Erfinder des Jahres 2018

Open Innovation

CAIPIRINHA kann bei jeder beliebigen MR-Messmethode angewandt werden, das ist der Clou an dieser Methode.

Peter Jakob und Mark Griswold, Healthineers

Kürzere Aufnahmezeiten, bessere Bildqualität: Mit dem parallelen Bildgebungsverfahren CAIPIRINHA haben Mark Griswold, Peter Jakob und ihre Kollegen die Technologie der Magnetresonanztomographie (MRT) einen großen Schritt vorangebracht. Siemens Healthineers setzt das Verfahren im Rahmen eines Lizenzvertrages bei vielen Modellen seiner Magnetresonanztomographen ein.

 

Forschungskooperationen sind für Siemens Healthineers von immenser Wichtigkeit. Substantielle Fortschritte in der Verkürzung der Untersuchungszeit im Kernspintomographen und in der Bildqualität brauchen nicht nur geniale Ideen, sondern auch einen langen Atem. Sie werden häufig von einer Forschergemeinschaft umgesetzt. Dies war auch der Fall im so genannten CAIPIRINHA-Verfahren: Das Akronym steht für Controlled Aliasing in Parallel Imaging Results in Higher Acceleration. Für eine höhere Geschwindigkeit des Scans werden Bilder parallel überlagert aufgenommen. CAIPIRINHA verzichtet intelligent auf Daten, die dann anschließend mit Hilfe von Algorithmen nachberechnet werden. „Das ist ein kombiniertes Datenaufnahme- und Rekonstruktionsverfahren. Es ermöglicht Bilder, die parallel aufgenommen wurden, rückwirkend wieder zu trennen, was die Qualität der Bilder stark verbessert“, erklärt Peter Jakob. Er ist Professor für experimentelle Physik an der Universität Würzburg, einer international bekannten Kaderschmiede für MRT-Forscher.

 

Siemens Healthineers und die Experten der Universität Würzburg standen damals wie heute im regelmäßigen Kontakt, um Forschungsideen auszutauschen. „Typischerweise haben wir eine Idee, an der Siemens interessiert ist und setzen dann die Forschung mithilfe von Doktoranden um“, erklärt Jakob das Prozedere. So auch beim CAIPIRINHA-Verfahren.

 

Im Rahmen seiner Doktorarbeit an der Universität Würzburg erfand Griswold eine der ersten parallelen Bildgebungsmethoden, das GRAPPA-Verfahren (GeneRalized Autocalibrating Partial Parallel Aquisition), einen Vorläufer des CAIPIRINHA-Verfahrens. Dies markierte auch den Beginn der gemeinsamen Zusammenarbeit mit Siemens Healthineers. Siemens konnte mit dem GRAPPA-Verfahren das erste kommerzielle parallele Bildgebungsverfahren anbieten“, sagt Jakob.

 

Griswold forscht und lehrt heute an der Case Western Reserve Universität in Ohio, USA. Im Rahmen eines Forschungsprojekts mit Siemens Healthineers leitet er dort eine Forschungsgruppe für Magnetic Resonance Fingerprinting (MRF), eine neue Methode zur quantitativen Gewebsanalyse.