Junge Künstler konzertieren in der Carnegie Hall

"Carnegie Hall, ein Ort, der seit meiner Kindheit eine so mystische, magische Aura für mich hat." –  Fabian Müller, Gewinner des ARD-Musikwettbewerbs 2017 (Klavier), in der Carnegie Hall in New York. Dort trat der Pianist im März 2018 gemeinsam mit dem Bayerischen Staatsorchester auf.

Junge Talente – Große Träume

In den letzten Jahren traten junge Talente aus unseren eigenen Wettbewerben sowie aus unseren Partnerinstitutionen in der Carnegie Hall auf. Aufgrund der langjährigen Partnerschaft mit der Hochschule für Musik und Theater München suchten wir die besten Musiker der Hochschule, um in diesem renommierten Konzertsaal in New York zu konzertieren.

Die Geigerin Veriko Tchumburidze und der Flötist Rafael Adobas Bayog überzeugten das Publikum bei ihrem Auftritt in der Carnegie Hall auf ganzer Linie.

  

Audition 2022 für die Carnegie Hall

Die Jury war sich sofort einig. Die Gewinner unserer Audition 2022 für einen Auftritt in der Carnegie Hall in New York sind der Geiger Veriko Tchumburidze und der Flötist Rafael Adobas Bayog. Der Flötist stellte der Jury seine eigene Komposition vor.

Die Siemens AG wurde vor 175 Jahren gegründet. Im Rahmen dieses Jubiläums und in Erinnerung an den kürzlich verstorbenen Peter von Siemens (ehemaliges Mitglied des Vorstands und des Aufsichtsrats der Siemens AG) veranstaltet das Siemens Arts Program einen Konzertabend in der Carnegie Hall in New York.

Aufgrund der langjährigen Partnerschaft zwischen der Hochschule für Musik und Theater München und Siemens bzw. der Familie Siemens suchten wir die besten Musiker der Hochschule und organisierten ein Vorspielen in unserer Siemens-Zentrale in München.

Vor ihrem Auftritt sprachen wir mit beiden Musikern über ihren musikalischen Werdegang, ihre Assoziationen mit dem prestigeträchtigen Konzerthaus und die Stücke, die sie für das Konzert ausgewählt haben.

Rafael, was war Ihr erster Gedanke, als Sie nach dem Vorspielen erfahren haben, dass Sie in der Carnegie Hall auftreten werden? Was assoziieren Sie mit dem Wort "Carnegie Hall"?

 

"Passiert es? Es passiert...!" Das habe ich immer wieder gedacht, und ich kann es selbst noch nicht glauben. Ich werde es auch erst glauben, wenn ich in der Stadt bin.

Immer wenn ich "Carnegie Hall" höre, denke ich an die riesigen, funkelnden Kronleuchter und der Song "New York, New York" von Frank Sinatra beginnt in meinem Kopf zu spielen, besonders der Anfang: ‚Start spreading the news, I am leaving today..."

 

 

Wenn Sie zurückblicken, was war die wichtigste Entscheidung in Ihrer bisherigen musikalischen Laufbahn?

 

"Ich denke, die wichtigste Entscheidung war, im Ausland zu studieren. Dank Erasmus habe ich München entdeckt und München hat mir geholfen, mich als Musiker und als Mensch voll zu entwickeln. Es ist nicht leicht, in jungen Jahren von zu Hause wegzugehen, weg von zu Hause zu sein und sich in einer anderen Atmosphäre wiederzufinden. Außerdem habe ich durch das Leben in einer anderen Kultur und das Kennenlernen verschiedener Spielweisen Tag für Tag dazu gelernt."



Was war die größte Herausforderung in Ihrer bisherigen Karriere, und wie haben Sie sie gemeistert?

 

"Meine größte Herausforderung war es, mir selbst und meiner eigenen Arbeit zu vertrauen. Es kam ein Punkt, an dem ich ständig an mir selbst gezweifelt habe und die Anerkennung von anderen suchte. Langsam ändere ich meine Selbstwahrnehmung, und jedes Mal, bevor ich auf die Bühne gehe, versuche ich mir zu sagen: 'Hey, du hast dich vorbereitet und dein ganzes Herzblut reingesteckt, jetzt entspann dich einfach und genieße."

 

 

Können Sie uns mehr über die Auswahl der Stücke für Ihren Auftritt erzählen? Ein Stück wurde von Ihnen komponiert. Können Sie mehr über Ihre Komposition sagen?

