Erfinder des Jahres 2018

Herausragende Erfindung

Wir suchten nach einer Lösung, die für die Bahnbetreiber kostengünstig und nachhaltig ist.

Mehrdad Madjdi, Lukas W. Mayer, Andreas Demmer, Mobility und Corporate Technology

Ärgerlich, wenn bei einem wichtigen Telefonat im Zug die Verbindung andauernd abbricht. Denn der Wagenkasten ist ein Faradayscher Käfig, an dem die Funkstrahlen einfach abprallen. Um die Abschirmung zu reduzieren, haben Mehrdad Madjdi, Lukas W. Mayer und Andreas Demmer eine besondere Struktur für die Fenster entwickelt. So wird der Empfang erheblich besser.

 

Die smarte Innovation ist ein großer Pluspunkt für Fahrgäste. Ende 2018 haben die Reisenden im Rhein-Ruhr-Express wesentlich besseren Empfang. Nur wer ganz genau hinsieht, erkennt ein geometrisches Muster auf der Innenseite der doppelt verglasten Fensterscheiben. Es wird aus metallfreien Linien gebildet, die mittels Laser in die Beschichtung eingebrannt werden. Durch die innovative Anordnung der Linien entsteht ein Muster, das die Funkstrahlen besonders gut durchlässt, um den Empfang deutlich zu verbessern. Mehrdad Madjdi von Mobility in Österreich hat das Innovationsprojekt gestartet und ist dafür auf seine Kollegen von Corporate Technology in Wien zugegangen.

 

„Wir suchten nach einer Lösung, die für die Bahnbetreiber kostengünstig und nachhaltig ist“, erklärt Madjdi. Bisher werden meist Funkverstärker in den Wagen installiert, um das Signal zu verstärken. Diese Geräte sind aber teuer, verbrauchen viel Strom und müssen außerdem alle paar Jahre ausgetauscht werden.

 

Die Hochfrequenzspezialisten von CT wussten bereits von Flugzeugen, dass Funkstrahlen bei bestimmten Anordnungen von Fenstern besser in die Kabine dringen. „Wir folgerten daraus, dass die Durchlässigkeit von Abständen der Spalten in der Metallschicht abhängt, und entwickelten Muster, die per Laser herausgebrannt werden“, erklärt Mayer. Gemäß ihren Vorgaben fertigte ein Zugscheibenhersteller Prototypen, die die drei anschließend in einem Testwaggon der Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) ausprobierten.

 

Nach dem Rhein-Ruhr-Express folgen jetzt Aufträge der tschechischen und der österreichischen Bahnen.