Gase lagern – aber sicher 

2019 eröffnete PanGas in Dagmersellen ein neues Zwischenlager – mit einer modernen Gasdetektionsanlage von Siemens. Diese überwacht auf kleinem Raum 14 verschiedene Gase und ist damit schweizweit einzigartig.

Ob Kältemittel, medizinischer Sauerstoff, Stickstoff oder Spezialgase wie Helium und Ammoniak – PanGas liefert für jede Anwendung das passende Gas. Damit die Kunden ihre Bestellungen innerhalb von 24 Stunden erhalten, betreibt das Unternehmen am Hauptsitz in Dagmersellen ein Zwischenlager mit brennbaren, hoch entzündlichen oder toxischen Gasen. Entsprechend hoch sind die gesetzlichen Sicherheitsanforderungen. PanGas beauftragte deshalb Siemens mit der Planung und Installation einer Gasdetektionsanlage, die leckende Gasflaschen frühzeitig erkennt. Die rund 30 nach den europäischen Explosionsschutzrichtlinien ATEX zertifizierten Gassensoren funktionieren unterschiedlich: Einige basieren auf einer katalytischen Verbrennung des Messgases, andere erfassen mit Infrarot das typische Absorptionsspektrum eines Gases und wieder andere funktionieren elektrochemisch und messen den Elektronenfluss. Allen Sensoren ist gemeinsam, dass sie absolut explosionssicher sind – kein Gas kann in die Druckkapsel des Sensors eindringen und sich durch elektrische Funken entzünden. 

Sicherheit ist Vertrauenssache 

PanGas und Siemens blicken auf eine langjährige Zusammenarbeit zurück. Reto Wäfler, Verkaufsingenieur bei Siemens, und sein Team der Abteilung Gasdetektion modernisierten bereits vorher eine bestehende Gasmeldeanlage.

Thomas Brand, Projektmanager bei PanGas, schätzt die Fachkompetenz der Gasschutzexperten: «Ein solches Projekt erfordert grosses Vertrauen. Siemens lieferte uns für jedes Gas den optimalen Sensor und erstellte ein Alarmkonzept, das perfekt auf unseren Betrieb abgestimmt ist.»  

Wichtig war für PanGas eine flexible und störungsfreie Anlage, die den Richtlinien des Schweizerischen Verbands für Sicherheitsanlagen SES entspricht. Die verschiedenen Gase lagern in Betonbuchten – entweder in einer Ex-Zone 2 innerhalb des Gebäudes oder im Freien. Einzelflaschen mit besonders heiklen Substanzen werden brandgesichert in Spezialschränken mit eigenem Sensor und Luftabzug abgestellt. In jeder Lagerbucht sind oben für leichte und unten für schwere Gase Anschlüsse für Sensoren vorbereitet. Auf diese Weise kann das Lager bei laufendem Betrieb ausgebaut werden, dazu Brand: «Für ein neues Gasprodukt kalibrieren wir den bestehenden Sensor oder die Installateure wechseln ihn aus – das ist keine grosse Sache. So sind wir für die Zukunft gerüstet.» 

19.12.2019

Michel Schümperli

Picture credits: Siemens