.  

1988: Gasisolierte Europapremiere

Erstmals in Europa erhielt Siemens 1988 den Auftrag für die Lieferung einer 110-kV-gasisolierten Schaltanlage für das Unterwerk Mettlen im Kanton Luzern. Zur möglichst verlustarmen Übertragung der Energie vom Kraftwerk zum Verbraucher wird im Unterkraftwerk die elektrische Energie über mehrere Spannungsebenen transportiert. Das Unterwerk Mettlen ist bis heute ein wichtiger Standort innerhalb des Nord-Südachsen-Netzes, das fortlaufend ausgebaut und auch 2015 mit Siemens-Technologie erneuert wurde.

1989: 69 Mikro-Computer in Chiasso

Im Grenzbahnhof Chiasso nahmen die SBB 1989 ihr erstes elektronisches Stellwerk in Betrieb, das fünf 70 Jahre alte Relaisstellwerke ersetzte. Es wurde von Siemens entwickelt und war weltweit die grösste Mikrocomputer-Anlage dieser Art. Basis bildete das Mikrocomputer-System Simis, das als einheitliches Hardware-Modul für die verschiedenen Funktionen eingesetzt wurde. So steuerten in Chiasso 69 dieser Mikrorechner insgesamt 172 Weichen und 377 Signale.

 

Karl-Heinz Schrag, der 1966 bei Siemens & Halske in Braunschweig in die Firma eintrat und 1974 in die Schweiz zog, war damals zuständig für das Projekt. «Aufgrund der guten Erfahrungen in Chiasso, entschied sich die SBB die Relaistechnik grossflächig durch elektronische Stellwerke zu ersetzen», erinnert sich Schrag. Der damalige Lieferant Integra Signum in Wallisellen konnte die gewünschte Technik aber nicht liefern – und arbeitete deshalb mit Siemens zusammen.  Für Siemens entwickelte sich das Projekt zu einem grossen Erfolg.

 

In Chiasso war anfänglich auch Hans Hefti dabei. Der heute 85-jährige Rentner kam 1955 zu Siemens, als für ein Projekt in Genf Fachleute für Montagearbeiten im Radiostudio gesucht wurden. 2.70 Franken betrug sein damaliger Stundenlohn. Ein Jahr später wechselte er zu den Eisenbahnsignalmonteuren. «Als die Generaldirektion der SBB mit der Forderung an Siemens gelangte, eine Vertretung des deutschen Siemens-Signalwerkes von Braunschweig in der Schweiz einzurichten, hatte ich die Gelegenheit am Aufbau der neuen Eisenbahnsignalabteilung als Monteur mitzuwirken», erzählt Hans Hefti. Dreissig Jahre später war er dann beim besagten Premieren-Projekt in Chiasso federführend dabei – aber nicht bis zur Inbetriebnahme. «Wegen des Ausfalls des Projektleiters im Projekt S-Bahn Zürich, musste ich zusammen mit einem Ingenieur für Rechnertechnik kurzfristig dieses Projekt übernehmen. Zu betreuen waren die Anlagen Zürich HB mit der Modernisierung des Zentralstellwerkes für den neu einzuführenden S-Bahnbetrieb.» Die S-Bahn wurde am 27. Mai 1990 flächendeckend im Grossraum Zürich eröffnet. Gleichzeitig wurde der Zürcher Verkehrsverbund als erster solcher Verbund in der Schweiz aktiv.

1990: Sport im Fokus

Beim 20. Jubiläum des grössten Tennisturniers der Schweiz, der Swiss Indoors in Basel, war der Siemens-Sport-Service für den Fernsehübertragungsdienst verantwortlich. Im selben Jahr wurde diese Dienstleistung auch für die Eishockey-Weltmeisterschaften in der Schweiz zur Verfügung gestellt. Siemens-Albis war zudem offizieller Ausrüster für die Computeranlagen bei diesem Grossanlass.