Siemens Arts Program - Bildende Kunst

Die Kunst zieht ein. „Unsere neue Firmenzentrale ist ein Ort der Begegnung – auch mit der Kunst. Wir freuen uns, dass Werke bedeutender Gegenwartskünstler im öffentlichen Bereich unserer neuen Zentrale sichtbar werden.“ - Joe Kaeser

Bildende Kunst – Die Zukunft ergründen

Im Bereich Bildende Kunst initiieren und realisieren wir Projekte zur Gegenwartskunst. Wir suchen nach Themen und künstlerischen Positionen, die aktuelle gesellschaftliche Fragestellungen aufgreifen und sich mit Themen der Zukunft auseinandersetzen. Die Projekte werden in Kooperation mit Kunstschaffenden und Kunstinstitutionen im In- und Ausland initiiert. Einen besonderen Fokus legen wir dabei auf den Entstehungsprozess von Kunst und auf den gegenseitigen Austausch mit den Partnern in der Kunst. Dabei haben die Partnerschaften mit international renommieren Häusern eine große Bedeutung für uns. So befindet sich z.B. die Siemens Fotosammlung seit 2003 in der Pinakothek der Moderne.

 

Das Siemens Arts Program ist operativ tätig und bearbeitet keine Förderanträge Dritter. Das Befassen mit Kunst und Kultur erfolgt durch eigene Projekte und interdisziplinäre Partnerschaften. Eine Corporate Collection im herkömmlichen Sinne ins Leben zu rufen, ist kein erklärtes Ziel des Siemens Arts Program.

inges idee am Siemens Campus Erlangen

Eine Skulptur entwirft sich selbst

Wir machen Kunst im öffentlichen Raum, das heißt, du muss mit der Öffentlichkeit sprechen können, sonst spricht man nur mit dem Kunstpublikum. Unsere Idee war, dass man einen Raum schafft, den alle erst einmal betreten können. Ohne großes Vorwissen.
Georg Zey

Das Künstlerkollektiv „inges idee“ schafft Skulpturen im öffentlichen Raum. Die Arbeiten von inges idee stehen weltweit vor Schulen, Bankgebäuden und an den Küsten mehrerer Kontinente. Wer die Skulpturen betrachtet, dem zaubern sie oft ein Lächeln auf die Lippen. Die meist dreidimensionalen Arbeiten beziehen sich immer auf den spezifischen Ort und die Menschen, die dort leben und arbeiten.

Eine wichtige Aufgabe von Kunst im öffentlichen Raum besteht darin, Kunst für alle zu schaffen. In Erlangen versuchen „inges idee“, in Kooperation mit dem Siemens Arts Program, genau das. Die Künstler haben eine Arbeit bestehend aus 112 farbigen Zylindern entwickelt, die sich mit diversen Arbeits- und Lebensentwürfen, dem neuen Siemens Campus und den Menschen vor Ort verbinden soll.

Der Entwurf, also die Figur, entwirft sich selbst. Sie wirft Teile von sich weg. Aus diesen Teilen entsteht etwas Neues, etwas, das noch nicht formuliert ist, aber eine mögliche Idee wird. Das ist die Grundidee eines Forschungscampus und auch die Grundlage jeden Unternehmertums: Neue Ideen zu entwickeln.
sagt Hans Hemmert über die Arbeit

Die Skulptur „The Entwurf“ für den Siemens Campus im Miniaturformat

Foto: Stefan Hoederath

Die Figur wirft die einzelnen Teile anarchisch und frei in den Siemens Campus hinein. Freiheit des Denkens und dann auch des gestalterischen Handelns ist für unsere Ideenarbeit essenziell.
ergänzt Georg Zey

In der zentralen über vier Meter hohen Skulptur bilden 65 Zylinder eine menschliche Figur, die eine Frisbeescheibe hält. Auf dem Campus verteilt befinden sich weitere 47 farbige Scheiben aus Aluminium, die bildlich gesprochen aus der Skulptur weggeworfen werden. Die 47 Zylinder oder Frisbees können für Ideen stehen, die in den Raum geworfen werden. Einige Teile des Kunstwerks sind so im Gelände positioniert, dass sie als Sitzgelegenheiten oder Tische genutzt werden können; zum Verweilen, zum Nachdenken oder für die Mittagspause. Kunst, die angefasst werden kann und die zum Alltag gehört.

