Innovationspotenzial in der Maschinensicherheit durch Digitalisierung

Die Haver & Boecker oHG deckt als spezialisierter Maschinenbauer das gesamte Spektrum des Schüttguthandlings ab. Das 1887 gegründete Familienunternehmen hat seinen Sitz im westfälischen Oelde. Zu den bekanntesten Produkten von Haver & Boecker zählen die Hochleistungsverpackungssysteme für Schüttgüter, mit den Maschinen der Baureihe Roto-Packer.

Maschinensicherheit für einen neu entwickelten Rundpacker

Diese Verpackungssysteme sind konzipiert für die effiziente Abfüllung von frei fließenden Materialen, wie z.B. Zement, in Säcken, die Modellpalette wird kontinuierlich erweitert. Die Entwicklung der aktuellen Roto-Packer-Generation nutzten die Verantwortlichen von Haver & Boecker für eine grundsätzliche Optimierung der Safety-Funktionen.

 

Angesichts schneller Bewegungen und hoher Lasten spielt die Maschinensicherheit in diesem Anwendungsbereich generell eine wichtige Rolle. Als so genannte Rundpacker stellen die Maschinen besonders komplexe Anforderungen an die Sicherheit: Um eine zentrale Achse rotieren bis zu 16 Füllstutzen. Theoretisch kann jede dieser Abfüllstationen einzeln abgesichert werden. Mit herkömmlichen, d. h. fest verdrahteten Sicherheitsrelais und Schützen bedeutet das aber einen hohen technischen Aufwand, hohen Platzbedarf und nicht zuletzt erhebliche Kosten. 

Zudem erfordert die Rotation bzw. eine Taktzahl von rund 2.400 Säcken pro Stunde eine hohe Schalttätigkeit des Sicherheitsrelais. Bisher wurden die vorgegebenen Sicherheitsstandards deshalb in der Regel so erfüllt, dass die gesamte Anlage eingehaust wurde und der sichere Zutritt eine Abschaltung der Maschine voraussetzte bzw. auslöste.

Die Digitalisierung schafft nun neue Möglichkeiten, jede Abfüllstation einzeln abzusichern – genauso sicher wie mit herkömmlichen Safety-Geräten, aber deutlich effizienter. Damit wird nicht nur der Zugang zu der stehenden Anlage einfacher. Auch die Wartung wird erleichtert, weil sich zum Beispiel ein laufender Motor bei geöffneter Verkleidung überprüfen lässt.

Sicherheitsschaltgeräte SIRIUS 3SK2

Sicherheitsschaltgeräte SIRIUS 3SK punkten durch Einfachheit, Flexibilität und Wirtschaftlichkeit.

SIRIUS 3SK2 Produkte in SiePortal

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Softwareparametrierbare Sicherheitsschaltgeräte SIRIUS 3SK2

Auf der Suche nach einer geeigneten Lösung fiel die Wahl auf Sicherheitsschaltgeräte SIRIUS 3SK2 aus dem SIRIUS-Portfolio von Siemens. Diese lassen sich, anders als herkömmliche Safety-Komponenten, per Software parametrieren und sind damit flexibel anpassbar. Die Parameter lassen sich ganz einfach über USB-Kabel oder per Feldbus/Profinet-Schnittstelle auf andere Maschinen übertragen. Verschiedene Sicherheitsfunktionen können dabei in einem Gerät zusammengefasst werden.

Die Vorteile dieses softwarebasierten Ansatzes gegenüber festverdrahteten Geräten sind enorm: Durch die problemlose Übertragung der vorprogrammierten Parameter lässt sich an jedem einzelnen Gefahrenpunkt Zeit sparen. Bei acht Safety-Komponenten, die in einem Roto-Packer verbaut sind, summiert sich die Zeitersparnis entsprechend. Auch der Aufwand bei Planung und Verdrahtung reduziert sich enorm.

 

Weitere Pluspunkte aus der Sicht von Haver & Boecker: Der Maschinenbauer setzt generell eigene Steuerungen ein. Weil die Sicherheitsschaltgeräte steuerungsunabhängig arbeiten, lassen sie sich problemlos auch in diese Automatisierungsumgebung integrieren. Über die Sicherheitsschaltgeräte SIRIUS 3SK2 ergänzen ID-Schlüsselschalter SIRIUS ACT das Safety-Konzept. Mit den elektronischen ID-Schlüsselschaltern können flexibel individuelle Berechtigungen zugewiesen werden – dies erhöht die Personen- und Anlagensicherheit zusätzlich.

Die Möglichkeit, die SIRIUS 3SK2 vorzuprogrammieren, erleichtert auch unsere Lagerhaltung für Ersatzteile. So können wir bei einem Ausfall sehr schnell helfen.
Michael Grollich, HAVER & BOECKER oHG