BLIDS registriert über 85 000 Einschläge in der Schweiz

Die Schweiz verzeichnet diesen Sommer deutlich mehr Blitzeinschläge als noch vor einem Jahr. Vom 1. Juni bis Ende August 2019 hat der Blitz-Informationsdienst von Siemens (BLIDS) in der Schweiz 85 270 Blitzeinschläge registriert. Mit 16,21 Blitzen pro km2 lag die grösste Dichte in der Gemeinde Gravesano im Kanton Tessin. In der Deutschschweiz verzeichnete die im Kanton Bern gelegene Ortschaft Jaberg mit 11,23 Blitzen pro km2 den höchsten Wert.

BLIDS, der Blitz-Informationsdienst von Siemens nutzt zur Erfassung von Blitzen rund 160 verbundene Messstationen in Europa und betreut das Messnetz in der Schweiz, Deutschland, Grossbritannien, Benelux, Tschechien, der Slowakei und Ungarn. Für den Sommer 2019 wurden in der Schweiz die Daten zu Erdblitzen erhoben. Dazu gehören nur Blitze, welche zwischen dem unteren Teil einer Wolke und dem Erdboden entstehen. Schweizweit schlugen diesen Sommer 85 270 Blitze ein, im Sommer 2018 waren es 53 430 Blitzeinschläge.

Tessin, Bern, und Graubünden am stärksten betroffen

Die meisten Blitzeinschläge in den drei Sommermonaten - bezogen auf die Flächengrösse - gab es in der Gemeinde Gravesano/TI. Das BLIDS-System registrierte hier 16,21 Blitze pro km2. Unter den zehn Ortschaften, welche die höchste Blitzdichte in den Sommermonaten aufwiesen, befinden sich acht im Kanton Tessin. Blitzreichste Gemeinde in der Deutschschweiz ist Jaberg im Kanton Bern mit 11,23 Blitzen pro km2. In über 120 Schweizer Ortschaften hingegen wurden im vergangenen Sommer gar keine Blitzeinschläge registriert. Betrachtet man die absoluten Zahlen auf Kantonsebene, so verzeichnete der Kanton Graubünden mit 15749 Erdblitzen am meisten Einschläge, gefolgt vom Kanton Tessin (13856) und Kanton Bern (11566). Im Kanton Basel-Stadt blitzte es in derselben Zeitspanne nur gerade 63 Mal. Zum Vergleich: Allein die Walliser Gemeinde Bagnes verzeichnete in drei Monaten 1753 Blitzeinschläge.

Ermittlung auf 100 Meter genau

Die hohe Genauigkeit von BLIDS basiert auf dem Time-of-Arrival (TOA)-Prinzip. Aus der Differenz der in den Empfängern aufgezeichneten Zeiten wird der Blitzort berechnet. «Während es früher bis zu 30 Sekunden gedauert hat, bis Informationen zu einem Blitzeinschlag im System abrufbar waren, dauert es heute nur noch zehn», erklärt Stephan Thern, Leiter des Blitz-Informationsdiensts bei Siemens. «Heute können wir rund die Hälfte der Blitze auf weniger als 100 Meter genau bestimmen.»

Jeder Blitz sendet ein elektromagnetisches Signal, respektive elektromagnetische Wellen aus. Diese Informationen werden mit Antennen registriert und in der BLIDS-Zentrale von Siemens in Karlsruhe analysiert. Die Antennen sind so aufgebaut, dass sie erkennen können, aus welcher Richtung das Signal kommt. In Kombination mit den Informationen weiterer Antennen ist es möglich, den Einschlagspunkt zu bestimmen. Der Verlauf eines Gewitters kann so lückenlos dargestellt werden.

20.09.2019

Alfred Ivic

Picture credits: Siemens