 

"Das Repertoire, das ich spiele, ist eine Auswahl, die mich am besten repräsentiert, und jedes Stück hat in meiner Karriere eine besondere Bedeutung gehabt. In jedem Konzert versuche ich, eine Vielfalt an Stilen und Formen zu zeigen. Das Gleiche gilt für meine Kompositionen: Es ist eine Collage, in der ich meine Vision des Lebens darstelle, seine Schönheit vom Anfang bis zum Ende, mit all seinen Lichtern und Schatten. Sie umfasst Theater, Gesang und Tanz zu Musik von Carl Nielsen sowie verschiedene Auszüge aus Solostücken des Flötenrepertoires. Auch andere Genres wie Popmusik, Flamenco, elektronische Musik und R'n'B sind zu hören. Ich freue mich schon sehr darauf, es in diesem besonderen Konzerthaus, der Carnegie Hall, zu präsentieren!"

Fotos Audition 2022 für die Carnegie Hall: @daniel_tschitsch

Veriko, Sie haben uns erzählt, dass Sie vor langer Zeit, als Sie noch ein Kind waren, versucht haben, einen Blick in den Konzertsaal zu werfen, was Ihnen damals nicht möglich war. Was war Ihr erster Gedanke, als Sie erfahren haben, dass Sie in der Carnegie Hall auftreten?

 

"Ich bin wirklich sehr glücklich und fühle mich geehrt, in der legendären Carnegie Hall spielen zu dürfen, die ein Ort für viele Künstler war, darunter auch meine Vorbilder wie Isaac Stern, Jascha Heifetz, Leonard Bernstein und viele andere."

 

Können Sie uns mehr über die damalige Geschichte erzählen?

„Als ich 9 Jahre alt war und New York City erkundete, waren meine Mutter und ich in der Nähe der Carnegie Hall und beschlossen, hineinzugehen, um die Carnegie Hall zu sehen. Ich erinnere mich noch gut daran, wie ich den Sicherheitsbeamten fragte, ob wir reinkommen könnten, aber leider sagte er, wir bräuchten Eintrittskarten, und an dem Tag waren die Karten ausverkauft. Ich dachte, wer weiß, wann ich wieder hierher zurückkommen kann. Siebzehn Jahre später als Künstler zurück zu sein, ist ein echtes Geschenk meiner Karriere."

 

Wenn Sie zurückblicken, was war die wichtigste Entscheidung in Ihrer bisherigen musikalischen Karriere?

"Obwohl ich kein großer Freund von Wettbewerben bin, war die Teilnahme am 15. H. Wieniawski Violinwettbewerb eine der wichtigsten Entscheidungen in meiner musikalischen Karriere. Nachdem ich bei diesem Wettbewerb die Goldmedaille gewonnen hatte, erhielt meine Karriere große Aufmerksamkeit in der Musikwelt. Ich bin mit Orchestern und Dirigenten wie dem Staatsorchester Stuttgart und Marek Janowski, dem Estnischen Radiosinfonieorchester und Olari Elts aufgetreten, und als große Bewunderin der Kammermusik wurde ich auch eingeladen, mit den großen Musikern Marc Andre Hamelin, Maxim Vengerov, Tabea Zimmerman, Lisa Batiashvili und vielen anderen zu spielen."

 

Was war die größte Herausforderung in Ihrer bisherigen Karriere, und wie haben Sie sie gemeistert?

"Eine der größten Herausforderungen war es, die Zeit der Pandemie zu überstehen, so wie auch der Rest der Welt. Es war ziemlich schwierig, zu erleben, welche Auswirkungen das Virus plötzlich hatte - insbesondere auf die Kunstszene. In den letzten zwei Jahren nahm ich mir die Zeit, um an meinem Repertoire zu arbeiten, das ich mir erarbeiten wollte. In diesen unsicheren Tagen dachte ich, das Beste, was ich tun kann, ist, meine Zeit sinnvoll in Dinge zu investieren, die ich vorher aus Zeitmangel nicht tun konnte. Ich habe auch einige Ideen gefunden, die ich gern verwirklichen möchte."

 

Können Sie uns mehr über die Auswahl der Stücke für Ihren Auftritt erzählen?

