Warum Supply-Chain-Manager Netzwerker sein sollten

Future Maker Walther Melneck

In unserer Welt ist alles miteinander vernetzt. Jemand muss den Überblick behalten, damit das System nicht ins Stocken gerät. Walther Melneck verrät, warum der Supply-Chain-Manager hier eine wesentliche Rolle spielt.

Zuhause, bei der Arbeit oder wenn wir unterwegs sind: Um uns herum sind unzählige Dinge, die unsere Welt einfacher, besser und angenehmer machen. In jedem dieser Gegenstände steckt viel Arbeit: Vom Rohstoff über die Herstellung bis hin zu Logistik und Transport – alles hängt miteinander zusammen. Wenn nur in einem Teil ein Fehler steckt, kommt das Ganze ins Stocken. In einer solchen Verkettung von Abläufen muss jemand den Überblick behalten, damit alles reibungslos läuft. Das ist der Supply-Chain-Manager: Er ist das Rädchen, das die Dinge am Laufen hält.

Warum dein Netzwerk mehr als Gold wert ist

Das Wort Supply-Chain-Management kommt aus den 80ern. Damals haben sich Unternehmen darauf konzentriert, Maschinen effizienter zu machen, um Prozesse zu beschleunigen. „Viele denken noch heute, dass beim Supply-Chain-Management Dinge im Mittelpunkt stehen. Dabei sind es die Menschen“, sagt Walther. „Für diese Arbeit muss man ein Netzwerker sein, weil man es mit vielen unterschiedlichen Menschen zu tun hat: mit Kollegen aus den Abteilungen Forschung und Entwicklung, Qualitätskontrolle, Verkauf, Logistik und den Mitarbeitern in der Fabrik.“ Grundsätzlich läuft die Arbeit besser, wenn man mit den anderen zusammenarbeitet und erst recht nicht gegen sie: „Kooperation ist für uns wichtig“, sagt Walther. „Es geht bei uns eben nicht nur um rein mechanisches Arbeiten.“

Nachdem Walther seinen ersten Abschluss in Feinmechanik gemacht hatte, stieg er 1985 als Ingenieur bei Siemens ein. „Ich durfte an einem Führungskräfteprogramm für junge Talente teilnehmen. Das war etwas Besonderes. Ingenieuren die Möglichkeit zu geben, Manager zu werden, war damals etwas Neues im Unternehmen“, sagt Walther. „Siemens hat sogar für meinen MBA in Change-Management bezahlt, den ich am MIT in Boston, USA, gemacht habe.“

 

Heute coacht Walther Mitarbeiter, damit sie ihre eigenen Stärken und Schwächen erkennen. Das hilft auch, das Maximum aus der Lieferkette herauszuholen. Vor acht Jahren hat er dazu das Programm „World Class Procurement“ gestartet, in das seine ganze Erfahrung einfließt.

Die richtige Unternehmenskultur vermitteln

Walthers Programm bietet allerdings keine schnelle Lösung für die vielen möglichen Probleme in der Zusammenarbeit. „Mein Coaching leistet Hilfe zur Selbsthilfe“, sagt er. „Die Kollegen wissen oft viel mehr, als ihnen bewusst ist. Ich helfe ihnen nur dabei, dieses Wissen auszugraben, damit sie ihren eigenen Weg gehen können.“ Am Ende seines einwöchigen Einsatzes haben die Teilnehmer so viel gelernt, dass sie das neue Wissen auch anwenden können. „Ich vergleiche das oft mit dem Fahrradfahren“, sagt Walther. „Ich kann erklären, wo die Klingel ist und wo die Pedale sind. Aber solange die Kollegen nicht selbst fahren, ist das alles nur Theorie.“ Für Walther ist es das Größte, wenn er nach einem solchen Training das Feedback bekommt, dass die Teilnehmer jetzt auf dem richtigen Weg sind. „Das macht mich glücklich“, sagt er.

Die Lösung mithilfe von Psychologie finden

„In unserer Branche geht es darum, Hindernisse aus dem Weg zu räumen.“ Das ist jedoch oft nicht einfach, denn Menschen haben häufig einen Tunnelblick, mit dem sie nicht wahrnehmen, was links und rechts von ihnen passiert. Walther erklärt seinen Kollegen, wie sie ein solches Hindernis aus einem anderen Blickwinkel betrachten können, um eine Lösung zu finden. „Was ich mache, hat viel mit Psychologie zu tun“, sagt Walther. „Selbst wenn man in erster Linie mit Maschinen arbeitet, sind es doch die Menschen dahinter, mit denen man reden muss“, sagt er. „Wer mit Menschen interagiert und die richtigen Fragen stellt, zeigt ihnen, dass er sie ernst nimmt. Das ist wichtig. Ich habe in Dubai, in Singapur, in den USA und in Europa gearbeitet – es ist überall so auf der Welt.“ 

Hinweis: Bei der Bezeichnung von Personen sind stets Personen jeglichen Geschlechts gemeint.