Explosionsschutz und explosionsgefährdete Zonen

In explosionsgefährdeten Arbeitsumgebungen, also überall dort, wo der Umgang mit brennbaren Stoffen zum Arbeitsalltag gehört (beispielsweise in der chemischen Industrie oder in der Öl- und Gasbranche), genügt oft schon ein kleiner Funkenschlag oder eine heiße Oberfläche, um die schlimmsten Arbeitsunfälle entstehen zu lassen. Aber auch in Bereichen der verarbeitenden Industrie wie der Textil-, Holz- oder Lebensmittelindustrie können Explosionen, beispielsweise durch Mehlstäube, verheerende Auswirkungen haben und dadurch Menschenleben gefährden und hohe Kosten verursachen. Arbeitssicherheit ist hier oberstes Gebot und Elektromotoren müssen dieses hohe Sicherheitsniveau durch eine spezielle Bauweise und entsprechende Zertifikate gewährleisten, um Arbeitsunfälle zu vermeiden und Menschenleben zu schützen.

Wann liegt eine explosionsfähige Atmosphäre vor?

Eine Explosion in einer explosionsgefährdeten Arbeitsumgebung kann entstehen, wenn die folgenden Faktoren gleichzeitig vorhanden sind:

  1. ein brennbarer Stoff (Gas oder Staub) und Sauerstoff O2 (Luft)
  2. eine Zündquelle (Funkenschlag, heiße Oberflächen, Kurzschluss, Glimmnester usw.)
  3. ein bestimmtes Mengenverhältnis zwischen Sauerstoff und brennbarem Stoff

Das Risiko einer Explosion muss in einer Gefährdungsbeurteilung abgeschätzt werden. Für die Ermittlung des Gefahrenpotentials sind unterschiedliche Aspekte zu betrachten:

  • Sind in einer Anlage oder einem Betrieb potenziell brennbare feste, gasförmige, flüssige oder staubförmige Stoffe vorhanden oder können diese im Arbeitsablauf entstehen und wo können diese entstehen (beispielsweise im Inneren von Apparaturen)
  • Welche Mengen explosionsfähiger Atmosphäre können vorhanden sein oder entstehen
  • Sind die zu erwartenden Mengen explosionsfähiger Atmosphäre aufgrund der örtlichen und betrieblichen Gegebenheiten gefährlich und kann deren Bildung verhindert werden

Wie sind explosionsgefährdete Zonen eingeteilt?

Explosionsgefährdete Bereiche werden nach Häufigkeit und Dauer des Auftretens von gefährlicher explosionsfähiger Atmosphäre in folgende Zonen unterteilt:
Explosionsgefahr 
Ständig, über lange Zeiträume oder häufig
Gelegentlich
Normalerweise nicht oder kurzzeitig
Gase, Dämpfe, Nebel

Zone 0

Bereich, in dem gefährliche explosionsfähige Atmosphäre aus einem Gemisch von Luft und brennbaren Gasen, Dämpfen oder Nebel ständig, häufig oder über lange Zeiträume vorhanden ist 

Zone 1

Bereich, in dem bei normalem Arbeitsbetrieb gelegentlich explosionsfähige Atmosphäre aus einem Gemisch aus Luft und brennbaren Gasen, Dämpfen oder Nebel entstehen 

Zone 2

Bereich, in dem bei normalem Arbeitsbetrieb gar nicht, selten oder nur kurzfristig mit gefährlicher explosionsfähiger Atmosphäre aus einem Gemisch aus Luft und brennbaren Gasen, Dämpfen oder Nebel zu rechnen ist

Stäube

Zone 20

Bereich, in dem gefährliche explosionsfähige Atmosphäre in Form einer Wolke aus in der Luft enthaltenem brennbaren Staub ständig, über längere Zeiträume oder häufig vorhanden ist

Zone 21

Bereich, in dem bei normalem Arbeitsbetrieb gelegentlich damit zu rechnen ist, dass sich explosionsfähige Atmosphäre in Form einer Wolke aus in der Luft enthaltenem brennbarem Staub entwickeln kann 

Zone 22

Bereich, in dem bei normalem Arbeitsbetrieb nicht oder nur kurzfristig damit zu rechnen ist, dass sich gefährliche explosionsfähige Atmosphäre in Form einer Wolke aus in der Luft enthaltenen brennbarem Staub entwickeln kann

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