Luftaufnahme der Digital Native Factory in Nanjing

Die Digital Native Factory in Nanjing

Ein Vorreiter in Sachen Digitalisierung und Nachhaltigkeit

Das größte Forschungs- und Produktionszentrum von Siemens für CNC-Systeme, Antriebe und Elektromotoren außerhalb Deutschlands setzt Standards in Sachen Digitalisierung, Nachhaltigkeit und besitzt Chinas erstes öffentlich nutzbares 3D-Druck-Gebäude.

 

 

Die neue, 73.000 Quadratmeter große Fabrik in Nanjing ist ein Vorzeigeprojekt auf vielen Ebenen – sowohl für den Hausherrn Siemens Digital Enterprise, als auch für den Bauherrn Siemens Real Estate, das einmal mehr seine Immobilienexpertise für Großprojekte unter Beweis stellen konnte. Die zuvor an drei Standorten in Nanjing angesiedelten Produktionslinien und deren gesamte Logistik wurden in die sogenannte Digital Native Factory zusammengefasst. Das Ergebnis wird nicht nur dem rasanten Marktwachstum in China gerecht, sondern ist auch ein Vorreiter in Sachen Digitalisierung, Nachhaltigkeit und ein Schauplatz echter Pionierarbeit.

Digital geplant und optimiert

Die Digital Native Factory wurde vollständig nach dem Industrie 4.0 Konzept gestaltet und wird mit der gesamten Palette der Digital-Lösungen von Siemens betrieben. Doch schon vor Inbetriebnahme stand die Digitalisierung im Mittelpunkt. Die Fabrik wurde vollständig digital geplant und simuliert, so dass sie auch in der digitalen Welt optimiert werden konnte, bevor sie tatsächlich gebaut wurde. Durch die Kombination von Fabrikdaten, Daten der Produktionslinien, Leistungsdaten und Gebäudeinformationen konnte die Leistung und Effizienz verbessert werden, um einen vollständigen digitalen Zwilling der neuen Fabrik zu erstellen. Die digitale Optimierung der Fabrik vor Baubeginn hat gezeigt, dass die Prozesse eines herkömmlichen Betriebs deutlich optimiert werden können. Das neue Werk ist in der Lage, die Produktivität um bis zu 20 Prozent, die Herstellungsvolumenflexibilität um bis zu 30 Prozent und die Platzeffizienz, um bis zu 40 Prozent zu steigern. Daten und Digitalisierung waren auch unerlässlich, um von Anfang an eine nachhaltige Produktionsumgebung zu schaffen. Durch strukturelle Änderungen am Digitalen Zwilling der Fabrik konnten Ressourcen und Materialien eingespart und so die Umweltauswirkungen des Standorts bereits vor Baubeginn minimiert werden.

Zukunftstechnologie 3D-Druck

Und die Errungenschaften der Digital Native Factory gehen noch weiter. In der 300km westlich von Shanghai liegenden Provinzhauptstadt wurde als ein Teil der Fabrik Chinas erstes öffentlich nutzbares Gebäude aus dem 3D-Drucker gebaut. 

 

Innerhalb kurzer Zeit entstand dort ein 120 Quadratmeter großes Mehrzweckgebäude mit neuester 3D-Druck-Technologie. Das der Fabrik vorgelagerte Haus dient in erster Linie als Empfangsgebäude, ist aber zusätzlich mit einem Kontrollzentrum sowie Büros und einem Wartebereich ausgestattet.

 

Für das Novum eines öffentlichen nutzbaren 3D-Druck-Gebäudes gab es in China keinerlei Standards, sodass Siemens Real Estate die Gründung eines Baukomitees anstoßen musste, um es in Betrieb nehmen zu können. Das Komitee aus Professorenschaft und anerkannten Forschenden im Bauwesen entwickelte Parameter für eine behördliche Abnahme, die in Zusammenarbeit mit Planenden und Consultants von Siemens Real Estate umgesetzt wurden. Aber dies war der Mühe wert, denn das Gebäude setzt neue Bestleistungen: Im Vergleich zur konventionellen Bauweise entstand der Rohbau in kürzerer Zeit, bei gleichbleibender (gedruckter) Qualität und vor allem umweltfreundlicher.

