Schaltschranktipp 

Netzumschaltung - Sichern Sie die Stromversorgung Ihrer Anwendung mit Tipps zu Selektionsfaktoren und Integrationshinweisen
Sichere und schnelle Umschaltung zwischen zwei Versorgungsquellen

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Mit der richtigen Netzumschaltung kann eine durchgängige, sichere Stromversorgung aufrechterhalten werden. Hierfür kommt ein Netzumschalter (TSE oder Transfer Switching Equipment) zum Einsatz: Dieser trennt eine Last von einem Versorger und schließt sie an einen anderen an. Fällt beispielsweise die Hauptstromquelle einer Anlage aus, schaltet er auf die Ersatzversorgung um. Neben klassischen Infrastruktureinrichtungen kommt auch der Netzumschaltung im Steuerschrank eine tragende Rolle zu.

Praxistipps für Sie!

Netzumschalter lassen sich nach ihrer Betätigungsart kategorisieren:

  • Handbetätigte Netzumschalter (MTSE oder Manual Transfer Switching Equipment) ermöglichen die manuelle Umschaltung zwischen zwei Versorgungsquellen. Die Umstellung erfolgt per Drehantrieb.
  • Fernbetätigte Netzumschalter (RTSE oder Remotely Operated Transfer Switching Equipment) verfügen über einen integrierten Motorantrieb. Dieser wird über externe Signale gesteuert und schaltet fernbetätigt zwischen den beiden Versorgungsquellen um.
  • Auch automatisierte Netzumschalter (ATSE oder Automatic Transfer Switching Equipment) verfügen über einen integrierten Motor. Zusätzlich sind sie mit einer Steuereinheit samt Überwachungsfunktion ausgestattet. Im Fall eines Fehlers in der Hauptquelle registriert der Netzumschalter einen Spannungs- und Frequenzabfall und schaltet automatisch auf die Ersatzversorgung um.

Im Gegensatz zum Netzumschalter, der bei gleichbleibendem Verbraucher zwischen zwei Versorgungsquellen umschaltet, schalten Lastumschalter bei gleichbleibender Versorgungsquelle zwischen zwei Laststrängen.

Faktor Zeit:    

Betreiber sollten die Ausfallzeit der Netzumschaltlösung auf die Kennzahlen der angeschlossenen Verbraucher einstellen

  1. IT-Hardware kann häufig nur sehr geringe Unterbrechungszeiten tolerieren und sollte deshalb zusätzlich über eine unterbrechungsfreie Stromversorgung abgesichert werden.
  2. Auslaufende Motoren oder hochfahrende Versorgungsaggregate sind für eine reibungslose Funktion auf eine gewisse Umschaltzeit angewiesen.

 

Faktor Verteiler:

Je nach Verteiler eignen sich für die Netzumschaltung unterschiedliche Schaltertypen.

  1. Hauptverteilungen werden meist von offenen Leistungsschaltern gespeist – diese bieten sich deshalb auch für die Netzumschaltung an.
  2. Unterverteilungen können sowohl mit Leistungsschaltern als auch mit Lasttrennschaltern zwischen Netzen umgeschaltet werden.
  • Kritische Verbraucher betreffen die Sicherheit von Menschen und führen bei Ausfall zu schweren wirtschaftlichen Schäden. Eine Ersatzversorgung ist hier unbedingt notwendig und sichert zusammen mit einer automatischen Netzumschaltung eine nahezu durchgehende Stromversorgung.
  • Ein wichtiger Verbraucher führt bei einem Ausfall zu einer teilweisen Beeinträchtigung der Produktionsprozesse, was mittelschwere wirtschaftliche Schäden nach sich ziehen kann. Auch für solche Verbraucher wird eine Ersatzversorgung empfohlen, wobei die Netzumschaltung fernbetätigt oder manuell erfolgen kann. Besonders im letzten Fall ist die Versorgungssicherheit allerdings nur gewährleistet, wenn Personen vor Ort sind, die die Umschaltung auslösen können.
  • Beim Ausfall unwichtiger Verbraucher kommt es zu geringen oder gar keinen Beeinträchtigungen der Produktionsprozesse. Hier ergeben sich mögliche Lastabwürfe: Durch den Ausschluss unwichtiger Verbraucher von der Notstromversorgung können Betreiber kleinere Aggregate einsetzen.
  • Netzumschalter schalten zwischen Transformator - Generator (gängigste Anwendungsweise), Transformator - Transformator oder Generator - Generator.
  • Ausgänge für die Maschinensteuerung stellen sicher, dass ein automatischer Netzumschalter einen nicht permanent betriebenen Generator selbstständig starten und stoppen kann.
  • Eine elektrische oder mechanische Verriegelung verhindert das gleichzeitige Schalten von nicht miteinander verriegelten Schaltern in einer Netzumschaltung. 
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