Wasser für Botswana direkt aus dem Hahn

Die Bewohner in ländlichen Gegenden Botswanas haben erstmals Zugang zu sicherem und sauberem Trinkwasser. Dank Automatisierungs- und Elektrotechnik des Siemens-Lösungspartners Moreflow liefert dort eine neue Wasseraufbereitungsanlage täglich elf Millionen Liter der kostbaren Ressource.

Einfach den Wasserhahn aufdrehen und schnell ein Glas trinken – für viele Menschen auf der Welt eigentlich nichts Besonderes. Nicht so für die Bewohner im ländlichen Distrikt Bobirwa in Botswana. Wie viele Länder in Afrika kämpft Botswana seit Jahrzehnten gegen Wassermangel. Verschärft wird diese Situation durch den Klimawandel.

 

Vor allem der Zentral-Distrikt mit seinem semiariden (= halbtrockenen) Klima leidet unter wiederkehrenden Dürreperioden. Gleichzeitig treiben die wachsende Bevölkerung und die starke Wirtschaft in Botswana den Wasserverbrauch in die Höhe. Um die Wasserversorgung zu verbessern, wurden in den vergangenen Jahren mehrere Staudämme in Botswana errichtet. Einer davon ist das Staudammprojekt Thune.

Durchgängiges Angebot vom Lösungspartner

Der Siemens-Lösungspartner Moreflow (Pty.) Ltd. aus Francistown in Botswana hat Automatisierungstechnik, elektrische Ausrüstung sowie zusätzliche Services für die Wasseraufbereitungsanlage des Thune-Staudamms geliefert. Dazu gehören Mittel- und Niederspannungsschaltanlagen sowie Antriebs- und Prozessinstrumentierungssysteme.

 

Außerdem entwickelte und installierte das Unternehmen ein umfassendes Paket für die Automatisierung und Überwachung der Anlage. Das Besondere daran: die Remote-Systeme in den Dörfern wurden über UHF-Funksysteme an das zentrale WinCC-System angebunden. Dies ermöglicht kosteneffektive und wartungsarme Verbindungen selbst zu entlegendsten Standorten.

Wir freuen uns darauf, bei künftigen Projekten das Konzept des digitalen Zwillings einzusetzen. 
Mike Tearnan, Director, Moreflow Ltd.

Aus der Ferne alles im Blick

„Auf diese Weise haben die Bediener in der zentralen Leitwarte das gesamte System im Blick, einschließlich der verteilten Pumpstationen und der Speichertanks“, erläutert Mike Ternan, Director bei Moreflow. „Vor allem während der Covid-19-Pandemie sind digitale Lösungen auf Basis zuverlässiger Fernanbindungen ein großer Vorteil. Damit lassen sich die Automatisierungssysteme und -prozesse steuern und überwachen, ohne dass dazu Personal vor Ort sein muss.“

Mehrfacher Kundennutzen dank TIA

Weitere Vorteile der integrierten Lösung: Ersatzteile sind über die gesamte Lebensdauer der Anlage ausreichend verfügbar. Auch Änderungen lassen sich problemlos umsetzen, da bei allen Siemens-Systemen das Portal Totally Integrated Automation (TIA) als Engineering-Framework eingesetzt wird. „Die nahtlose Konfiguration aller Geräte über die gleiche Softwareplattform ist so einfach, dass wir dafür 40 Prozent weniger Zeit benötigen. Auch Änderungswünsche des Kunden in letzter Minute lassen sich problemlos implementieren und auf allen Geräten im Netzwerk umsetzen“, bestätigt Mike Tearnan.

Bei der Kombination mehrerer Elemente aus dem Siemens-Portfolio haben alle beteiligten Einheiten erfolgreich zusammengearbeitet – nicht zuletzt dank der Integration in unserem Portal für Totally Integrated Automation. 
Sabine Dall’Omo, CEO Siemens Southern and Eastern Africa

Zusammenspiel auf unterschiedlichen Ebenen

Die nahtlose Integration aller Komponenten mit dem TIA-Portal und dem Profinet-Backbone sorgt zudem für optimale Datentransparenz. Zuverlässige, industrietaugliche Komponenten von Siemens kommen dabei auf allen Ebenen zum Einsatz, und sorgen für die hohe Verfügbarkeit der Anlage.

