Eine Skulptur entwirft sich selbst

inges idee am Siemens Campus Erlangen

Wir machen Kunst im öffentlichen Raum, das heißt, du muss mit der Öffentlichkeit sprechen können, sonst spricht man nur mit dem Kunstpublikum. Unsere Idee war, dass man einen Raum schafft, den alle erst einmal betreten können. Ohne großes Vorwissen.
Georg Zey

Das Künstlerkollektiv „inges idee“ schafft Skulpturen im öffentlichen Raum. Die Arbeiten von inges idee stehen weltweit vor Schulen, Bankgebäuden und an den Küsten mehrerer Kontinente. Wer die Skulpturen betrachtet, dem zaubern sie oft ein Lächeln auf die Lippen. Die meist dreidimensionalen Arbeiten beziehen sich immer auf den spezifischen Ort und die Menschen, die dort leben und arbeiten.

Eine wichtige Aufgabe von Kunst im öffentlichen Raum besteht darin, Kunst für alle zu schaffen. In Erlangen versuchen „inges idee“, in Kooperation mit dem Siemens Arts Program, genau das. Die Künstler haben eine Arbeit bestehend aus 112 farbigen Zylindern entwickelt, die sich mit diversen Arbeits- und Lebensentwürfen, dem neuen Siemens Campus und den Menschen vor Ort verbinden soll.

Der Entwurf, also die Figur, entwirft sich selbst. Sie wirft Teile von sich weg. Aus diesen Teilen entsteht etwas Neues, etwas, das noch nicht formuliert ist, aber eine mögliche Idee wird. Das ist die Grundidee eines Forschungscampus und auch die Grundlage jeden Unternehmertums: Neue Ideen zu entwickeln.
sagt Hans Hemmert über die Arbeit

Die Skulptur „The Entwurf“ für den Siemens Campus im Miniaturformat

Foto: Stefan Hoederath

Die Figur wirft die einzelnen Teile anarchisch und frei in den Siemens Campus hinein. Freiheit des Denkens und dann auch des gestalterischen Handelns ist für unsere Ideenarbeit essenziell.
ergänzt Georg Zey

In der zentralen über vier Meter hohen Skulptur bilden 65 Zylinder eine menschliche Figur, die eine Frisbeescheibe hält. Auf dem Campus verteilt befinden sich weitere 47 farbige Scheiben aus Aluminium, die bildlich gesprochen aus der Skulptur weggeworfen werden. Die 47 Zylinder oder Frisbees können für Ideen stehen, die in den Raum geworfen werden. Einige Teile des Kunstwerks sind so im Gelände positioniert, dass sie als Sitzgelegenheiten oder Tische genutzt werden können; zum Verweilen, zum Nachdenken oder für die Mittagspause. Kunst, die angefasst werden kann und die zum Alltag gehört.

 

In Erlangen entsteht der künftig weltweit größte Siemens-Standort. Hier werden verschiedene Siemens-Sparten, die vorher auf unterschiedliche Standorte verteilt waren, auf einem Campus zusammengeführt. Mit dem Campus entsteht ein neuer Stadtteil, der öffentlich zugänglich ist mit Restaurants, Geschäften und Wohnungen. Auch nach Büroschluss soll der Campus zu einem lebendigen Stadtquartier werden.

 

Die Skulptur wird zwischen Mitte November und Dezember auf dem Siemens Campus installiert. Mehr Informationen über das Projekt folgen in den nächsten Wochen!!!