Innovationscampus Görlitz

Ein Fertigungsstandort im Wandel: das Turbinenwerk Görlitz entwickelt sich zu einer Kooperationsplattform für Dekarbonisierung, Digitalisierung und neue Fertigungstechnologien. 
Görlitz als Industrie- und Innovationsstandort

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Green. Energy. Network.

Innovation forms our future.

Das Siemens Turbinenwerk Görlitz blickt auf eine lange Geschichte zurück, die von beständigem Wandel geprägt ist. Technische Innovationen, Veränderungen im Produktportfolio, durch den Lauf der Geschichte geprägte Wechsel der Inhaber und der Wandel der Märkte bestimmen seit 1906 die Geschichte des Standortes. Doch ein Konstante bleibt: Energie.

 

Seit seiner Gründung liefert der Industriestandort Produkte und Lösungen zur Strom- und Wärmeerzeugung. Und die Umwandlung und Speicherung von Energie wird auch in Zukunft der wichtigste Treiber des Innovationscampus Görlitz sein.

 

Die künftige Kooperationsplattform, der Innovationscampus Görlitz, entsteht als Ökosystem mit neuen Strukturen und innovativen Konzepten und beschäftigt sich mit Forschungs- und Entwicklungsfeldern, die Antworten für die künftige Energieversorgung suchen. 

Brauchen wir Innovationen überhaupt? Diese Frage lohnt sich. Meine Antwort lautet: Unbedingt, wenn wir unsere Zukunft gestalten wollen. Innovationen sind unabdingbar für den Standort Görlitz, da wir auch weiterhin eine Vorreiterrolle im Markt für Energiesysteme einnehmen wollen.
Hagen Semmer, Standortleiter Görlitz, Gas & Power GmbH und Co. KG
Dezember 2019

Innovationscampus Görlitz nimmt Gestalt an

Der Siemens Innovationscampus geht in die nächste Phase: Im Dezember 2019, wurden im Beisein des sächsischen Ministerpräsidenten Michael Kretschmer drei Absichtserklärungen zu Ansiedelungs- und Kooperationsvorhaben unterzeichnet. Siemens hat, unterstützt unter anderem vom Freistaat Sachsen und der Stadt Görlitz, dafür mit der Technischen Universität Dresden, der Hochschule Zittau/Görlitz sowie der Handelshochschule Leipzig (HHL) innovationsstarke, langjährige gute Partner gewinnen können. 

Auf einen Blick

Was ist der Innovationscampus?

Eine wachsende Weltbevölkerung und die Industrieprozesse der Zukunft mit einem steigenden Energiebedarf sowie der Klimawandel fordern Antworten für eine nachhaltige, bezahlbare und zuverlässige Energieversorgung.

 

Antworten wird Siemens nicht allein finden. Nur durch die Bündelung von Kompetenzen und Wissen, durch Partnerschaften, Kreativität und innovative Lösungsansätze können wir diese Herausforderungen meistern.

Wir stehen vor der größten Transformation des globalen Energiemarktes seit Einführung der Elektrizität. Es gilt jetzt diesen Prozess federführend mitzugestalten. Daher wird es umso wichtiger sein durch Vielfalt und die Vernetzung von Kompetenzen Innovationsfähigkeit zu einer regionalen Kernkompetenz zu entwickeln. 
Christoph Scholze, Innovationsmanager Innovationscampus Görlitz, Siemens Gas & Power GmbH und Co KG.
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Wasserstoff ist ein Element mit großem Potential. Heute rückt es als „grüner Wasserstoff“ erneut in den Fokus, indem mit Hilfe von erneuerbaren Strom Wasserstoff produziert wird, der als Treibstoff oder Speichermedium eine Alternative zu fossilen Energieträgern eingesetzt werden kann. Gemeinsam mit unseren Kooperationspartnern untersuchen wir die Rolle des Wasserstoffs bei der größten Transformation des Energiemarktes seit der Nutzung der Elektrizität.