 

„Siemens hat mit den richtigen Technologien die Digitalisierung, Flexibilität und individuelle Anpassung des Projekts ermöglicht. Bei der Kombination mehrerer Elemente aus dem Siemens-Portfolio haben alle beteiligten Einheiten erfolgreich zusammengearbeitet – nicht zuletzt dank der Integration in unserem Portal für Totally Integrated Automation (TIA)“, würdigt Sabine Dall’Omo, CEO Siemens South Africa.

Soviel mehr als Wasser

Seit ihrer Inbetriebnahme sorgt die Anlage nicht nur für die zuverlässige Trinkwasserversorgung; sie ist auch eine wichtige Einkommensquelle für die lokale Bevölkerung. „Mit diesem Projekt tragen wir dazu bei, wertvolle Kompetenzen vor Ort aufzubauen. Die Mitarbeiter des Betreibers Water Utilities Corporation werden bei Siemens Sitrain in Midrand und in Botswana ausgebildet. Die dort erworbenen Fähigkeiten kommen ihnen dann beim Betrieb der Anlage zugute“, schildert Mike Tearnan. „So trägt die enge Einbindung der Mitarbeiter vor Ort wesentlich zum Projekterfolg bei.“

Digitalisierung verwirklichen

Inzwischen ist die Aufbereitungsanlage voll in Betrieb. Mike Tearnan indes hat bereits Pläne für weitere Serviceleistungen, die Moreflow seinen Kunden basierend auf dem Digitalisierungsangebot von Siemens bieten kann: „Wir freuen uns darauf, bei künftigen Projekten das Konzept des digitalen Zwillings einzusetzen. Damit können wir die Konstruktion vorab simulieren, und so beispielsweise Projektkosten einsparen oder Projekte leichter fristgerecht abschließen. Ein weiterer Vorteil ist die mögliche Anbindung an MindSphere, die führende IoT-as-a-Service-Lösung von Siemens.“

Digitalisierung macht wichtige Tools für Netzwerksysteme verfügbar sowie für neuartige Ansätze zur Datenanalyse in Betrieb und Wartung. 
Ralf Leinen, Senior Vice President, Siemens Digital Industries Southern and Eastern Africa

Diese Pläne stehen ganz im Einklang mit der Digitalisierungsstrategie von Siemens. „Digitalisierung macht wichtige Tools für Netzwerksysteme verfügbar sowie für neuartige Ansätze zur Datenanalyse in Betrieb und Wartung. Mit unseren umfassenden Digitalisierungs- und Automatisierungslösungen treiben wir innovative Technologien voran und können die Herausforderungen unserer Kunden effektiv bewältigen“, betont Ralf Leinen, Senior Vice President of Siemens Digital Industries for Southern and Eastern Africa.

Wasser 4.0 für Botswana

„Die Wasseraufbereitungsanlage am Thune-Staudamm zeigt, wie wir die Service- und Betriebsmitarbeiter der Anlage unterstützen können, indem wir anstelle des bisherigen reaktiven Konzepts auf einen proaktiveren Wartungsansatz setzen. Siemens verfügt dazu über die richtigen Produkte, um auch Systeme an sehr entlegenen Standorten und unter widrigen Umgebungsbedingungen anzubinden“, sagt Mike Tearnan. „Weshalb sollten wir also nicht in großen Maßstäben denken und Wasser 4.0 hier in Botswana realisieren?“

Der Staudamm und die Wasseraufbereitungsanlage ermöglichen in weiten Teilen des Distrikts erstmals den Zugang zu sauberem Leitungswasser und leisten einen wesentlichen Beitrag zur Trinkwassersicherheit in der Region. Die von der Water Utilities Corporation in Botswana betriebene Aufbereitungsanlage soll bis 2035 täglich rund 40.000 Menschen mit 11 Millionen Litern Wasser versorgen. Das aufbereitete Wasser wird in der Anlage in großen Tanks gespeichert, bevor es über Rohrleitungen an die Speichertanks in den Dörfern des Umlandes verteilt wird.

März 2021

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