Rekordtrafo für Sydney

Bedeutender Meilenstein im Trafowerk Kirchheim. Der 150.000ste Gießharztransformator (GEAFOL) aus dem Siemens-Transformatorenwerk in Kirchheim hat das Licht der Welt erblickt. Eine Geburtsstunde mit Symbolkraft. Denn das „Riesenbaby“ geht nach Sydney. Dort kommt es in Australiens größtem öffentlichem Verkehrsprojekt zum Einsatz: das erste vollwertige Metronetz auf dem Down Under-Kontinent.

Australien bekommt einen Weltrekordhalter

Über 46 Tonnen schwer und 6,00 x 3,00 x 4,50 m groß ist das „Riesenbaby“, das im Januar 2018 in Kirchheim das Licht der Welt erblickte – der 150.000-ste GEAFOL-Gießharztransformator von Siemens aus Kirchheim. Schon bald wird er seine weite Reise nach Down Under antreten. In Sydney warten große Aufgaben auf ihn.

 

Etwa eine Stunde Fahrtzeit nordwestlich vom zentralen Geschäftszentrum (Central Business District, CBD) wird er für eine sichere Stromversorgung der gerade neu entstehenden Metrolinie sorgen. Er kommt in Australiens größtem öffentlichem Verkehrsprojekt zum Einsatz: Sydney Metro Northwest wird 2019 eröffnet und markiert den ersten Teilabschnitt eines Großprojekts, das zukünftig auch eine Metro im Zentrum und im Südwesten der australischen Metropole vorsieht.

 

Als Schnellbahnprojekt gestartet und zuvor North West Rail Link (NWRL) genannt, verbindet die Metrolinie die rapide wachsenden Vororte im Nordwesten Sydneys mit dem zentralen Stadtverkehr. Zwischen Cudgegong Road im Stadtteil Rouse Hill und Epping entstehen acht neue Stationen auf einer 23 km langen Strecke. Zwischen Epping und Chatswood wird die existierende Schnellbahnstrecke zur Metrolinie umgebaut.

Mit der Power von über 50 Jahren Erfahrung

Mit dem 150.000sten GEAFOL-Transformator ist den 300 Mitarbeitern des Werks im Schwäbischen Kirchheim/Teck wieder einmal der Sprung in die technische Champions-League gelungen. Der Trafo verfügt über eine Leistung von 20 MVA und übersetzt den Strom von 33 auf 11,50 Kilovolt (kV). Er ist einer der größten mit einem Stufenschalter ausgestatteten GEAFOL-Transformatoren mit separater Regelwicklung und wird in einem Freiluft-Schutzgehäuse mit innerer Geräuschdämmung aufgestellt.

 

Der Trafo folgt damit den vielen technischen Highlights, die sich das Siemenswerk in Kirchheim auf die Fahne schreiben kann. Beispiele sind der Bau der 2007 weltweit größten 40 MVA-Gießharztransformatoren für eine HGÜ-Teststrecke oder die 20 MVA-Einheiten mit Luft-Wasser-Kühlsystem für ein Shell-Erdgas-Förder- und Verflüssigungsschiff.

 

Angefangen hat die GEAFOL-Erfolgsstory aber bereits vor mehr als 50 Jahren, als Siemens den weltweit ersten 160-kVA-Transformator mit einer Gießharzisolierung auslieferte. Das bahnbrechende dabei: er benötigte kein Transformatorenöl mehr.

 

Die größten und komplexesten GEAFOL-Gießharztransformatoren werden im Siemenswerk Kirchheim/Teck entwickelt und produziert. Aber auch andere Siemens-Werke beherrschen die GEAFOL-Technologie. So können Kunden in aller Welt von den Vorteilen der Gießharztransformatoren profitieren.

Spitzentechnologie aus einem Guss

Mit GEAFOL hat Siemens die klassische Trockentransformatorentechnik weiterentwickelt und um entscheidende Eigenschaften in puncto Langzeitbeständigkeit, Robustheit gegen äußere Einflüsse, Umweltverträglichkeit und Brandverhalten erheblich verbessert. So sind GEAFOL-Transformatoren weitestgehend wartungsfrei. Mit einer exzellenten Mittleren Betriebsdauer zwischen Ausfällen (Mean Time Between Failures, MTBF) gelten sie als besonders zuverlässig, brandsicher und umweltfreundlich.

 

Kein Wunder sind die GEAFOL-Gießharztransformatoren im Leistungsbereich von 50 bis 50.000 kVA und Betriebsspannungen bis 52 kV weltweit in nahezu allen Bereichen im Einsatz – beispielsweise auch in Windkraftanlagen, Kraftwerken, Industrieanlagen, Bergbau, Medizintechnik, Öl- und Gas-Industrie, in Schiffen und Tunneln sowie in Hochhäusern, Krankenhäusern und Datencentern. Damit erhält Syndey Metro Northwest erprobte Spitzentechnologie für ein bahnbrechendes Großprojekt, das das Gesicht der Metropole langfristig verändern wird.