Bild von eine Municubes Gebäude und dem Olympia Stadion in München

Eine Architektur-Ikone ist bereit für die Zukunft

Vor 50 Jahren fanden in München die Olympischen Spiele statt. Die ganze Stadt veränderte sich, und im damals noch jungen Stadtteil Perlach baute Siemens einen Forschungs- und Entwicklungscampus, der bis heute Innovation und Kreativität atmet. Eine Geschichte in acht Teilen.

Teil 1

50 Jahre Olympische Spiele in München

1972 – In München finden die Olympischen Spiele statt. Bereits Jahre vorher hatten Planung und Bau nicht nur des bis heute einmaligen Olympiastadions und der Olympiahallen begonnen. Parallel dazu veränderte sich die gesamte Stadt. Der bis heute als Ausflugsziel beliebte Olympiapark mit Olympiafernsehturm entstand, genau wie das direkt daneben liegende Olympische Dorf, Ort des unvergessenen, tragischen Attentats. München bekam neue U- und S-Bahn-Linien, eine Fußgängerzone, neue Straßen und Brücken.

 

Selten zuvor hatten Olympische Spiele eine ganze Stadt derart positiv verändert. Inzwischen unter Denkmalschutz stehende, architektonisch einmalige Anlagen prägen bis heute das Stadtbild und den Ruf der bayerischen Metropole weit über die Landesgrenzen hinaus.

 

Für Siemens boten die Olympischen Spiele in München die einmalige Gelegenheit, die zahlreichen innovativen Techniken des Unternehmens einer weltweiten Öffentlichkeit zu präsentieren. Über die Versorgung mit Energie und die Lieferung von Technik rund um den Nahverkehr hinaus lieferte und betreute das Unternehmen auch das Rechenzentrum sowie die Stromversorgung des Stadions und der Fernsehübertragungszentrale.

 

Parallel dazu lief im Münchner Süden die Planung für einen neuen Standort des Unternehmens auf Hochtouren: Siemens München-Perlach. Und ganz im Geiste der Olympischen Bauten entsteht auch hier eine Architektur-Ikone, die bis heute Bestand hat.

Teil 2

Die Planung

Seit 1949 ist Siemens mit seiner Firmenzentrale am Wittelsbacher Platz fest in der bayerischen Landeshauptstadt verankert. Bis Ende der 1960er-Jahre war das Unternehmen kontinuierlich gewachsen und damals auf rund 80 zumeist extern angemietete Standorte in der ganzen Stadt verstreut. Bereits 1970 – parallel zu den Bauarbeiten für die Olympischen Spiele – erwarb Siemens darum im Münchner Süden im Stadtteil Neuperlach zunächst ein 375.000 Quadratmeter großes Grundstück. Auf einer Fläche fast so groß wie die Theresienwiese, Heimat des Münchner Oktoberfests, sollten die Münchner Mitarbeitenden an einem zentralen Ort zusammengebracht werden.

 

Das ging einher mit den Plänen der Stadt, denn zum einen sollte München durch die Olympischen Spiele ein modernes, technologie-offenes Gesicht bekommen. Zum anderen sollte der 1967 begründete neue Stadtteil Neuperlach vom reinen Wohngebiet zu einem lebendigen Stadtteil mit eigenen Arbeitsplätzen entwickelt werden.

 

Gemeinsam mit der Zentralen Bauabteilung von Siemens, der Vorgängerin der heutigen Siemens Real Estate, legte die Architektengemeinschaft van den Broek en Bakema (Rotterdam) eine Planung vor, die selbst heute – 50 Jahre später – noch visionär anmutet. Die Grundstruktur wurde mit viel Grünflächen, unterschiedlichen „städtischen Höfen“ und Platz für Begegnungen angelegt. Ein Konzept, das heute unter dem Begriff „Campus“ die Standorte moderner Tech-Unternehmen prägt, damals aber nahezu revolutionär anmutete. Unterirdische Kanäle verbinden die Gebäude und nehmen die ansonsten unsichtbare, aber dadurch leicht zu wartende Technik auf. Ein einheitliches Farbkonzept erleichtert die Orientierung: Neben der Grundfarbe weiß sind alle Kommunikationsflächen wie Flure und Treppenhäuser in Gelb gestrichen, Technik-Installationen in Rot, und Lüftungs- sowie Klimatechnik in Blau.

