Aus Berlin, für Berlin

2009 wurde zwischen der Vattenfall Wärme AG und dem Land Berlin eine Klimaschutzvereinbarung unterzeichnet mit dem Ziel, die CO₂-Emissionen bis 2020 zu halbieren. Ein wesentlicher Baustein ist das neue, mit Erdgas befeuerte Heizkraftwerk in Berlin-Marzahn, und sein Herzstück, eine SGT5-2000E Gasturbine, die in Berlin-Moabit gefertigt wurde.
Ein Eckpfeiler für die klimaneutrale Energieversorgung in Berlin

Eines der effizientesten Heizkraftwerke Europas

Im Oktober 2017 wurde der Grundstein für den Bau des neuen Heizkraftwerks an der Allee der Kosmonauten in Berlin gelegt. Die moderne Gas- und Dampfturbinen-Anlage wird für Jahrzehnte eine klimaschonende und zuverlässige Versorgung mit Fernwärme und Strom für den Berliner Osten gewährleisten.

Berlin hat als erstes Bundesland den Braunkohleausstieg vollzogen und setzt bei allen Neubauvorhaben nur noch auf CO₂-arme Energieträger. Die neue Anlage in Berlin-Marzahn liefert ab 2020 elektrisch umweltfreundliche Fernwärme und Strom aus Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) für rund 150.000 Wohneinheiten. Im Verbund mit der ebenfalls gasgefeuerten Anlage in Klingenberg wird sie das Rückgrat der Fernwärme-Versorgung im Ostteil Berlins mit insgesamt 450.000 Haushalten bilden.

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Eine besondere Herausforderung

Umweltfreundlich, flexibel und höchsten Versorgungsstandards verpflichtet

Wir werden hier eine flexible Anlage haben, die schnell ihren Output wechseln kann und die Bedürfnisse unserer Fernwärmenutzer zu 100 % absichern wird.
Harald Flügel, Bereichsleiter Erzeugung Gas+, Vattenfall Wärme Berlin AG

Die Ausschreibung war 2014, der Spatenstich gut drei Jahre später. In Jahr 2020  soll die neue KWK-Anlage in Marzahn schlüsselfertig in Betrieb gehen. Kraftwerksgruppenleiter Harald Flügel hat uns alle Zahlen, Daten und Fakten zu diesem Projekt für die Fernwärmeversorgung verraten. 

 

 

Herr Flügel, wir stehen auf der Baustelle für die neue KWK-Anlage in Marzahn, was genau entsteht hier und welche Ziele verfolgen Sie damit?

Mit der neuen Gas- und Dampf-Turbinenanlage auf Gasbasis verfolgen wir einen weiteren Schritt zur Umsetzung der Klimaschutzvereinbarung, die wir 2009 mit der Stadt Berlin abgeschlossen haben, das heißt eine fünfzigprozentige CO₂-Reduzierung bis 2020. Mit dem Kohleausstieg in Richtung 2030 und einer fossilfreien Erzeugung Richtung 2050 gehen wir auf lange Sicht mit dieser modernen Anlage in eine neue Zeit.

 

 

Wie viele Nutzer können mit der Anlage denn versorgt werden?

Die Anlage wird eine elektrische Leistung von rund 270 Megawatt haben bei einer gleichzeitigen thermischen Auskopplung von 230 Megawatt und somit das Rückgrat für die Fernwärmeversorgung im östlichen Teil Berlins darstellen. Gerade im östlichen Teil haben wir rund 450.000 Fernwärmenutzer, die vom Standort Klingenberg und schwerpunktmäßig, in Grundlast, vom Standort in Marzahn versorgt werden. 

 

 

Wie schnell kann das Kraftwerk auf die stark schwankende Nachfrage reagieren?

Gerade unter dem Einfluss der erneuerbaren Energien und deren schwankender Einspeisung werden wir hier eine flexible Anlage haben, die schnell ihren elektrischen und thermischen Output wechseln kann. Die Anlage zeichnet aus, dass sie hohe Laständerungsgeschwindigkeiten hat. Auf der einen Seite kann sie sich auf die Marktbedingungen einstellen, auf der anderen Seite natürlich auch die Bedürfnisse unserer Fernwärmenutzer zu 100% absichern. 

 

 

Alle reden von dezentraler Energieversorgung. Warum brauchen wir trotzdem ein zentrales Kraftwerk in dieser Größe und Ausprägung, wie hier in Marzahn?

Ich glaube, für die Zukunft wird der Mix entscheiden. Es wird einen Ausbau der Dezentralen geben. Aber auch so eine Anlage wie hier in Marzahn wird erforderlich sein. Wir haben in der Hauptstadt ja rund 1,5 Millionen Fernwärmenutzer, die auch in der Zukunft bedarfsgerecht und effizient versorgt werden möchten.

Die Anlage hier in Marzahn ist ein bedeutender Standort für den östlichen Teil Berlins in der Fernwärmeversorgung auf der einen Seite, auf der anderen Seite stellt diese moderne Anlage natürlich auch einen weiteren Schritt im Voranschreiten der Energiewende dar, die wir jetzt in dieser Stadt forcieren. 

Die Anlage

Strom und Fernwärme für 150.000 Haushalte – mit Technologie aus Berlin

Das Herz des Kraftwerks ist die SGT5-2000E Gasturbine, eine seit vielen Jahren bewährt zuverlässige Maschine. Sie wird nur wenige Kilometer entfernt gefertigt – in Berlin-Moabit. Schaltkomponenten wie die Vakuum-Leistungsschalter und die Generatorschaltanlage werden aus der Berliner "Siemens-Stadt" geliefert. Und weitere zentrale Komponenten kommen aus der unmittelbaren Nachbarschaft: Die Dampfturbine aus Görlitz, die Generatoren aus Erfurt, die Niederspannungsschaltanlage aus Leipzig und die ölgekühlten Transformatoren aus Dresden. Die Mittelspannungsschaltanlagen werden in Gebze in der Türkei hergestellt.

Die Komponenten der Kraftwerksanlage

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CHP Website

Meilensteine und mehr

Vom ersten Spatenstich zum schlüsselfertigen Kraftwerk

Die logistischen Anforderungen in Industrieländern mit einer ausgeprägten Infrastruktur sind oftmals sehr groß. Mit viel Planungs- und Koordinationsaufwand ist es gelungen, die Komponenten zu den gewünschten Terminen auf die Baustelle in Marzahn anliefern und dort platzieren zu können. Die Inbetriebnahme erfolgt in 2020.
Die Herausforderungen für dieses Kraftwerksprojekt sind enorm. Der Kunde hat sehr viele funktionale und technische Anforderungen an uns gestellt, denn die Versorgungssicherheit muss hoch sein.
Joachim Metzner, Gesamtprojektleiter Heizkraftwerk Marzahn, Siemens AG
Portfolio

Unser Portfolio für Kraft-Wärme-Kopplung