Forschung und Entwicklung für die Zukunft

Siemens überzeugt durch Innovationen, die verwirklichen, worauf es ankommt. Sie verharren nicht bei der reinen Erfindung, sondern setzen am Markt Maßstäbe: als neue Produkte, Lösungen, oder Dienstleistungen. Lernen Sie kennen, wie bei Siemens geforscht und entwickelt wird.
Unsere Fokusthemen

Kerntechnologien

Siemens strebt in mehreren wichtigen Technologie- und Innovationsfeldern, den Kerntechnologien von Siemens – oder Siemens Core Technologies (CCTs) – eine Position an vorderster Front der Entwicklung an. Diese CCTs haben sich als entscheidend für den langfristigen Erfolg von Siemens und seinen Kunden erwiesen und sind außerdem für einzelne Business Units von Siemens von Bedeutung. In die CCTs fließt die Expertise von Technology, der zentralen Siemens-Abteilung für Forschung und Entwicklung (FuE), und der verschiedenen Geschäfte zusammen. Auf diese Weise werden die FuE-Aktivitäten des Unternehmens gebündelt.

Eine 30-prozentige Produktivitätssteigerung und bis zu 85 Prozent weniger Energieverbrauch: Dieses enorme Potenzial kann die additive Fertigung (Additive Manufacturing – AM) beispielhaft freisetzen. Die faszinierende Technologie steht unmittelbar vor dem breiten industriellen Einsatz. Sie bedeutet nichts Geringeres als einen Paradigmenwechsel in der Konstruktion von Teilen, in der Fertigungstechnologie und bei innovativen Geschäftsmodellen. AM kann leichtere, leistungsoptimierte und potenziell kostengünstigere Bauteile liefern, die sogar den Fußabdruck eines Unternehmens verringern können – zusammen mit verbesserter betrieblicher Flexibilität, schnellerer Markteinführung, höherer Anlagenproduktivität und Resilienz der Lieferkette.

 

Um diese Erwartungen erfüllen zu können, ist AM auf den Einsatz leistungsstarker digitaler Werkzeuge und Automatisierungstechnologien angewiesen. Diese gewährleisten einen nahtlos integrierten, durchgängigen Workflow, der den AM-Anwender auf effiziente Weise von einer Idee über ein validiertes Design bis hin zu einem endgültigen Endprodukt führt. Dank Simulationswerkzeugen entlang der Prozesskette ist es sogar möglich, ein auf Anhieb richtiges Druckergebnis erzielen.

 

Erstellung einer nahtlosen digitalen Kette
Siemens ist nicht nur ein erfahrener Anwender der additiven Fertigung, sondern stellt auch die notwendigen Werkzeuge zur Verfügung, damit andere die Vorteile von additiver Fertigung nutzen können. Mit dem Digital-Enterprise-Portfolio bietet Siemens ganzheitliche Lösungen mit CAD-, CAM- und CAE-Software für die Konstruktion und Validierung von Bauteilen, sowie Automatisierungstechnologien an, mit denen Maschinenbauer modernste 3D-Drucker oder Peripheriegeräte liefern können.

 

In ausgewiesenen globalen Technologie-Hubs demonstriert Siemens seinen Kunden die Leistungsfähigkeit dieses Portfolios und entwickelt gemeinsam mit regionalen Ökosystemen aus Partnern, Kunden und Hochschulen neue Anwendungen. Ihr gemeinsames Ziel ist die Industrialisierung der additiven Fertigung, indem dieses Ökosystem in die Lage versetzt wird, additive Anwendungen im großen Maßstab zu entwickeln, zu produzieren und zu nutzen.

Das Internet der Dinge (Internet of Things – IoT) steht für die nahtlose Integration der realen Welt mit der digitalen Welt. Ähnliche wie Internetressourcen und Websites sind auch physische „Dinge“ „connected“ und werden Teil des Internets. Sie geben ihre Daten weiter und stellen ihre Funktionen anderen Geräten, Anwendungen und Endbenutzern zur Verfügung. Das IoT wächst mit enormer Geschwindigkeit und Milliarden von Geräten sind bereits damit verbunden. So entstehen faszinierende Möglichkeiten für Transparenz, Dienstleistungen und innovative Geschäftsmodelle für Unternehmen. Neben dem öffentlichen Bereich bietet diese Entwicklung ein enormes Potenzial für den Industriesektor.

