Siemens Arts Program - Musik

"Carnegie Hall, ein Ort, der seit meiner Kindheit eine so mystische, magische Aura für mich hat." –  Fabian Müller, Gewinner des ARD-Musikwettbewerbs 2017 (Klavier), in der Carnegie Hall in New York. Dort trat der Pianist im März 2018 gemeinsam mit dem Bayerischen Staatsorchester auf.

Die klassische Musik nimmt seit Beginn des Programms eine große Rolle in unserer Arbeit ein. Wir unterstützen dabei stets auch Produktionen, die sich mit zeitgenössischen Formen musikalischer Ausdrucksweisen beschäftigen. Vor diesem Hintergrund initiieren wir Tanzperformances und Klangexperimente sowie Musikproduktionen und klassische Konzertabende.
Ein wichtiges Ziel unserer Aktivitäten ist die weltweite Förderung von exzellenten Nachwuchskünstlern. Dies geschieht durch eigene Nachwuchswettbewerbe (z.B. Siemens Opera Contest) und durch die Vernetzung von Nachwuchskräften mit etablierten internationalen Kulturinstitutionen (Carnegie Hall New York, Opéra Garnier Paris, Bayerische Staatsoper, Salzburger Festspiele).

Digital gegen das Vergessen – Würdigung für den ermordeten Komponisten Viktor Ullmann

Vor 75 Jahren wurde der Komponist Viktor Ullmann in Auschwitz ermordet. Das Siemens Arts Program will die Erinnerung an Viktor Ullmann wachhalten, stellvertretend für zahlreiche KünstlerInnen, die von den Nationalsozialisten vertrieben und ermordet wurden. Wir hoffen, dass die Musik Ullmanns von vielen Menschen auf der ganzen Welt (wieder-) entdeckt wird. Deshalb haben wir mit der Pianistin Annika Treutler und dem Medienkünstler Alexander Stublić ein audiovisuelles Kunstprojekt gestartet.

Annika Treutler über Viktor Ullmann:

„Mein Anliegen ist es, dass seine Musik gleichwertig geschätzt und bekannt wird, wie die seiner großen, nicht verfolgten Kollegen aus der Zeit. Sie hat es verdient! Ullmann hat in seiner Musik eine ganz besondere Sprache entwickelt, eine eigene Tonalität erschaffen. Obwohl er Schüler von Arnold Schönberg gewesen ist, ist seine Musik nicht atonal, sondern die Tonalität abgewandelt, indem er Intervalle vergrößert oder verkleinert. Dadurch entsteht die für ihn typische enorme Spannung, und trotzdem fühlt sich der Hörer nicht verloren. Wir meinen immer wieder Anklänge anderer Komponisten zu hören, und trotzdem spricht Ullmanns Musik eine ganz eigene, ungewohnte Sprache.“

 

 

 

 

Viktor Ullmann (1898-1944) ist ein österreichischer Komponist, Dirigent und Pianist.

Wegen der jüdischen Herkunft seiner Eltern wurde Ullmann 1942 ins Konzentrationslager Theresienstadt deportiert, wo er einen großen Teil seiner Werke schuf. Er komponierte dort „Der Kaiser von Atlantis“ und „Die Weise von Liebe und Tod“. Am 18. Oktober 1944 wurde Ullmann kurz nach seiner Ankunft im Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau umgebracht.

 

Über den Anlass der Veröffentlichung sagt Stephan Frucht (künstl. Leiter Siemens Arts Program): „Am 27. Januar 2020 jährt sich der Tag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz zum 75. Mal. Die Millionen unschuldiger Opfer des Holocausts erinnern uns immer wieder daran, dass das Gedenken niemals abgeschlossen sein kann. Es ist zugleich eine Verpflichtung, diejenigen Stimmen niemals verstummen zu lassen, die sich zu Lebzeiten nicht äußern durften oder die sich nicht mehr äußern konnten. Hierzu zählen auch zahlreiche jüdische Künstlerinnen und Künstler, die niemals ihre Kreativität voll entfalten konnten, weil ihnen ein künstlerisches Schaffen in Freiheit verwehrt blieb. Dieses Schicksal vieler großartiger KünstlerInnen aus der Bildenden Kunst, die als „verfemt“ gebrandmarkt wurden, teilten auch bedeutende Musiker und Komponisten, darunter Hans Krása, Pavel Haas, Gideon Klein oder Viktor Ullmann, die alle dem NS-Regime zum Opfer fielen.“

Das Siemens Arts Program hat gemeinsam mit der Pianistin Annika Treutler das Klavierkonzert von Viktor Ullmann Opus 25 (komponiert 1939) neu eingespielt. Es handelt sich um die erste Aufnahme des Werkes im 3D-Audioverfahren.

