A New Space Race

Ein neues Space Race

Kurzfassung

Gebäude in der Welt nach der Pandemie

  • Rund 59 % von Gebäudeeigentümern und -nutzern geben an, dass der Büroflächenbedarf in ihrem Unternehmen aufgrund der Pandemie zumindest teilweise zurückgegangen ist.
  • Gebäude werden jedoch auch nach der Pandemie für Handel und Industrie von zentraler Bedeutung sein. Zwei Drittel (65 %) der befragten Gebäudeeigentümer und -nutzer geben an, dass die Mitarbeitenden in ihrem Unternehmen nach der Pandemie zu den Anwesenheitsmustern von vor 2020 zurückkehren werden.
  • Viele glauben, dass hybride Arbeitsmodelle das beste Gleichgewicht für die Zukunft bieten, aber dass es einige Zeit dauern wird, bis man die wirksamsten Ansätze für die unterschiedlichen Branchen, Unternehmen und Kulturen findet. Unabhängig vom Modell, für das man sich entscheidet, müssen Gebäude stärker digitalisiert werden, um mehr Resilienz, bessere Systeme für Gesundheitsüberwachung und -management und größere Flexibilität zu unterstützen und so Lockdowns und andere Störungen besser zu bewältigen.
  • Für Gebäudebesitzer/-nutzer ist laut der Umfrage die künftige Anpassungsfähigkeit das wichtigste – und gleichzeitig am schwersten erreichbare – Ziel bei der Planung neuer Gebäude oder Anlagen.
Gebäude müssen stärker digitalisiert werden, um mehr Resilienz, bessere Systeme für Gesundheitsüberwachung und -management zu haben und größere Flexibilität zu unterstützen und so Störungen besser zu bewältigen. 

Ein neues Zeitalter der Infrastruktur-Digitalisierung

  • In den letzten Jahren haben sich zwei neue Triebkräfte für die Digitalisierung der Infrastruktur herauskristallisiert.
  • Die erste ist die Pandemie. Sie hat vor Augen geführt, wie wichtig Automation, Fernüberwachung, datengestützte Prognosen und digitale Zusammenarbeit sind.
  • Die zweite Triebkraft ist die zunehmende Dringlichkeit von Klimaschutzmaßnahmen und der Energiewende. Die Welt schafft neue Energiesysteme, die immer komplexer, dezentraler und diversifizierter werden. Digitale Technologien sind für die Weiterentwicklung und den Betrieb dieser neuen Energiesysteme von entscheidender Bedeutung.
  • Die meisten der befragten Akteure im Bereich der Energieinfrastruktur (67 %) sind der Meinung, dass eine Netto-Nullenergieversorgung ohne Digitalisierung nicht möglich ist.
  • Dank inkrementeller Fortschritte über Jahre hinweg und breiter technologischer Weiterentwicklungen sind digitale Applikationen mittlerweile so weit ausgereift, dass sie ihr langjähriges Leistungsversprechen jetzt auch erfüllen. Die meisten Infrastrukturakteure (63 %) sind sich jedoch darüber im Klaren, dass sie in Sachen Digitalisierung anderen Branchen hinterherhinken, und die zur Verfügung stehenden Daten werden nur von 31 % der Befragten auch wirklich umfassend genutzt.
  • KI-gestützte Prognosen und Automation dürften in den nächsten fünf Jahren die größten Auswirkungen auf Infrastruktureinrichtungen haben. Unsere Studie zeigt, dass zahlreiche Technologien dabei eine bedeutende Rolle spielen werden und dass die beeindruckendsten Ergebnisse auf in Kombination eingesetzte digitale Durchbrüche zurückzuführen sind. Daher müssen Führungskräfte innovativ denken und neue Ideen und Experimente unterstützen.
Die meisten Infrastrukturakteure sind sich darüber im Klaren, dass sie in Sachen Digitalisierung anderen Branchen hinterherhinken.