 

Hohe Erwartungen und keine Kompromisse

Die Kunden in diesen Sektoren stellen hohe Anforderungen an die Sicherheit und Zuverlässigkeit ihrer Systeme. Sie sind bestrebt, ihre Unternehmen durch die Digitalisierung zu transformieren und zu erweitern – ohne dabei Abstriche bei der Qualität zu machen oder den Datenschutz und geschäftskritisches geistiges Eigentum zu gefährden.
 

Daher müssen die IOT Grundprinzipien und Funktionen durch Eigenschaften wie z.B. Echtzeitfähigkeit und Sicherheitsfunktionen für industrielle Anwendungen ergänzt werden. 

 

Durchgängige Kommunikation

Der direkte und uneingeschränkte Zugriff auf Geräte und deren Daten ist ein Kernelement jeder „Industrial IoT“ (IIoT) Anwendung. Alle IIoT-Geräte und -Systeme müssen von der Sensorebene bis hin zu Unternehmensplattformen und Clouds ihre Daten austauschen können. Dabei kommen semantische Technologien und industrielle Kommunikationsstandards zum Einsatz, um eine einfache Integration und Interoperabilität zu gewährleisten. Das Spektrum der Konnektivitätstechnologien reicht von der mobilen Kommunikation wie industriellem 5G bis hin zu modernen Technologien für lokale Netze wie TSN (Time-Sensitive Networking – TSN).

 

Industrielles Edge Computing

Das Anforderungsspektrum von Fabriken, Verkehrssystemen und Versorgungsnetzen ist wesentlich komplexer als das von Fitnesstrackern oder vernetzten LED-Leuchten im Heimbereich. In diesen Anwendungsbereichen bestehen die Systeme in der Regel aus miteinander interagierenden Geräten, die überwacht und verwaltet werden müssen. Hier handelt es sich häufig um große und weitverteilte Systeme u.a. im Bereich der kritischen Infrastrukturen, deren Ausfall enorme wirtschaftliche Auswirkungen haben und sogar Menschen gefährden könnte.

 

Digitalisierung verlangt in diesen Bereichen die zuverlässige Erfassung der Anlagendaten, die Verarbeitung und Analyse in Echtzeit und die direkte Beeinflussung der jeweiligen Prozesse.

 

Die Antwort auf diese Herausforderungen heißt Edge Computing. Rechenleistung kann auf allen Ebenen bis hin zu kleinen Feldgeräten verteilt werden. Anwendungen – ob für intelligente Sensoren oder für komplexe KI-basierte Algorithmen – können heruntergeladen und direkt an die vorgesehenen Geräte verteilt werden. Aktualisierungen, Konfigurationen und Änderungen werden zur Laufzeit vorgenommen, wodurch Kosten und technischer Aufwand eingespart werden.

 

IIoT Zukunft schon heute

Wir sind darauf vorbereitet, dass die Konvergenz von OT und IT ganz wesentlich die industrielle Technologielandschaft von morgen bestimmen wird. Ganze Industriezweige werden ihre Prozesse mit IIoT Technologien rationalisieren und sich die Vorteile von Flexibilität, kürzeren Markteinführungszeiten und niedrigeren Kosten zunutze machen. Künftige industrielle Umgebungen werden durch autonome Maschinen, modulare Produktionsanlagen und kollaborierende, selbst lernende Systeme geprägt sein. 

 

Die Company Core Technology „Connectivity and Edge“ (CED) konzentriert sich auf die Übertragung von IoT-Paradigmen in den industriellen Anwendungsbereich und entwickelt resiliente, sichere und flexible IoT-Infrastrukturen.