 

In Erlangen entsteht der künftig weltweit größte Siemens-Standort. Hier werden verschiedene Siemens-Sparten, die vorher auf unterschiedliche Standorte verteilt waren, auf einem Campus zusammengeführt. Mit dem Campus entsteht ein neuer Stadtteil, der öffentlich zugänglich ist mit Restaurants, Geschäften und Wohnungen. Auch nach Büroschluss soll der Campus zu einem lebendigen Stadtquartier werden.

 

Die Skulptur wird  zwischen Mitte November und Dezember auf dem Siemens Campus installiert. Mehr Informationen über das Projekt folgen in den nächsten Wochen!!!

Fotografie

Faszination Wissenschaft – durch die Augen einer Künstlerin.

Das neue Projekt der renommierten Fotografin Herlinde Koelbl.
Es gibt eine Verbindung zwischen Kunst und Wissenschaft. Sie erfordern Kreativität, Besessenheit, Durchhaltevermögen, Leidenschaft und immer den Drang etwas Neues auszuprobieren.
Herlinde Koelbl

Der Welt wird in Zeiten von Klimawandel und Corona besonders bewusst, wie wichtig Wissenschaft ist. Forschung steht immer stärker im Zentrum des gesellschaftlichen Geschehens. Wissenschaftler*innen müssen weiter sehen können als alle anderen, um unsere Zukunft zu beeinflussen. Wie denken sie, was treibt sie an?

 

 

Die weltweit renommierte Fotografin Herlinde Koelbl, hat sich mit ihrem Projekt Faszination Wissenschaft zum Ziel gesetzt Wissenschaftler*innen zu fotografieren und ihre Motivation, Einflüsse und Denkweisen – durch die Augen einer Künstlerin – aufzuzeigen. Das Siemens Arts Program freut sich, dieses einzigartige Fotokunst- Projekt zu unterstützen und einem breiten Publikum zugänglich zu machen. 

 

 

 

Die Ausstellung ist vom 05. Oktober 2020 – 29. Januar 2021 in der Berlin Brandenburgischen Akademie der Wissenschaft (BBAW) in Berlin zu sehen.

Ich wollte wissen, wie sie denken und mit welchen Erkenntnissen sie unser Leben, unsere Zukunft beeinflussen. Dazu bin ich um die halbe Welt gereist, um diese Top-Wissenschaftler*innen zu „erforschen“ und ihre faszinierenden Wissenschaftsergebnisse und Lebenserfahrungen weiterzugeben, ja Wissenschaft lebendig zu machen. Aber auch junge Menschen zu begeistern, in diesen beeindruckenden Persönlichkeiten Vorbilder zu sehen und selbst diesen aufregenden Weg einzuschlagen.
Herlinde Koelbl über ihre Arbeit

Herlinde Koelbl porträtiert in ihrem Projekt „Faszination Wissenschaft 60 der weltweit wegweisenden Naturwissenschaftler*innen und Nobelpreisträger*innen und macht ihre Erkenntnisse und die Faszination von Wissenschaft im Wortsinn greifbar. Die Fotografin bat jede und jeden der Porträtierten, die Essenz ihrer Forschung auf die Hand zu notieren. Dazu taucht sie in sehr persönlichen Gesprächen in ihre Forschung und ihr Leben ein. Herlinde Koelbl sucht den Menschen hinter der großen Entdeckung, das was ihn – unabhängig von Herkunft oder Nationalität – antreibt. Nahbar skizzieren die Interviewten nicht nur ihre Forschung, sondern gewähren auch einen Blick in ihr Privatleben, schauen zurück auf ihre persönlichen Erfahrungen, Erfolge und Rückschläge auf dem Weg nach ganz oben.

