Siemens Arts Program - Musik

"Carnegie Hall, ein Ort, der seit meiner Kindheit eine so mystische, magische Aura für mich hat." –  Fabian Müller, Gewinner des ARD-Musikwettbewerbs 2017 (Klavier), in der Carnegie Hall in New York. Dort trat der Pianist im März 2018 gemeinsam mit dem Bayerischen Staatsorchester auf.

Die klassische Musik nimmt seit Beginn des Programms eine große Rolle in unserer Arbeit ein. Wir unterstützen dabei stets auch Produktionen, die sich mit zeitgenössischen Formen musikalischer Ausdrucksweisen beschäftigen. Vor diesem Hintergrund initiieren wir Tanzperformances und Klangexperimente sowie Musikproduktionen und klassische Konzertabende.
Ein wichtiges Ziel unserer Aktivitäten ist die weltweite Förderung von exzellenten Nachwuchskünstlern. Dies geschieht durch eigene Nachwuchswettbewerbe (z.B. Siemens Opera Contest) und durch die Vernetzung von Nachwuchskräften mit etablierten internationalen Kulturinstitutionen (Carnegie Hall New York, Opéra Garnier Paris, Bayerische Staatsoper, Salzburger Festspiele).

News

Kristīne, Perfektionistin & Rebellin

Was kann man von Künstlern lernen? In einem ungewöhnlich offenen Gespräch mit der ARD-Musikpreisträgerin Kristīne Balanas (Violine) haben wir einiges erfahren über falsche Berater, dem Vertrauen in die eigene Intuition und dem Mut zum Risiko. Die junge Geigerin feiert in der Carnegie Hall ihr Debut.

Kristīne, Sie gelten international als eines der aufstrebenden Talente. Was war die wichtigste Entscheidung Ihrer Karriere?


Für mich war das wichtigste, immer meinen Prinzipien treu zu bleiben und niemals die Qualität der Musik aufs Spiel zu setzen. Vor einigen Jahren sagte ich Konzerte ab und verlies Proben. Ich war zu perfektionistisch. Vielleicht habe ich zu viel von mir erwartet, oder aber ich war zu idealistisch. Ich war eine kleine Rebellin. Heute überlege ich mir sorgfältig meine nächsten Schritte und fürchte mich nicht davor, Risiken einzugehen. Geduld ist ebenso wichtig! Musiker bekommen oft viele Ratschläge und ebenso viele unterschiedliche Tipps von unterschiedlichen Leuten. Es ist sehr wichtig, dass man Leute findet, denen man vertrauen kann. Und es ist vor allem wichtig, Deiner eigenen Intuition zu trauen.

 

 

Ihre Eltern sind berühmte Rockmusiker in Lettland. War das Spielen klassischer Musik für Sie ein Akt der Rebellion?

 

Das ist eine sehr interessante Frage! Mein Vater sang sein ganzes Leben lang Rock’n’Roll und brachte uns schon im Alter von 2-3 Jahren das Singen bei. Ich denke, es war mehr eine natürliche Entwicklung, in komplexe Musik einzutauchen, als eine Rebellion! Für mich stellte es sich später als ein Dilemma zwischen beidem dar, wenn ich verrücktere Dinge in der klassischen Musik machen wollte oder beim Singen von Popsongs nicht wirklich glücklich war.


Sie beschreiben sich selbst als Befürworterin eines zeitgemäßen und weniger bekannten Repertoires.

 

Ja, kürzlich nahm ich an einem Festival in Wales teil, bei dem mir die meiste Musik unbekannt oder völlig neu für mich war! Es gab viele Komponisten und Musikstücke aus Großbritannien und dem Baltikum, die ich sonst nicht kennengelernt hätte. Für mich war es eine große Herausforderung, nicht am Gewohnten festzuhalten. Es ist in gewisser Hinsicht bequem und nur natürlich für uns Menschen, altbekannte Dinge zu tun. Ich liebe es, mich neuen Herausforderungen zu stellen und Musik, die von lebenden Komponisten geschrieben wurde, zu erkunden!


Vor wenigen Monaten spielten Sie für Siemens KollegInnen in Berlin Siemensstadt. Ist Ihnen von Ihrem Auftritt noch etwas Besonderes in Erinnerung geblieben?

