Geballte Innovationskraft

1992-2012

Seit 1894 in der Schweiz präsent

Wir freuen uns, in diesem Jahr unser 125. Firmenjubiläum in der Schweiz feiern zu können. Seit 1894 ist Siemens hier zuhause und hat in dieser Zeit unzählige Projekte umgesetzt. Einige unserer Kunden haben sich zu bekannten Schweizer Ikonen entwickelt. Sie sind Sinnbild für den Erfolg unseres Landes und stehen für Erfindergeist und Innovationskraft. Einige dieser Schweizer Ikonen und die wichtigsten Siemens-Projekte haben wir auf unserer Jubiläums-Webseite zusammengestellt.

 

Feldschlösschen | Kraftwerk Wynau | Rhätische Bahn | Pilatus Aircraft | EPFL | Gotthard-Basistunnel | Siemens Campus Zug
 

#SchweizerIkonen

Gotthard-Basistunnel

1992 sagte das Schweizer Volk «Ja» zum Jahrhundertprojekt Gotthard-Basistunnel. Fast 25 Jahre später, am 1. Juni 2016 wurde das Bauwerk feierlich eröffnet – mit 57 Kilometern ist es der längste Bahntunnel der Welt. Seit bald 140 Jahren verbindet der Gotthardtunnel den Norden mit dem Süden. Von Siemens entwickelte und ab 1882 entlang der Gotthardstrecke installierte Glockensignale bildeten eine der ersten Bahnsicherungen der Schweiz. Auch im heutigen Basistunnel sorgen unsere bewährten Leit- und Sicherungssysteme für einen effizienten Betrieb. In Kombination mit unserer Tunnelautomatik, innovativen Brandmeldesystemen, Steuergeräten, Energieversorgungsanlagen und zahlreichen weiteren Siemens-Lösungen sind auf der rund 17-minütigen Bahnfahrt höchste Sicherheitsanforderungen garantiert.

1993: Alle unter einem Dach

Ende 1993 bezogen die Mitarbeitenden in der Romandie in Renens den Siemens-Neubau in der Avenue des Baumettes. Damit waren damals alle Siemens-Aktivitäten in der Romandie unter einem Dach vereint. Mit der Integration der Elektrowatt-Geschäfte kamen 1998 neue Westschweizer Standorte wie Plan-les-Ouates dazu.

1993: Die Swissair macht’s vor

Am 1. November 1993 konnten Swissair-Kunden an den Flughäfen Zürich-Kloten und Genf-Cointrin erstmals einen Self-Check-In-Automaten benutzen. Das Gerät von Siemens-Nixdorf stellte innerhalb von 20 Sekunden die Boardingkarte aus. 

