Raffinierte Schalttechnik für die Zuckerindustrie

#Rübenkampagne heißt: Im Zeitraum von September bis Januar laufen die Zuckerzentrifugen bisweilen 24 Stunden, sieben Tage die Woche, ununterbrochen.

Rund 35 Kilogramm Zucker verspeisen die Bundesbürger durchschnittlich pro Person und Jahr. Bis aus der Rübe der Zucker entsteht, ist es ein weiter Weg. In riesigen Zentrifugen verarbeitet das Unternehmen Nordzucker AG während der „Rübenkampagne“ in Nordstemmen tonnenweise Zuckerrüben.

Sanftstarter SIRIUS

Sanftstarter aus dem SIRIUS Portfolio sind die beste Lösung für den sanften An- und Auslauf von Motoren.

SIRIUS 3RW40 Produkte in der Industry Mall

Katalog- und Bestellsystem für Automatisierungs- und Antriebstechnik.

Von einzelnen Maschinen bis zur kompletten Zuckerfabrik

Der komplexe Prozess der Zuckerherstellung verlangt viel Know-how, an die dazugehörige Technik werden hohe Anforderungen gestellt. Das weiß niemand besser als die Profis der BMA (Braunschweigische Maschinenbauanstalt), die mit viel Fachwissen und ebenso viel Herzblut an der Weiterentwicklung ihrer Technologie arbeiten. Mit einer Exportrate von über 90 Prozent führt in der Zuckerindustrie so gut wie kein Weg an BMA vorbei. „Wir liefern von einzelnen Maschinen wie Pumpen oder Zentrifugen bis hin zur kompletten Zuckerfabrik“, so Eduardo Lima, Teamleiter der Abteilung Produktautomation bei BMA. „Unsere Kunden haben hohe Ansprüche in Sachen Qualität und Zuverlässigkeit. Deshalb statten wir unsere Maschinen nur mit top Komponenten aus, wie wir sie beispielsweise von Siemens erhalten.“

 

„Wir verstehen uns als Full-Service-Dienstleister, sprich wir bieten unseren Kunden von der Beratung über Studien, Planung und Engineering bis hin zur Inbetriebnahme alles an“, beschreibt Julius Kröger, Leiter Marketing und Kommunikation bei BMA, die Philosophie. Wichtig ist für BMA in diesem Zusammenhang, dass das Unternehmen „ganz klein“ und auch „ganz groß“ kann.

Zuverlässige Technik aus einer Hand

Siemens liefert für die Zentrifugen fast die gesamte Technik. Dazu gehören beispielsweise die SPS (speicherprogrammierbare Steuerung) SIMATIC S7 - 1200, das Human Maschine Interface (HMI) KTP700, die Befehlsgeräte, der Motor, der Leistungsschalter, sicherungslose Verbraucherabzweige (bestehend aus Motorschutzschaltern und Schützen), sowie der Sanftstarter der neuen Baureihe 3RW5. „Für den 3RW55 haben wir uns entschieden, weil wir bereits mit dem Vorgängermodell beste Erfahrungen gesammelt haben. Zudem wussten wir durch die gemeinsame Entwicklung, dass Siemens unsere Anforderungen berücksichtigt hatte“, fasst Han Janssen aus der elektrotechnischen Konstruktion bei BMA zusammen. „Zu den Verbesserungen gehören neue Funktionen wie die Kommunikation über Profibus, Profinet, Ethernet und Modbus, der transparente Betrieb, die kompakte Bauweise und die Hybridschalttechnik.“ Ein weiteres Detail zeichnet die Lösung aus, wie Han Janssen weiß: „Bei der Lösung handelt es sich um eine Failsafe-Variante (Sirius 3RW55F). Das bedeutet, dass der 3RW55F ein fehlersicheres Abschalten bis SIL 3 – PL e / STO ermöglicht. Damit sparen wir einen Schütz im Verbraucherkreis ein und sichern eine einfache und kostengünstige direkte Verdrahtung des NOT-Halt-Pilzdrucktasters zum Sanftstarter bei SIL 1.“

Die Option des Gleichstrombremsens für ein schnelles Stillsetzen der Zentrifuge für Wartungszwecke rundet in seinen Augen den Funktionsumfang ab. Eduardo Lima ergänzt: „Wir hätten für die kontinuierlichen Zentrifugen auch eine Lösung aus Stern-Dreieck (Anlaufschaltung für große Drehstrommotoren,) oder Frequenzumrichter nehmen können. Aber beim Stern-Dreieck können die Stromspitzen zu einer Überlastung des Kundennetzes führen. Der Frequenzumrichter kann das zwar kompensieren, erhöht jedoch die Kosten der gesamten Anlage, weshalb er nicht wirtschaftlich ist. Der Sirius 3RW55 bietet uns beides – zuverlässige Technologie und attraktive Preisgestaltung.“

Gemeinsam zum optimalen Ergebnis

 

Besonders die partnerschaftliche Zusammenarbeit während der Entwicklung des Sanftstarters macht dieses Projekt zu etwas ganz Besonderem. „BMA war bereits in der Phase der Produktentwicklung der neuen Sanftstarter-Generation Sirius 3RW5 beteiligt und konnte auch den Prototypen ausgiebig testen“, erklärt Karl-Heinrich Schaaf, Account Manager im Vertical Sales Food and Beverage der Siemens AG. „In einem umfangreichen Workshop haben die BMA-Experten Leistungskriterien für die neuen Sanftstarter erarbeitet, die wir dann in der konkreten Entwicklung berücksichtig haben.“

 

Der 3RW55 muss einiges können und soll dabei auch noch einfach in der Handhabung und schnell zu parametrieren sein. „Unsere Anlagen werden in der ganzen Welt eingesetzt und sind dort mit unterschiedlichen Umgebungsbedingungen konfrontiert. Beispielsweise sind nicht überall die Stromnetze so stabil wie in Europa. Hier hat sich der Sanftstarter von Siemens lange bewährt, weil er eben auch unter schwierigen Betriebsbedingungen zuverlässig arbeitet“, so Torsten Bockrandt, Produktverantwortlicher bei den kontinuierlichen Zentrifugen in der Softwareerstellung Parametrierung und Inbetriebnahme.

Mir ist es wichtig, dass der Maschinenanlauf optimal gesteuert und die Verlustleistung gering ist
Thorsten Bockrandt, Softwareerstellung, Parametrierung und Inbetriebnahme bei BMA

Digitale Lösungen für weltweiten Einsatz

 

Siemens stand und steht seinem langjährigen Partner BMA nicht nur in Sachen technischer Ausstattung als Lieferant zur Seite. „Wir profitieren stark von dem umfangreichen Siemens-Angebot zur Weiterbildung aller Kollegen“, so Bockrandt. Und auch hinsichtlich Planung der Schaltschränke unterstützt Siemens mit Rat und Tat. „Wir achten auf eine komfortable Handhabung – das erwarten die Kunden. Siemens begleitet uns in dem gesamten Prozess mit dem Auswahlhilfe-Tool STS und dem Planungs-Tool Simaris”, erklärt Janssen. „Für das elektrische Engineering nutzen wir das TIA Selection Tool.“ Man profitiere bei BMA im Allgemeinen durch die digitalen Lösungen von einem enormen Effizienzgewinn.

 

Für die Zukunft plant BMA gemeinsam mit Siemens, gerade diese digitalen Lösungen und Ansätze weltweit weiterhin voranzutreiben. Durch das Vernetzen der Steuerung mit Sensoren und Aktoren ist beispielsweise ein noch höheres Maß an Anlagentransparenz möglich.