 

Ich genoss es, in der Siemensstadt aufzutreten und hinterher die Zuhörer zu treffen! Dies war ein ganz besonderes Konzert für mich, da das Publikum mich sehr freundlich aufnahm. Mir gefiel es, dass viele Zuhörer hier ihre erste Erfahrung mit klassischer Musik machten. Es macht mich glücklich, dass mein Konzert vielleicht das Eis gebrochen hat und die Menschen ein echtes Interesse an klassischer Musik entwickeln! 

Eine Rebellin in der Carnegie Hall 

Das Siemens Arts Program initiierte ein Konzert mit der ARD-Musikpreisträgerin Kristīne Balanas (Violine) in der Carnegie Hall.

 

Hier sehen Sie das Video über ihr Debüt in New Yorks „Konzert-Tempel“ (englisch). 

Wenn der Konferenz-Saal zum Konzert-Saal wird

Genuss für Gaumen und Gehör – dies kombinierte das erste Berliner Siemens Lunchkonzert. Die herausragende ARD-Musikpreisträgerin Kristīne Balanas (Violine) und die Neue Philharmonie Berlin (Leitung: Andreas Schulz) fesselten die Zuhörer in Siemensstadt mit einer atemberaubenden Performance, deren Töne vom Publikum förmlich aufgesogen wurden. Ein anschließender Lunch bot Mitarbeitern und Musikern die Möglichkeit zum gegenseitigen Austausch.

Klangerlebnis der besonderen Art 

Die Violinistin Kristīne Balanas eröffnete das Lunchkonzert gemeinsam mit der Neuen Philharmonie Berlin unter der Leitung von Andreas Schulz. Die lettische Solistin zählt zu den am schnellsten aufstrebenden Talenten in der internationalen Musikszene und stellte ihr Können sowie höchste Professionalität zweifelsohne unter Beweis.

 

Mit einer bemerkenswerten Leichtigkeit nahm sie die Zuhörer mit auf eine Reise durch Felix Mendelssohns Violinkonzert in e-Moll. Das Publikum würdigte ihre exzellente Leistung mit minutenlangem Applaus.

 

Im zweiten Teil des Konzerts zeigte die Neue Philharmonie erneut ihre Klasse und präsentierte Auszüge von Ludwig van Beethovens 7. Symphonie. Dirigent Andreas Schulz verlangte von seinen talentierten Nachwuchsmusikern Höchstleistung, die erneut mit anhaltendem Beifall belohnt wurde. Als Dankeschön für diese Wertschätzung rundete das 2017 gegründete Orchester das Konzert mit einer Zugabe ab.

Networking mit Nachwuchskünstlern

Im Anschluss an das Konzert erhielten Mitarbeiter und Musiker in zwangloser Atmosphäre die Gelegenheit, sich miteinander auszutauschen und Einblicke in die jeweils andere Arbeitswelt zu erhalten. Auch Solistin Kristīne Balanas nahm sich nach ihrem Auftritt ausgiebig Zeit, um diese unkonventionelle Mittagspause ausklingen zu lassen. Sie unterhielt sich auf Deutsch, Englisch, Lettisch und Russisch – ganz offenbar verbirgt sich hinter der sympathischen Preisträgerin zugleich ein Sprachengenie. Um dieses einmalige Konzert in besonderer Erinnerung halten zu können, machte sie mit interessierten Mitarbeitern Fotos. Siemens kann stolz darauf sein, junge Talente wie Sie durch den internationalen ARD-Musikwettbewerb zu fördern.

Musikalisches Signal der Verständigung mit Auftaktkonzerten am Brandenburger Tor

Im Zuge der Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit hatten wir die Chance, das Rahmenprogramm auf der Hauptbühne vor dem Brandenburger Tor aktiv mitzugestalten. Wir nutzten diese großartige Gelegenheit, um mit zwei eigeninitiierten Konzerten ein musikalisches Signal der Verständigung zu setzen. Am 1. Oktober eröffnete die Neue Philharmonie Berlin gemeinsam mit der Sopranistin Ilkin Alpay, Gewinnerin des Siemens Opera Contest Türkei, offiziell die dreitägigen Feierlichkeiten. Am 3. Oktober eröffnete wiederum der weltbekannte Cellist Daniel Müller-Schott nach der Ansprache des Regierenden Bürgermeisters Michael Müller das #1heit-Konzert.

In Gedenken an seinen Meister Mstislaw Rostropovitsch spielte Daniel Müller-Schott Auszüge aus Bachs Cello-Suite No. 2, jenem Stück, das auch Rostropovitsch nach dem Mauerfall am 10. November 1989 am Checkpoint Charlie spielte.