1994: Lukratives Kabelgeschäft

Siemens-Albis war 1994 mit einer Minderheitsbeteiligung massgeblich an der Gründung der cablecom beteiligt. Aber werfen wir einen Blick zurück: Zu Beginn der 1990er Jahre dominierten die grossen Kabelnetzunternehmen Alcatel STR (neuer Eigentümer der Rediffusion, 500 000 Haushalte), Ascom (190 000 Haushalte), VEBA GmbH (150 000 Haushalte), Siemens Albis AG (100 000 Haushalte) und die Fischer Holding AG (60 000 Haushalte) den zerstückelten Schweizer Kabelnetzmarkt mit seinen mehr als 300 Kabelnetzunternehmen. Weil die Branche derart stark fragmentiert war, herrschte zu dieser Zeit eine grosse Dynamik im Markt. Leo Fischer, Inhaber der Fischer Holding AG und Schweizer Kabelnetzpionier, bemühte sich um das Zustandekommen einer starken schweizerischen Gesamtlösung, in welcher als Minderheitsaktionär auch die staatliche Telekom PTT miteingebunden werden konnte. Letzteres hatte zum Ziel, eine zukunftsfähige, gesamtschweizerische Netzinfrastruktur aufzubauen und dabei vorhandene Synergien zwischen Telecom PTT und den örtlichen Kabelnetzbetreibern zu nutzen. Auch Siemens erklärte sich bereit, sich an der neuen Netzgesellschaft zu beteiligen. Nach erfolgreichen Verhandlungen wurde am 11. Mai 1994 die Cablecom Holding AG gegründet. Neben Siemens Albis und der Telecom PTT mit je 40 % war auch die Fischer Holding AG mit 20 % beteiligt. Bereits im Herbst 1994 schloss sich VEBA Telecom als vierte Aktionärin der Cablecom Holding an. Die neu ausgehandelte Kapitalbeteiligung lautete wie folgt: Siemens-Albis, VEBA Telecom, Telecom PTT je 32 %, Fischer Holding 4 %. Verwaltungsratspräsident wurde Manfred Nagel, der damalige Generaldirektor von Siemens Albis. Zum ersten Generaldirektor von cablecom wurde Leo Fischer berufen. In den Folgejahren bis 1999 kaufte cablecom verschiedene Kabelnetze darunter auch die 1931 gegründete Rediffusion und die Leo Fischer Holding AG dazu. Mit dem Zukauf der Rediffusion begann der politische Druck auf cablecom zu wachsen. 1997 empfahl die Wettbewerbskommission dem Bundesrat, die Beteiligung der Telecom PTT an der cablecom „im Landesinteresse“ abzustossen. Auch Siemens signalisierte den Rückzug von Beteiligungen im operativen Kabelnetzbetreibergeschäft. Eher überraschend schloss sich anfangs 1999 dann auch VEBA diesen Rückzugsabsichten an, nachdem sie zunächst eine Weiterführung ihrer Beteiligung an cablecom gesucht hatte. Mitte 1999 gab cablecom bekannt, dass die Firma „dem Meistbietenden“ verkauft werden soll. Unter den zahlreichen Interessenten waren beispielsweise die Deutsche Telekom, France Télécom, UPC, Rupert Murdoch und Time Warner. Am 13. Dezember 1999 ging die britisch-amerikanische NTL als Siegerin aus dem Bieterwettbewerb hervor. Sie bezahlte einen Übernahmepreis von 5,8 Milliarden Franken. Nach Abzug der Firmenschulden konnte jeder der drei Hauptaktionäre einen Verkaufserlös von netto 1,35 Milliarden Franken verbuchen. 

1995: Iltis erobert die Welt

Am 10. Juli 1995 übergab die Siemens Integra Verkehrstechnik AG das erste neue Betriebsleitsystem Iltis (Informations- und Leit-Technik Integra Signum) im Berner Hauptbahnhof dem laufenden Betrieb. Zu Beginn wurden die zwei Stationen Schüpfen und Münchenbuchsee auf der Strecke Richtung Biel ferngesteuert. Das Betriebsleitsystem Iltis zeichnete sich vor allem durch seine benutzerfreundliche Bedienoberfläche aus sowie durch eine Konzentration verschiedener Funktionen wie Bedienung, Zuglenkung und Zugnummernfortschaltung auf einer einheitlichen Rechnerplattform. Viele weitere nationale und internationale Iltis-Projekte folgten nach der Berner Premiere. 

1996: Die Klammer muss weg

Am 1. Januar 1996 wechselte die Siemens-Albis AG ihren Namen in Siemens Schweiz AG. Die passende Gelegenheit dazu war der Wechsel im Vorsitz der Geschäftsleitung. An einer ausserordentlichen Generalversammlung am 12. September 1995 wurde die Namensänderung beschlossen. Wider Erwarten gab es Hürden zu überwinden. Für die Nennung «Schweiz» im Firmennamen, ohne Klammer, musste von der Eidgenossenschaft in Bern eine Ausnahmebewilligung eingeholt werden. 

1996: Durchgängiges System

1996 stellte Siemens «Totally Integrated Automation» TIA vor. Damit war erstmals die vertikale und auch horizontale Durchgängigkeit von Automatisierungslösungen sichergestellt: vom Wareneingang über die Produktion bis zum Warenausgang. 

