Siemens Arts Program - Musik

"Carnegie Hall, ein Ort, der seit meiner Kindheit eine so mystische, magische Aura für mich hat." –  Fabian Müller, Gewinner des ARD-Musikwettbewerbs 2017 (Klavier), in der Carnegie Hall in New York. Dort trat der Pianist im März 2018 gemeinsam mit dem Bayerischen Staatsorchester auf.

Die klassische Musik nimmt seit Beginn des Programms eine große Rolle in unserer Arbeit ein. Wir unterstützen dabei stets auch Produktionen, die sich mit zeitgenössischen Formen musikalischer Ausdrucksweisen beschäftigen. Vor diesem Hintergrund initiieren wir Tanzperformances und Klangexperimente sowie Musikproduktionen und klassische Konzertabende.
Ein wichtiges Ziel unserer Aktivitäten ist die weltweite Förderung von exzellenten Nachwuchskünstlern. Dies geschieht durch eigene Nachwuchswettbewerbe (z.B. Siemens Opera Contest) und durch die Vernetzung von Nachwuchskräften mit etablierten internationalen Kulturinstitutionen (Carnegie Hall New York, Opéra Garnier Paris, Bayerische Staatsoper, Salzburger Festspiele).

News

Und der OPUS KLASSIK 2020 geht an…

SiemensArtsProgram-Produktion gewinnt Preis für Beste Konzerteinspielung. Ausgezeichnet werden die Solistin Annika Treutler, das Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin und der Dirigent Stephan Frucht.

Das Siemens Arts Program hat gemeinsam mit der Pianistin Annika Treutler und dem Medienkünstler Alexander Stublić ein audiovisuelles Kunstprojekt initiiert.

Das Projekt basiert auf dem Klavierkonzert Opus 25 von Viktor Ullmann, einem 1944 in Auschwitz ermordeten Komponisten. Das Kunstprojekt besteht aus einer technisch aufwendigen Neuaufnahme des Klavierkonzerts in 3D-Sound sowie aus einer Virtual-Reality Medienkunst-Installation.

 

Die Musikaufnahme wurde unter der Leitung von Stephan Frucht (Künstlerischer Leiter Siemens Arts Program) mit dem Deutschlandfunk Kultur und dem Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin im großen Sendesaal des RBB in Berlin realisiert. In der Medienkunst-Installation verbindet der Künstler Alexander Stublić genreübergreifend Film- und Tonaufnahmen, die während der 3D-Musikproduktion entstanden sind zu traumartigen Szenen, die zum Teil Motive von Orten beinhalten, an denen Viktor Ullmann künstlerisch tätig war. 

 

Stephan Frucht, sagt über den Preis:

„Es ist eine besondere Freude, dass wir mit diesem Projekt vielfach für den OPUS KLASSIK nominiert wurden und in der Kategorie „Beste Konzerteinspielung“ gewonnen haben. Dies konnte nur im Team gelingen. All denen, die hier so viel Herzblut und Innovation eingebracht haben, gehört dieser Preis. Und natürlich dem großen Viktor Ullmann, den ich auf jedem Konzertpodium dieser Welt aufführen würde. Verdient hätte er es.“

 

Annika Treutler ergänzt:

„Die Auszeichnung mit dem OPUS KLASSIK freut mich außerordentlich, weil vor allem Viktor Ullmanns Musik damit ausgezeichnet wird. Dem Ziel meines dazu gegründeten Projekts #respondinmusic, Komponisten aus der Zeit ihre Stimme zurückzugeben und dadurch durch Musik Geschichte zu erzählen, kommen wir mit damit einen Schritt näher. Denn heute ist es wichtiger denn je, unsere Rolle als Musiker zu finden. Ich danke dem Siemens Arts Programm für die Möglichkeit, mit dieser Aufnahme und der die auf dem Klavierkonzert basierenden Kunstinstallation die Musik auf einer anderen Ebene erleben zu können.“

Die Medieninstallation nutzt Virtual Reality und immersive Soundtechnik zur Illustration von Ullmans Klavierkonzert und weist neue, digitale Wege der mehrdimensionalen Musikübertragung.

Das audiovisuelle Kunstprojekt, eine aufwendige Produktion mit neuester Technik, weist neue Wege in die Zukunft der Musikübertragung. Durch das visuelle und dreidimensionale Erlebnis der Einspielung möchte das Siemens Arts Program die Musik und das harte Schicksaal Ullmanns mit den Möglichkeiten des 21. Jahrhunderts - gerade auch einer jungen Generation - sichtbar UND hörbar machen. Für die herausragende künstlerische Qualität wurde die Produktion am 18.10.2020, dem Todestag Viktor Ullmanns, mit dem OPUS KLASSIK ausgezeichnet.