 

Gleichzeitig werden bereits bei der Planung weitere Attribute festgelegt, die sich auch heute noch in den Anforderungen an neue Gebäude- oder Standortplanungen wiederfinden. So wünscht ein damaliger Siemens-Vorstand, der Standort solle „Arbeitsplätze und Umwelt in Harmonie“ bringen. Ausdrücklich sollen auch „Arbeitsplätze für Frauen in Teilzeit“ entstehen. Es wird Wert auf eine „modulare Planung“ und „einfache Orientierung“ gelegt. Und selbst die anfangs bei vielen Münchnerinnen und Münchnern bestehende Befürchtung, hier werde eine Fabrik gebaut, wird schnell entkräftet: Hier – so bestätigt Siemens – entsteht keine Fertigung, sondern: „eine „Denkfabrik“, ein Zentrum für Datentechnik, das in erster Linie mit Forschungs- und Entwicklungsarbeiten befasst sein wird“. 

Teil 3

Der Bau

Nach insgesamt siebenjähriger Planungs- und Genehmigungszeit beginnt 1975 der Bau für das – wie es damals heißt – „größte geschlossene Bauvorhaben, das es bei Siemens bisher gegeben hat“. Nur 14 Monate später feiert Siemens Richtfest des ersten von insgesamt vier Bauabschnitten.

 

Anlässlich dieses besonderen Ereignisses fasst der damalige Siemens-Vorstandsvorsitzende Dr. Bernhard Plettner noch einmal die Vorteile des neuen Standorts mit Worten zusammen, die das Areal bis heute prägen. Die Rede ist von besseren Arbeits- und Kommunikationsmöglichkeiten, von fachübergreifender Zusammenarbeit, von mehr Effizienz und Einfallsreichtum, die der innovative Standort biete. Die offene Struktur wird gelobt, die Seminarräume für die interne Weiterbildung sowie die umfangreichen Sozialeinrichtungen werden ausdrücklich hervorgehoben.

 

Aus heutiger Sicht geradezu visionär vorausschauend muten zahlreiche Details an, die bereits Anfang der 1970er Jahre berücksichtigt wurden: Genügend Platz für eigene „Rechenzentren“ mit speziellen Lüftungssystemen wurde eingeplant. Im Hinblick auf das „Büro der Zukunft“ und den daraus resultierendem „erhöhten Kommunikationsbedarf“ wurde ein begehbares Doppelbodensystem für die dafür notwendigen Installationen eingebaut. Eine Wärmerückgewinnung über die Lüftungsanlage und spezielle Entwässerungen der horizontalen Flächen entsprechen dem Top-Standard in Sachen Nachhaltigkeit.

 

1977 ist es dann so weit: Die ersten Siemens-Mitarbeitenden ziehen nach München-Perlach. 1978 erhält der Standort eine eigene S-Bahn-Haltestelle, 1980 einen U-Bahn-Anschluss.

 

Teil 4

Die Geschichte in Bildern

Teil 5

Die Bedeutung für München

Schon früh fielen die Idee und die Planung für den Siemens-Standort in München Perlach auch bei der Stadt und der Bayerischen Landesregierung auf fruchtbaren Boden. Entsprachen sie doch deren ausdrücklicher Vorgabe, den wenige Jahre vorher gegründeten Stadtteil nicht zu einer – wie es damals wörtlich hieß – „Schlafstadt werden zu lassen, sondern auch Betriebe anzusiedeln“.

 

Dass Siemens hier seine zentrale Forschung und Entwicklung zusammenlegen wollte, unterstützte zudem den Wunsch, München zur wichtigen Technologie-Metropole in Bayern und Deutschland werden zu lassen. Denn Siemens hatte sich bereits in dieser Zeit zusehends vom Elektro- zum Elektronikkonzern entwickelt, mit der damals noch so genannten „Datentechnik“ – schon 1969 als eigener Unternehmensbereich etabliert – als einem der Kerngebiete.

 

Diese Datentechnik erforderte hohe Investitionen in Forschung und Entwicklung sowie einen besonders hohen Anteil an wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Entsprechend erweiterte sich auch die Zusammenarbeit mit anderen Unternehmen sowie mit Forschungseinrichtungen, zu denen auch die Münchner Universitäten zählten.

