Siemens Arts Program - Bildende Kunst

Die Kunst zieht ein. „Unsere neue Firmenzentrale ist ein Ort der Begegnung – auch mit der Kunst. Wir freuen uns, dass Werke bedeutender Gegenwartskünstler im öffentlichen Bereich unserer neuen Zentrale sichtbar werden.“ - Joe Kaeser

Bildende Kunst – Die Zukunft ergründen

Im Bereich Bildende Kunst initiieren und realisieren wir Projekte zur Gegenwartskunst. Wir suchen nach Themen und künstlerischen Positionen, die aktuelle gesellschaftliche Fragestellungen aufgreifen und sich mit Themen der Zukunft auseinandersetzen. Die Projekte werden in Kooperation mit Kunstschaffenden und Kunstinstitutionen im In- und Ausland initiiert. Einen besonderen Fokus legen wir dabei auf den Entstehungsprozess von Kunst und auf den gegenseitigen Austausch mit den Partnern in der Kunst. Dabei haben die Partnerschaften mit international renommieren Häusern eine große Bedeutung für uns. So befindet sich z.B. die Siemens Fotosammlung seit 2003 in der Pinakothek der Moderne.

 

Das Siemens Arts Program ist operativ tätig und bearbeitet keine Förderanträge Dritter. Das Befassen mit Kunst und Kultur erfolgt durch eigene Projekte und interdisziplinäre Partnerschaften. Eine Corporate Collection im herkömmlichen Sinne ins Leben zu rufen, ist kein erklärtes Ziel des Siemens Arts Program.

Fotografie

Coming soon: Faszination Wissenschaft

Das neue Projekt der renommierten Fotografin Herlinde Koelbl

Wissenschaft bringt Menschen zusammen, unabhängig von Herkunft oder Charakter.

 

Bewegt vom menschlichen Wissensdrang, besuchte Herlinde Koelbl weltweit Hotspots naturwissenschaftlicher Forschung und führte Interviews mit über 60 internationalen Wissenschaftler:innen und Nobelpreisträger:innen. Dabei immer im Mittelpunkt: das Menschliche und das Spielerische, das jeder hochwertigen naturwissenschaftlichen Forschung innewohnt. Herlinde Koelbl, die zu den anerkanntesten deutschen Fotokünstler:innen zählt, inszeniert die Forscher:innen in ihren Portraits auf eine erfrischend verspielte und zugängliche Weise.

Mit „Faszination Wissenschaft“ bietet sie einen seltenen Einblick in die Welt der Wissenschaft und den Menschen, die dahinterstehen.

 

 

Das Siemens Arts Program freut sich, dieses einzigartige Projekt zu unterstützen und daran teilzuhaben.

 

Das Ergebnis dieser Arbeit ist ab dem 5. Oktober in der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften zu sehen.

 

 

Weitere Informationen auf den Webseiten der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften :

Podium

Die Kunst ist tot, es lebe die Kunst

Ist Berlin als Kunststandort gefährdet?
  • Laut Studien werden 90% der Berliner Künstler*innen von Altersarmut betroffen sein
  • Immer mehr Ateliers & freie Räume für Kunst verschwinden
  • 84% der Berliner Galeristen sagen, sie würden heute keine Galerie mehr  eröffnen

Quellen:

Studie v. 2018 vom Institut für Strategieentwicklung (IFSE) & Berufsverband bildender Künstler*innen berlin

 

Galerienumfrage Landesverband Berliner Galerien (lvbg) und Verein Berliner Kaufleute und Industrieller (VBKI) 2019

 

Eine lebendige Kulturszene und Kulturorte sind wichtig für eine innovative und erfolgreiche Entwicklung der Stadt. Aber Raum wird knapper und teurer. Wie können Politik und Stadt die Kultur- und Kreativschaffenden unterstützen, was kann die Wirtschaft tun, um die Attraktivität, die maßgeblich dem lebendigen Kulturleben geschuldet ist, aufrecht zu erhalten? Diese Fragen werden derzeit nicht nur in Berlin, sondern in vielen Großstädten der Welt kontrovers geführt. So auch am 8. Januar als die Gesellschaft der Freunde der Akademie der Künste gemeinsam mit dem Siemens Arts Program in Berlin zum 6. Hauptstadtkulturgespräch einlud. Diskutiert wurde über „Räume für die Kultur“.