 

Der OPUS KLASSIK ist der wichtigste Preis für klassische Musik in Deutschland. Die Förderung der klassischen Musik und insbesondere die Auszeichnung ihrer Künstler ist das Ziel des Vereins zur Förderung der Klassischen Musik e. V., dem Ausrichter des neuen, unabhängigen Klassikpreises. Eine Fachjury, zusammengesetzt aus Vertretern der Musik- und Medien-Branche, zeichnet 47 Preisträger in 25 Kategorien aus.  Verliehen wurde der OPUS KLASSIK 2020 am 18. Oktober 2020 im Konzerthaus Berlin.

Mehr Informationen über die VR-Installation

Webseite des Künstlers

Mehr Informationen über das Viktor Ullmann Projekt

Alles zum Projekt

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Siemens wird Hauptförderer und Partner von Deutsche Grammophons Online-Initiative für Liveaufführungen

Siemens ist ein neuer Hauptförderer und Partner von DG Stage – The Classical Concert Hall. Die Partnerschaft erinnert zugleich an die Rolle, die Siemens von 1941 bis 1987 als Eigentümer und später als wichtiger Anteilseigner des Gelblabels spielte.

Siemens wird bis Ende 2021 in die technische Entwicklung und in Produktionen von DG Stage investieren.

Ziel dieser Partnerschaft ist die Etablierung einer Plattform, die einem globalen Publikum einen Zugang öffnet zu Konzerten, Premieren und Darbietungen – von Nachwuchskünstlern, den Musikerinnen und Musikern der Künstlerfamilie von Deutsche Grammophon, aber auch von Gästen mit besonderen Einzelprojekten.

 

»Musikvermittlung in die Breite der Gesellschaft durch neue Technologien war beiden Unternehmen schon ein Anliegen, als Siemens Mitte des vergangenen Jahrhunderts Gesellschafterin der Deutschen Grammophon war«, erklärt Dr. Clemens Trautmann, President Deutsche Grammophon. »Mit der Zusammenarbeit bei DG Stage wollen wir diesen Grundgedanken nun gemeinsam in die Gegenwart übersetzen. DG Stage ist eine Antwort auf das Bedürfnis der Künstler nach innovativen Online-Foren als Ergänzung zu ihren Live-Aufführungen und auf den Wunsch des globalen klassischen Musikpublikums, trotz der aktuellen Einschränkungen spannende neue Produktionen aus nächster Nähe zu erleben. Siemens ist als Partner und Förderer herausragender Festivals und Musikinstitutionen geschätzt, und diese Aktivitäten weiten wir nun gemeinsam in den digitalen Bereich aus. Wir freuen uns sehr auf eine kreative Zusammenarbeit.«

Professor Dr. Stephan Frucht, Künstlerischer Leiter des Siemens Arts Program erklärt: »Die heutige Zeit erfordert völlig neue Konzertformate. Zudem muss auch die Klassik die Chancen der digitalen Welt besser aufgreifen. Die klassische Musik hat nur deshalb so lange überlebt, weil sie sich beständig verändert hat. Insofern ist sie gar nicht klassisch und müsste eigentlich ›erneuerbare Musik‹ heißen. Für Siemens besteht genau in diesem Wandel der Charme, also Bewährtes durch Veränderung zukunftsfähig zu machen. Daher ist für uns die Förderung von Forschung, Wissenschaft, Kunst und Kultur ein wichtiger Teil der eigenen Unternehmenskultur.

Uns im Siemens Arts Program treibt es täglich um, klassische Musik neu zu denken. Daher möchten wir Teil des digitalen Pionierprojekts der Deutschen Grammophon sein und hier auch unser Know-how einbringen. Social Distancing erfordert Nähe im Geiste. Die gemeinsame Geschichte von Siemens und der Deutschen Grammophon lässt erwarten, dass aus gemeinsamen Projekten etwas Besonderes entsteht. Und aus künstlerischen Gründen freut es mich zudem besonders, dass wir junge Talente, die wir durch unser eigenes Kulturprogramm entdecken und fördern, einem internationalen Publikum auf der DG Stage vorstellen können.«