Wie sich die größten Herausforderungen der Dekarbonisierung meistern lassen

  • Für die meisten Infrastrukturakteure steht das Klima heute an erster Stelle. In den letzten fünf Jahren ist die Anzahl von Unternehmen, die sich kohlenstoffarme oder sogar Netto-Null-Ziele setzen, stark gestiegen.
  • Was die Erreichung dieser Ziele betrifft, so herrscht allgemeiner Optimismus: Die meisten Umfrageteilnehmer gehen davon aus, dass ihr Unternehmen bis 2030 kohlenstoffneutral sein wird.
  • Viele Unternehmen sind aber noch dabei, detaillierte realisierbare Pläne auszuarbeiten, um ihre Ziele zu erreichen.
  • Kein Unternehmen schafft Klimaneutralität im Alleingang: Ob ein Unternehmen seine Ziele erreicht, hängt auch von Fortschritten außerhalb der jeweiligen Branche ab – häufig im Energiesektor, da drei Viertel der weltweiten Treibhausgasemissionen durch Energie verursacht werden.
  • Die meisten Befragten (82 %) sind der Ansicht, dass Energiespeichersysteme für Haushalte und Unternehmen entscheidend zur Energiewende beitragen werden. Darüber hinaus nannten die Umfrageteilnehmer aus dem Bereich Energie als höchste strategische Priorität für Städte den Aspekt „Energiespeichersysteme zur Senkung der Energieverschwendung und Verbesserung der Resilienz“.
  • In Bezug auf Wind- und Solarenergie stellt für Umfrageteilnehmer aus dem Bereich Energie das Management und die Speicherung von überschüssiger Energie eine wesentlich größere Herausforderung dar als die Bewältigung von Zeiten mit geringer Leistung. Das zeigt, wie wichtig Ausbau und Modernisierung der Energieinfrastruktur sind. In vielen Teilen der Welt wird überschüssiger Strom aus Wind- oder Solaranlagen verschwendet, weil er nicht zur späteren Nutzung gespeichert oder dorthin übertragen werden kann, wo Bedarf herrscht.
  • Die Umfrageteilnehmer aus dem Bereich Infrastruktur sind sich außerdem bewusst, dass Energie intelligenter genutzt werden muss. Die meisten Befragten (81 %) sind der Meinung, dass deutlich mehr in die Verbesserung der Energieeffizienz und der Nachfragesteuerung investiert werden sollte.
  • Drei Viertel der Befragten (74 %) sind der Ansicht, dass Wasserstoff eine entscheidende Komponente der Energiewende sein wird. Grüner Wasserstoff (aus erneuerbaren Energien und Wasser) ist eine überzeugende Alternative: Er ist nicht nur ein sauberer Ersatz für fossile Brennstoffe, sondern kann auch für die Energiespeicherung genutzt werden, sodass sonst nur lokal verfügbare Wind- oder Sonnenenergie zu einem transportablen grünen Energieträger wird.
  • Die Dekarbonisierung von Brennstoffen ist ein zunehmend wichtiger Aspekt bei Gebäuden, da verkörperter Kohlenstoff – also die Emissionen, die bei Herstellung und Transport der in Gebäuden verwendeten Materialien (häufig Stahl und Beton) freigesetzt werden – immer mehr Beachtung findet. Umfrageteilnehmer betrachten neue Materialien und Stoffe als die Innovation oder Technologie, von der sie in den nächsten fünf Jahren die zweitgrößten Auswirkungen erwarten. Dies könnte durch Bemühungen zur Reduzierung des verkörperten Kohlenstoffs in Gebäuden vorangetrieben werden.
  • Dekarbonisierung hängt von den gemeinsamen Anstrengungen aller Akteure in den Bereichen Infrastruktur und Energie ab: Mehr als acht von zehn Befragten (82 %) sind der Meinung, dass eine verstärkte Zusammenarbeit und Koordinierung zwischen den verschiedenen Akteuren ausschlaggebend sind, um die CO2-Emissionen in den Bereichen Energie und Infrastruktur zu reduzieren.
Mehr als acht von zehn Befragten sind der Meinung, dass eine verstärkte Zusammenarbeit und Koordinierung zwischen den verschiedenen Akteuren ausschalggebend sind, um die CO2- Emission in den Bereichen Energie und Infrastrukturen zu reduzieren. 