 
Damit schaffen wir ein Ökosystem für eines der langfristig attraktivsten Zukunftsfelder, wenn es um Maßnahmen gegen den Klimawandel und damit auch um die Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands in Zukunftsindustrien geht.
Joe Kaeser, CEO Siemens AG im Juli 2019 im Turbinenwerk Görlitz

Zukunftspakt für Görlitz

Siemens, der Freistaat Sachsen und die Fraunhofer-Gesellschaft beschließen einen Zukunftspakt für Görlitz. Am 15. Juli 2019 unterzeichneten alle drei Partner eine Absichtserklärung, um den Standort langfristig zu stärken und den Strukturwandel zu unterstützen.

Die Eckdaten:

  • Innovationscampus zur Ansiedlung von Hightech-Unternehmen
  • Labor für Wasserstoffforschung mit der Fraunhofer-Gesellschaft
  • Rund 30 Millionen Euro Investitionen, 100 neue Arbeitsplätze 

 

Neue Fertigungstechnologien und digital vernetzte Prozesse revolutionieren die Wertschöpfungskette.  Sie schaffen neue Möglichkeiten und eine deutlich größere Vielfalt von herstellbaren Komponenten bei hoher Kosteneffizienz und schnellerer Verfügbarkeit.

 

 

Industrielle Prozesse sind vielfach geprägt von einem hohen Energiebedarf. Weltweit verursachen Industrien knapp 20% der klimaschädlichen Emissionen. Die Eingrenzung des Treibhauseffekts durch Dekarbonisierung wird daher zu einem entscheidenden Ziel globaler Industrie- und Energiepolitik.

Das Turbinenwerk Görlitz will hierbei eine Vorreiterrolle einnehmen und ab 2025 klimaneutral produzieren.

 

 

 

 

Power-to-X: Lösungen zur Dekarbonisierung

Siemens unterstützt die weltweite Dekarbonisierung, den Übergang von fossilen zu erneuerbaren Energiequellen und die damit verbundene enorme Verminderung der Treibhausgasemissionen.

 

Das Innovation Lab vernetzt Wissen, Kompetenzen, Ideen und Kreativprozesse. In diesem kontinuierlich wachsenden Ökosystem werden sich Experten austauschen. Zugleich können sie auf eine Standortinfrastruktur, z.B. Fertigungstechnologien oder Werkshallen, zurück greifen und sie als Grundlage für die Entwicklung eigener Geschäftsmodelle und Produkte nutzen.

 
Jeder, der eine gute Idee hat, ist willkommen.
Joe Kaeser, CEO Siemens AG, über den künftigen Innovationscampus, auf dem kleine, neu gegründete Unternehmen eingeladen werden, sich an der Industrieentwicklung nach der Kohlezeit zu beteiligen.
Mehr als hundert Jahre Industrietradition

Für eine Zukunft voller Möglichkeiten

Das Siemens Turbinenwerk war und ist ein vitales Element der Görlitzer Industriegeschichte. Seit seiner Gründung vor über 100 Jahren steht es im ständigen technischen Wandel. Dabei hat es sich stets auf die Dynamik der Märkte eingestellt und sich dadurch zu einem starken und zukunftsorientierten Standort entwickelt.

Die Zeichen stehen auf Zukunft: Innovationskraft, Forschergeist und der Wille zu kontinuierlicher Optimierung und Weiterentwicklung sind die Triebkräfte hinter einem großen, hoch ambitionierten Vorhaben: 

 

Mit einer Absichtserklärung der Fraunhofer-Gesellschaft, dem Freistaat Sachsen und der Siemens AG wird der Fertigungsstandort Görlitz in den Innovationscampus überführt.

 

 

Besuch vom Vorsitzenden des Vorstands der Siemens AG Joe Kaeser und Bundeskanzlerin Angela Merkel.

 

Das neue Enhanced-Platform-Design kombiniert bewährte Standards der Industriedampfturbine mit neuer Technologie. Die Änderungen am Design ermöglichen höhere Turbinenleistung bei gleichbleibendem Ressourceneinsatz und erweitern die Anwendungspalette.

 

Die neuen Industriedampfturbinen können mit einem Frischdampfdruck von bis zu 165 bar in Kombination mit einer Frischdampftemperatur von bis zu 565 Grad betrieben werden.

 

Ein 8 MW-Gegendruckturbosatz, d.h. eine relative kleine Industriedampfturbine mit Generator, verlässt den Standort Görlitz und wird an eine türkische Zuckerfabrik geliefert.