1996: Schweizer Industrieperlen

Die Nachricht wurde am 23. Dezember 1996 um Punkt 17.30 Uhr verbreitet: «Die Siemens AG plant den Aktienanteil der CS Holding am Industrieteil der Elektrowatt zu übernehmen.» Die Meldung dominierte die Schlagzeilen, denn zum Elektrowatt-Portfolio gehörten Industrieperlen wie Landis & Stäfa, Cerberus, Kummler + Matter, VibroMeter, Göhner Merkur, Landis & Gyr Utilities, Landis & Gyr Communications und Elektrowatt Engineering. Über die Hintergründe des Verkaufs weiss Peter Grüschow, der damalige Generaldirektor von Siemens Schweiz Bescheid: «Die CS hatte die Schweizerische Volksbank und die Neue Aargauer Bank übernommen und benötigte für die Bilanz per 31.12.1996 genügend Liquidität, um Restrukturierungskosten zu decken. Zudem hatte die CS ihr Elektrowatt-Engagement als nicht strategisch erklärt.» Für die Erstellung der Übernahmeofferten standen gerade mal zwei Wochen zur Verfügung. Diesem Zeitdruck waren die anderen interessierten Firmen nicht gewachsen und so erhielt Siemens den Zuschlag. 

1997: Schlüsselfertige Starkstromanlagen

Siemens Schweiz realisierte erstmals als Generalunternehmen (GU) schlüsselfertige Starkstromanlagen. So entstand im Februar 1997 für die Stadtwerke St. Gallen das neue Unterwerk 110 kV/10 kV mit zwei Transformatoren à 40 MVA an der Schochengasse. Aufgrund dieser Referenz als GU folgten viele weitere Aufträge.

1997: Gepäck gut aufgehoben

Im Dezember 1997 erhielt Siemens den Auftrag für die neue Gepäcksortier- und -förderanlage am Flughafen Zürich. Der Auftrag hatte ein Volumen von 100 Millionen Franken. Nach fünfjähriger Bauzeit wurde das Projekt am 1. November 2002 erfolgreich abgeschlossen.

2000: Unterirdischer Stromtransport

Traditionell wird Hochspannungsstrom durch Frei- oder Überlandleitungen übertragen. Dies muss aber nicht sein, denn im Jahr 2000 nahm Siemens auf dem Palexpo-Gelände in Genf weltweit erstmals eine unterirdische gasisolierte Hochspannungsleitung (GIL) in Betrieb. Die GIL bestand aus zwei ineinander angelegten Aluminiumrohren. Im inneren Rohr wurde der Strom transportiert. Das Ganze war im Zwischenraum durch ein Gasgemisch isoliert. Hohe Kosten sind der Grund, weshalb sich die GIL-Technik nur für spezielle Projekte respektive bei besonders exponierten Arealen eignet. 

2001: «Näbe de Schiine»

Hundertprozentige Niederflurigkeit, geringe Anschaffungskosten und eine schnelle Auslieferung: Der «Combino» galt als die fortschrittlichste Strassenbahn. Am 10. Februar 2001 ging das erste Fahrzeug in Basel in Betrieb, danach folgte Bern.

 

Doch Festigkeitsprobleme beim Wagenkasten, die zu Pannen und Materialverschleiss führten, brachten die Combinos in Verruf. Weltweit mussten etliche Trams aus dem Betrieb genommen und saniert werden. Siegfried Gerlach, damals Leiter der Sonderkommission «Sanierung Combino» und bis März 2019 CEO von Siemens Schweiz erinnert sich: «Wir haben einfach keine Lösung für die geforderte Dauerfestigkeit des Combinos gefunden. Darum habe ich verschiedene Experten aus unterschiedlichen Industrien eingeladen und ihnen unser Problem geschildert. Vertreter der Flugzeugindustrie fragten schliesslich, wieso wir die Dauerfestigkeit anstreben und nicht die sogenannte Betriebsfestigkeit, wie das in der Luftfahrt normal sei. Die Betriebsfestigkeit garantiert die Funktionstüchtigkeit über einen bestimmten Zeitraum. Nach Abklärungen und der Zusage unserer Ingenieure, dass sie diese Betriebsfestigkeit hinkriegen, war das Problem zumindest schon zur Hälfte gelöst.»

 

So wurden in sämtlichen Combinos neu entwickelte Entlastungs- und Verstärkungsmassnahmen für den Wagenkasten eingebaut. Die Basler Combinos wurden zudem erstmals mit einer so genannten Wanksteuerung ausgerüstet und zeichnen sich nun durch bessere Fahreigenschaften aus. Während seiner Krisenzeit schaffte es der Combino mit dem Motto «Näbe de Schiine» sogar auf die Basler Fasnachtsplakette. 