Die Zeitersparnis und geringe Anzahl der am Bau beteiligten Personen bedeutet nicht nur einen einfacheren Abstimmungsprozess, sondern vor allem auch eine Minimierung von Gesundheits- und Sicherheitsrisiken. Auch mussten keine konventionellen Bauabläufe berücksichtigt werden und es gab weniger Auswirkungen auf die unmittelbare Umgebung, Dank weniger Abfall, Verschmutzung und Lärm sowie einer vereinfachten Logistik. Eine in Deutschland entwickelte Hybridmembrantechnik für die Außen- und Innenwände hat darüber hinaus noch zusätzlich positive Effekte für die Dämmung und das Klima im Gebäude. Das 3D-Druck-Gebäude in Nanjing ist eine technische Meisterleistung und reiht sich ein in die vielfältigen Innovationen, die Siemens Real Estate im Immobilienbereich umsetzt. 

Vorreiter in Sachen Nachhaltigkeit und Umweltschutz

Nicht nur das 3D-gedruckte Mehrzweckgebäude kann durch seine zukunftsweisende Bauweise in Sachen Nachhaltigkeit punkten, auch bei der gesamten Digital Native Factory wurde „grün gedacht“. In der mit modernster Gebäude- und Energietechnik ausgestatteten Anlage spielten Umweltschutzaspekte von Anfang an eine wichtige Rolle und es kommen eine Vielzahl unterschiedlichster Maßnahmen für mehr Umweltfreundlichkeit zum Einsatz.

 

Mit Photovoltaikanlagen auf den Dächern, hocheffizienten Wärmepumpen und Wasserkühlern, LED-Beleuchtung, einem automatischen Lichtsteuerungssystem sowie einer intelligenten Beleuchtungssteuerung und durch Solar- und Windkraft betrieben Straßenlaternen werden große Mengen Energie eingespart und der CO2-Austoß erheblich reduziert.

 

Sonnenenergie kommt auch bei der Versorgung mit Warmwasser zum Einsatz und Solarkollektoren auf den Dächern versorgen Duschräume mit heißem Wasser. Und wenn statt Sonne Regen aufzieht, nutzt auch dies die Fabrik zum Vorteil des Umweltschutzes. Modulare Regenwassertanks können bis zu 500 m³ Wasser speichern, das für Toilettenspülungen und zur Bewässerung der Landschaft verwendet wird. 

Die große Zahl an Maßnahmen für den Umweltschutz suchen ihresgleichen und Siemens leistet damit einen wichtigen Beitrag zum Schutz natürlicher Ressourcen. Pro Jahr kann die Digital Native Factory in Nanjing damit Einsparungen von mehr 5.000.000 kWh Energie und 6.000 m³ Wasser vorweisen sowie rund 3.300 Tonnen CO2, was etwa 400 Hin- und Rückflügen zwischen München und New York City entspricht. Dieses Engagement für Nachhaltigkeit wurde auch entsprechend gewürdigt und die Fabrik mit dem LEED-Gold-Standard für besonders umweltfreundliche, ressourcenschonende und nachhaltige Neubauten zertifiziert. Gleichfalls zahlt der innovative 3D-Druck von Gebäuden mit seinem ressourcenschonenden Materialeinsatz und der schnellen Montage auf den Umweltschutz ein und birgt ein großes Potenzial für die Zukunft.

 

Mit den vielfältigen, zukunftsweisenden Maßnahmen leistet Siemens Real Estate einen wertvollen Beitrag im Kampf gegen den Klimawandel und unterstützt das Ziel der Siemens AG bis 2030 CO2-neutral zu werden sowie weiterhin eine Führungsrolle bei der Dekarbonisierung einzunehmen.