Das Podium war besetzt mit der Künstlerin Katharina Sieverding, Hermann Parzinger (Präsident Stiftung Preußischer Kulturbesitz), Martin Rennert (ehemaliger Präsident der Universität der Künste) und Matthias Sauerbruch (Sauerbruch Hutton Architekten). Im Publikum saßen zahlreiche Berliner Künstler*innen, Vertreter von Galerien und Künstlerverbänden und aus der Berliner Wirtschaft. Am Ende der fast zweistündigen Diskussion fasst der Moderator Stephan Frucht (Künstl. Leiter Siemens Arts Program) die Forderungen an Wirtschaft und Politik zusammen:

 

Auszug aus den Forderungen an Politik, Wirtschaft und Gesellschaft:

Berlin braucht mehr Freiräume für neue und etablierte KünstlerInnen. In der Stadtentwicklung muss das Ungeregelte zugelassen werden. Vorkaufsrechte für Künstler in der Stadtmitte. Kunst muss in Berlin auch gekauft werden - Anreize müssen durch steuerliche Vorteile geschaffen werden. Neue Anforderungen an Neubauprojekte - Hausbesitzer sollten 30% der neu gebauten Wohnungen zu niedrigeren Preisen anbieten. Die Privatwirtschaft sollte günstige Atelierräume bereitstellen. Das Sterben der Nachtclubs muss verhindert werden - Kunstszene & Nachtclubs gehörten zur Identität der Stadt. Der Kunst-Ort soll zur Stadt werden. Kuratierung des Außenraums - Architektur allein kann eine Stadt nicht lebendig halten. Museen und kreative Szene müssen stärker miteinander verbunden werden. 

Der Berliner Künstler Super Pop Boy forderte am Ende der Veranstaltung, dass die Gesellschaft wieder stärker nach vorn blicken sollte. Sie sollte nach einem Ort suchen für die Zukunft, ein Ort, der das Heute und das Morgen widerspiegelt. Er forderte weiter, die Kunst muss mit dem Leben von heute zu tun haben und die Politik sollte sich stärker mit der mit aktueller Kunst auseinandersetzen.

 

Der Künstler Felix Stumpf ergänzte: „Kunst ist eine Sehnsucht, die nicht kontrolliert oder verwertet werden will. Diese Institutionsgedanken braucht die Kunst mit ihrer Energie gar nicht.“

 

Ute Weiss Leder vom bbk Berlin (berufsverband bildender künstler*innen berlin e.V.) verwies auf eigene Lösungsvorschläge des Vereins.

 

Katharina Sieverding schloss die Diskussion ab mit dem bekannten Ausspruch: „Die Kunst ist tot, es lebe die Kunst.“

Projekte

Kreativität zusammenbringen

Projekte

Deutschland 8 – Deutsche Kunst in China (19.09. – 31.10.2017)

Siemens ist Partner der Gruppenausstellung in Peking. Die Ausstellung versammelt mehr als 50 Künstler mit rund 300 Werken, unter anderem von Georg Baselitz, K.O. Götz, Katharina Grosse, Anselm Kiefer, Alicja Kwade, Sigmar Polke, Neo Rauch, Gerhard Richter und Katharina Sieverding.

Vor der Ausstellungseröffnung in Peking führte das Siemens Arts Program mit Katharina Sieverding ein Interview.

 

Frau Sieverding, was macht für Sie ein gutes Foto aus?

Meine Devise war von Anfang an: Aus einem (oder mehreren) Fotos muss ich erst mal ein Bild machen d.h. eine durch und durch konzipierte Bildkonstruktion bis zum endgültigen inhaltlichen Statement. Es geht nicht um Fotokunst, noch weniger um Kunstfotos. Also das ganze Potential der Fotografie auszuloten, testen und zu hinterfragen und vor allem die technologischen Ursprünge und Fortschritte als Massenmedium aufzudecken und inhaltlich entsprechend einzusetzen, damit ich meiner Verantwortung im Umgang mit diesen Widersprüchen als Künstlerin politisch gerecht werde.

 

Sie haben eine Zeit lang in China bearbeitet und gelebt. Inwiefern hat das Ihre Kunst beeinflusst?

Nach zweijähriger Vorbereitungszeit von 1976 bis 1978 erhielten Klaus Mettig und ich die Drehgenehmigung für den zweieinhalb stündigen 16-mm Film: BEIJING – YANAN – XIAN – LUOYANG –SEPTEMBER-OKTOBER 1978. Die spezifische antizipatorische Bild-Text-Qualität großflächiger chinesischer Darstellungen im öffentlichen Raum hatte mich interessiert. Und einige meiner frühen Arbeiten geprägt. Von 2002 bis 2003 praktizierte ich in einem Pilotprojekt der UdK-Berlin eine Gastprofessur für Visual Culture Studies an der China Art Academy in Hangzhou und war an der Shanghai Biennale 2001 beteiligt.  

 

Siemens versucht mit hochspezialisierten Computertomographien medizinische Einsichten in das Unsichtbare zu erlangen. Ihr monumentales Fotogemälde im Berliner Reichstag zeigt eine Art Röntgenbild, bei dem ein Rückgrat von Flammen durchsetzt ist. Suchen Sie in Ihren Bildern eher das Verborgene oder vergrößern Sie das Sichtbare?

Ich diagnostiziere und kontextualisiere in diesem Statement, worauf die Politiker an diesem Arbeitsplatz Reichstag achten sollten. Was verantworten Sie politisch auf und zwischen Erde und Sonne – Der radiologische Befund deutet auf eine schleichende Zeitkrankheit hin. Die NASA diagnostiziert die Solar-Flammen.