  1. Konnektivität und Interoperabilität
    Ein wesentlicher Bestandteil einer IIoT-Lösung ist die nahtlose Verbindung der industriellen „Dinge“ von der Feldebene bis in die Cloud. Technologien wie 5G und TSN werden durch industrielle Funktionen wie dedizierte Frequenzspektren, Sicherheit und Echtzeitmechanismen ergänzt. Was die Interoperabilität betrifft, so konzentrieren wir uns auf semantische Technologien und branchenspezifische industrielle Kommunikationsstandards. Dadurch werden sektorübergreifende Anwendungen und schnelle Anpassungen von industriellen IOT-Lösungen mit geringem Aufwand ermöglicht.
  2. Edge Computing und Device Management
    Die Hardware- und Software-Stacks für industrielles Edge Computing müssen flexibel, remote administrierbar und während der Laufzeit erweiterbar sein. Ein wichtiger Gesichtspunkt ist die Koexistenz mit der bestehenden OT-Landschaft. Zu den Anwendungsfällen gehören u.a. die schnelle Datenerfassung und ‑verarbeitung im Feld, maschinelles Lernen und prozessnahe KI-Anwendungen.
  3. Intelligente Feldgeräte und „Smart Perception“
    Feldgeräte wie Sensoren und Aktoren werden zunehmend „intelligenter“ und entwickeln sich als „Smart field devices“ zu einem festen Bestandteil der industriellen IoT-Landschaft. Wir ermöglichen Anwendungen wie Vorverarbeitung der Messwerte, Sensordatenfusion, Selbstkalibrierung und Ausfallerkennung sowie eine komplexe Wahrnehmung der physikalischen Umgebung.

Im digitalen Zeitalter sind Cybersicherheits- und Trust - Technologien eine Voraussetzung, um kritische Infrastrukturen zu sichern, sensible Informationen zu schützen, die Geschäftskontinuität zu gewährleisten und neue Dienstleistungen und Geschäftsmodelle zu ermöglichen, die über die traditionellen Vertrauensgrenzen hinausgehen.

 

Ein grundlegender Differenzierungsfaktor für das digitale Geschäft von Siemens
Die Beherrschung dieser Technologien für unser eigenes Unternehmen und unsere Kunden im industriellen Umfeld ist ein Wettbewerbsvorteil in einem wachsenden Geschäftsfeld, das zunehmend von IoT, M2M, Industrie 4.0 und globalen Lieferketten bestimmt wird – all dies Bereiche, die eine Integration der operativen und geschäftlichen Systeme über Unternehmens- und Vertrauensgrenzen hinweg erforderlich machen. Mit unserer einzigartigen Kombination aus technischem Know-how im Bereich Cybersicherheit und Trust einerseits und fundierter Fachkompetenz andererseits ist Siemens ideal aufgestellt, um sowohl Marktführer als auch Vordenker zu sein.

 

Wir arbeiten zielorientiert und sind offen für die gemeinsame Innovation von Zukunftstechnologien. Wir schaffen Mehrwert für unsere Kunden durch Produkte und Lösungen, die den anspruchsvollsten Sicherheitsanforderungen, Normen und Vorschriften entsprechen. Sie sorgen für die Integrität und Verfügbarkeit kritischer Infrastrukturen, indem sie zum Beispiel Schutz vor Industriespionage und Denial-of-Service-Angriffen bieten. Mithilfe von Trust-Technologien können Informationen überprüft und Werte ausgetauscht werden, ohne auf eine dritte Instanz vertrauen zu müssen. Kryptografische Systeme und Konsensprotokolle stellen sicher, dass gemeinsam genutzte Daten nur im Einvernehmen geändert werden und dass die aufgezeichnete Transaktionshistorie sicher geschützt ist. 

Künstliche Intelligenz (KI) umfasst eine Reihe von Programmiertechniken, die sich am natürlichen Lernen orientieren. Mithilfe von KI können Computersysteme Probleme lösen, bei denen herkömmliche Programmierung an ihre Grenzen stößt. In der Regel sind dies Probleme, die eine präzise Interpretation von Daten, Kontext und Umgebung erfordern. Beispiele sind das Lesen und Interpretieren von Text, das Führen von Fahrzeugen, das Erkennen von Bildern und das Bedienen von Industriemaschinen.

