«Wegen Feinstaub sterben jährlich sieben Millionen Menschen weltweit!»

Feinstaub ist überall um uns herum und betrifft uns alle.

Interview mit Reto Candrian, Geschäftsführer Camfil Schweiz

An den Folgen von Feinstaub sterben in der Schweiz gemäss Bundesamt für Gesundheit (BAG) jährlich bis zu 5000 Menschen. Die Feinstaubproblematik ist deshalb seit einiger Zeit in der Schweiz ein Thema. An vorderster Front gegen Feinstaub kämpft Reto Candrian, Geschäftsführer von Camfil in der Schweiz, dem Weltmarktführer von Luftreinigungs-Systemen. Im Interview erzählt er, wie wichtig intelligente Haustechnik im Zusammenhang mit Feinstaub sein wird.

Siemens: Herr Candrian, die gesellschaftliche Relevanz von Feinstaub hat in den letzten Jahren stetig zugenommen. Bis zur heutigen Technologie zur Feinstaubbekämpfung und dem Bewusstsein in der Bevölkerung war es allerdings sicher ein langer Prozess.

 

Reto Candrian: Der technologische Fortschritt und das Bewusstsein in der Gesellschaft bezüglich Feinstaub haben in den letzten Jahren stark zugenommen. Das hat auf einer globalen Ebene mit der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zu tun. So existieren heute sehr viele Studien und Resultate, die die Gefahr von Feinstaub und die Auswirkungen auf unsere Gesundheit aufzeigen. In Europa haben wir vor 20 Jahren angefangen, die Industrie und vor allem auch die Bevölkerung zu sensibilisieren. Die Relevanz wurde allen spätestens dann bewusst, als das BAG publizierte, dass es pro Jahr 4000 bis 5000 Tote wegen schlechter Luft und Feinstaub in der Schweiz gibt - etwa 7 Millionen weltweit! Meine Prognose ist, dass die Feinstaubthematik in fünf Jahren noch viel stärker beachtet werden wird.

 

Siemens: Was führt Sie zu dieser Aussage?

 

Candrian: Bereits heute wird Feinstaub in den Medien regelmässig thematisiert. Gesundheit und Umweltschutz sind wichtige Themen. Feinstaub wird aber auch transparent an Herr und Frau Schweizer herangetragen. Dank Meteo Schweiz kann heute jeder via App rund um die Uhr kontrollieren, wie hoch die UV-Strahlung, Feinstaubbelastung und Luftverschmutzung an seinem Ort ist. Auch Kampagnen wie www.meineraumluft.ch tragen zur Sensibilisierung der Bevölkerung bei. Das Ziel dieser Kampagne ist es, 1000 Schulzimmer mit Messgeräten zur Luftqualität auszurüsten. Das hat dann einen riesigen Multiplikatoreffekt durch die Kinder und Lehrer, die es weitererzählen und darauf sensibilisiert sind.

Siemens: Wohin geht der Weg bezüglich Feinstaubreduzierung in den Gebäuden?

 

Candrian: Wir wollen, dass die Luft in Gebäuden, wo noch katastrophale Situationen mit viel Feinstaub vorherrschen, deutlich verbessert wird. Dazu benötigt es einerseits noch effizientere Luftfilter und andererseits eine bessere Ausbildung für besser qualifizierte Berufsleute, die über mehrere Bereiche eines Gebäudes Bescheid wissen und so schliesslich in einem neuen Gebäude eine intelligente Haustechnik installieren können. Ich setze stark darauf, dass es in Zukunft getrennte Lüftungskanäle in Gebäuden geben wird und wir so optimalerweise für jeden Raum eine unterschiedliche aber überall gesunde Luft hinkriegen. Mittels intelligentem Gebäudemanagementsystem und Sensoren, die in jedem Raum verschiedene Parameter (u.a. Feinstaub) messen, wird dies möglich sein. Die technische Herausforderung ist es dann, dass man raumangepasst und energieeffizient etwas bewirken kann.

 

Siemens: Welche Rolle kann Siemens in diesem Bereich spielen?

 

Candrian: Siemens als Spezialist im Bereich Gebäudemanagement und Leitsystem ist prädestiniert hier eine führende Rolle einzunehmen und das Thema weiter voran zu treiben. Zudem kann nur ein internationales und weltweit tätiges Unternehmen wie Siemens sicherstellen, dass die Feinstaubproblematik flächendeckend gelöst und die Luftqualität verbessert wird.

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