 

 

 

Dr. Roland Busch, stellv. Vorstandvorsitzender der Siemens AG über das Projekt:

„Das Projekt ‚Faszination Wissenschaft‘ ist nicht nur eine Hymne auf die Wissenschaft, sondern auch auf die Kraft der Kunst. Herlinde Koelbl gelingt es einmal mehr, Menschen mit ihren Fotoarbeiten zu faszinieren. Zugleich schlägt sie eine einzigartige Brücke zwischen Wissenschaft und Kunst. Als Physiker fasziniert mich, wie Herlinde Koelbl diesen Zusammenhang greifbar macht."

 

Stephan Frucht, Leiter des Siemens Arts Program, ergänzt:

„Das Werk dokumentiert eindrücklich, dass Wissenschaft und Kunst wesensverwandt und zu Recht unter dem besonderen Schutz der Verfassung stehen.“

 

 

Bilder: Faszination Wissenschaft von Herlinde Koelbl

 

Podium

Die Kunst ist tot, es lebe die Kunst

Ist Berlin als Kunststandort gefährdet?
  • Laut Studien werden 90% der Berliner Künstler*innen von Altersarmut betroffen sein
  • Immer mehr Ateliers & freie Räume für Kunst verschwinden
  • 84% der Berliner Galeristen sagen, sie würden heute keine Galerie mehr  eröffnen

Quellen:

Studie v. 2018 vom Institut für Strategieentwicklung (IFSE) & Berufsverband bildender Künstler*innen berlin

 

Galerienumfrage Landesverband Berliner Galerien (lvbg) und Verein Berliner Kaufleute und Industrieller (VBKI) 2019

 

Eine lebendige Kulturszene und Kulturorte sind wichtig für eine innovative und erfolgreiche Entwicklung der Stadt. Aber Raum wird knapper und teurer. Wie können Politik und Stadt die Kultur- und Kreativschaffenden unterstützen, was kann die Wirtschaft tun, um die Attraktivität, die maßgeblich dem lebendigen Kulturleben geschuldet ist, aufrecht zu erhalten? Diese Fragen werden derzeit nicht nur in Berlin, sondern in vielen Großstädten der Welt kontrovers geführt. So auch am 8. Januar als die Gesellschaft der Freunde der Akademie der Künste gemeinsam mit dem Siemens Arts Program in Berlin zum 6. Hauptstadtkulturgespräch einlud. Diskutiert wurde über „Räume für die Kultur“.

Das Podium war besetzt mit der Künstlerin Katharina Sieverding, Hermann Parzinger (Präsident Stiftung Preußischer Kulturbesitz), Martin Rennert (ehemaliger Präsident der Universität der Künste) und Matthias Sauerbruch (Sauerbruch Hutton Architekten). Im Publikum saßen zahlreiche Berliner Künstler*innen, Vertreter von Galerien und Künstlerverbänden und aus der Berliner Wirtschaft. Am Ende der fast zweistündigen Diskussion fasst der Moderator Stephan Frucht (Künstl. Leiter Siemens Arts Program) die Forderungen an Wirtschaft und Politik zusammen:

 

Auszug aus den Forderungen an Politik, Wirtschaft und Gesellschaft:

Berlin braucht mehr Freiräume für neue und etablierte KünstlerInnen. In der Stadtentwicklung muss das Ungeregelte zugelassen werden. Vorkaufsrechte für Künstler in der Stadtmitte. Kunst muss in Berlin auch gekauft werden - Anreize müssen durch steuerliche Vorteile geschaffen werden. Neue Anforderungen an Neubauprojekte - Hausbesitzer sollten 30% der neu gebauten Wohnungen zu niedrigeren Preisen anbieten. Die Privatwirtschaft sollte günstige Atelierräume bereitstellen. Das Sterben der Nachtclubs muss verhindert werden - Kunstszene & Nachtclubs gehörten zur Identität der Stadt. Der Kunst-Ort soll zur Stadt werden. Kuratierung des Außenraums - Architektur allein kann eine Stadt nicht lebendig halten. Museen und kreative Szene müssen stärker miteinander verbunden werden. 