 

Anwendung von KI im industriellen Kontext

Vor allem die Datenanalyse ist für Siemens sehr wichtig. Digitalisierung und IoT-Umgebungen erzeugen nämlich riesige Mengen an Daten, die ein Mensch nie in vollem Umfang analysieren und auswerten könnte. Für KI hingegen ist das kein Problem, sodass wir unsere Daten in vollem Umfang nutzen können (Erfahren Sie mehr).


Auch komplexere KI-Techniken wie Deep Learning und verstärkendes Lernen (Reinforcement Learning) haben sich zu besonderen Stärken der industriellen KI entwickelt. Sie versetzen Programme und Maschinen in die Lage, eigenständig nach Lösungen zu suchen, und erschließen damit eine Vielzahl neuer Möglichkeiten für autonome und kollaborative Maschinen (Erfahren Sie mehr).

 

Siemens befasst sich seit mehr als 30 Jahren mit Datenanalytik und KI und hat mit der Anwendung von KI in verschiedenen industriellen Kontexten beachtliche Geschäftserfolge erzielt.

Leistungselektronik stellt elektrische Energie jederzeit, an jedem Ort und in der für den Anwendungsfall geeigneten Form zur Verfügung.

 

Leistungselektronik ist überall im Einsatz

Leistungselektronik wandelt, schaltet und steuert elektrische Energie effizient überall, wo Strom erzeugt, übertragen, verteilt und verbraucht wird. Neue Anwendungen wie erneuerbare Stromquellen, Elektrofahrzeuge und E-Charging, Batteriespeicher, DC-Infrastruktur und autonome Robotik sind die Massenmärkte für industrielle Leistungselektronik. Die Anforderungen an Performance, Funktionalität, Nachhaltigkeit, Wartbarkeit, Kosten, Installationsfläche und Gewicht steigen in vielen Fällen kontinuierlich an, während die Innovationszyklen kürzer werden. Leistungselektronik dient zudem als Datenzugriffs- und Kontrollpunkt im Internet der Dinge (IoT) und dem vom IoT abgeleiteten Industriellen IoT und Internet of Energy. Wir sind Vorreiter beim Übergang zu einer digitalisierten, umrichterzentrierten Strominfrastruktur, die Netz- und Gebäudeinfrastruktur, industrielle Umgebungen und private Wohnbereiche umfasst.

 

Leistungselektronik hat für Siemens eine große Bedeutung
Industrielle Applikationen, Smart Grids, Gebäudeinfrastruktur und schienengebundene Mobilität sind Beispiele für hochattraktive Märkte, in denen Leistungselektronik eine zentrale Rolle spielt. In den letzten Jahren sind viele neue Technologien und neuartige Geschäftskonzepte, von Leistungshalbleitern mit breitem Bandabstand (Wide-Bandgap-Halbleiter) bis hin zum IoT und Smart Services, entstanden. Sie geben Siemens die Möglichkeit, in zahlreichen Bereichen einen einzigartigen Kundennutzen zu schaffen sowie Märkte zu verteidigen, auszuweiten und zu erschließen. 

Digitale Zwillinge sind virtuelle Abbilder physischer Objekte und stellen eine Möglichkeit dar, reale Objekte in die digitale Welt zu integrieren. Simulation ist die Entwicklung eines (mathematischen) Modells, an dem sich das Verhalten von Objekten untersuchen und deren Performance über den gesamten Lebenszyklus vorhersagen und optimieren lässt.

 

Das Siemens-Konzept des digitalen Zwillings deckt den gesamten Lebenszyklus von der Konstruktion und Produktion bis hin zu Betrieb, Wartung und Instandsetzung ab. Wir erstellen digitale Zwillinge für Produkte wie Züge, Maschinen und Flugzeuge, aber auch für komplexe Systeme wie Gebäude, Chemieanlagen und Stromnetze.

Der digitale Zwilling im Detail

Ein digitaler Zwilling umfasst alle Daten, Simulationsmodelle und sonstigen Informationen, die bei Engineering, Inbetriebnahme, Betrieb und Wartung eines physischen Objekts anfallen und Konstrukteuren, Ingenieuren, Bedienern und Servicetechnikern in den verschiedenen vertikalen Geschäftsfeldern bereitgestellt werden.
 

