CNC4you

Vom Aha-Erlebnis zum Schulungspartner

Die Umstellung des Unterrichts auf eine moderne Maschine mit Sinumerik-CNC brachte die Lehrkräfte am RBZ Steinburg in Kontakt zur JobShop-Programmierung. Das motivierte zu einem Kurs bei Siemens Erlangen und zur Teilnahme am CNC4you-Gewinnspiel. Inzwischen ist die Ausbildungsstätte offizieller Siemens-Schulungspartner.
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Teilnehmer am CNC4you-Gewinnspiel

Eine Investition im "Regionalen Bildungszentrum" ...

Der Austausch einer nur per DIN-ISO-Code zu programmierenden, 30 Jahre alten Traub-Drehmaschine auf eine moderne DMG NEF 400 mit Sinumerik war der Anlass für Christoph Ballin und Nils Gehrt, sich mit der JobShop-Programmierung auseinanderzusetzen. Sie sind Ausbilder am Regionalen Bildungszentrum RBZ Steinburg in Itzehoe/Schleswig-Holstein, und die Reaktion ihrer Schüler auf die „neue“ ShopTurn-Arbeitsschrittprogrammierung in SinuTrain ließ nicht lange auf sich warten: „Nach dem Pflichtteil zur G-Code- und PAL-Programmierung wachen die Schüler und Auszubildenden regelrecht auf, wenn wir endlich zur Arbeitsschrittprogrammierung mit ShopTurn kommen", beobachtet Nils Gehrt regelmäßig. 

 

Nach einer formlosen internen Umfrage des RBZ Steinburg arbeiten über 70 Prozent der Schüler und Auszubildenden des RBZ Steinburg in ihren Betrieben an Sinumerik-gesteuerten Maschinen, wenn es um das Drehen geht, sogar fast 100 Prozent. 

... führt zur Lehrerausbildung am DEX in Erlangen

Um ihre eigenen JobShop-Kenntnisse zu vertiefen, besuchten Nils Gehrt und Christoph Ballin einen Kurs am Siemens-Standort Erlangen. Das für die Lehrerbildung zuständige Institut IQSH ermöglichte den Lehrern die Teilnahme an über das VDW angebotenen Kursen – und dieses Kursangebot umfasst auch Sinumerik-Fortbildungen. Die von den Lehrern des RBZ besuchte Veranstaltung fand im Digital Experience and Application Center (DEX) Erlangen statt und wurde vom freien Trainer Hans-Peter Moser geleitet. 

Aha-Erlebnis beim ShopMill-Workshop

„Auf diesem Seminar hatte ich ein Aha-Erlebnis“, berichtet Nils Gehrt. „Es gab dort einen Workshop zum Gewindefräsen mit ShopMill. Bis dahin hatte ich weder mit ShopMill gearbeitet noch je ein Gewinde gefräst – das hat mich an diesem Workshop gereizt. Und was soll ich sagen: In nur eineinhalb Stunden hatte ich mit ShopMill mein erstes Gewinde gefräst! Dank meiner ShopTurn-Vorkenntnisse fand ich mich in ShopMill sofort zurecht. Mir wurde mit einem Schlag klar, wie attraktiv es für meine Schüler und Auszubildenden ist, die verschiedenen Fertigungstechnologien mit einer einheitlichen Bedien- und Programmierphilosophie zu beherrschen.“

Beide vom RBZ entsandten Kursteilnehmer empfinden es als besonders wertvoll, dass der Kontakt zum freien Trainer Hans-Peter Moser bis heute Bestand hat: „Bei Fragen zu heiklen Programmierthemen haben wir so einen wirklich kompetenten Ansprechpartner. Meist haben wir binnen weniger Tage den entscheidenden Tipp zu einer praktikablen Lösung unseres Problems.“

Know-how für Unternehmen

Das so gewonnene Know-how strahlt auch in die Betriebe der Umgebung ab. Die Ausbilder haben dafür ein Beispiel parat: Es gab Schwierigkeiten bei der Programmierung eines Stangengreifers, und so fragten die RBZ-Ausbilder bei „ihrem“ freien Trainer Hans-Peter Moser nach. Der schickte daraufhin ein Programmbeispiel, das die Lehrer am RBZ für ihre Maschine adaptierten. In der Folge konzentrierten sie die Stangengreifer-Programmierung in ein allgemein nutzbares, parametrierbares Unterprogramm. Anlässlich einer Gesellenprüfung berichtete ein externer Meister über dasselbe Problem – und nahm die Lösung in Form des Stangengreifer-Unterprogrammes mit in seinen Betrieb. 

Anhaltender Nutzen 

Der Kursbesuch in Erlangen bewirkte aber noch weit mehr: Zum einen nahmen die Lehrer des RBZ viele Anregungen für ihren eigenen Unterricht mit: So wurde ein großer Monitor über der Dreh-Maschine installiert, der den Displayinhalt der CNC noch einmal großformatig zeigt. „So können bei Kursgrößen von 15 bis 20 Auszubildenden alle Teilnehmer nachvollziehen, was gerade an der Steuerung gemacht wird.“ Und auch der jeweilige Lehrer kann von hinten beobachten, was die Auszubildenden an der Maschine gerade tun. „Wir wollen gar nicht immer gleich eingreifen, wenn die Schüler auf dem Holzweg sind. Die sollen ihre kleinen Stolperstellen selbst erkennen und ausmerzen, allein oder – dank des großen Monitors – mit Hilfe der Gruppe.“ Genau wie im DEX Erlangen hat das RBZ seinen Großbildschirm mit dem Werkzeugeinstellgerät vernetzt und mit einer im Arbeitsraum der Maschine installierten, spritzwassergeschützten GoPro-Kamera gekoppelt.

Erfolgreich zum Siemens-Ausbildungspartner weiterentwickelt 

Und: Die Lehrwerkstatt des rührigen RBZ hat sich inzwischen zum offiziellen Siemens-Schulungspartner qualifiziert. Die CNC-Kurse am RBZ-Steinburg schließen heute mit einem Siemens-Zertifikat ab. Eine Voraussetzung dazu war, dass auch das Fräsen adäquat gelehrt werden kann. Mit Hilfe des Digitalisierungsbudgets des Bundes finanzierte das RBZ eine neue Sinumerik-gesteuerte 5-Achs-Fräsmaschine und kann jetzt sowohl Drehen als auch Fräsen mit Sinumerik schulen. 

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