Das Internet der Dinge: ein Spielplatz für alle

Future Maker Claus Cremers

Start-ups bewegen die Welt. Claus Cremers will ihre Kompetenzen nutzen, um für die vernetzte Welt die richtigen Produkte zu entwickeln. Dazu setzt er auf MindSphere – eine Plattform, auf der die analoge Welt mit der digitalen verschmilzt.

Um zu begreifen, was Claus genau macht, muss man das Internet of Things, abgekürzt IoT, verstehen. Gemeint ist damit, dass alle möglichen Maschinen und Geräte mit dem Internet verbunden sind und miteinander kommunizieren. Ein Beispiel: Sensoren an Mülltonnen informieren die Müllabfuhr automatisch darüber, dass die Tonne voll ist und geleert werden muss. Daraufhin wird wiederum automatisch ein selbstfahrendes Auto losgeschickt, das mit Kameras den Verkehr im Blick behält, die effizienteste Strecke wählt und den Abfall zur Müllhalde bringt. All das passiert, ohne dass sich ein Mensch einmischen müsste.

 

Möglich macht das MindSphere. Auf dieser offenen Cloud-Plattform werden Daten gesammelt und verwaltet: vom Sensor an der Mülltonne, von den Kameras am Wagen und von den Navigationsplänen. All diese Daten werden dort analysiert, sortiert und verarbeitet. „Es ist eine Art digitale Schaltzentrale“, erklärt Claus. Allerdings haben er und sein Team nicht einfach ein Stück Technologie geschaffen, das sie ihren Kunden verkaufen. Vielmehr geht es ihnen im Wesentlichen um offene Systeme: Man kann nämlich alles mit dieser Siemens-Software verbinden – jede Technologie, jede App, jede Maschine. „Wir bieten eine Software an, zu der jeder sein eigenes Geschäftsmodell entwickeln kann“, sagt Claus. „Wir nennen das ‚Customer Co-Creation‘. Das heißt, wir diskutieren mit unseren Kunden ihre Ideen und bringen sie mit unserer Technologie zusammen.“

Claus ist es wichtig, dass jeder MindSphere benutzen und sogar verbessern kann. Als Informatiker und Wirtschaftswissenschaftler ist ihm bewusst, dass sich die Welt immer weiter Richtung Start-ups, Digitalisierung und weltweiter Vernetzung entwickelt. „Wir müssen uns weiter öffnen und je nach Bedarf mit denen kooperieren, die sich im IoT-Bereich zuhause fühlen. Das ist ein großer Spielplatz für uns alle.“ Claus und sein Team gründeten deshalb eine Community rund um MindSphere, die aus Siemens-Mitarbeitern besteht, aber auch aus Kunden und Entwicklern, Designern sowie Unternehmern von außerhalb. Die Plattform trägt zwar Milliarden Daten von Maschinen zusammen, aber Probleme lösen kann das System ohne Unterstützung nicht. „Wir müssen diese Datenmengen also mit den richtigen Menschen zusammenbringen, um die Daten für uns arbeiten zu lassen“, sagt Claus. „In der Zusammenarbeit mit anderen entdecke ich Dinge, auf die ich alleine nie gekommen wäre oder die ich nicht für möglich gehalten hätte.“ Darum betrachtet er es als seine Aufgabe, Menschen miteinander zu vernetzen, um die Ergebnisse ihrer Zusammenarbeit optimal zu nutzen. 

Mehr als Karriere: was Claus in seiner Freizeit macht

Claus Cremers wurde in Paderborn geboren. Dort saß seinerzeit Nixdorf, ein Pionier der IT-Branche. Das Unternehmen wurde in den 1990er Jahren von Siemens gekauft. Claus ist also in einer Art Mini-Silicon-Valley aufgewachsen. Kein Wunder, dass er, seit er denken kann, immer mit Computern arbeiten wollte. An sein Informatikstudium schloss er noch eine wirtschaftliche Ausbildung an. 

 

Sein wachsendes Interesse für Technologie und seine Neugier, wie sie unsere Welt verändert, hat seinen Weg geebnet – sein Ziel ist, mehr Zeit für schöpferische Tätigkeiten zu schaffen. „Ich freue mich darauf, bald in automatisierten Fahrzeugen zu fahren und die gewonnene Zeit für mehr Kreativität nutzen zu können.“

 

Er erinnert seine Kinder regelmäßig daran, technologische Fortschritte anzunehmen, dabei aber die menschlichen Aspekte nicht zu vergessen: „Kinder haben heutzutage Technologie im Blut und ich möchte sie motivieren, die Zukunft zu akzeptieren, offen und geduldig zu sein, einander zuzuhören und Frieden in sich zu finden.“ Aber in Clausʼ Leben geht es nicht nur um Technologie und Innovation. Er spielt auch gerne Basketball. 

In diesem 360-Grad-Video erzählt Claus von den Möglichkeiten, die sich uns eröffnen, wenn wir unsere Kräfte bündeln