Der Berliner Künstler Super Pop Boy forderte am Ende der Veranstaltung, dass die Gesellschaft wieder stärker nach vorn blicken sollte. Sie sollte nach einem Ort suchen für die Zukunft, ein Ort, der das Heute und das Morgen widerspiegelt. Er forderte weiter, die Kunst muss mit dem Leben von heute zu tun haben und die Politik sollte sich stärker mit der mit aktueller Kunst auseinandersetzen.

 

Der Künstler Felix Stumpf ergänzte: „Kunst ist eine Sehnsucht, die nicht kontrolliert oder verwertet werden will. Diese Institutionsgedanken braucht die Kunst mit ihrer Energie gar nicht.“

 

Ute Weiss Leder vom bbk Berlin (berufsverband bildender künstler*innen berlin e.V.) verwies auf eigene Lösungsvorschläge des Vereins.

 

Katharina Sieverding schloss die Diskussion ab mit dem bekannten Ausspruch: „Die Kunst ist tot, es lebe die Kunst.“

Projekte

Kreativität zusammenbringen

Projekte

Deutschland 8 – Deutsche Kunst in China (19.09. – 31.10.2017)

Siemens ist Partner der Gruppenausstellung in Peking. Die Ausstellung versammelt mehr als 50 Künstler mit rund 300 Werken, unter anderem von Georg Baselitz, K.O. Götz, Katharina Grosse, Anselm Kiefer, Alicja Kwade, Sigmar Polke, Neo Rauch, Gerhard Richter und Katharina Sieverding.

Vor der Ausstellungseröffnung in Peking führte das Siemens Arts Program mit Katharina Sieverding ein Interview.

 

Frau Sieverding, was macht für Sie ein gutes Foto aus?

Meine Devise war von Anfang an: Aus einem (oder mehreren) Fotos muss ich erst mal ein Bild machen d.h. eine durch und durch konzipierte Bildkonstruktion bis zum endgültigen inhaltlichen Statement. Es geht nicht um Fotokunst, noch weniger um Kunstfotos. Also das ganze Potential der Fotografie auszuloten, testen und zu hinterfragen und vor allem die technologischen Ursprünge und Fortschritte als Massenmedium aufzudecken und inhaltlich entsprechend einzusetzen, damit ich meiner Verantwortung im Umgang mit diesen Widersprüchen als Künstlerin politisch gerecht werde.

 

Sie haben eine Zeit lang in China bearbeitet und gelebt. Inwiefern hat das Ihre Kunst beeinflusst?

Nach zweijähriger Vorbereitungszeit von 1976 bis 1978 erhielten Klaus Mettig und ich die Drehgenehmigung für den zweieinhalb stündigen 16-mm Film: BEIJING – YANAN – XIAN – LUOYANG –SEPTEMBER-OKTOBER 1978. Die spezifische antizipatorische Bild-Text-Qualität großflächiger chinesischer Darstellungen im öffentlichen Raum hatte mich interessiert. Und einige meiner frühen Arbeiten geprägt. Von 2002 bis 2003 praktizierte ich in einem Pilotprojekt der UdK-Berlin eine Gastprofessur für Visual Culture Studies an der China Art Academy in Hangzhou und war an der Shanghai Biennale 2001 beteiligt.  

 

Siemens versucht mit hochspezialisierten Computertomographien medizinische Einsichten in das Unsichtbare zu erlangen. Ihr monumentales Fotogemälde im Berliner Reichstag zeigt eine Art Röntgenbild, bei dem ein Rückgrat von Flammen durchsetzt ist. Suchen Sie in Ihren Bildern eher das Verborgene oder vergrößern Sie das Sichtbare?

Ich diagnostiziere und kontextualisiere in diesem Statement, worauf die Politiker an diesem Arbeitsplatz Reichstag achten sollten. Was verantworten Sie politisch auf und zwischen Erde und Sonne – Der radiologische Befund deutet auf eine schleichende Zeitkrankheit hin. Die NASA diagnostiziert die Solar-Flammen.