 

Das „kreative Milieu“ des neuen Siemens-Standorts erfüllte alle dafür notwendigen räumlichen, technologischen, aber auch sozialen Voraussetzungen.

Teil 6

Münchens Innovations-Campus

Teil 7

Nachhaltig vom ersten Tag an

Schlagworte wie Nachhaltigkeit, Ressourcen-Effizienz oder Biodiversität – sie alle spielten zu Beginn der 1970er-Jahre in der breiten Öffentlichkeit eine weitaus geringere Rolle als heute. Nicht so jedoch bei der Planung und Realisation des Siemens-Standorts in München-Perlach. Hier wurden sie vom ersten Tag an mitgedacht. Ein grüner Standort sollte entstehen, mit schattenspendenden Bäumen und freiem Blick auf große Rasenflächen. Bestes Beispiel: Bereits damals wurden die insgesamt 30 Gebäude nicht nur nach Baumarten benannt, die entsprechenden Bäume wurden auch rund um die jeweiligen Gebäude gepflanzt. Insgesamt über 2.000 wachsen heute auf dem Gelände.

 

Dieser Nachhaltigkeitsgedanke zieht sich bis heute fort und wurde über die Jahre fortlaufend angepasst. Streuobstwiesen, Totholzhecken, Blumeninseln, Bienenstöcke, Vogelfuttersäulen und Nisthilfen für Vögel fördern die Biodiversität. Ressourceneffizienz bestimmt den Gebäudebetrieb. Die zentrale Gebäudesteuerung optimiert den Wärmebedarf und senkt die Heizkosten. Aus den Steckdosen kommt grüner Strom. Kühl- und Brauchwasser stammen nicht nur aus den insgesamt neun eigenen Brunnen, es wird anschließend auch wieder in den Wasserkreislauf zurückgeführt. Und für zwei- und vierrädrige Elektro-Fahrzeuge finden sich auf den direkt angrenzenden Parkplätzen über 80 Lademöglichkeiten.

 

Als gewachsener, grüner Mikrokosmos bildet der Standort damit eine Oase der Ruhe inmitten des Stadtteils, fördert die Artenvielfalt und bietet der hier dominierenden Art – den Menschen – ein ideales Umfeld, in dem man sich gerne aufhält, arbeitet, sich mit anderen trifft und seiner Kreativität freien Lauf lassen kann.

Teil 8

Bereit für die Zukunft

In den vergangenen Jahrzehnten haben sich die Arbeitswelten grundlegend verändert. Siemens galt dabei schon immer als Treiber dieser Entwicklungen. So wurde auch der Siemens-Standort Perlach fortlaufend angepasst und modernisiert. Moderne Arbeitsplatzkonzepte hielten Einzug, neue Konferenz- und Coworking-Bereiche entstanden, das umfangreiche Service-Angebot an Kaffeebars, Restaurants bis hin zu Paketdienst, Mietwagen-Anbietern und Fitness-Studio vor Ort erweitert. Flexibilität, Mobilität und kollaborative Team-Arbeit wurden nicht nur ermöglicht, sondern zur gelebten Normalität.

 

Gleichzeitig öffnete Siemens den Standort Zug um Zug auch für externe Mieter. Mehr als 30 Unternehmen profitieren bereits davon.

 

Nun zündet der Standort in Perlach seine nächste Stufe: Unter dem neuen Namen „MuniCubes“ stehen rund 20.000 Quadratmeter flexible Büroflächen in fünf freistehenden Gebäuden zur Verfügung. Mit individueller Ausstattung und flexibler Laufzeit können sie von 400 Quadratmetern bis XXL von Dritt-Unternehmen angemietet werden. Und selbstverständlich stehen den zukünftigen Mietenden auch alle Dienstleistungs-, Service- und Infrastrukturangebote des Standorts zur Verfügung.

 

Im Jahr des 50-jährigen Jubiläums der Olympischen Spiele in München bietet MuniCubes damit die einzigartige Gelegenheit, lebendiger Teil der Architektur und Lebensart zu werden, die München seitdem prägen: weltoffen, mit Tradition und Moderne im Einklang, grün und nachhaltig, innovativ, flexibel und immer auf der Höhe der Zeit.

MuniCubes

Sie haben Lust mehr zu erfahren? Finden Sie hier mehr Infos zu MuniCubes in München Perlach.