Siemens Arts Program - Musik

"Carnegie Hall, ein Ort, der seit meiner Kindheit eine so mystische, magische Aura für mich hat." –  Fabian Müller, Gewinner des ARD-Musikwettbewerbs 2017 (Klavier), in der Carnegie Hall in New York. Dort trat der Pianist im März 2018 gemeinsam mit dem Bayerischen Staatsorchester auf.

Die klassische Musik nimmt seit Beginn des Programms eine große Rolle in unserer Arbeit ein. Wir unterstützen dabei stets auch Produktionen, die sich mit zeitgenössischen Formen musikalischer Ausdrucksweisen beschäftigen. Vor diesem Hintergrund initiieren wir Tanzperformances und Klangexperimente sowie Musikproduktionen und klassische Konzertabende.
Ein wichtiges Ziel unserer Aktivitäten ist die weltweite Förderung von exzellenten Nachwuchskünstlern. Dies geschieht durch eigene Nachwuchswettbewerbe (z.B. Siemens Opera Contest) und durch die Vernetzung von Nachwuchskräften mit etablierten internationalen Kulturinstitutionen (Carnegie Hall New York, Opéra Garnier Paris, Bayerische Staatsoper, Salzburger Festspiele).

News

Musikalisches Signal der Verständigung mit Auftaktkonzerten am Brandenburger Tor

Im Zuge der Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit hatten wir die Chance, das Rahmenprogramm auf der Hauptbühne vor dem Brandenburger Tor aktiv mitzugestalten. Wir nutzten diese großartige Gelegenheit, um mit zwei eigeninitiierten Konzerten ein musikalisches Signal der Verständigung zu setzen. Am 1. Oktober eröffnete die Neue Philharmonie Berlin gemeinsam mit der Sopranistin Ilkin Alpay, Gewinnerin des Siemens Opera Contest Türkei, offiziell die dreitägigen Feierlichkeiten. Am 3. Oktober eröffnete wiederum der weltbekannte Cellist Daniel Müller-Schott nach der Ansprache des Regierenden Bürgermeisters Michael Müller das #1heit-Konzert.

In Gedenken an seinen Meister Mstislaw Rostropovitsch spielte Daniel Müller-Schott Auszüge aus Bachs Cello-Suite No. 2, jenem Stück, das auch Rostropovitsch nach dem Mauerfall am 10. November 1989 am Checkpoint Charlie spielte.

Original-Filmaufnahmen dieses historischen Ereignisses vom November 1989 wurden parallel auf der Bühne eingeblendet. Müller-Schott erinnerte mit seinem Auftaktkonzert an den Mauerfall, die Einheit sowie die Freiheit und begeisterte damit zehntausende Besucher.

Im Siemens-Pavillon stellten wir zudem mit unserem „3D-Soundprojekt“ samt Avatar-Orchester in Augmented-Reality-Umgebung eine Verbindung zwischen Digitalisierung und klassischer Musik her.

Wir konnten uns sowohl mit dem Nachwuchstalent Ilkin Alpay als auch mit dem renommierten Cellist Daniel Müller-Schott hinter den Kulissen über ihre Konzerte vor dem Brandenburger Tor unterhalten.

Der weltbekannte Cellist Daniel Müller-Schott nahm sich die Zeit vor seinem großen Auftritt am 3. Oktober über das gemeinsame Projekt zu sprechen.

Was waren Ihre ersten Gedanken, als wir - das Siemens Arts Program - mit der Idee zum Auftaktkonzert in Erinnerung an den Mauerfall auf Sie zukamen?

„Für mich ist es eine große Ehre, mit Auszügen aus Bachs Cello-Suiten an den Mauerfall erinnern zu dürfen. Schon vorab kann ich mit Sicherheit sagen, dass dieser Moment höchst emotional für mich sein wird, da mein Lehrer Rostropowitsch 1989 dasselbe Stück am Checkpoint Charlie spielte. Das Gefühl zu wissen, dass die Original-Filmaufnahmen dieses historischen Ereignisses 1989 dazu live auf der Bühne eingeblendet werden, ist nicht in Worte zu fassen.“

Was bedeutet die künstlerische Intervention in Gedenken an Mstislaw Rostropowitsch für Sie als Musiker? In welcher Verbindung stehen Sie zu Rostropowitsch – und zu Berlin?

