Zuverlässige Energieversorgung für Argentiniens führenden PVC-Hersteller

Bahia Blanca, Argentinien

Herausforderung

Solvay Indupa S.A., einer der größten PVC-Hersteller Argentiniens, benötigt 95 MW elektrische Energie für den Betrieb seiner Industrieanlagen. Um vom öffentlichen Stromnetz vollständig unabhängig zu sein und die Zuverlässigkeit der Stromversorgung zu maximieren, entschied sich das Unternehmen für einen Ausbau der eigenen Energieerzeugungs- und -übertragungskapazität. Aufgrund der bevorstehenden Wintersaison und der bestehenden Stromlieferpflichten musste das Projekt innerhalb eines sehr engen Zeitplans umgesetzt werden.

Lösung

Siemens Argentinien lieferte eine schlüsselfertige Lösung deren Kernkompontent eine 132 kV starke GIS-Anlage mit einem Stationsleitsystem und einer Schutzeinrichtung nach Norm IEC 61850 ist. Darüber hinaus rüstete Siemens die vorhandenen Umspannwerke von Solvay und ein Umspannwerk von Transba mit einer Schutzeinrichtung nach. Die Lösung beinhaltet weiterhin eine Reportingmöglichkeit an die Leitstelle der Elektrizitätsmarktbehörde Cammesa und die regionale Leitstelle von Transba. Das Stationsleitsystem ist mit SIPROTEC-Schutzgeräten und –Feldsteuereinheiten ausgestattet. Diese kommunizieren per IEC 61850 mit dem SICAM PAS-Server und HMI, die beide redundant ausgelegt sind. Andere Protokolle, wie IEC 60870-5-103 und Profibus DP, wurden ebenfalls implementiert. Die Lösung schließt ebenfalls eine Reportingmöglichkeit an externe Leitstellen von Cammesa und Transba sowie an das externe Prozessleitsystem Yokogawa von Solvay ein. Dies war die erste Implementierung eines vollständig redundanten SICAM PAS-Servers mit einem Fernendgerät (Remote Terminal Unit, RTU) GE 200 per seriellem DNP 3.0.

Kundennutzen

Das Projekt wurde zwei Monate vor dem Plan abgeschlossen – mit mehr als genug Zeit vor Beginn der Wintersaison und zur Einhaltung aller Stromlieferpflichten. Auch das, für das Management dieses Projekts verantwortliche, Joint Venture Solalban Energía profitiert von der hohen Leistung, der besseren Überwachung der Umspannwerke, der modernen Schutzeinrichtung sowie dem schnellen, zuverlässigen Fernwirksystem. Alles in allem sorgt dies für vermehrte Sicherheit bei der Stromversorgung sowie eine höhere Rentabilität dank Netzeinspeisung und unterstützt Solvay bei ihren Expansionsplänen. Der offene Kreislauf von Solvay erzeugt heute 120 MW. Es ist jedoch bereits geplant, diesen in naher Zukunft durch eine 45-MW-Dampfturbine in einem abgeschlossenen Kreislauf zu ergänzen. Das GuD-Kraftwerk wird dann insgesamt 165 MW erzeugen. Das Unternehmen benötigt 95 MW für den Eigenbedarf und speist derzeit die restlichen 25 MW in das öffentliche Stromnetz ein. Diese Überkapazität wird am unregulierten Markt im Rahmen des Incentive-Programms „Energía Plus“ gehandelt und dieses Geschäftsmodell trägt dazu bei, die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens zu steigern.