Rasante Schlittenfahrt

Mit der neuen CMP 400 hat Pressmac eine programmierbare Schlittenmaschine auf den Markt gebracht, die nicht nur durch ihre Flexibilität und ihre hohen Biegekräfte beeindruckt, sondern vor allem auch durch ihre enormen Geschwindigkeiten.
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Herausforderung

Pionier mit völlig neuem Maschinenkonzept

Hersteller in der Elektrotechnik und der Automobilindustrie benötigen hochproduktive Stanz- und Biegemaschinen, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Die Anlagen müssen die vielen unterschiedlichen Teile nicht nur schnell und exakt produzieren sondern sollen sich auch schnell umrüsten lassen, um  unterschiedliche Losgrößen wirtschaftlich fertigen zu können.    

Das französische Unternehmen Pressmac hat bereits im Jahr 2000 ein völlig neues Konzept einer Schlittenmaschine entwickelt, das die mechanischen Nocken durch numerisch gesteuerte Achsen ersetzte. So ließ sich eine Bandbearbeitung mit enormen Biegekräften realisieren. Damit hat sich Pressmac den Markt der Elektrotechnik und später auch der Automobilindustrie erschlossen. Marcel Becker, Geschäftsführer von Pressmac, bestätigt: „Wir beliefern schon lange den elektrotechnischen Markt. Dazu gehören zum Beispiel Firmen, die Schutzschalter herstellen. Unsere Maschinen können alle Arten von Metall stanzen – Kupfer, Messing, Stahl etc. Vor 15 Jahren haben wir uns auch die Automobilbranche erschlossen, wo unsere Maschinen im Bereich der Fertigung von Elektromotoren eingesetzt werden.“

 

Ein Vorteil der NC-Schlittentechnologie gegenüber dem mechanischen Konzept mit Nocken ist die höhere Taktzeit von 150 bis 180 Takt pro Minute – eine Verbesserung um bis zu 50 Prozent. Um die Taktzeiten zu verbessern hat Pressmac ein eigenes Programm entwickelt. Mit OCP (Optimization CAM Program) erfolgt die Winkelaufteilung automatisch anhand eines Referenzpunktes und optimiert so den Ablauf. Ein weiterer Vorteil betrifft die Flexibilität: „Jeder Schlitten folgt der Nocke, die wir programmiert haben,“ erläutert Marcel Becker. „Die Bewegungen lassen sich nacheinander ausführen, man kann den Vorschub vorwärts und rückwärts fahren. Das bringt dem Anwender enorme Freiheiten bei der Bearbeitung.“

 

Pressmac hat die NC-Schlittentechnologie seit den Anfangsjahren beständig weiterentwickelt. Mit dem neuen Modell CMP 400 wurde nun nochmal ein gewaltiger Schritt nach vorne gemacht.    

Lösung

In Höchstgeschwindigkeit exakte Teile

Dank der Motion Control-Technologie von Siemens erreichte Pressmac bei der neuen NC-Schlittenmaschine Stellbereiche und Vorschubgeschwindigkeiten, die vorher undenkbar waren. 
Mit dem neuen Motion Controller SIMOTION können Hersteller ihre Maschinen in maximal einer Stunde umrüsten. Früher dauerte das fast viermal so lang.
Marcel Becker, Pressmac-Geschäftsführer

Pressmac setzte bei der CMP 400 auf eine Komplettlösung von Siemens. Bis zu 16 Achsen sind bei dem neuen Modell zu steuern. Das übernimmt ein Motion Controller SIMOTION D455-2. Der Ablauf auf der Schlittenmaschine folgt einem 360-Grad-Zyklus bis zum fertigen Teil, das heißt, alle Stellelemente werden auf diesen Zyklus gerechnet. SIMOTION legt dann für die Einzelachsen elektronische Kurvenscheiben fest und synchronisiert so sämtliche Prozessschritte – für eine höchst exakte Produktion. Marcel Becker hebt noch einen weiteren Vorteil der Steuerung hervor: „Heutzutage müssen Hersteller schnell umrüsten können, denn sie haben kleine, mittlere und große Losgrößen in Auftrag. Das lässt sich jetzt in maximal einer Stunde erledigen, früher dauerte das fast viermal so lang.“

 

Zu einem echten „Tiger“ wird die neue Linearschlittenmaschine aber erst durch ihre Motorisierung. Zu der Version gehören eine mobile Doppelzangenzuführung, eine mobile NC-Exzenterpresse mit 20 oder 40 Tonnen Presskraft sowie lineare Schlitten vom Typ CLxxx mit Planetenrollengewinden für den radialen und linearen Betrieb. Auf all diesen Achsen benötigte Pressmac einen wassergekühlten Motor. Siemens lieferte mit SIMOTICS S-1FT7 eine Antriebslösung mit hohem Drehmoment. Marcel Becker sagt dazu: „Wir haben nun mit den Linearschlitten einen Stellbereich von 120 Millimetern – früher waren es 60 Millimeter. Das gibt uns mehr Möglichkeiten bei der Bearbeitung. Außerdem erreichen wir nun eine hohe Geschwindigkeit von 300 Hub pro Minute bei der Zuführung der Bänder und enorme Presskräfte von 40 Tonnen.“

 

Auch für Sicherheit im sensiblen Pressenbereich mit seinen schnellen Bewegungen ist gesorgt: Der fehlersichere Controller SIMATIC S7-1512F steuert zuverlässig die gesamte Anlage und erleichtert dank der Bibliothek LDrvSafe die Umsetzung vieler sicherheitsrelevante Applikationen, zum Beispiel für Not-Aus, Schutzkabine und viele andere.    

Kundenvorteil

Optimale Unterstützung

In nur zweieinhalb Jahren konnte Pressmac eine ausgereifte Maschine auf den Markt bringen – dank perfekter Unterstützung durch das Siemens-Team.    

Marcel Becker lobt den Support durch Siemens: „Die Umstellung auf ein völlig anderes System war für uns nicht so einfach, gerade in so einer kurzen Realisierungszeit. Uns war es wichtig, nicht nur eine Sondermaschine auf den Markt zu bringen, sondern eine Maschine mit Standardelementen, die keine „Kinderkrankheiten“ mehr hat. Die Siemens-Mannschaft hat uns dabei super unterstützt, sodass wir unser Ziel erreicht haben.

Pressmac schätzt die Lösung aus einer Hand, da alle Komponenten reibungslos zusammenspielen. So kann das Unternehmen seinen Kunden nun höhere Fertigungsraten, kürzere Produktwechselzeiten, mehr Designflexibilität bieten. Die Entscheidung für Siemens war aber nicht nur ein in technischer Hinsicht ein Gewinn: Seinen Kunden auf dem deutschen Markt hat, kann der Spezialist für NC-Schlittenmaschinen nun auch eine ihnen vertraute Steuerungen anbieten.

 

Auch Pläne für die Zukunft gibt es schon: In Zusammenarbeit mit Siemens will Pressmac in den nächsten zwei Jahren bei seinen mechanischen Pressen das Schwungrad abschaffen und den Servoantrieb direkt in die Presse integrieren.    

Weitere Referenzen

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