Original-Filmaufnahmen dieses historischen Ereignisses vom November 1989 wurden parallel auf der Bühne eingeblendet. Müller-Schott erinnerte mit seinem Auftaktkonzert an den Mauerfall, die Einheit sowie die Freiheit und begeisterte damit zehntausende Besucher.

Im Siemens-Pavillon stellten wir zudem mit unserem „3D-Soundprojekt“ samt Avatar-Orchester in Augmented-Reality-Umgebung eine Verbindung zwischen Digitalisierung und klassischer Musik her.

Wir konnten uns sowohl mit dem Nachwuchstalent Ilkin Alpay als auch mit dem renommierten Cellist Daniel Müller-Schott hinter den Kulissen über ihre Konzerte vor dem Brandenburger Tor unterhalten.

Der weltbekannte Cellist Daniel Müller-Schott nahm sich die Zeit vor seinem großen Auftritt am 3. Oktober über das gemeinsame Projekt zu sprechen.

Was waren Ihre ersten Gedanken, als wir - das Siemens Arts Program - mit der Idee zum Auftaktkonzert in Erinnerung an den Mauerfall auf Sie zukamen?

„Für mich ist es eine große Ehre, mit Auszügen aus Bachs Cello-Suiten an den Mauerfall erinnern zu dürfen. Schon vorab kann ich mit Sicherheit sagen, dass dieser Moment höchst emotional für mich sein wird, da mein Lehrer Rostropowitsch 1989 dasselbe Stück am Checkpoint Charlie spielte. Das Gefühl zu wissen, dass die Original-Filmaufnahmen dieses historischen Ereignisses 1989 dazu live auf der Bühne eingeblendet werden, ist nicht in Worte zu fassen.“

Was bedeutet die künstlerische Intervention in Gedenken an Mstislaw Rostropowitsch für Sie als Musiker? In welcher Verbindung stehen Sie zu Rostropowitsch – und zu Berlin?

„Slava Rostropowitsch war ein Jahr mein Lehrer. Wenige Jahre, nachdem er an der Berliner Mauer Bach gespielt hat konnte ich ihm durch die Empfehlung von Anne-Sophie Mutter vorspielen. Auch war er neugierig, da er von meinem ersten Preis beim Tschaikowski Wettbewerb für junge Musiker in Moskau gehört hatte. Ich habe unendlich von ihm profitiert. In Berlin habe ich unzählige Konzerte gespielt und ich liebe die Energie, den Puls und die Kultur der Stadt. Viele meiner Freunde leben dort. Es wird ein besonders emotionaler Moment, für Berlin, für Deutschland und für meinen verstorbenen Lehrer Bach zu spielen.“

Die junge Sopranistin Ilkin Alpay gewann 2016 den Siemens Opera Contest Türkei.

Sie feierte seitdem auf Initiative des Siemens Arts Program u.a. 2017 ihr Debut in der Carnegie Hall New York und trat im selben Jahr beim Bürgerfest des Bundespräsidenten am Schloss Bellevue auf.

Ihr Auftritt am Brandenburger Tor war ein weiterer einzigartiger Moment in ihrer jungen Karriere.

Direkt nach ihrem Konzert haben wir sie nach einer kurzen Stellungnahme zu ihrem Auftritt gebeten.

Wie fühlen Sie sich gerade nach Ihrem Auftritt?

„Ich habe soeben am Brandenburger Tor in Berlin zum Tag der Deutschen Einheit gesungen. Es war eine wunderbare Erfahrung für mich, an einem so historischen Ort zu singen.“

Siemens Opera Contest in Paris

Das Siemens Arts Program präsentiert den zweiten Siemens Opera Contest France und seine Gewinnerin, Sarah Shine, in der weltberühmten Opéra national de Paris.

Das Siemens Arts Program initiierte 2018 den zweiten Siemens Opera Contest France.

Shine überzeugte die Fachjury und setzte sich erfolgreich gegen zwölf Mitbewerber durch. Das Nachwuchstalent wurde 1993 in Irland geboren und schloss ihr Studium 2015 an der Irish Royal Academy of Music ab. Im Rahmen einer festlichen Gala an der Opéra national de Paris nahm sie den Preis von Nicolas Petrovic, CEO Siemens Frankreich, sowie unter Anwesenheit von Klaus Helmrich und Roland Busch, Vorstandsmitglieder der Siemens AG, entgegen. Das Publikum bestehend aus Kunden, Partnern und Politik waren von der Präsenz, der Leidenschaft und dem Talent der Gewinnerin beeindruckt. Der Preis wurde ihr unter großem Applaus übergeben.