Zur Geschichte von Siemens & Deutsche Grammophon-Gesellschaft

Die älteste und traditionsreichste deutsche Schallplattenfirma wurde bereits 1898 von den Brüdern Emil und Joseph Berliner in Hannover gegründet. Nachdem sich das Unternehmen innerhalb kurzer Zeit zum Marktführer vorgearbeitet hatte, brachen die Umsätze der Deutschen Grammophon während der Weltwirtschaftskrise durch den stockenden Absatz von Luxuskonsumgütern dramatisch ein. Zudem führte die Emigration, zu der die Eigentümer und etliche der verpflichteten Künstler 1933 gezwungen waren, zu Einbußen in der künstlerischen Qualität und der Breite des Plattenrepertoires. Im Jahr 1941 erwarb die Siemens & Halske AG durch die sogenannte „Telefunken-Transaktion“ die hundertprozentige Mehrheit an der Deutschen Grammophon. Die Gesellschaft behauptete in den 1950er Jahren erneut eine marktführende Position und wurde1962 in das Joint Venture Phonogram zusammen mit Philips eingebracht. 1972 gründeten Philips und die Deutsche Grammophon aus dem Joint Venture eine gemeinsame Gesellschaft PolyGram. Philips übernahm schließlich 1987 sämtliche PolyGram-Anteile von Siemens.

DG Stage – The Classical Concert Hall

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Internationaler Siemens-Hallé Dirigierwettbewerb 2020

Mit dem Orchester im Einklang

Mit dynamischer Bühnenpräsenz und großer Leidenschaft verzauberte Delyana Lazarova das Publikum im ehemaligen Kirchenschiff von St. Peter’s in Manchester. Von Brahms 1. Sinfonie über Verdis Macht des Schicksals erschuf sie ein musikalisches Erlebnis, das Zuhörer wie Musiker in ihren Bann zog.

Delyana Lazarova gewinnt den internationalen Siemens-Hallé Dirigierwettbewerb 2020

„Diesen Wettbewerb gewonnen zu haben ist ein unglaubliches Gefühl, ich bin ausgesprochen glücklich und geehrt. Mit Sir Mark Elder und den Musikern des Hallé Orchesters arbeiten zu dürfen ist ein großes Privileg“, sagt Delyana, als ihr die Trophäe überreicht wird.

 

287 Dirigiertalente aus 55 Ländern haben sich letztes Jahr auf diese einmalige Stelle beworben. Der Gewinn ist ein Preisgeld von 15.000 britische Pfund und die einzigartige Möglichkeit, zwei Jahre lang als Assistent des renommierten Chefdirigenten Sir Mark Elder zu arbeiten, sowie die künstlerische Leitung des Hallé Youth Orchestra zu übernehmen – ein Traum für jeden aufstrebenden Nachwuchsdirigenten!

Diesen Wettbewerb in Kooperation mit dem Hallé Orchester auszurichten bedeutet für uns, neuen Talenten eine Plattform zu geben, damit sie ihre jahrelange, harte Arbeit und ihre musikalischen Fähigkeiten auf einer internationalen Bühne demonstrieren können.“ 
Stephan Frucht, künstlerischer Leiter des Siemens Arts Program

Inspirieren ist meine Aufgabe  

Die Leitung des Hallé Jugendorchesters ist ein wichtiger Teil von Delyanas zukünftiger Stelle. Doch inwiefern unterscheidet sich die Arbeit mit jugendlichen Musikerinnen und Musikern von der mit einem professionellen Orchester?

 

Die bulgarische Musikerin gibt folgende Antwort darauf:

„Ich denke, die Arbeit mit einem Jugendorchester unterscheidet sich nicht so sehr von einem professionellen Orchester. Als Dirigentin ist es meine Aufgabe zu inspirieren. Ganz egal, wer vor mir steht! Und mit jungen Menschen, jungen Seelen und jungen Geistern zu arbeiten und sie mit Musik zu inspirieren, ist etwas wirklich Lohnendes. Im Grunde genommen ist es eine Inspiration auf einer etwas reineren Ebene als bei professionellen Musikern.“

 

Auf die Frage hin, wie sie den Wettbewerbsprozess erlebte, antwortet Delyana: „Dieser Wettbewerb war definitiv etwas Bemerkenswertes. Nicht zuletzt wegen des Umfelds: das Hallé und das Siemens Team haben uns sehr herzlich willkommen geheißen. Ich habe mich sofort aufgehoben gefühlt, als wäre ich zuhause.“ 

Das Highlight einer langen Partnerschaft

Die Zusammenarbeit zwischen Siemens und dem Hallé-Orchester hat mittlerweile Tradition. Bereits seit 20 Jahren arbeiten wir zusammen mit dem renommierten Orchester, das zu den besten Symphonischen Ensembles Großbritanniens gehört. Dieser Wettbewerb begründet nun den Höhepunkt einer Reihe erfolgreicher Projekte, die Siemens und Hallé in der Zeit ihrer innovativen Kooperation auf die Beine gebracht haben.