 

Im Jahr 1992 wird der Standort  „Turbinenwerk Görlitz“ (TuG) in die Siemens AG  eingegliedert. Rund 1100 Mitarbeiter hat der Standort zu dieser Zeit. Ein Jahr später wird die erste Siemens Dampfturbine aus Görlitz ausgeliefert. Sie ist aus dem 1-5 MW-Bausteinsystem G.

 

 

 

 

1984 wird erstmals der direkte Kontakt zwischen GMB und der Industrieturbinensparte der Siemens KWU Erlangen aufgenommen.

 

1990 reprivatisiert Siemens die „GMB GmbH“. In einer Absichtserklärung bekunden GMB Management und Siemens KWU Erlangen ihren Willen zum Zusammenschluss.

 

1991 wird als Ergebnis die „Siemens Turbinenbau GmbH“  gegründet.

 
 

1970 wird das Kombinat Kraftwerksanlagenbau  (KKAB) mit Hauptsitz in Berlin gegründet. Damit verbunden sind erhebliche Investitionen, um die Exportfähigkeit des Standortes zu steigern. Auch die neue, moderne Schaufelfertigung verbessert die Produktivität.

 

Ein Fokus liegt auf Eigenentwicklungen. Es gibt unter anderem ein eigenes Rechenzentrum und eigene Elektroanlagen zur Anfertigung von Sonderwerkzeugen.

 

1952 wird die erste Neubau-Dampfturbine nach dem Krieg ausgeliefert. Sie ist im für Kraftwerke neuem EKM-Design konstruiert.

 

1953 wurde der Betrieb zu „EKM GMB VEB“ (Energie- und Kraftmaschinenbau Görlitzer Maschinenbau VEB) umbenannt.

 

Nach der vollständigen Demontage des Werkes (1945) wird 1947 der Volkseigene Betrieb Görlitzer Maschinenbau (GMB) gegründet und besteht in dieser Form bis 1990.

 

 

1935 wird die 3500. Dampfmaschine ausgeliefert. Alle jemals in Görlitz gefertigten Dampfmaschinen (bis in 1960er Jahre 3.632 Anlagen) haben eine Gesamtleistung von 1.165 MW. Heute kann in etwa die gleiche Leistung mit nur neun Dampfturbinen des Typs SST-600 erzeugt werden.

 

In den 1930er Jahren steigt der Absatz der WUMAG-Dampfturbinen auf über 20 Stück pro Jahr.

 

 

 

 

 

 

 

Die Görlitzer Maschinenbauanstalt und Eisengießerei AG, die Görlitzer Waggonbau AG und die Cottbuser Maschinenbauanstalt und Eisengießerei AG verschmelzen zur WUMAG (Waggon- und Maschinenbau AG Görlitz).

 

Die WUMAG fokussiert sich auf neue, größere und  für komplizierte Wärmeschaltungen geeignete Dampfturbinen. 

 

Die Dampfmaschine mit einer Leistungsgrenze von 7000 PS waren dem Energiebedarf des 20. Jahrhunderts nicht mehr gewachsen. Die Görlitzer Maschinenbausanstalt (GMA)  kam 1903 zu dem Entschluss, die Dampfturbinenfertigung aufzunehmen. 

 

Die erste 700 PS Dampfturbine der GMA wird 1906 an die Elektrizitätswerke Liegnitz in Niederschlesien ausgeliefert.

 

Ab 1910 werden eigene Konstruktionen mit Ausrichtung auf den Einsatz in Elektrizitätswerken und in der Industrie entwickelt. 1912 wird die erste Verdichter-Antriebsturbine ausgeliefert. Erstmals wird zudem eine Dampfturbine nach Übersee (Argentinien) geliefert.

 

 

Die Görlitzer Maschinenbau-Anstalt und Eisengießerei (GMA) erwirbt für die Erweiterung des Dampfmaschinenbaus ein 176.300 m² großes Grundstück in der Südvorstadt. Bis 1886 ist der Umzug aller Werkstätten und Büros  vom Ufer der Neiße in das neue Werk abgeschlossen.

 

Wilhelm Steininger gründet in der heutigen Jakob-Böhme-Straße am Ufer der Neiße eine Werkstatt zur Produktion von Textilmaschinen. 

 

1858 verläßt die erste Dampfmaschine die Maschinenfabrik.