Ein HMI für heute und (über)morgen

GALVA Anlagen-Technik: Feuerverzinkungsanlagen mit SIMATIC WinCC Unified

Ordentlich aufgereiht warten die Fahreinheiten auf ihren großen Einsatz: Sie werden an eine Feuerverzinkung in Italien ausgeliefert. Mit an Bord: eine neue Visualisierung auf Basis von SIMATIC WinCC Unified – „denn wir denken schon heute an die Zukunft“, erklärt Bernhard Planer, leitender Softwareingenieur bei der GALVA Anlagen-Technik GmbH.

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Mit gerade einmal fünf Mitarbeitern entwickelt und produziert die GALVA Anlagen-Technik GmbH maßgeschneiderte Lösungen für Transportsysteme. Von Falkenstein im Vogtland aus betreut das Unternehmen insbesondere Verzinkereien in ganz Europa. „Aktuell sind es rund 25 Anlagen, die bei unseren Kunden im Einsatz sind – und zwar seit vielen Jahren“, fährt Bernhard Planer fort. „Diese Anlagen haben wir teils vor 20 oder sogar 25 Jahren gebaut. Zu unserem Geschäft gehört es daher auch, diese Anlagen regelmäßig auf den neuesten Stand der Technik zu bringen. Daneben entwickeln wir auch Neuanlagen, bei denen wir immer die neueste Technik nutzen – denn schließlich werden auch diese Anlagen weit über 20 Jahre im Einsatz sein.“

GALVA Anlagen-Technik GmbH

Die GALVA Anlagen-Technik GmbH ist Anbieter maßgeschneiderter Individuallösungen für Verzinkereien und anderer transporttechnischer Anwendungen. Neben dem Projektgeschäft liegt dabei der Fokus des Unternehmens insbesondere auf der Betreuung und im Service der errichteten Anlagen. Unter anderem führt GALVA Retrofits an bestehenden Anlagen durch, mit denen die Systeme auf den aktuellen Stand der Technik gebracht werden. Die Lebenszeit der Anlagen beträgt viele Jahre, daher ist auch dabei die neueste Technik ein Muss.

Investitionsschutz als Grundlage aller Projekte

Der Aspekt der Langlebigkeit und Zukunftssicherheit ist bei der GALVA Anlagen-Technik GmbH schon aus Prozesssicht notwendig: Die Umgebungsbedingungen sind in der Feuerverzinkung so rau wie in kaum einer anderen Branche. „Viele Teile an unseren Fahreinheiten sind hohen Temperaturen, aggressiven Medien und auch mechanischen Belastungen ausgesetzt. Unsere Anlagen müssen daher absolut robust sein“, erklärt Bernhard Planer. So sind die Fahreinheiten, die jeweils paarweise für den Transport der Werkstücke innerhalb der Verzinkerei eingesetzt werden, statt über eine starre Verbindung über Funk gekoppelt. Das reduziert die mechanische Belastung der Ketten und Lager, außerdem entfallen alle mechanischen und elektrischen Verbindungen, die ebenfalls einer starken Belastung ausgesetzt sind. Dadurch sind die Anlagen aus Falkenstein erheblich zuverlässiger und benötigen deutlich weniger Wartung als andere Lösungen. Nichtsdestotrotz stehen jedes Jahr auch mindestens drei Anlagen zur Modernisierung an – und dann setzt GLAVA auch hier immer die neueste Technik ein: „Es ist bei jeder Modernisierung unser Ansatz, dass wir nicht einfach die bestehende Lösung portieren, sondern immer auch den Fortschritt bei Systemen Komponenten für den Kunden nutzbar machen“, so Planer.

Neue Visualisierung mit zukunftsgerichteten Technologien

Dies zeigt sich aktuell ganz besonders beim Human Maschine Interface. „Wir haben die Umstellung auf WinCC Unified auch genutzt, unsere Visualisierung komplett zu überarbeiten. Damit können unsere Anwender jetzt die Anlagen über ein komfortables und modernes Interface bedienen – und zwar trotzdem mit der gewohnten Logik und Haptik. Die beiden Fahreinheiten werden von einem zentralen, stationären Panel als Master aus gesteuert, über das der Bediener alle Funktionen bedienen kann und alle Informationen zum Prozess sieht. Eine der Fahreinheiten hat ein weiteres 7-Zoll-Panel, das vorwiegend zur Wartung genutzt wird. Die zweite Fahreinheit ist wiederum der Slave zur ersten Fahreinheit“, erklärt Bernhard Planer den grundsätzlichen Aufbau. Die Rezepte für den Prozess werden lokal über WinCC Unified Parameter Control im Hauptrechner verwaltet.