 

Das Engagement des Siemens Arts Program hebt diese Kooperation nun mit „Siemens Hallé International Conductors Competition“ auf eine internationale Ebene mit weitaus größerer Reichweite.

Unsere Partnerschaft mit dem Hallé Orchester ist etwas Besonderes: Das Orchester teilt nicht nur unsere Leidenschaft für Exzellenz, sondern ist auch ein wichtiger Teil unseres Engagements in der Stadt Manchester. Dieser Wettbewerb mit seiner einzigartigen Digital Challenge ist ein wunderbares Beispiel dafür, wie Technologie und Kunst zusammenwirken und voneinander profitieren können, um Neues und Innovatives zu schaffen.
Carl Ennis, CEO von Siemens UK

Dirigieren via Avatar

Passend zu Siemens als führender Technologiekonzern, enthielt dieser Wettbewerb auch eine innovative Komponente in Form einer „Digital Challenge“. Diese mussten die Kandidatinnen und Kandidaten erfolgreich absolvieren, um ins Finale vorrücken zu können. Getestet wurde dabei vor allem ihre Fähigkeit mit neuen, ungewohnten Elementen umzugehen – schließlich steht Digitalisierung mittlerweile nicht nur bei Siemens im Mittelpunkt, sondern findet jetzt schon ihren Weg in die Opernwelt.

 

So digital hat sich bis jetzt allerdings noch kein Dirigierwettbewerb gezeigt, was sogar die Aufmerksamkeit der London TIMES erregte. So schrieb Kulturkorrespondent David Sanderson, „das Dirigieren des Siemens-Avatar vor dem Hallé Orchester könnte die Zukunft sein, so wie es Strawinsky einst war.“

 

Auch der Veranstaltungsort sticht in seiner Einzigartigkeit hervor: die kürzlich restaurierte Kirche Hallé St. Peter’s ist ein im anglikanischen Stil gehaltener Bau, der mit neuester Siemens Technologie ausgestattet ist. Somit trifft historischer Charme auf moderne Infrastruktur und ein herausragendes Konzert mit exzellentem Klangerlebnis ist vorprogrammiert.

Eins mit der Musik – der eigentliche Gewinn

„Die Performance heute hat mir immense Freude bereitet.“, beschreibt Delyana ihren Auftritt beim Finale. „Mit den Hallé Musikern Musik zu machen – das ist etwas ganz Besonderes. Den Moment, als wir das Konzert beendet haben, empfand ich als eine solch lohnende Erfahrung, dass ich eigentlich gar nichts anderes brauchte. Der Gewinn ist fantastisch, doch auf einem solch hohen Niveau Musik machen zu können und zu spüren, dass die Musiker und ich in diesem Moment alle im Einklang sind – das ist wahrlich spektakulär!“ 

Projekte

Die Musikwelt zusammenbringen

Digital gegen das Vergessen – Würdigung für den ermordeten Komponisten Viktor Ullmann

Vor 75 Jahren wurde der Komponist Viktor Ullmann in Auschwitz ermordet. Das Siemens Arts Program will die Erinnerung an Viktor Ullmann wachhalten, stellvertretend für zahlreiche KünstlerInnen, die von den Nationalsozialisten vertrieben und ermordet wurden. Wir hoffen, dass die Musik Ullmanns von vielen Menschen auf der ganzen Welt (wieder-) entdeckt wird. Deshalb haben wir mit der Pianistin Annika Treutler und dem Medienkünstler Alexander Stublić ein audiovisuelles Kunstprojekt gestartet.
Mein Anliegen ist es, dass seine Musik gleichwertig geschätzt und bekannt wird, wie die seiner großen, nicht verfolgten Kollegen aus der Zeit. Sie hat es verdient! Ullmann hat in seiner Musik eine ganz besondere Sprache entwickelt, eine eigene Tonalität erschaffen. Obwohl er Schüler von Arnold Schönberg gewesen ist, ist seine Musik nicht atonal, sondern die Tonalität abgewandelt, indem er Intervalle vergrößert oder verkleinert. Dadurch entsteht die für ihn typische enorme Spannung, und trotzdem fühlt sich der Hörer nicht verloren. Wir meinen immer wieder Anklänge anderer Komponisten zu hören, und trotzdem spricht Ullmanns Musik eine ganz eigene, ungewohnte Sprache.
Annika Treutler, über Viktor Ullmann

Das Siemens Arts Program hat gemeinsam mit der Pianistin Annika Treutler und dem Medienkünstler Alexander Stublić ein audiovisuelles Kunstprojekt initiiert. Das Kunstprojekt besteht aus einer technisch aufwendigen Neuaufnahme des Klavierkonzerts in 3D-Sound sowie aus einer Virtual-Reality Medienkunst-Installation.