"Meine Programmauswahl umfasst Griegs Sonate Nr. 2, Wieniawskis Scherzo Tarantella und Saint Saens/Ysayes Valse Caprice. Ich finde, dass Griegs zweite Violinsonate recht selten gespielt wird, und ich halte sie wirklich für eine der schönsten Sonaten, die für Violine geschrieben wurden. Sie ist ein geheimes Juwel des Repertoires, und ich freue mich immer, diese weniger gespielten Perlen mit dem Publikum zu teilen. Ich wollte unbedingt ein Stück aus Polen mitbringen, das seit dem Gewinn des ältesten Violinwettbewerbes der Welt mein viertes Heimatland ist. Wieniawskis Scherzo Tarantella ist wahrscheinlich eines der bekanntesten Violinwerke und es ist eine wunderbare Herausforderung für jeden Geiger, Werke von Wieniawski, Paganini oder Ysaye zu spielen. Zum Schluss werde ich Saint Saens 'Valse Caprice' spielen, das von dem großen Geiger und Komponisten Eugene Ysaye für Violine und Klavier bearbeitet wurde. Auch wenn dieses Stück als virtuoses Stück gilt, bieten Ysayes geniale Art der Bearbeitung und Saint Saens' wunderbare lyrische Seite viel mehr als nur eine virtuose, technische Show." 

Kristīne, Perfektionistin & Rebellin

Was kann man von Künstlern lernen? In einem ungewöhnlich offenen Gespräch mit der ARD-Musikpreisträgerin Kristīne Balanas (Violine) haben wir einiges erfahren über falsche Berater, dem Vertrauen in die eigene Intuition und dem Mut zum Risiko. Die junge Geigerin feiert in der Carnegie Hall ihr Debut.

Kristīne, Sie gelten international als eines der aufstrebenden Talente. Was war die wichtigste Entscheidung Ihrer Karriere?


Für mich war das wichtigste, immer meinen Prinzipien treu zu bleiben und niemals die Qualität der Musik aufs Spiel zu setzen. Vor einigen Jahren sagte ich Konzerte ab und verlies Proben. Ich war zu perfektionistisch. Vielleicht habe ich zu viel von mir erwartet, oder aber ich war zu idealistisch. Ich war eine kleine Rebellin. Heute überlege ich mir sorgfältig meine nächsten Schritte und fürchte mich nicht davor, Risiken einzugehen. Geduld ist ebenso wichtig! Musiker bekommen oft viele Ratschläge und ebenso viele unterschiedliche Tipps von unterschiedlichen Leuten. Es ist sehr wichtig, dass man Leute findet, denen man vertrauen kann. Und es ist vor allem wichtig, Deiner eigenen Intuition zu trauen.

 

 

Ihre Eltern sind berühmte Rockmusiker in Lettland. War das Spielen klassischer Musik für Sie ein Akt der Rebellion?

 

Das ist eine sehr interessante Frage! Mein Vater sang sein ganzes Leben lang Rock’n’Roll und brachte uns schon im Alter von 2-3 Jahren das Singen bei. Ich denke, es war mehr eine natürliche Entwicklung, in komplexe Musik einzutauchen, als eine Rebellion! Für mich stellte es sich später als ein Dilemma zwischen beidem dar, wenn ich verrücktere Dinge in der klassischen Musik machen wollte oder beim Singen von Popsongs nicht wirklich glücklich war.


Sie beschreiben sich selbst als Befürworterin eines zeitgemäßen und weniger bekannten Repertoires.

 

Ja, kürzlich nahm ich an einem Festival in Wales teil, bei dem mir die meiste Musik unbekannt oder völlig neu für mich war! Es gab viele Komponisten und Musikstücke aus Großbritannien und dem Baltikum, die ich sonst nicht kennengelernt hätte. Für mich war es eine große Herausforderung, nicht am Gewohnten festzuhalten. Es ist in gewisser Hinsicht bequem und nur natürlich für uns Menschen, altbekannte Dinge zu tun. Ich liebe es, mich neuen Herausforderungen zu stellen und Musik, die von lebenden Komponisten geschrieben wurde, zu erkunden!


Vor wenigen Monaten spielten Sie für Siemens KollegInnen in Berlin Siemensstadt. Ist Ihnen von Ihrem Auftritt noch etwas Besonderes in Erinnerung geblieben?