 

Die gesamte Architektur ist jetzt auf Basis von SIMATIC HMI Unified Comfort Panels und einem übergeordneten SIMATIC Industrie PC mit SIMATIC WinCC Unified umgesetzt. Ein wichtiger Aspekt war für Bernhard Planer bei der Auswahl dieser Lösung, dass WinCC Unified durchgehend auf moderne und zukunftsorientierte Technologien setzt. „Jetzt haben wir die Möglichkeit, eine voll Web-fähige Visualisierungslösung aufzubauen. Dadurch können unsere Anwender ihre Anlagen auch einfach über einen Web-Client überwachen, um zum Beispiel einfach den Status der Anlage von einem beliebigen Endgerät aus über einen Standardbrowser aufzurufen. Dadurch verbessern wir unmittelbar die Anlagentransparenz für die Entscheidungsebene.“ Als leitender Softwareentwickler waren für Bernhard Planer aber auch die Vorteile von Unified für Entwicklung und Engineering entscheidend. „Wir entwickeln Anlagen ganz unterschiedlicher Größe, von einer Fahreinheit bis hin zu Lösungen mit weit über 20 Fahreinheiten, die jeweils aus zwei Einheiten bestehen. Selbst auf dem großen 22-Zoll-Bildschirm des Industrie-PCs wird es da eng. Noch dazu benötigen unsere Bediener auch Detailansichten, Fenster mit zusätzlichen Informationen – all das bedeutete für mich, dass ich viele einzelne Bedienbilder mit jeweils eigenen Vorlagen erstellen musste. Auch das Nachziehen von Änderungen war jedes Mal mit einem erheblichen Aufwand verbunden.“

Mit SIMATIC WinCC Unified bin ich im Engineering der Visualisierung um den Faktor vier bis fünf schneller.
Bernhard Planer, leitender Softwareingenieur, GALVA Anlagen-Technik GmbH

Vier- bis fünfmal schneller zur fertigen Visualisierung

Jetzt ist eine neue Visualisierung fast schon im Handumdrehen fertig: „Ich zeichne ein Objekt einmal in der Übersicht, und für alle anderen Darstellung wird dann dieses Objekt dynamisch erzeugt. Auch Änderungen werden automatisch in allen Bildern übernommen.“ Zwar bedeutete die Umstellung für Bernhard Planer zunächst einen gewissen Aufwand: „. Dafür haben wir am Anfang sicher 3 oder 4 Monate Entwicklungszeit investiert – aber dafür funktioniert jetzt eben auch vieles automatisch. Alles in allem bin ich dadurch allein im Engineering um den Faktor vier bis fünf schneller.“ Die Vorteile bei der Entwicklung setzen sich zudem auch bei Abnahme, Inbetriebnahme und Service fort. Entsprechend positiv fällt dann auch das Fazit von Bernhard Planer aus: „Klar muss man, wie bei jedem neuen System, sozusagen erstmal den Kniff raushaben – aber dann ist das Projektieren mit WinCC Unified einfach. Ich arbeite wirklich gerne damit.“

Weitere Optionen für mehr Komfort und Effizienz

Noch dazu profitiert die GALVA Anlagen-Technik vom nahtlosen Zusammenspiel aller Automatisierungskomponenten. Alle Funktionen kann Bernhard Planer in TIA Portal projektieren, die gesamte Automatisierung beruht auf SIMATIC Komponenten, und sicherheitsgerichtete Funktionen sind ebenfalls über Profisafe und Industrial Wireless LAN mit Siemens-Komponenten realisiert. „Dadurch haben wir bei jedem Aspekt unserer Anlagenautomatisierung einen Ansprechpartner, der uns sowohl bei Komponenten und Ersatzteilen als auch bei technischen Themen immer gut betreut“, wie Bernhard Planer bestätigt.

 

Dieses Jahr wird GALVA noch zwei weitere Anlagen fertig stellen – und parallel arbeitet Bernhard Planer schon an neuen Optionen. „Wir möchten eine skalierbare 3D-Darstellung jeder Anlage in die Visualisierung integrieren, das als eine Art Expertensystem den Anwender bei Störungen visuell unterstützt und die Lokalisierung von Fehlern erleichtert. Dadurch ist die Anlage schneller wieder betriebsbereit.“ Auch das lässt sich über SVG-Grafiken leicht in SIMATIC WinCC Unified umsetzen – und unterstreicht die Bedeutung einer modernen, nutzerfreundlichen Visualisierung, so Bernhard Planer: „Denn ein Bild sagt mehr als tausend Worte.“

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