Seit acht Jahren in Bern

Alle vier Jahre steigt bei den Schweizer Bundesparlamentariern der Stresspegel deutlich an. Der Wahlkampf um einen Sitz im National- oder Ständerat ist eine intensive Zeit. Mittendrin ist zur Zeit auch BDP-Politiker Bernhard Guhl, der seit 2011 für den Kanton Aargau im Nationalrat sitzt. Der 47-jährige Elektroingenieur arbeitet seit zwölf Jahren bei Siemens Schweiz und ist zuversichtlich am 20. Oktober 2019 wiedergewählt zu werden. Für seine politische Arbeit und sein gesellschaftliches Engagement ist er auf einen flexiblen Arbeitgeber angewiesen.

 

Eidgenössische Parlamentarier haben eine dichtgedrängte Agenda: Das Amt bringt Würde und Bürde zugleich. Viermal pro Jahr kommen die 246 National- und Ständeräte zu einer jeweils dreiwöchigen Session zusammen und beraten im Berner Bundeshaus aktuelle politische Themen. Nebst den aufwändigen Vorbereitungsarbeiten sind zudem während des ganzen Jahres Kommissionsaufgaben zu erledigen und offizielle Termine wahrzunehmen – meistens am Abend oder am Wochenende. Für Vollzeit-Berufstätige ist dies natürlich nicht zu schaffen. Bernhard Guhl arbeitet darum in einem 40%-Pensum bei Siemens Schweiz. «Komplexe und sehr grosse Projekte liegen da natürlich nicht drin» erklärt der gebürtige Thurgauer, der mit seiner Familie im aargauischen Niederrohrdorf lebt. «Ich bin überaus froh, dass Siemens Schweiz diesbezüglich sehr flexibel ist. Gemeinsam mit dem Team planen wir meine Aufgaben entlang der Sessions- und Kommissionstermine», so Guhl. Meistens sind dies Angebotsprojekte im Energietechnikbereich, wo Siemens zu den führenden Anbietern in der Schweiz gehört. 

Milizsystem schafft Vertrauen

«Ich finde es extrem wichtig, dass die Schweiz ihr Milizsystem pflegt und hochhält. Es trägt zum Verständnis zwischen Wirtschaft und Politik bei und schafft Vertrauen in der Gesellschaft.» Ohne die Unterstützung der Arbeitgeber geht dies aber nicht. «Für die kommenden Wahlen wollten wir einige talentierte Leute auf unsere Liste setzen», erklärt Bernhard Guhl. «Aber die meisten mussten passen, weil ihre Arbeitgeber die zeitliche Belastung nicht mittragen wollten». Bei Siemens Schweiz konnte Bernhard Guhl schon 2009 von flexiblen Arbeitsbedingungen profitieren, als er in den Aargauer Grossen Rat gewählt worden war. Die offiziellen Sitzungstage, die er damals für dieses kantonale Amt benötigte, stellte ihm Siemens zur Verfügung.

Bernhard Guhl hat noch viel vor

Seine politische Zukunft sieht der zweifache Familienvater weiterhin in Bern. In der laufenden Legislaturperiode sitzt Bernhard Guhl unter anderem in der Kommission für Verkehr- und Fernmeldewesen, in der Rechtskommission sowie in diversen parlamentarischen Gruppen. Beispielsweise in der parlamentarischen Gruppe Gebäudetechnik als Co-Präsident oder in der Gruppe für Polizei- und Sicherheitsfragen als Präsident. Künftig möchte er sich noch stärker bei Energie- und Sicherheitsthemen engagieren. Am liebsten in der Kommission für Umwelt, Raumplanung und Energie (UREK), wo in den nächsten Jahren weitere bedeutende Weichenstellungen im Energieumfeld vorgenommen werden. 

12.09.2019

Benno Estermann

Picture credits: Siemens und Bernhard Guhl