 

Die Produktion wurde unter der Leitung von Stephan Frucht (Künstl. Leiter Siemens Arts Program) mit dem Deutschlandfunk Kultur und dem Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin im großen Sendesaal des RBB in Berlin realisiert. Die Aufnahmeleitung lag bei Prof. Thorsten Weigelt (Universität der Künste Berlin) und dem 3D-Immersive Audio Spezialisten Stefan Bock (IAN München).

 

Die Neueinspielung – bestehend aus Audio-CD und Blu-ray – enthält außer dem Klavierkonzert Opus 25 auch Ullmanns Klaviersonaten Nr. 3 (1940) und Nr. 7 (1944), die Annika Treutler in der Jesus-Christus-Kirche in Berlin-Dahlem aufgenommen hat. Das Album erscheint am 31. Januar 2020 beim Label „Berlin Classics“ (Edel).

 

 

Interview Deutschlandfunk Kultur (27.12.2019)

Klavierkonzert als Panoptikum

Moderation: Stefan Lang

Projekte

Die Musikwelt zusammenbringen

Opera Contest Turkey 2019

Er kam, er sang, er siegte!

Die bemerkenswerten Leistungen der 25 Teilnehmer des 21. Siemens Opera Contest Turkey haben es der hochkarätigen Jury nicht leicht gemacht, einen Gewinner zu küren. Am Ende gelang es Uğur Atasoy, sich mit der Arie des Rodrigos aus Verdis Don Carlo von der Konkurrenz abzuheben. Vom ersten Ton bis zum Ende des Nachhalls konnte er die Anwesenden mit seiner Darbietung fesseln. Tatsächlich schien es ihm ein Leichtes zu sein, den Raum des Kulturforums in Istanbul mit seiner ausdrucksstarken Stimme zu füllen. Ein wohlverdienter Sieg für den Nachwuchskünstler beim Siemens Opera Contest Turkey 2019.

Uğur Atasoy – ein Talent, das man sich merken sollte!

Der talentierte junge Sänger wurde 1991 in Ankara geboren. Bereits in der High School belegte er den 2. Platz in der Kategorie "Best Performer" beim landesweiten High School Musikwettbewerb der türkischen Tageszeitung Hürriyet.

 

Im Jahr 2013 trat er in die Abteilung für Opern- und Konzertgesang des Konservatoriums der Universität Haliç ein. Als Junior trat er bereits beim Oper im Berg Festival in Salzburg und München auf und spielte in den Opern „La Traviata“, „I Puritani“ und „Die Zauberflöte“.

 

Er gewann den zweiten Preis beim Gesangswettbewerb des 22. Internationalen Istanbul Barock Festivals 2016. Er war Solist beim Young Talents Concert der Staatsoper Istanbul im Jahr 2018, wo er den Graf in Figaros Hochzeit von Mozart sang.

 

Anfang 2019 wurde Uğur Atasoy ins Opernstudio der Opéra National de Paris eingeladen, wo er sein Gesangstraining erfolgreich bei den Bariton Gesangstrainern Nejat Işık Belen und Kevork Tavityan absolvierte. Er nahm Stil- und Interpretationsunterricht bei Suat Arıkan, Leiter der Staatsoper Istanbul, und trat dem Meisterkursprogramm des Bassbaritons Burak Bilgili bei.

 

Seine Gesangsausbildung setzt er bei Prof. Güzin Gürel fort.

Siemens Opera Contest Turkey 2019

An insgesamt drei Wettbewerbstagen trafen junge talentierte Sängerinnen und Sänger in der Istanbul Foundation for Culture and Arts (IKSV) zusammen, um am einzigen landesweiten Opernwettbewerb der Türkei teilzunehmen. Ziel der Teilnehmenden war es, ihre Talente zu präsentieren, wertvolle Erfahrungen zu sammeln und nicht zuletzt einen der attraktiven Preise zu gewinnen. Die Gewinner konnten sich u.a. auf ein Stipendium am Badischen Staatstheater Karlsruhe und am Mozarteum Salzburg freuen. 

Trotz der hervorragenden Leistungen aller Sänger (insbesondere der zweitplatzierten Sopranistin Sedef İlayda Büyükyörük und des drittplatzierten Baritons Ramazan Karaoğlanoğlu, sowie der lobend erwähnten Mezzosopranistin Melis Günerli) überzeugte der 28-jährige Uğur Atasoy aus Istanbul die Jury.

 

Dieses Jahr bestand sie aus Yekta Kara (Opernregisseurin), Peter Spuhler (Badisches Staatstheater Karlsruhe) Andrea Raabe (Hochschule für Musik Karlsruhe) und Stephan Frucht (Siemens Arts Program).

Der strahlende Gewinner erhielt seine Auszeichnung bei der Preisverleihung von Hüseyin Gelis, CEO Siemens Türkei, dessen Landesgesellschaft gemeinsam mit dem Siemens Arts Program den Wettbewerb initiiert.