Herausforderung

Rund 125 Millionen Kubikmeter Trinkwasser jährlich fördert die Bodensee-Wasserversorgung, das sind bis zu 7.755 Liter Bodenseewasser pro Sekunde. Selbst für Wasserwirtschaftsprofis sind diese Dimensionen alles andere als alltäglich. Das gilt auch für den Stromverbrauch der Pumpen im größten Wasserwerk Deutschlands: Er liegt bei rund 155 Millionen kWh pro Jahr. 320 Städte und Gemeinden mit vier Millionen Einwohnern beziehen ihr Trinkwasser von der Bodensee-Wasserversorgung.

Als Herzstück der Infrastruktur der Bodensee-Wasserversorgung stellen die Standorte in Sipplingen und auf dem Sipplinger Berg hohe Anforderungen auch an die Elektrotechnik. So laufen die mit 6 kV Mittelspannung angetriebenen großen Pumpen mit einer Nennleistung zwischen 0,7 und 11,5 MW. Die komplexe und teils sehr energieintensive Aufbereitungstechnik wird hauptsächlich über 400 V Niederspannung versorgt. Alles in allem umfasst die gesamte Elektroanlage mehrere hundert Verbrauchsstellen. Das Unternehmen ist seit 2013 nach DIN EN ISO 50001 zertifiziert. Allerdings war die Datenerfassung in der Vergangenheit sehr aufwändig: Alle Zählerstände mussten einmal monatlich manuell abgelesen werden. Die Verbrauchsdaten wurden handschriftlich erfasst und später – wiederum per Hand – zur elektronischen Verarbeitung in Excel-Tabellen übertragen. Vor diesem Hintergrund sollte daher ein neues System eingeführt werden, mit dem sich die Energiedaten von Mittel- und Niederspannungsverbrauchern sowie weiteren Verbrauchszählern automatisch erfassen und auswerten sowie dokumentieren lassen. Zudem sollte sich die Lösung an das vorhandene Leitsystem anbinden lassen.

Lösung

Die von Siemens realisierte Energiemonitoring-Lösung kombiniert Messgeräte aus dem Sentron-Portfolio mit der Software powermanager. Die Messung der elektrischen Energiedaten gewährleistet eine Erfassung bis auf Anlagenebene. Die eingesetzten Messgeräte bilden mit der Software Powermanager ein technisch einheitliches System. Die Software überwacht und archiviert elektrische Kenngrößen wie Spannungen, Ströme, Leistungen, Energiewerte und Frequenzen. Andere Datenquellen wie beispielsweise Wassermengen lassen sich ebenfalls über powermanager verarbeiten. Damit ist die wesentliche Voraussetzung für eine transparente Analyse der Energieströme gegeben. Zusammen sind sie kommunikationsfähig und bieten damit zahlreiche Anbindungsmöglichkeiten.

Kundennutzen

Seit Ende 2014 ersetzt die Energiemonitoring-Lösung von Siemens die bisherigen manuellen Erfassungsmodelle. 

Das Ergebnis ist eine maximale Transparenz bei den Energieströmen. Damit erfüllt der Zweckverband Bodensee-Wasserversorgung zuverlässig die Vorgaben nach Stromsteuergesetz und DIN EN ISO 50001. Gleichzeitig bietet das Datenmaterial eine wertvolle Basis für eine weitere Energieverbrauchsoptimierung.