Glashersteller setzt auf systematisches Energiemanagement 

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Vetropack zählt zu den führenden Verpackungsglasherstellern für die Getränke- und Nahrungsmittelindustrie in Europa.

Als ein führender Hersteller von Verpackungsglas für die Getränke- und Nahrungsmittelindustrie in Europa setzt die Vetropack-Gruppe auf Simatic Energy Manager PRO – sowohl zum Energiemanagement als auch zur systematischen Beschaffung von Energie.

Die Vetropack-Gruppe geht ihr Energiemanagement und die Beschaffung von Energie strategisch, betriebswirtschaftlich und technisch zugleich an. Hilfreich ist dabei externes Beratungs-Know-how und das Energiemanagementsystem Simatic Energy Manager PRO nebst Add-ons für die strukturierte Beschaffung von Energie.

Das Ziel des Unternehmens ist das ganzheitliche Management der Energie in der Vetropack-Gruppe: von der Planung über die strategische Beschaffung bis hin zur Erfassung der Verbräuche und Rechnungsprüfung. Die gesteckten Ziele werden nach dem Roll-out in allen neun internationalen Werken des Schweizer Verpackungsglas-Herstellers erreicht sein.

Hoher Energieverbrauch in der Glasindustrie

Weil die Glasproduktion bekanntermaßen sehr energie- und kostenintensiv ist, muss an vielen Stellschrauben gedreht werden, um Verbesserungen in beiden Bereichen zu erzielen. Ohne professionelle Softwaretools ein Ding der Unmöglichkeit, zumal Vetropack den Anspruch hat, sein Energiemanagement über alle Standorte hinweg einheitlich zu betreiben. Herausfordernd ist in diesem Zusammenhang auch, die Energie-Messstellen werksübergreifend zu definieren, zu harmonisieren, einheitlich zu berichten und das Controlling einzubinden.

Holistischer Ansatz

Das Besondere an der Herangehensweise von Vetropack: Das Kernprojektteam hat sich auf die Fahnen geschrieben, Energiemanagement aus kaufmännischer und technischer Sicht anzupacken – eingebettet in die Digitalisierungsstrategie des Unternehmens.

Das Projekt wurde von der strategischen Beschaffung initiiert und geleitet. Denn: Nur in der Verknüpfung von allen beteiligten Disziplinen, der Produktion und Technik sowie der Beschaffung sieht der Verpackungsglas-Hersteller die Möglichkeit, den Energieverbrauch und die Kosten der Energie auf Gruppenstufe zu optimieren und somit auch den notwendigen Beitrag zur CO2-Footprint-Verbesserung zu leisten. Nach einer Phase der Evaluierung und Pilotierung verschiedener Systeme, entschied sich der langjährige Siemens-Kunde für die Softwarelösung Simatic Energy Manager PRO. Für die Einbindung der Beschaffung wurde auf der Basis eines umfangreichen Pflichtenheftes ein neues Modul von Siemens entwickelt und programmiert. Nach dem Projektstart im Jahr 2017 pilotierten Siemens und Vetropack das Vorhaben 2019 für das österreichische Werk Kremsmünster, um seither das System systematisch in allen Werken in die bestehende Simatic PCS 7 und IT-Infrastruktur einzubetten. Den Anfang machte das kroatische Werk Straza.

Verknüpfung von Betriebs- und Energiedaten

Wenn der gruppenweite Roll-out in den kommenden ein bis zwei Jahren beendet ist, wird das Unternehmen die volle Transparenz über relevante Energie- und Medienverbrauchswerte und deren Kosten (vor allem Gas, Strom, Wasser, Druckluft) sowie CO2-Emissionen auf verschiedenen Aggregationsebenen nebst einheitlich zugeordneten Kostenstellen haben. Mitentscheidend dafür ist ein anvisierter Master-Metering-Plan, um einheitliche Messstandards zu setzen.

Pro Werk werden bis zu 200 Messstellen in das Energiemanagementsystem integriert. „Auf dieser Basis lassen sich dann beispielsweise gezielt gruppenweit harmonisierte Energiekennzahlen definieren, analysieren, auf Dashboards darstellen und als Grundlage für Energieeffizienz-Maßnahmen zurate ziehen“, erklärt Bozo Dragoslavic, Energy Manager für die Vetropack-Gruppe.

Best Practices sollen dabei systematisch auf die anderen Produktionsstätten übertragen werden. Durch die ISO 50001-konforme Software-Unterstützung von Siemens wird sich Vetropack künftig eine Menge Zeit bei der Datenerfassung sparen und kann sich so verstärkt darauf konzentrieren, Rückschlüsse aus den Informationen zu ziehen und über Energieeffizienz-Maßnahmen wie beispielsweise zusätzliche Photovoltaik-Anlagen in einem Werk zu entscheiden.

 

Dezember 2021

Rudolf Traxler

Die Vetropack-Gruppe zählt zu den führenden Herstellern von Verpackungsglas für die Getränke- und Nahrungsmittelindustrie in Europa. Sie beschäftigt rund 4.000 Mitarbeitende und betreibt acht Glaswerke in der Schweiz, in Österreich, Tschechien, Kroatien, in der Slowakei, in der Ukraine, in Italien und Moldawien.

In einem herausfordernden Umfeld, das 2020 und darüber hinaus von der Pandemie gekennzeichnet war, erreichte die Vetropack-Gruppe eine EBIT-Marge von 11,5 Prozent (2019: 12,5 Prozent). Die konsolidierten Nettoerlöse betrugen CHF 662,6 Mio. (2019: 714,9 Mio.). Ende 2020 akquirierte die Gruppe ein Glaswerk in Moldawien. Die Übernahme wurde aus eigenen Mitteln finanziert. Der Spatenstich für das neue Glaswerk in Boffalora sopra Ticino, Italien, erfolgte im Oktober 2021. 

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