2003: Bier brauen bei Feldschlösschen

Intelligente Steuerungen regeln seit 2003 den Brauprozess im Kupferkessel ebenso wie die grosse Flaschenabfüllanlage. 

2006: Der Schweizer Pass wird «biometrisch»

Augen auf, Mund zu, Hände, Stirnbänder und Haare aus dem Gesicht entfernen und geradeaus schauen. Das sind die Anforderungen, um ein Gesichtsbild für den Schweizer Pass machen zu lassen. Den biometrischen Pass gibt es seit Oktober 2006 in der Schweiz. Aus dem anfänglichen Pilotprojekt wurde ein definitives und seit 1. März 2010 ist die Schweiz als Mitglied des Schengen-Raumes verpflichtet, nur noch Pässe mit elektronisch gespeichertem Gesichtsbild und zwei Fingerabdrücken auszustellen - den biometrischen E-Pass 10.

 

Die Daten wie Körpergrösse, Geschlecht, Geburtstagsdatum, Gesichtsbild und Fingerabdrücke werden in den Zentren der kantonalen Passbüros erfasst und in einer zentralen Datenbank gespeichert. Siemens IT Solutions and Services (SIS) fungierte bei diesem Projekt damals als Generalunternehmer für die Lieferung der Erfassungsgeräte und der Steuerungssoftware. Für die Schweizer Botschaften wurden weitere 150 Anmeldestationen geliefert. Zudem entwickelte Siemens gemeinsam mit weiteren Lieferanten die Technik der Erfassungskabinen. Herausforderungen waren die strengen Termin-, Qualitäts- und Datenschutzvorgaben sowie die Vernetzung der Produkte verschiedener Hersteller.

2007: Das grösste Logistikprojekt Europas

Im Rahmen des Modernisierungsprojektes «REMA» (Reengineering Mailprocessing) ersetzte die Schweizerische Post den Maschinenpark der Briefpost komplett und richtete ihn auf neueste Technologien aus. Die Post konzentrierte damit 18 Briefzentren auf neu drei (Zürich-Mülligen, Eclépens, Härkingen) sowie sechs Logistikzentren und zwei Retourenverarbeitungs- und Videocodierzentren. Siemens Schweiz fungierte hierbei als Partner und Lieferant. REMA war damals das grösste Logistikprojekt Europas. 2009 gewann Siemens deshalb auch den Lieferanten-Award 2009 der Schweizerischen Post in der Kategorie Innovation.

2008: Schlaue Geräte

Pionier in Sachen Smart Metering in der Schweiz ist die Arbon Energie AG. 2008 begann das Unternehmen flächendeckend die intelligenten Zähler zu installieren und setzte dabei auf AMIS-Zähler von Siemens. Bis 2025 sollen alle mechanischen Stromzähler in den Schweizer Haushalten durch Smart Meter ersetzt werden. Dies ermöglicht eine effizientere Versorgung und Stromeinsparungen. 

2009: Hüttenzauber

2009 öffnete auf 2883 m ü. M. ein wegweisendes Projekt des hochalpinen Bauens seine Tore: Die neue Monte-Rosa-Hütte mit Blick auf das Matterhorn. Die ETH Zürich und der Schweizer Alpen-Club SAC entwickelten das Konzept des modernen Gebäudes im Rahmen des 150-Jahr-Jubiläums der ETH gemeinsam. Das Forschungsprojekt hatte zum Ziel, neue Konzepte zur Energieeffizienzsteigerung im harten Dauereinsatz zu entwickeln und zu erproben. Dabei wurden neue Technologien eingesetzt, um solche Bauten optimal auszulegen und nachhaltig bewirtschaften zu können. Dank ausgeklügelter Siemens-Gebäudetechnik ist die Berghütte zu über neunzig Prozent energieautark. Die Division Building Technologies war bei diesem Pilotprojekt von Anfang an mit von der Partie und lieferte das innovative Gebäudeautomationssystem.

 

Nicht nur für die Forschung, vor allem auch in der Industrie ist nachhaltiges Bauen ein zukunftsträchtiges Thema. Deshalb beschloss Siemens 2009 im Rahmen eines fünf Millionen Franken umfassenden Förderprogrammes eine neue Professur an der ETH Zürich zu unterstützen. Diese befasst sich mit der Erforschung und Entwicklung neuer Technologien für eine nachhaltige Architektur.