Die Kernkomponente vieler digitaler Zwillinge ist ein Simulationsmodell, mit dem das Verhalten des simulierten Objekts dargestellt wird. Die mathematische Modellierung wird bereits seit mehreren Jahrzehnten angewendet. Durchbrüche in der Solvertechnologie und bei den semantischen Methoden sowie das große Angebot an schneller Computer-Hardware und VR-Technologie haben jedoch in den letzten Jahren ganz neue Möglichkeiten für die Erstellung digitaler Zwillinge eröffnet.
 

Siemens stellt komplexe technologische Produkte her. Mithilfe digitaler Zwillinge dieser Produkte können wir ihre Konstruktion beschleunigen, ihre Performance verbessern und Kunden einen effektiveren Betrieb unserer Produkte ermöglichen. Darüber hinaus geben unsere Softwarelösungen den Kunden die nötigen Werkzeuge an die Hand, um selbst digitale Zwillinge ihrer eigenen Produkte zu erstellen und zu nutzen. 

 

Diese Produkte und Lösungen sind vielseitig einsetzbar. Die großen, generellen Herausforderungen, die sich in den verschiedenen Geschäftsfeldern stellen, sind Gegenstand der CCT Simulation und digitaler Zwilling. Beispiele dafür sind die Simulation von komplexen Multiphysik- und multidisziplinären Systemen, semantische und Knowledgegraph-Technologien zur Erstellung eines Digital Twin Fabrics, die Kombination von maschinellem Lernen und Simulation, unsere Executable Digital Twins, die während des Betriebs einer realen Anlage in Echtzeit eingesetzt werden können, generatives Engineering, das automatische Unterstützung für Konstruktionsingenieure bietet, und auf Virtual Reality (VR) und Augmented Reality (AR) basierende Technologien.

In der Infrastruktur und Energieerzeugung vollzieht sich ein Wandel von der zentralen und großtechnischen, hin zu einer verteilten und nachhaltigen Energienutzung, häufig bestehend aus einem Netzwerk unabhängiger Energieerzeuger und Verbraucher. Der Übergang ist gekennzeichnet durch die Deregulierung der Märkte, die zunehmende Nutzung erneuerbarer Energiequellen und der Abkehr von fossilen Brennstoffen.


Nachhaltigkeit als Treiber neuer Geschäftsmodelle

Zu den etablierten Marktteilnehmern kommen zahlreiche neue Akteure hinzu. Das Energiesystem erhält eine heterogenere Struktur, in der die neuen Marktteilnehmer danach streben, die auf diesen Trend zurückgehenden neuen Geschäftsmodelle zu ihrem Vorteil zu nutzen. Mit diesen neuen Kundentypen entstehen auch neue Kundenanforderungen bezüglich Energieverbrauch, -erzeugung, -aggregation, -prognose und -handel.

Auf der Technologieseite verstärkt die steigende Verfügbarkeit effizienter und erschwinglicher kleiner, dezentraler Energieerzeugungslösungen – basierend auf erneuerbaren Energiequellen, Kraft-Wärme-Kopplung und Energiespeichern – diese Entwicklung. Siemens reagiert auf diesen Trend mit kundenspezifischen Applikationen und Dienstleistungen, um Kundenanforderungen, in Bezug auf Energieeffizienz, Senkung von Netzentgelten, Autonomie, Resilienz und reduziertem CO2-Ausstoß zu erfüllen. 

 

Diese neuen Geschäftschancen bedeuten für den Kunden meist eine größere technische Komplexität und zusätzliche Geschäftsrisiken. Dadurch haben sich neue Geschäftsmodelle entwickelt, die sich von den traditionellen Investitionsstrukturen unterscheiden.

 

Bereitstellung von „Energie als Service“
Das Lösungsspektrum reicht von einzelnen schlüsselfertigen Projekten, bis hin zum vollständigen Outsourcing der Energieaktivitäten des Kunden. Zur Verminderung der Komplexität und der Geschäfts- und Integrationsrisiken bietet Siemens moderne “Energie als Service” Geschäftsmodelle wie Mietlösungen, Leasingverträge, Energiedienstleistungsverträge und Betreibermodelle.

