Testen mit dem digitalen Zwilling

Im Siemens Transformers Werk Nürnberg wird jetzt ein komplizierter Fertigungsschritt digitalisiert – das spart Aufwand, ist präziser und verringert die Durchlaufzeit in der Produktion.. Um zu prüfen, ob ein neues Aktivteil in seinen Kessel passt, musste es bisher vorab in einem komplexen und zeitaufwendigen Verfahren eingesetzt werden. Diesen Prozess hat das Siemens Transformers Werk Nürnberg nun effizienter gestaltet – mit Hilfe des virtuellen Zwillings.

Probeeinsetzen des Aktivteils in Kessel

Das sogenannte „Probeeinsetzen“ ist ein komplexer und zeitaufwendiger Arbeitsschritt: Das Aktivteil eines Transformators (der Verbund aus Kern, Wicklungen und Leitungsführung), muss probeweise in den Kessel (die Stahlkonstruktion, die das Gehäuse für das Aktivteil bildet und von einem Deckel geschlossen wird) eingesetzt und vermessen werden, bevor es im Ofen getrocknet wird – ein zeitaufwendiger Schritt, der etliche Stunden bis zu Tagen dauerte. Mit Hilfe eines digitalen Zwillings wird dieser Prozess nun deutlich effizienter.

3D-Scanner erstellt digitalen Zwilling

Ein 3D-Laserscanner digitalisiert nun sowohl Kessel als auch Aktivteil. Mit Hilfe dieser digitalen Aufnahmen können die Trafo-Experten die Abstände und Maße am digitalen Zwilling prüfen. Ein Falschfarbvergleich stellt fehlerhafte Maße sehr präzise dar. Bei Bedarf kann im Anschluss das Aktivteil nachbearbeitet werden, um Abstände zu korrigieren.

Zeitsparend und äußerst präzise

Diese neue Messmethode ist nicht nur zeitsparend, sondern auch sicherer und präziser. Denn mit Hilfe der digitalen Methode sind nun Stellen sichtbar, die zuvor nicht zugänglich waren – kritische Stellen können genau überprüft werden.

 

„Diese digitale Lösung ist ein weiterer Schritt die Innovationsführerschaft unserer Produkte auch in der Fertigung voranzutreiben. Die Zeitersparnis und weitere Perfektion in der Qualität unserer Produkte sind ein echter Mehrwert für unsere Kunden“, kommentiert Dr. Beatrix Natter, CEO von Siemens Transmission Products.

 

Nach der erfolgreichen Einführung der Technologie in der Fertigung von Transformatoren bei Siemens wird diese Technik nun auch in der Qualitätsprüfung von Zulieferteilen erprobt. So kann beispielsweise die Maßhaltigkeit von großen Bauteilen genau geprüft werden.