„Slava Rostropowitsch war ein Jahr mein Lehrer. Wenige Jahre, nachdem er an der Berliner Mauer Bach gespielt hat konnte ich ihm durch die Empfehlung von Anne-Sophie Mutter vorspielen. Auch war er neugierig, da er von meinem ersten Preis beim Tschaikowski Wettbewerb für junge Musiker in Moskau gehört hatte. Ich habe unendlich von ihm profitiert. In Berlin habe ich unzählige Konzerte gespielt und ich liebe die Energie, den Puls und die Kultur der Stadt. Viele meiner Freunde leben dort. Es wird ein besonders emotionaler Moment, für Berlin, für Deutschland und für meinen verstorbenen Lehrer Bach zu spielen.“

Die junge Sopranistin Ilkin Alpay gewann 2016 den Siemens Opera Contest Türkei.

Sie feierte seitdem auf Initiative des Siemens Arts Program u.a. 2017 ihr Debut in der Carnegie Hall New York und trat im selben Jahr beim Bürgerfest des Bundespräsidenten am Schloss Bellevue auf.

Ihr Auftritt am Brandenburger Tor war ein weiterer einzigartiger Moment in ihrer jungen Karriere.

Direkt nach ihrem Konzert haben wir sie nach einer kurzen Stellungnahme zu ihrem Auftritt gebeten.

Wie fühlen Sie sich gerade nach Ihrem Auftritt?

„Ich habe soeben am Brandenburger Tor in Berlin zum Tag der Deutschen Einheit gesungen. Es war eine wunderbare Erfahrung für mich, an einem so historischen Ort zu singen.“

Siemens Opera Contest in Paris

Das Siemens Arts Program präsentiert den zweiten Siemens Opera Contest France und seine Gewinnerin, Sarah Shine, in der weltberühmten Opéra national de Paris.

Das Siemens Arts Program initiierte 2018 den zweiten Siemens Opera Contest France.

Shine überzeugte die Fachjury und setzte sich erfolgreich gegen zwölf Mitbewerber durch. Das Nachwuchstalent wurde 1993 in Irland geboren und schloss ihr Studium 2015 an der Irish Royal Academy of Music ab. Im Rahmen einer festlichen Gala an der Opéra national de Paris nahm sie den Preis von Nicolas Petrovic, CEO Siemens Frankreich, sowie unter Anwesenheit von Klaus Helmrich und Roland Busch, Vorstandsmitglieder der Siemens AG, entgegen. Das Publikum bestehend aus Kunden, Partnern und Politik waren von der Präsenz, der Leidenschaft und dem Talent der Gewinnerin beeindruckt. Der Preis wurde ihr unter großem Applaus übergeben.

Für die junge Sopranistin ist der Auftritt im Palais Garnier in Paris ein ganz besonderer Moment.

Im Interview beschreibt Sarah Shine ihre Gefühle, nachdem sie von ihrem Sieg beim Siemens Opera Contest France hörte sowie ihre Vorbereitungen für große Auftritte wie diesen.

Wie fühlen Sie sich und was bedeutet Ihnen der Preis?
"Als ich gehört habe, dass ich den Preis gewonnen habe, war ich zunächst sprachlos. Zwischenzeitlich konnte ich den ersten Schock ein wenig verdauen und jetzt bin ich einfach nur glücklich. Wettbewerbe wie der Siemens Opera Contest sind sehr wichtig. Dadurch erhalte ich Anerkennung. Wie ich singe, wie ich spiele und wie ich mein Leben führe…ich habe alles richtig gemacht. Es hat mein Selbstvertrauen gestärkt."

Wie bereiten Sie sich auf große Auftritte vor?

"Die Vorbereitung für Konzerte wie im Palais Garnier beginnt Monate vorher. Man muss die Musik im eigenen Körper fühlen, herausfinden, wie man sie mit der korrekten Technik am besten zum Ausdruck bringt."

3D-Klang für klassische Musik von Morgen

Das Siemens Arts Program veröffentlicht Cello-Werke von Tschaikowsky und Gulda in 3D-Sound-Technologie.