In Fabriken, Gebäuden, Prozessanlagen und Verkehrssystemen gleichermaßen war die Automatisierungstechnologie schon immer der wichtigste Treiber der Produktivität. Und die Zukunft der Automatisierung bietet noch viel mehr: Ziel ist die „Automatisierung der Automatisierung“.


Von der Massenproduktion zu flexiblen Fabriken
Betrachten wir zum Beispiel den Fertigungsbereich: Die Zeiten, als wir zwischen billigen, standardisierten Massenprodukten und maßgeschneiderten, hochpreisigen Produkten wählen mussten, sind fast vorbei. Für Produktionsmaschinen stellt es kein Problem dar, immer die gleichen repetitiven Arbeiten mit hoher Geschwindigkeit auszuführen. Doch die Neukonfiguration ist für Automatisierungsexperten auch heute noch sehr zeitaufwändig.


Die Digitalisierung und mit ihr verbundene neue Technologien – wie künstliche Intelligenz (KI), das industrielle Internet der Dinge (IIoT), digitale Zwillinge, Edge und Cloud – haben zu tiefgreifenden Veränderungen geführt und ermöglichen die Entwicklung einer neuen Klasse flexiblerer und einfacher anzuwendender Lösungen mit deutlich reduziertem Aufwand beim Engineering.


Die Automatisierung der Automatisierung hat begonnen 

  • KI-fähige Systeme haben ein Bewusstsein für ihre Umgebung. Sie sind in der Lage, autonom Lösungen zu finden, und das ohne Vorkonfiguration durch einen Experten.
  • Die Verwendung vorgefertigter (und vorkonstruierter) Module mit integrierter und autonomer Automatisierungstechnik (zum Beispiel Fertigungszellen und Prozessmodelle) ermöglicht ein sofort einsatzbereites System und eine schnelle, flexible Inbetriebnahme.
  • Augmented Reality und Smart Operator Assistants eröffnen neue Möglichkeiten zur virtuellen Inbetriebnahme und unterstützen die Erfassung von Anlagendaten in Echtzeit. Informationen können dadurch genau dann bereitgestellt werden, wenn sie benötigt werden.
  • Die Anwendung von KI-Technologien bei der Qualitätssicherung macht Fehlermuster selbst während des Betriebs erkennbar und führt zu Einsparungen.
  • Autonome Schienen- und Straßenfahrzeuge sind durch Sensorfusionstechnologien in der Lage, sicher und effizient zu navigieren.
  • Installation und Inbetriebnahme von Gebäudeautomationssystemen erfordern weder detaillierte Automatisierungs- noch Programmierkenntnisse.

Leistungsfähige, nachhaltige und kosteneffiziente Industrieelektronik ist die Grundlage für Funktionen und Leistung zahlreicher Systeme.

 

Modellbasierter Systementwicklungsansatz
Als eines der führenden Unternehmen für Elektronikdesign- und Automatisierungswerkzeuge konzentrieren wir uns auf einen Konstruktionsablauf, der von der modellbasierten Systementwicklung zu Fertigungsdaten führt. Werkzeuge für Konstruktion, Implementierung und Verifizierung sind die Grundlage für effiziente Konstruktionsmethoden und digitale Zwillinge für Elektronik, die IC/ASIC- und Leiterplatten-Architekturen enthalten.

Belastbar, kosteneffizient und nachhaltig
Die Industrieelektronikfertigung setzt eine zuverlässige und robuste Lieferkette voraus, um den geschäftlichen Erfolg dauerhaft zu sichern. Optimierungen durch Digitalisierung und neue Technologien sind genauso notwendig, wie die Steigerung von Produktivität und Effizienz in der Elektronikfertigung. Die Berücksichtigung der Recycling- und Ressourceneffizienzaspekte bei der Produktion unterstützt auch die Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft in der Elektronikfertigung.

