Die Gebäudetechnik der Zukunft

Unter dem Leitthema «Wandel & Challenge» fand am 3. Oktober 2019 im KKL Luzern der Gebäudetechnik-Kongress statt. Jürg Herzog, Leiter von Siemens Smart Infrastructure Schweiz, erklärte in seinem Referat, wie intelligente Gebäudetechnik die Bedürfnisse einer wachsenden und immer anspruchsvolleren Bevölkerung erfüllen kann.

Urbanisierung, Umwelteinflüsse und Energiebedarf: Diese drei Faktoren beeinflussen nicht nur das Klima, sondern auch die Gesellschaft. Prognosen zeigen, dass bis 2050 rund 70% der Weltbevölkerung in Städten leben wird. Vergleicht man dies mit der Vergangenheit, ist ganz klar erkennbar: Städte wachsen – und zwar unaufhörlich. Das hat auch einen Einfluss auf den Energieverbrauch. Bis 2050 soll sich der Stromverbrauch verdoppeln: «Der Hunger nach elektrischer Energie wächst», sagt Herzog. Infrastrukturen kommen an ihre Grenzen. Hinzu kommt, dass rund 28% aller CO2-Emissionen durch Gebäude verursacht werden. Deswegen braucht die Welt neue Lösungen. Und hier kommt Smart Infrastructure ins Spiel.

Smart Infrastructure von Siemens setzt auf drei «D’s»: Dekarbonisierung, Dezentralisierung und Digitalisierung. Im Fokus stehen dabei Konsumenten von Energie, die selbst zum Energie-Produzenten werden – durch erneuerbare Energie, die lokal gespeichert werden kann. Das moderne Gebäude muss also viel mehr leisten können als noch vor zehn Jahren. Intelligente Gebäude werden heute mit einem digitalen Zwilling ausgestattet, der eine automatisierte Fernanalyse und vorausschauende Wartung ermöglicht. Und in der Zukunft? Das Gebäude der Zukunft geht sogar noch weiter und wird mit Hilfe künstlicher Intelligenz nicht nur das Problem voraussehen, sondern auch gleich die Lösung mitliefern.

Diese Entwicklungen basieren auf einem ganzheitlichen Ansatz. Smart Infrastructure verbindet verschiedene Gebäudeansprüche und ermöglicht damit eine klare Durchgängigkeit und ein optimiertes Zusammenspiel von Energie, Heizung, Kühlung und Daten. «Nur mit diesem Ansatz kann man dem Wandel, den Trends und den Herausforderungen langfristig und nachhaltig gerecht werden», sagt Herzog. 

07.10.2019

Filippa Heierli

Picture credits: Siemens Schweiz AG