Das Siemens Arts Program hat zusammen mit der Orchesterakademie des Bayerischen Staatsorchesters und Jakob Spahn, Solo-Cellist des Staatsorchesters, Werke von Peter Tschaikowsky und Friedrich Gulda eingespielt und in mehreren „Immersive-Sound-Formaten“ produziert. In Zusammenarbeit mit dem Immersive Audio Network IAN ist ein völlig neues Klangerlebnis entstanden, das tradiertes Cello-Repertoire mit einem technisch innovativen Audioverfahren vereint.

Beim immersiven 3D-Sound werden alle drei Raumdimensionen abgebildet. Der Rezipient befindet sich dabei mitten im Klangraum und kann die räumliche Qualität der Klänge dreidimensional erfahren. Das Album „Cellokonzerte“ im 3D-Sound erscheint am 11. Mai als Blu-ray und CD beim Label hänssler Classic. Die Tonaufnahmen dafür entstanden in der Konzernzentrale der Siemens AG sowie im Bruno-Walter-Saal der Bayerischen Staatsoper. Außerdem wird die 3D-immersive Produktion im Rahmen der „Langen Nacht der Musik“ am 28. April im Siemens Headquarters in München aufgeführt.

https://www.muenchner.de/musiknacht/2018/location-detailansicht/siemens-zentrale/

Folgende Werke sind auf der neuen CD und Blu-ray eingespielt:

  •  Friedrich Gulda: Konzert für Violoncello und Blasorchester
  •  Peter Tschaikowsky: Rokoko Variationen für Violoncello und Bläserquintett (Arr.: David Stromberg)
  • Peter Tschaikowsky: Andante cantabile – Streichquartett Nr. 1, op.11, Nr. 2

Das Siemens Arts Program bringt Newcomer und große Meister in der Carnegie Hall zusammen

Die Dirigentin Marie Jacquot tritt selbstbewusst vor das Orchester. Die Violinistin Sarah Christian spürt die Musiker hinter sich. Fabian Müller am Klavier ist die Ruhe selbst. Drei „Newcomer“ stellen sich einem Orchester. Nicht irgendeinem sondern dem Bayerischen Staatsorchester. An nicht irgendeinem Ort, sondern der Carnegie Hall in New York.

Das Siemens Arts Program initiiert am 27. März ein Aufeinandertreffen von Debütanten und Großmeistern der internationalen Musikwelt. Das Bayerische Staatsorchester – das Orchester der Bayerischen Staatsoper - begleitet die Gewinner des ARD Musik-Wettbewerbs 2017 Sarah Christian (Violine) und Fabian Müller (Klavier) in der Carnegie Hall in New York.

Für die jungen Musiker ist das Debüt in der Carnegie Hall ein Ritterschlag. Im Interview berichten die drei Künstler über die Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Staatsorchester.

Frau Jacquot, können Sie uns beschreiben, wie es sich anfühlt ein Orchester wie das Bayerische Staatsorchester zu leiten? Routine oder Aufregung?

„Weder Routine noch Aufregung! Da ich in 2016 Herr Petrenko für „South Pole“ assistiert habe, kenne ich schon viele Gesichter im Orchester. Ich freue mich die Musikerinnen und Musiker wieder zu treffen, besser kennenzulernen und mit noch weiteren Musikern des Orchesters Bekanntschaft zu machen. Es ist natürlich immer eine Ehre, die Gelegenheit zu haben mit so feinen Musikern arbeiten zu dürfen. Es ist eine besondere Chance und gemeinsame Verantwortung, den Komponisten und ihrer Kunst noch besser dienen zu können.“

Das Siegfried Idyll wirkt auf viele Menschen, wie vieles bei Wagner, männlich dominiert. Trotz seiner Feinsinnigkeit. Welche Perspektiven bringen Sie als Dirigentin in ein solches Stück?

„Das Siegfried Idyll von Richard Wagner ist ein besonders intimes Werk voll tiefer persönlicher Empfindungen. Mit zarten, fließenden Momenten, musikalisch gemalten Landschaften, sehr angenehmen Gefühlen, bis hin zu höchstleidenschaftlichem Ausdruck. Richard Wagner gelingt es, die Musiker wie auch das Publikum jede Sekunde derart zu fesseln, so dass alle gar keine andere Wahl haben als in seine Welt einzutauchen. Ich als Dirigentin versuche die Emotionen der Musik durch meine eigene Lebenserfahrung zu vermitteln, ohne dass meine Gefühle in Vordergrund stehen, sondern sie mir helfen einer größeren Absicht zu dienen.