Ziel der CCT Softwaresysteme und Prozesse ist es, durch Fokussierung auf Forschung, Vorentwicklung und die Weitergabe innovativer Softwaretechnologie die digitale Transformation im großen Maßstab zu bewältigen.

Bedeutung für Siemens
Siemens ist seit mehr als 20 Jahren eine wichtige treibende Kraft für Innovationen bei Industriesoftware und will diese Rolle auch bei der Digitalisierung der Industrie einnehmen.

Dazu strebt Siemens eine führende Position bei der Gestaltung der Digitalisierungssoftware für Gebäudemanagement, Automationssysteme, Kraftwerke und Signalzentralen an. Die Company Core Technology Softwaresysteme und Prozesse ist daher für die Zukunft des Geschäfts von Siemens von entscheidender Bedeutung. Sie unterstützt und beschleunigt die digitale Transformation des Unternehmens und des Lösungsportfolios mit innovativen Softwaretechnologien. Das Team aus ausgewählten Softwareexperten hat die Aufgabe, Werkzeuge und Methoden zu untersuchen und zu erstellen, mit denen die Business Units die erforderliche Digitalisierungssoftware entwickeln können. Darüber hinaus hat die CCT SSP die Aufgabe, die offene, technische Verbundarchitektur unserer digitalen Geschäftsplattform zu definieren.

Der Anwender erwartet eine einfache Interaktion mit unseren Produkten. Wie nutzen Kunden die Produkte von Siemens? Welche Features brauchen sie? Vor allem aber, welche Features sind redundant und können entfernt werden? Im Mittelpunkt der CCT User Experience (UX) stehen die Anwender, ihre Erwartungen und ihre Interaktion mit unseren Produkten. Wir möchten die Anwender besser kennenlernen: ihre Bedürfnisse, ihre Vorlieben, ihre Stärken und ihre Limitierungen.

 

Das Interesse der Kunden an digitalen Lösungen nimmt stetig zu und veranlasst die Unternehmen, der User Experience (UX) – d. h. der Nutzererfahrung  – höhere Priorität einzuräumen. Aber weshalb? Weil die Qualität der Anwendererfahrung geschäftsentscheidend sein kann und die Bandbreite zwischen gut und schlecht in der digitalen noch größer ist als in der physischen Welt und von katastrophal bis phantastisch reicht.“ Forrester Research, 2021

 

Bedeutung für Siemens

Siemens will in den nächsten zehn Jahren im industriellen Bereich führend in puncto UX werden.

Die Erfahrungen, die der Kunde mit Siemens-Produkten oder -Dienstleistungen macht, werden für uns zum wesentlichen Differenzierungsmerkmal. Wir sind jetzt in der Lage, Paradigmen der Interaktion und Wertschöpfung für unsere Produkte und für die Erfahrung mit dem industriellen IoT zu schaffen und so die Märkte zu unserem Vorteil zu gestalten. Investitionen in die Nutzererfahrung sind auch wichtig für die Identifikation der wichtigsten Zielbereiche und Chancen jeder unserer Lösungen und Dienstleistungen und jedes unserer Produkte.

 

Siemens wandelt sich zu einem digitalen Unternehmen und das IoT ist der Schlüssel zu dieser Transformation.  

Die digitale Transformation erfordert sowohl eine starke Fokussierung auf die Bedürfnisse des Anwenders als auch auf unsere Geschäftsziele. Ein erfolgreiches IoT bedeutet, dass wir neben der richtigen innovativen Technologie auch die passenden Angebote für den Kunden ermitteln. Eine besondere Herausforderung der digitalen Transformation – und eine der wichtigsten Aufgaben des User Experience Teams – besteht darin, den Wert für den Nutzer mit den Geschäftszielen in Einklang zu bringen.

Technologie ist unsere Leidenschaft. Wir wollen unsere Kunden erfolgreich machen, und daher konzentrieren wir uns auf die für sie wichtigsten Kerntechnologien. Unsere Forscher arbeiten eng mit Kunden und Partnern zusammen, weil wir in einem offenen Austausch die besten Ergebnisse erzielen.
Dr. Peter Körte, CTO von Siemens

Neu erfinden, wie wir erfinden

Die Forschungslabore, in denen hinter verschlossenen Türen an den Innovationen des vergangenen Jahrhunderts gearbeitet wurde, sind nicht der Ort, an dem die Innovationen des 21. Jahrhunderts entstehen.

