Schnell und vollautomatisch: Desinfektion von Einkaufswagen

Das finnische Unternehmen Innorent hat eine kompakte Desinfektionseinheit für Einkaufskörbe und Einkaufswagen entwickelt. Die Bedienung erfolgt berührungslos. Die vollautomatische Desinfektion benötigt nur wenige Sekunden und beruht auf einer LOGO!-Steuerung und neuester IoT -Technologie.

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Innorent aus dem finnischen Pirkkala ist eigentlich für seine vorgefertigten Autowaschanlagen und modularen Gebäudelösungen bekannt. Doch mit einem völlig neuartigen Produkt hat das Unternehmen jetzt einen völlig neuen Markt erschlossen: „Wir wollten unser Wissen über Waschanlagen nutzen und überlegten, was wir außer Autos noch reinigen könnten. Dabei entstand die Idee, auch Einkaufswagen und -körbe zu reinigen,“ erklärte Innorent CEO Markus Niemi. 

 

Die Idee wurde zunächst verworfen, lebte aber vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie unter anderen Vorzeichen wieder auf. Entgegen der ursprünglich angedachten Tiefenreinigung beschloss man jedoch bei Innorent, sich auf die Desinfektion von Einkaufskörben und Einkaufswagen zu konzentrieren. Das Ergebnis sind kompakte Desinfektionssysteme für Supermärkte, die eine schnelle und einfache Desinfektion innerhalb von wenigen Sekunden ermöglichen. 

 

Derzeit sind in Finnland und Schweden insgesamt 30 der unter dem Markennamen Foum vertriebenen Geräte im Einsatz. Ihre Akzeptanz beruht vor allem auf dem erhöhten Hygienebewusstsein der Supermarkt-Kunden, das vor allem durch die Corona-Pandemie geweckt wurde. 

 

„Die Desinfektionsanlagen bieten vor allem zwei Kundenvorteile: Einerseits fühlt sich der Kunde mit einem selbst desinfizierten Einkaufskorb oder -wagen sicherer. Andererseits wird das Personal entlastet, das sonst eine solche Desinfektion übernehmen müsste", meint Markus Niemi. 

Einfache Handhabung und Steuerung aus der Ferne

Das Prinzip von Foum ist einfach: Der Kunde stellt seinen Einkaufswagen oder -korb in die Maschine und startet den Desinfektionsvorgang, indem er sich mit der Hand einer Taste nähert, ohne diese berühren zu müssen. Daraufhin wird der Wagen oder Korb mit Desinfektionsmittel besprüht. Farbige LEDs zeigen den Fortschritt der Desinfektion an. Der gesamte Vorgang dauert nur zwei bis drei Sekunden, sodass der Kunde nur minimal aufgehalten wird.

 

„Die Funktionslogik musste leicht anpassbar sein. Eine Lösung auf Basis herkömmlicher Relais kam daher nicht in Frage. Dabei wäre jede Änderung sehr mühsam gewesen und hätte an jedem Standort manuell vorgenommen werden müssen“, sagt Jussi Pölönen von der SVI Group. Pölönen war eng in die Entwicklung von Foum eingebunden und vor allem für die Elektrik und das IoT-System verantwortlich.

Der absolute Vorteil von LOGO! ist ihre Anbindung an die Cloud. In der Praxis können wir damit aus der Ferne überwachen, ob das Gerät ordnungsgemäß funktioniert und ob genügend Desinfektionsmittel im Tank ist.
Markus Niemi, CEO Innorent

Bei der Funktionssteuerung von Foum entschied sich Innorent für LOGO!. Die kompakte Siemens Steuerung ist zum Beispiel für die gezielte Abgabe des Desinfektionsmittels zuständig. Auch wird damit der Auffangbehälters überwacht, der dazu dient, überschüssiges Desinfektionsmittel aufzufangen. 

 

„Der absolute Vorteil von LOGO! ist ihre Anbindung an die Cloud. In der Praxis können wir damit aus der Ferne überwachen, ob das Gerät ordnungsgemäß funktioniert und ob genügend Desinfektionsmittel im Tank ist. Damit wird auch sichergestellt, dass der Auffangbehälter nicht überläuft. Jede ungewöhnliche Betriebssituation wird sofort per E-Mail gemeldet“, fasst Niemi die Vorteile zusammen.

Die Funktionslogik musste leicht anpassbar sein. Eine Lösung auf Basis herkömmlicher Relais kam daher nicht in Frage.
Jussi Pölönen, SVI Group

Die Technologie von LOGO! mit ihrer Cloud-Anbindung und Möglichkeiten zur Fernüberwachung unterstützt einen raschen Ausbau des Vertriebsnetzes ohne, dass dafür ein aufwendiger Vor-Ort-Service aufgebaut werden muss. „Die Gerätefeatures lassen sich täglich aktualisieren. Änderungen können mühelos digital übermittelt und ohne Vor-Ort-Service vorgenommen werden,“ meint Pölönen und verweist damit auf einen weiteren Vorteil der kompakten Siemens-Steuerung: „Wir haben einfach hohes Vertrauen zu einer Lösung, die seit Jahrzehnten in anspruchsvollen Industrieumgebungen eingesetzt wird,“ begründet er die Entscheidung für die Siemens Lösung. 

Marktchancen auch über die Pandemie hinaus

Foum gibt es in zwei Ausführungen, passend für Einkaufswagen und für Einkaufskörbe. Innorent CEO Niemi ist davon überzeugt, dass die Nachfrage nach diesen Desinfektionseinheiten auch über die Corona-Pandemie hinaus erhalten bleiben wird: „Wir gehen davon aus, dass die Pandemie das Hygienebewusstsein der Menschen dauerhaft erhöhen wird. Ein Desinfektionsgerät im Foyer des Ladens ist eine wirklich problemlose Methode, das Risiko der Verbreitung von Keimen zu verringern.“

 

Innorent ist derzeit dabei, den Vertrieb der innovativen Hygienelösung in Finnland und Schweden weiter auszubauen. Das Unternehmen sieht jedoch auch große Absatzchancen in Ländern wie Spanien, Frankreich, Großbritannien und Deutschland, in denen es während der Corona-Pandemie zu umfangreichen Lockdowns gekommen ist.