Komponiert für den 33. Geburtstag seiner Frau Cosima und der Erinnerung, die die Geburt des gemeinsamen Sohnes Siegfried wollte Wagner das Werk lange nicht veröffentlichen. Es sollte immer seine besondere Intimität bewahren, immer so klingen als wenn niemand im Saale es eigentlich hören darf. Diese sehr persönliche Liebeserklärung ist eine der schönsten in der Musik. Es ist die Ruhe und Stille zwischen den Noten, die uns so zu Herzen geht.“

Ob Frauen oder Männer anders an Musik herangehen, lässt sich nicht eindeutig sagen. Sicher ist, nicht nur Dirigentinnen sondern auch Instrumentalistinnen unterliegen seit Clara Schumann und Fanny Mendelssohn einem besonderen Druck. Sarah Christian gilt als eine der talentiertesten Geigerinnen ihrer Generation. Wie geht Sie mit dem Druck um?

 „Ich versuche gar nicht erst so viel Druck aufkommen zu lassen. Mich selbst so zu sehen liegt mir eher fern und ich bin jemand der mit sich sehr hart ins Gericht gehen kann. Das wichtigste ist für mich ganz einfach die Musik. Nicht ich. Wenn ich also auf die Bühne gehe bin ich Musik-Vermittler und sehe mich selbst nicht im Mittelpunkt“, so Sarah Christian.

Was hier so einfach klingt, ist in Wahrheit eine Herausforderung für jeden „Performer“ – auch in der Wirtschaft. Große Deals gehen oft mit Nervosität einher. Die junge Geigerin erklärt Ihre Methode.

„Wenn ich nervös bin versuche ich mir vorzustellen wie ich den Komponisten vor mich stelle, so zu sagen als „Schutzschild“ und durch ihn hindurch spiele. Ich denke es hilft in sehr vielen Berufen sich auf die „Sache“ oder den „höheren Sinn“ zu konzentrieren und sich selbst nicht zu wichtig zu nehmen -  in der heutigen Zeit von Facebook und Co. ist das manchmal keine leichte Aufgabe“, ergänzt Sarah Christian.

Eine nicht minder schwere Aufgabe ist die Bearbeitung des 3. Klavierkonzertes von Ludwig van Beethoven. Aber auch eine Chance, die das Siemens Arts Program dem Ausnahmepianisten ermöglicht - eine Chance, die wenigen Musikern zuteilwird.

Fabian Müller erzählt: „Vor einem guten Jahr habe ich die Bayerische Staatsoper zusammen mit Frank Peter Zimmermann im Konzert gehört und war absolut überwältigt von dieser Qualität und der Begeisterung an der Musik. Das ich jetzt selber die Möglichkeit habe, mit diesen Musikern zu spielen, ist das aufregendste und beflügelndste was ich mir vorstellen kann. Und noch dazu in der Carnegie Hall, einem Ort der schon seit meiner Kindheit eine so mystisch magische Ausstrahlung auf mich hat, dass ich erst jetzt sicher bin, dass er existiert, nachdem ich zum ersten Mal meinen Fuß über die Schwelle gesetzt habe.“

Projekte

Die Musikwelt zusammenbringen

Musikalisches Signal der Verständigung zum Tag der Deutschen Einheit

Im Rahmen der Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit in Berlin nutzte das Siemens Arts Program die Chance, um auf der Hauptbühne am Brandenburger Tor gleich mit zwei eigeninitiierten Konzerten ein musikalisches Signal der Verständigung zu setzen.

Siemens Opernwettbewerb

Der Siemens Opéra Contest ist ein professioneller Gesangswettbewerb für die besten Nachwuchssänger. 2018 wird der Wettbewerb sein 20. Jubiläum an seinem Ursprungsort Istanbul/Türkei feiern. 2017 hat der Wettbewerb erstmalig auch in Frankreich stattgefunden.