 

Innovation ist nicht planbar.

 

Deshalb ist die entscheidende Aufgabe des Innovations-Managements, die richtigen Bedingungen und das Umfeld zu schaffen, damit Ideen aufkommen und sich zu Innovationen entwickeln können.

 

Wichtige Merkmale, die die Innovationskultur von Siemens auszeichnen, sind beispielsweise:

  • Lust am Ausprobieren
  • eine gelebte und geförderte Eigentümerkultur
  • Agilität im Umgang mit komplexen Bedingungen und schnellem Wandel
  • Entwicklungsraum für Ideen
  • Interdisziplinäres Arbeiten
  • Co-creation: Gemeinsames Entwickeln mit Kunden und Partnern

Orientierung geben Siemens und seinen Partnern dabei geteilte Ziele und Werte. Gemeinsam arbeiten sie daran, Komplexität handhabbar zu machen und Nutzen für die Zukunft der Industrie und der Gesellschaft zu schaffen.

Investitionen

  • Im Geschäftsjahr 2020 betrugen die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung (FuE) 4,6 Mrd. €.
  • Siemens beschäftigt rund 40.700 Mitarbeiter in Forschung und Entwicklung in 39 Ländern.
  • Die FuE-Aktivitäten sind darauf ausgerichtet, innovative und nachhaltige Lösungen für Kunden von Siemens und die Siemens-Geschäfte zu entwickeln und damit zugleich die Wettbewerbsfähigkeit zu stärken.

Siemens ist Patent-Europameister

  • Siemens hat im Jahr 2018 die meisten Patente von allen Unternehmen in Europa angemeldet und klettert damit auf den ersten Platz im Anmelder-Ranking des Europäischen Patentamtes.
  • Mit 2.493 Patentanmeldungen verweist Siemens dabei den Vorjahressieger Huawei auf Rang zwei, gefolgt von Samsung und LG.
  • Mehr als 25 Prozent der Patente entfallen auf die Bereiche Industrie 4.0 und Digitalisierung. Auch bei Künstlicher Intelligenz und Cyber-Sicherheit verzeichnet Siemens einen wesentlichen Anstieg.
Die Platzierung beweist, dass Siemens konstant und stetig hervorragende Innovationsarbeit liefert, insbesondere bei Digitalisierungstechnologien.
Beat Weibel, Leiter der Patentabteilung von Siemens

Insgesamt hält Siemens über 68.000 erteilte Patente. Mitarbeiter von Siemens haben im Geschäftsjahr 2019 weltweit rund 3.750 Patente angemeldet und 6.850 Erfindungsmeldungen eingereicht. Bezogen auf 220 Arbeitstage sind das circa 31 Erfindungen pro Tag.

Technology

Technology (T) ist die zentrale konzerneigene Forschungseinheit von Siemens. In Zusammenarbeit mit den Geschäftseinheiten Digital Industries, Smart Infrastructure und Mobility sowie mit Siemens Healthineers treibt T die für das gesamte Unternehmen wichtigen Basistechnologien voran.

Was steckt hinter Siemens Technology?

 

  • Geleitet wird T vom Chief Technology Officer.
  • Das weltweite Expertennetz umfasst rund 2.100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, darunter 1.700 Forscher und Entwickler sowie 350 Patentexperten.
  • Als strategischer Partner unterstützt T die geschäftsführenden Einheiten mit Forschungs- und Entwicklungsleistungen, schützt das geistige Eigentum des Unternehmens und koordiniert die Kooperationen mit Top-Universitäten und Forschungsökosystemen weltweit.
  • Wesentliche Standorte liegen in Deutschland, Österreich, den USA, China, Russland, Portugal und Indien.
  • Bei forschungspolitischen Fragestellungen erarbeitet und vertritt T die Position von Siemens und betreut die Normungsaktivitäten des Unternehmens in allen Geschäftseinheiten und Regionen.