Für die junge Sopranistin ist der Auftritt im Palais Garnier in Paris ein ganz besonderer Moment.

Im Interview beschreibt Sarah Shine ihre Gefühle, nachdem sie von ihrem Sieg beim Siemens Opera Contest France hörte sowie ihre Vorbereitungen für große Auftritte wie diesen.

Wie fühlen Sie sich und was bedeutet Ihnen der Preis?
"Als ich gehört habe, dass ich den Preis gewonnen habe, war ich zunächst sprachlos. Zwischenzeitlich konnte ich den ersten Schock ein wenig verdauen und jetzt bin ich einfach nur glücklich. Wettbewerbe wie der Siemens Opera Contest sind sehr wichtig. Dadurch erhalte ich Anerkennung. Wie ich singe, wie ich spiele und wie ich mein Leben führe…ich habe alles richtig gemacht. Es hat mein Selbstvertrauen gestärkt."

Wie bereiten Sie sich auf große Auftritte vor?

"Die Vorbereitung für Konzerte wie im Palais Garnier beginnt Monate vorher. Man muss die Musik im eigenen Körper fühlen, herausfinden, wie man sie mit der korrekten Technik am besten zum Ausdruck bringt."

3D-Klang für klassische Musik von Morgen

Das Siemens Arts Program veröffentlicht Cello-Werke von Tschaikowsky und Gulda in 3D-Sound-Technologie.

Das Siemens Arts Program hat zusammen mit der Orchesterakademie des Bayerischen Staatsorchesters und Jakob Spahn, Solo-Cellist des Staatsorchesters, Werke von Peter Tschaikowsky und Friedrich Gulda eingespielt und in mehreren „Immersive-Sound-Formaten“ produziert. In Zusammenarbeit mit dem Immersive Audio Network IAN ist ein völlig neues Klangerlebnis entstanden, das tradiertes Cello-Repertoire mit einem technisch innovativen Audioverfahren vereint.

Beim immersiven 3D-Sound werden alle drei Raumdimensionen abgebildet. Der Rezipient befindet sich dabei mitten im Klangraum und kann die räumliche Qualität der Klänge dreidimensional erfahren. Das Album „Cellokonzerte“ im 3D-Sound erscheint am 11. Mai als Blu-ray und CD beim Label hänssler Classic. Die Tonaufnahmen dafür entstanden in der Konzernzentrale der Siemens AG sowie im Bruno-Walter-Saal der Bayerischen Staatsoper. Außerdem wird die 3D-immersive Produktion im Rahmen der „Langen Nacht der Musik“ am 28. April im Siemens Headquarters in München aufgeführt.

https://www.muenchner.de/musiknacht/2018/location-detailansicht/siemens-zentrale/

Folgende Werke sind auf der neuen CD und Blu-ray eingespielt:

  •  Friedrich Gulda: Konzert für Violoncello und Blasorchester
  •  Peter Tschaikowsky: Rokoko Variationen für Violoncello und Bläserquintett (Arr.: David Stromberg)
  • Peter Tschaikowsky: Andante cantabile – Streichquartett Nr. 1, op.11, Nr. 2
Projekte

Die Musikwelt zusammenbringen

Musikalisches Signal der Verständigung zum Tag der Deutschen Einheit

Im Rahmen der Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit in Berlin nutzte das Siemens Arts Program die Chance, um auf der Hauptbühne am Brandenburger Tor gleich mit zwei eigeninitiierten Konzerten ein musikalisches Signal der Verständigung zu setzen.

Auf der großen Bühne

Das Siemens Arts Program bringt Newcomer und große Meister in der Carnegie Hall zusammen: Am 27. März 2018 begleitete das Bayerische Staatsorchester – das Orchester der Bayerischen Staatsoper - die Gewinner des ARD Musik-Wettbewerbs 2017 Sarah Christian (Violine) und Fabian Müller (Klavier) in der Carnegie Hall in New York. Am Dirigentenpult stand Marie Jacquot.

Siemens Opernwettbewerb

Der Siemens Opéra Contest ist ein professioneller Gesangswettbewerb für die besten Nachwuchssänger. 2018 wird der Wettbewerb sein 20. Jubiläum an seinem Ursprungsort Istanbul/Türkei feiern. 2017 hat der Wettbewerb erstmalig auch in Frankreich stattgefunden.