 

Die Musikaufnahme wurde unter der Leitung von Stephan Frucht (Künstlerischer Leiter Siemens Arts Program) mit dem Deutschlandfunk Kultur und dem Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin im großen Sendesaal des RBB in Berlin realisiert.

 

In der Medienkunst-Installation verbindet der Künstler Alexander Stublić genreübergreifend Film- und Tonaufnahmen, die während der 3D-Musikproduktion entstanden sind zu traumartigen Szenen, die zum Teil Motive von Orten beinhalten, an denen Viktor Ullmann künstlerisch tätig war. 

Eine Medieninstallation nutzt Virtual Reality und immersive Soundtechnik zur Illustration von Ullmans Klavierkonzert und weist neue, digitale Wege der mehrdimensionalen Musikübertragung.

Ausschnitt aus der VR-Installation

Youtube-Video

Das audiovisuelle Kunstprojekt, eine aufwendige Produktion mit neuester Technik, weist neue Wege in die Zukunft der Musikübertragung. Durch das visuelle und dreidimensionale Erlebnis der Einspielung möchte das Siemens Arts Program die Musik und das harte Schicksaal Ullmanns mit den Möglichkeiten des 21. Jahrhunderts - gerade auch einer jungen Generation - sichtbar UND hörbar machen.

Viktor Ullmann (1898-1944) ist ein österreichischer Komponist, Dirigent und Pianist.

Wegen der jüdischen Herkunft seiner Eltern wurde Ullmann 1942 ins Konzentrationslager Theresienstadt deportiert, wo er einen großen Teil seiner Werke schuf. Er komponierte dort „Der Kaiser von Atlantis“ und „Die Weise von Liebe und Tod“. Am 18. Oktober 1944 wurde Ullmann kurz nach seiner Ankunft im Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau umgebracht.

 

Über den Anlass der Veröffentlichung sagt Stephan Frucht (künstl. Leiter Siemens Arts Program): „Am 27. Januar 2020 jährt sich der Tag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz zum 75. Mal. Die Millionen unschuldiger Opfer des Holocausts erinnern uns immer wieder daran, dass das Gedenken niemals abgeschlossen sein kann. Es ist zugleich eine Verpflichtung, diejenigen Stimmen niemals verstummen zu lassen, die sich zu Lebzeiten nicht äußern durften oder die sich nicht mehr äußern konnten. Hierzu zählen auch zahlreiche jüdische Künstlerinnen und Künstler, die niemals ihre Kreativität voll entfalten konnten, weil ihnen ein künstlerisches Schaffen in Freiheit verwehrt blieb. Dieses Schicksal vieler großartiger KünstlerInnen aus der Bildenden Kunst, die als „verfemt“ gebrandmarkt wurden, teilten auch bedeutende Musiker und Komponisten, darunter Hans Krása, Pavel Haas, Gideon Klein oder Viktor Ullmann, die alle dem NS-Regime zum Opfer fielen.“

Das Siemens Arts Program hat gemeinsam mit der Pianistin Annika Treutler das Klavierkonzert von Viktor Ullmann Opus 25 (komponiert 1939) neu eingespielt. Es handelt sich um die erste Aufnahme des Werkes im 3D-Audioverfahren.

 

Die Produktion wurde unter der Leitung von Stephan Frucht (Künstl. Leiter Siemens Arts Program) mit dem Deutschlandfunk Kultur und dem Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin im großen Sendesaal des RBB in Berlin realisiert. Die Aufnahmeleitung lag bei Prof. Thorsten Weigelt (Universität der Künste Berlin) und dem 3D-Immersive Audio Spezialisten Stefan Bock (IAN München).

 

Die Neueinspielung – bestehend aus Audio-CD und Blu-ray – enthält außer dem Klavierkonzert Opus 25 auch Ullmanns Klaviersonaten Nr. 3 (1940) und Nr. 7 (1944), die Annika Treutler in der Jesus-Christus-Kirche in Berlin-Dahlem aufgenommen hat. Das Album erscheint am 31. Januar 2020 beim Label „Berlin Classics“ (Edel).