 

Ich genoss es, in der Siemensstadt aufzutreten und hinterher die Zuhörer zu treffen! Dies war ein ganz besonderes Konzert für mich, da das Publikum mich sehr freundlich aufnahm. Mir gefiel es, dass viele Zuhörer hier ihre erste Erfahrung mit klassischer Musik machten. Es macht mich glücklich, dass mein Konzert vielleicht das Eis gebrochen hat und die Menschen ein echtes Interesse an klassischer Musik entwickeln! 

Eine Rebellin in der Carnegie Hall 

Das Siemens Arts Program initiierte ein Konzert mit der ARD-Musikpreisträgerin Kristīne Balanas (Violine) in der Carnegie Hall.

 

Hier sehen Sie das Video über ihr Debüt in New Yorks „Konzert-Tempel“ (englisch). 

Gewinner des ARD Musikpreises spielen in der Carnegie Hall in New York

Auf der großen Bühne

Das Siemens Arts Program bringt Newcomer und große Meister in der Carnegie Hall zusammen: Am 27. März 2018 begleitete das Bayerische Staatsorchester – das Orchester der Bayerischen Staatsoper - die Gewinner des ARD Musik-Wettbewerbs 2017 Sarah Christian (Violine) und Fabian Müller (Klavier) in der Carnegie Hall in New York. Am Dirigentenpult stand Marie Jacquot.
Türkische Sopranistin begeistert in New Yorker Carnegie Hall

„Sag, ich träume“

İlkin Alpay spürt noch die ehrwürdigen Bühnenbretter der weltberühmten Carnegie Hall unter ihren Füßen. Nun ist sie umringt von begeisterten New Yorker Musikliebhabern. Für die junge Sopranistin ist dieser Tag wie ein Traum.

Nachdem İlkin Alpay im Jahr 2016 den Siemens Opernwettbewerb in Istanbul gewann, ging es rasant für sie weiter. Sie debütierte am 22. Oktober am Badischen Staatstheater Karlsruhe mit der Partie der Gianetta in Donizettis »L’elisir d’amore« (Der Liebestrank). Damit begann ihr Engagement im Opernstudio des Badischen Traditionshauses für die Spielzeit 2017.

 

Zeitlich ungewöhnlich: durch die Unterstützung des Siemens Arts Program hat es die junge Sopranistin in das wichtigste Konzerthaus der Welt geschafft – und dies bereits vor Beginn ihrer Gesangskarriere. Der Auftritt in New York ist daher der Höhepunkt ihrer noch jungen Laufbahn. Stephan Frucht, Künstlerischer Leiter des »Siemens Arts Program«, über die Förderung von Talenten: “Für Siemens war es immer wichtig, junge Talente aus allen Bereichen anzuziehen und zu unterstützen. Bis heute geben wir ihnen damit eine Basis, die eigene Kreativität zu entfalten.“

Der Siemens Opera Contest findet bereits zum neunzehnten Mal vom 22. bis zum 25. Mai 2017 in Istanbul statt.

 

Hueseyin Gelis CEO Siemens Türkei, über den Siemens Opera Contest: “Kreativität ist nicht nur beschränkt auf Forschung, Technologie oder IT. Unser Ziel bei Siemens ist, einen Austausch zwischen alle kreativen Bereichen des Lebens herzustellen. Das treibt uns an.“

Info

Zusammenarbeit zwischen der Carnegie Hall und Siemens

Durch eine enge Zusammenarbeit mit Siemens konnten die Studio Towers der Carnegie Hall im Jahre 2014 renoviert werden. Im Mittelpunkt standen der Anbau des neuen, knapp 5600 m² großen Resnick Education Wing sowie die Renovierung der Backstage-Bereiche der Carnegie Hall. Dies verdeutlicht die Entwicklung der Carnegie Hall von einem „Musiktempel“ der alten Schule zu einer Art „Lehranstalt für Musik“, denn sie wendet nun mehr als ein Zehntel ihres Betriebsbudgets für Unterrichtsprogramme auf.

 

Die Carnegie Hall ist eines der berühmtesten Konzerthäuser der Welt und bekannt für ihre hervorragende Akustik. Dank ihres offiziellen Technologiepartners Siemens ist es der Carnegie Hall gelungen, die LEED-Zertifizierung in Silber zu erhalten. Zur Modernisierung des 124 Jahre alten Gebäudes liefert Siemens Gebäudeautomation, Brandschutz- und Sicherheitssysteme sowie Teile des Energieversorgungssystems.