Diskussionen und Kulturevents

Kreativität und Kultur geben neue Impulse, ermöglichen ganzheitliches Denken und verbinden Menschen miteinander
Podium

Die Kunst ist tot, es lebe die Kunst

Ist Berlin als Kunststandort gefährdet?
  • Laut Studien werden 90% der Berliner Künstler*innen von Altersarmut betroffen sein
  • Immer mehr Ateliers & freie Räume für Kunst verschwinden
  • 84% der Berliner Galeristen sagen, sie würden heute keine Galerie mehr  eröffnen

Quellen:

Studie v. 2018 vom Institut für Strategieentwicklung (IFSE) & Berufsverband bildender Künstler*innen berlin 

 

Galerienumfrage Landesverband Berliner Galerien (lvbg) und Verein Berliner Kaufleute und Industrieller (VBKI) 2019

 

Eine lebendige Kulturszene und Kulturorte sind wichtig für eine innovative und erfolgreiche Entwicklung der Stadt. Aber Raum wird knapper und teurer. Wie können Politik und Stadt die Kultur- und Kreativschaffenden unterstützen, was kann die Wirtschaft tun, um die Attraktivität, die maßgeblich dem lebendigen Kulturleben geschuldet ist, aufrecht zu erhalten? Diese Fragen werden derzeit nicht nur in Berlin, sondern in vielen Großstädten der Welt kontrovers geführt. So auch am 8. Januar als die Gesellschaft der Freunde der Akademie der Künste gemeinsam mit dem Siemens Arts Program in Berlin zum 6. Hauptstadtkulturgespräch einlud. Diskutiert wurde über „Räume für die Kultur“.

Das Podium war besetzt mit der Künstlerin Katharina Sieverding, Hermann Parzinger (Präsident Stiftung Preußischer Kulturbesitz), Martin Rennert (ehemaliger Präsident der Universität der Künste) und Matthias Sauerbruch (Sauerbruch Hutton Architekten). Im Publikum saßen zahlreiche Berliner Künstler*innen, Vertreter von Galerien und Künstlerverbänden und aus der Berliner Wirtschaft. Am Ende der fast zweistündigen Diskussion fasst der Moderator Stephan Frucht (Künstl. Leiter Siemens Arts Program) die Forderungen an Wirtschaft und Politik zusammen:

 

Auszug aus den Forderungen an Politik, Wirtschaft und Gesellschaft:

Berlin braucht mehr Freiräume für neue und etablierte KünstlerInnen. In der Stadtentwicklung muss das Ungeregelte zugelassen werden. Vorkaufsrechte für Künstler in der Stadtmitte. Kunst muss in Berlin auch gekauft werden - Anreize müssen durch steuerliche Vorteile geschaffen werden. Neue Anforderungen an Neubauprojekte - Hausbesitzer sollten 30% der neu gebauten Wohnungen zu niedrigeren Preisen anbieten. Die Privatwirtschaft sollte günstige Atelierräume bereitstellen. Das Sterben der Nachtclubs muss verhindert werden - Kunstszene & Nachtclubs gehörten zur Identität der Stadt. Der Kunst-Ort soll zur Stadt werden. Kuratierung des Außenraums - Architektur allein kann eine Stadt nicht lebendig halten. Museen und kreative Szene müssen stärker miteinander verbunden werden. 

Der Berliner Künstler Super Pop Boy forderte am Ende der Veranstaltung, dass die Gesellschaft wieder stärker nach vorn blicken sollte. Sie sollte nach einem Ort suchen für die Zukunft, ein Ort, der das Heute und das Morgen widerspiegelt. Er forderte weiter, die Kunst muss mit dem Leben von heute zu tun haben und die Politik sollte sich stärker mit der mit aktueller Kunst auseinandersetzen.

 

Der Künstler Felix Stumpf ergänzte: „Kunst ist eine Sehnsucht, die nicht kontrolliert oder verwertet werden will. Diese Institutionsgedanken braucht die Kunst mit ihrer Energie gar nicht.“

 

Ute Weiss Leder vom bbk Berlin (berufsverband bildender künstler*innen berlin e.V.) verwies auf eigene Lösungsvorschläge des Vereins.

 

Katharina Sieverding schloss die Diskussion ab mit dem bekannten Ausspruch: „Die Kunst ist tot, es lebe die Kunst.“

Diskussion

STEAM-Förderung in der Carnegie Hall

Gehört die künstlerische Ausbildung in die Schulen?

In den USA findet derzeit eine lebhafte Diskussion über das Verhältnis von „STEM zu. STEAM“, statt. Also der Frage, ob Schulen das „A“ in „The Arts“ als wesentlichen Bildungsbestandteil der Menschen vermitteln sollen oder nicht. STEAM Befürworter argumentieren, zu einer ganzheitlichen Ausbildung von Kindern gehören neben den Naturwissenschaften, Technik, Ingenieurwesen und Mathematik auch die Fächer Kunst & Musik.

 

Der Direktor der Carnegie Hall, Sir Clive Gillinson und Barbara Humpton (CEO Siemens USA) sprachen über die künstlerische Ausbildung in den Schulen und die unternehmerische Kulturförderung. Dass man nicht nur durch die Musik, sondern auch von Musikern viel lernen kann, bewies das Gespräch mit der Solistin Kristīne Balanas, die selbst aktiv in der Vermittlung von Musik und Kultur ist.

Podcast

Schöne neue digitale Musik ?!

Produktion und Musiknutzung von Morgen

Welchen Einfluss hat die Digitalisierung auf die Musiklandschaft? KünstlerInnen verdienen rund 0,006 Cent pro Stream bei Spotify. Um auf den Mindestlohn von 1414 Euro in Deutschland zu kommen, braucht ein Künstler rund 393.000 Streams im Monat. Nur wenn Songs also millionenfach abgerufen werden, können MusikerInnen gut von ihrer Musik leben

(Quelle).

 

Nachdem das #SiemensArtsProgram mit einem eigenen Projekt im Bereich der digitalen Musik gestartet war, wollten wir an dem Thema dranbleiben. Wir luden VertreterInnen aus Kunst, Medien und Politik zur Paneldiskussion in die Siemensstadt ein. Die Gäste diskutierten, wie KünstlerInnen und Labels auf die Veränderungen bei der Produktion und der Verbreitung von Musik umgehen. Viele MusikerInnen und kleinere Labels können nur überleben, wenn sie sich stärker auf Live-Konzerte konzentrieren. Anderseits erreichen die KünstlerInnen dank der Streaming-Plattformen MusikliebherInnen in allen Ecken der Welt. Nischenmusik aus Deutschland findet dadurch Fans von Lagos bis Seoul.  

 

Aber hören Sie einfach selbst in den Podcast hinein!