Siemens Dirigentenstipendium für die Karajan Akademie der Berliner Philharmoniker

Dirigentenstipendium

Das Siemens Arts Program ermöglicht seit 2020 ein Dirigierstipendium im Rahmen des Ausbildungsprograms der Karajan-Akademie der Berliner Philharmoniker.

 

Es ermöglicht dem Stipendiat / der Stipendiatin dem Chefdirigenten der Berliner Philharmoniker, Kirill Petrenko, zu assistieren sowie ein eigenes Porträtkonzert mit dem Orchester der Karajan-Akademie im Kammermusiksaal der Philharmonie Berlin zu dirigieren.

 

Mit dem Siemens Conductors Scholarship unterstützen Siemens und die Karajan-Akademie gemeinsam die Förderung von herausragenden Nachwuchsdirigent:innen.

Doppelter Gewinn in der Philharmonie Berlin

Zwei Dirigenten überzeugten beim Wettbewerb für den Siemens Conductors Scholarship

Vor einem Weltstar wie Kirill Petrenko dirigieren zu dürfen ist für viele aufstrebende Dirigentinnen und Dirigenten eine einzigartige Chance. An einem Sonntag in der Philharmonie Berlin machten gleich drei junge Talente diese besondere Erfahrung: beim Finale des Dirigierwettbewerbs für das Siemens Conductors Scholarship. Für zwei von ihnen ging dann ein noch größerer Traum in Erfüllung.

Als ich das erste Mal vor einer Gruppe von Menschen stand und sie dirigierte – auch wenn es furchtbar schief ging – wusste ich, dass es das ist, was ich mit meinem Leben machen will.
Christian Blex

Das Siemens Conductors Scholarship – Karrieresprungbrett für Dirigierende 

Aus knapp 200 Bewerbungen aus aller Welt wurden zehn Teilnehmende zu einem dreitägigen Auswahlverfahren in die Philharmonie Berlin geladen. Das Niveau war bei allen sehr hoch; passend zum Preis: Das Siemens Conductors Scholarship beinhaltet neben einer zweijährigen Ausbildung in der Karajan-Akademie der Berliner Philharmoniker die begehrte Aufgabe, dem Chefdirigenten der Berliner Philharmoniker, Kirill Petrenko, zu assistieren. Hinzu kommt die Leitung eines eigenen Portraitkonzerts mit den Musikerinnen und Musikern der Karajan-Akademie.

 

Die Wahl lag bei einer siebenköpfigen Jury unter dem Vorsitz von Kirill Petrenko. Als das Ergebnis nach der finalen Konzertrunde in der Philharmonie bekanntgegeben wurde, kam die große Überraschung: es soll nicht nur einen, sondern zwei Stipendiaten geben. Sowohl Christian Blex als auch Oscar Jockel haben die Jury mit ihren Dirigaten beeindruckt und teilen sich den Gewinn.

Das Siemens Conductors Scholarship ist nichts weiter als die Idee, aus vielen talentierten jungen Dirigentinnen und Dirigenten den oder die Beste herauszufinden. Und das ist das Schöne bei diesen Bewerberinnen und Bewerbern hier, da spürte man die Energie, die wollen richtig was bewegen und sind dazu noch ausgesprochen sympathisch. Diesen Menschen muss man eine Chance geben.
Stephan Frucht, Jurymitglied und künstlerischer Leiter des Siemens Arts Program

 

 

 

Stundenlanges Proben für einen perfekten Moment

„Man hat für ein Konzert sehr viele Vorbereitungen: das Einrichten des Notenmaterials, die Sitzordnung, ... Vor allem aber die musikalische Vorbereitung. Das ist für mich das faszinierende daran: es ist ein Handwerk aber gleichzeitig auch mehr als ein Handwerk. Es erfordert guten Umgang mit Menschen und Kommunikation und da ist jeder Mensch so unterschiedlich. Und dann kommt der Moment, und man hat Tage stundenlang geprobt und dann in diesem einen Moment muss es passen.“, sagt Oscar Jockel.

 

Oscar gehört zu den drei Finalisten, die es bis zur dritten Runde vor Kirill Petrenko schafften, zusammen mit Isabel Rubio aus Spanien und Christian Blex aus Deutschland. Jeder von ihnen bekam 40 Minuten Zeit, mit dem Orchester der Karajan-Akademie vor einem Publikum Ausschnitte aus Stücken von Debussy, Beethoven und Tschaikowsky einzuüben.

 

Auf die Frage hin, wie der Wettbewerb für ihn gelaufen ist, antwortete Christian Blex: „Jetzt im Nachhinein muss man natürlich sagen, der Wettbewerb lief toll. Währenddessen war es vor allen Dingen stressig und immer so ein Wechselbad der Gefühle. Das Größte an dem Wettbewerb war wirklich die Musiker der Karajan-Akademie zu treffen und mit denen Musik zu machen. Und da war das vorherrschende Gefühl eine tiefe Dankbarkeit. Weil die so offen auf mich reagiert haben. Es war so toll mit ihnen zu musizieren! Das nehme ich aus dem Wettbewerb mit.“

 

 

 

Probenarbeiten sind der Schlüssel zum Meisterwerk

Neben der Arbeit mit der Karajan-Akademie ist der Einblick in die Proben des Chefdirigenten Kirill Petrenko mit den Berliner Philharmonikern ein wertvoller Teil des Stipendiums.

 

„Wenn man als Dirigent in andere Konzerte geht, dann sieht man das fertige Produkt.“, erklärte Christian Blex, „uns interessiert natürlich, wie ist man da hingekommen. Wir haben jetzt das Privileg zu sehen, wie das Meisterwerk entsteht. Mit ganz viel verschiedenen Persönlichkeiten mit verschiedenen künstlerischen Stilen das beobachten zu dürfen: wie man zu diesem finalen Projekt kommt. Von Probenpsychologie und Personenmanagement über reine Musikalität. Das finde ich großartig.“

 

Beide Stipendiaten freuen sich auf ihre Zeit in der Philharmonie Berlin, vor allem auf die Begegnungen mit den Menschen und all das, was sie dort noch lernen werden. 

Man sagt, wenn ein neuer Chefdirigent kommt – oder hoffentlich auch mal eine Chefdirigentin – dann entsteht ein Klang im Orchester, der sich über mehrere Generationen bewahrt. Und ich bin sehr interessiert, was Kirill Petrenko für eine Vision hat oder woran er arbeitet. Und das kriegen wir in dieser Zeit hoffentlich mit – wir werden sehen!
Oscar Jockel

Die erste Stipendiatin: Nodoka Okisawa

Nodoka Okisawa ist die erste Dirigentin, die wir im Rahmen dieses Stipendienprogramms fördern. Die talentierte Japanerin ist Absolventin der University of the Arts in Tokyo und der Hochschule für Musik Hanns Eisler Berlin. 2019 gewann sie den Internationalen Dirigierwettbewerb in Besançon.

 

Seit September 2020 arbeitet sie an der Seite von Kirill Petrenko sowie auch mit den Musikerinnen und Musikern der Akademie. Dabei lernt sie genauso viel von den anderen Stipendiatinnen und Stipendiaten wie sie von ihr.

 

 

Informationen zur Bewerbung finden Sie hier:

Wir lernen voneinander und inspirieren uns gegenseitig.
Nodoka Okisawa