Musikgenuss dank Präzision

Mit dem Bau klassischer Plattenspieler für den analogen Highend-Musikgenuss kämpft die Manufaktur Wirth Tonmaschinenbau bereits seit 1996 gegen die zunehmende Digitalisierung der Musik. Für die Fertigung der hochwertigen Geräte werden CNC-Dreh- und Fräsmaschinen mit Sinumerik 808D Advanced-Steuerung eingesetzt.

Renaissance der LP

Firmengründer Karl Wirth nimmt die Schallplatte aus dem Cover, reinigt die schwarze Scheibe liebevoll und legt sie behutsam auf den Plattenteller. Langsam sinkt der Tonarm mit seiner Diamantspitze herab und gleitet in die Rille. Es ertönt Musik, wie sie heute nur noch selten zu hören ist. Denn nach Einführung der CD Anfang der 80er Jahre legte die digitale Musik eine steile Karriere hin und ist bis heute beliebt. Doch es zeichnet sich unter Hörern und Tonschaffenden ein neuer Trend ab – der Trend zurück zur Schallplatte

 

Karl Wirths Standpunkt zur Debatte digitale versus analoge Musik ist eindeutig: „Als Klangkulisse und für den einfachen Konsum mögen digitale Medien mit ihren komprimierten Aufnahmen Vorteile haben. Wer Musik aber als Liebhaber bewusst hört, jedem Ton Aufmerksamkeit schenken will und dabei Entspannung und wohltuende Entschleunigung sucht, der nutzt die klassische Schallplatte und Highend-Equipment.“

Wenn Leidenschaft zum Beruf wird

Allein durch Zufall ist Karl Wirth dazu gekommen, Plattenspieler zu produzieren. Damals war er Produktionsverantwortlicher in der Automobilindustrie und ließ aus Spaß in der Lehrwerkstatt einen Plattenspieler als Projekt bauen. Als er dann mit einem befreundeten Händler von Audiogeräten und einem Prototypen des Plattenspielers im Gepäck eine Highend-Audiomesse besuchte, kam er mit 50 Bestellungen zurück. „Dann konnte ich keinen Rückzieher mehr machen. Ich hatte den Kunden auf der Messe ja versprochen, die Geräte zu liefern“, berichtet der Firmengründer.

 

Und so machte Karl Wirth 1996 seine Leidenschaft zum Beruf. Zunächst fertigte und montierte er die Plattenspieler im Keller seines Elternhauses und arbeitete dazu mit Zulieferern aus seiner Zeit bei der Automobilindustrie zusammen. Mit der Zeit wurden immer mehr internationale Händler von Highend-Audiogeräten und die Presse auf seine Produkte aufmerksam – der Erfolg hatte 2002 den Umzug in das jetzige Firmengebäude in Altdorf zur Folge. Heute fertigt die Wirth Tonmaschinenbau GmbH pro Jahr über 800 Schallplattenspieler ihrer Marke Acoustic Solid. Vom Einsteigermodell mit Preisen von mehr als 1.000 Euro über Top-Modelle mit Preisen bis zu 40.000 Euro bis hin zum individuell gefertigten Einzelstück.

Präzise Fertigung aller Komponenten

„Der Aufbau eines Plattenspielers ist einfach, er besteht nur aus wenigen Komponenten. Die Unterschiede, auch in der klanglichen Qualität, entstehen durch die Abstimmung der Komponenten, die Materialien und deren hochpräzise Bearbeitung“, erläutert Karl Wirth. „Wir fertigen im Manufakturbetrieb mit weit über 90 % Wertschöpfungstiefe. So kennen wir die Qualität jeder Komponente und sind extrem flexibel.“ Diese Arbeitsweise ermöglicht Innovationen: Als legendär gelten unter Liebhabern etwa die Tellerlager der Acoustic Solid Plattenspieler, die extrem präzise gefertigt und mit einem speziellen Gleitbelag ausgegossen werden.

 

In der Fertigung setzt Karl Wirth seit rund sieben Jahren auf CNC-Dreh- und Fräsmaschinen mit Sinumerik 808D Advanced-Steuerung ein. Als neueste Investition steht in der Werkstatt eine Fräsmaschine OPTImill F2. In einem kleinen Nebenraum werden die fertigen Plattenteller und andere Bauteile auf Hochglanz poliert. Die einheitliche Sinumerik 808D Advanced-Steuerung an den Dreh- und Fräsmaschinen hat viele Vorteile, wie Karl Wirth erklärt: „Wir arbeiten in unserer kleinen Fertigung meist mit nur einem Mitarbeiter, der alle Maschinen bedient. Statt sich auf die verschiedenen Steuerungen umstellen zu müssen, kann unser Mitarbeiter mit einer einheitlichen Oberfläche arbeiten und die hinterlegten Programme aufrufen. Das geht schneller und minimiert Fehler.“

»Wir fertigen im Manufakturbetrieb mit weit über 90 % Wertschöpfungstiefe.«
Karl Wirth, Wirth Tonmaschinenbau GmbH

Unmögliches möglich machen

An der Fräsmaschine sollten auch Gewinde für verschiedene Komponenten geschnitten werden. Allerdings machte der Hersteller schnell klar, dass dies mit der Maschine und ohne lagegeregelte Spindel nicht möglich sei. Die Rettung kam dann in Form des freien Sinumerik-Trainers Hans-Peter Moser. „Das Training selbst war schon perfekt für uns – vor Ort in unserer Werkstatt und immer eng an unseren Prozessen und Produkten. Optimal war allerdings auch, dass uns der Trainer einen für unsere Anforderungen praktikablen Weg zeigen konnte, mit dem wir an der Optimum-Maschine doch gewindeschneiden konnten. Die einzige Zusatzinvestition war ein Ausgleichsfutter.“

 

Sorgfältig getestet, (teil-)montiert und verpackt wird nur ein paar Schritte von der Fertigung entfernt. Alles ist bei Wirth Tonmaschinenbau eben eher Manufaktur und Handwerk mit Liebe zum Detail als industrielle Fertigung. Der Vertrieb kennt allerdings längst keine Grenzen mehr: Fast die Hälfte der Produkte geht an Kunden und Partner im Ausland. Acoustic Solid Plattenspieler glänzen optisch und klanglich bei Liebhabern auf allen Kontinenten – auch dank Sinumerik.

Sinumerik 808D Advanced – Technik im Detail

  • Panelbasierte Kompakt-CNC
  • Benutzerfreundliche Einstiegslösung für einfache Fräs- und Drehanwendungen
  • Einfache Bedienung, Inbetriebnahme und Wartung
  • 8,4‘‘-Farbdisplay
  • Bis zu fünf Achsen/Spindeln
  • PLC-Anpasssteuerung Simatic S7-200
  • Standarddaten-Übertragung per USB und Ethernet

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