An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön den zahlreichen hochrangigen Vertretern des Infrastruktursektors und Experten, die im Rahmen dieser Studie ihre Ideen und Einsichten mit uns geteilt haben. 

 

  • Ali Alsuwaidi, Vice President, Middle East Facilities Management Association 
  • Wayne Butcher, Director, Grant Thornton UK LLP
  • Ewan Jones, Partner, Grimshaw
  • Jeremy Kelly, Research Director, JLL
  • Kerstin Sailer, Mitbegründerin von Brainybirdz und Professorin für Soziologie der Architektur, Bartlett School of Architecture, University College London 
  • Maia Small, Manager, Policies & Strategies, San Francisco Planning
  • Steven Velegrinis, Head of Masterplanning, AECOM
  • Christian Waglechner, Senior Development Manager, CA Immobilien Anlagen AG (CA Immo)
  • Michael Webber, Josey Centennial Professor für Energieressourcen und Maschinenbau an der University of Texas in Austin und ehemaliger Chief Science and Technology Officer bei ENGIE
  • Xiaohu Tao, Vice President, Business Innovation und Digital der Energie Netze bei der E.ON SE

Diese Thought-Leadership-Studie basiert auf einer Umfrage, ausführlichen Interviews und Sekundärforschung. Sie ist keine akademische oder wissenschaftliche Forschungsarbeit. Unser Ziel ist es nicht, endgültige Antworten zu geben, sondern Gespräche anzustoßen, zum Nachdenken anzuregen und die Akteure im Infrastrukturbereich aufzufordern, sich zu überlegen, was die heutigen Megatrends für die Zukunft unseres Energiesystems und unserer gebauten Umwelt bedeuten.

 

An der Umfrage nahmen 501 Personen aus zehn Ländern mit großflächigen und/oder hochentwickelten Infrastruktureinrichtungen und entsprechenden Ambitionen teil. Die Umfrage wurde im Juni und Juli 2021 durchgeführt.

Land
 

USA

20%

Großbritannien

16%

China

12%

Frankreich

12%

Indien

10%

Deutschland

8%

VAE

8%

Singapur

6%

Österreich

4%

Schweden

4%

Primäre Rolle

 

Führungsposition, Management, Strategie

24%

Betrieb und Wartung

15%

Architektur und Design

12%

Informationstechnologie, Cybersecurity, Softwareentwicklung

12%

Ingenieur oder Bauexperte

10%

Experte für Finanzmanagement oder Investitionen

5%

Verkauf, Marketing, PR

5%

Data Science, Analytik, KI

4%

Berater (z. B. Management, Nachhaltigkeit, Technologie)

4%

Risikomanagement, Compliance (Gesetze und Vorschriften)

3%

Immobilienentwicklung

3%

Nachhaltigkeits- und/oder Effizienzexperte

2%

Branche

 

Architektur, Entwicklung, Bau- und Ingenieurwesen

18%

Schwerindustrie und Fertigung

14%

Einzelhandel, Hospitality, Unternehmen, Wohnungsbau
12 %

Öffentlicher Sektor und Bildung

12%

Energie (Erzeugung, Übertragung, Verteilung)

11%

Leichtindustrie (Lebensmittel/Getränke, Rechenzentren, Transport)

10%

Gesundheit und Pharma

8%

Immobilien-/Facility-Management

8%

Investoren (Trusts, Fonds usw.)

6%

Organisationsgröße                                                     

 

50 bis 249 Mitarbeitende

20%

250 bis 499 Mitarbeitende

20%

500 bis 999 Mitarbeitende

25%

1000 bis 4999 Mitarbeitende

20%

5000+ Mitarbeitende

15%

Seniorität

 

C-Suite-Führungskraft (oder gleichwertig)

32%

Mein direkter Vorgesetzter ist eine C-Suite-Führungskraft

38%

Der direkte Vorgesetzte meines Managers ist eine C-Suite-Führungskraft

30%