DG Stage – The Classical Concert Hall

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Siemens wird Hauptförderer und Partner von Deutsche Grammophons Online-Initiative für Liveaufführungen

Siemens ist ein neuer Hauptförderer und Partner von DG Stage – The Classical Concert Hall. Die Partnerschaft erinnert zugleich an die Rolle, die Siemens von 1941 bis 1987 als Eigentümer und später als wichtiger Anteilseigner des Gelblabels spielte.

Das Siemens Arts Program ist beständig auf der Suche nach neuen Entwicklungen in den Bereichen Aufnahmetechnik und Film. Wir wollen eine neue Bildsprache für Online-Konzerte finden und arbeiten deshalb mit Spezialisten aus den Bereichen 3DSound, XR, Game Engine, Film und Medienkunst zusammen. Seit kurzem ist Siemens deshalb auch Partner von DG Stage - The Classical Concert Hall.  Mit dieser Kooperation versuchen wir, die klassische Musik einem breiteren Publikum zugänglich zu machen, indem wir das Repertoire der klassischen Musik mit der Technologie des 21. Jahrhunderts verbinden.

Alle Fotos: Stefan Hoerderath

Siemens wird bis Ende 2021 in die technische Entwicklung und in Produktionen von DG Stage investieren.

Ziel dieser Partnerschaft ist die Etablierung einer Plattform, die einem globalen Publikum einen Zugang öffnet zu Konzerten, Premieren und Darbietungen – von Nachwuchskünstlern, den Musikerinnen und Musikern der Künstlerfamilie von Deutsche Grammophon, aber auch von Gästen mit besonderen Einzelprojekten.

 

»Musikvermittlung in die Breite der Gesellschaft durch neue Technologien war beiden Unternehmen schon ein Anliegen, als Siemens Mitte des vergangenen Jahrhunderts Gesellschafterin der Deutschen Grammophon war«, erklärt Dr. Clemens Trautmann, President Deutsche Grammophon. »Mit der Zusammenarbeit bei DG Stage wollen wir diesen Grundgedanken nun gemeinsam in die Gegenwart übersetzen. DG Stage ist eine Antwort auf das Bedürfnis der Künstler nach innovativen Online-Foren als Ergänzung zu ihren Live-Aufführungen und auf den Wunsch des globalen klassischen Musikpublikums, trotz der aktuellen Einschränkungen spannende neue Produktionen aus nächster Nähe zu erleben. Siemens ist als Partner und Förderer herausragender Festivals und Musikinstitutionen geschätzt, und diese Aktivitäten weiten wir nun gemeinsam in den digitalen Bereich aus. Wir freuen uns sehr auf eine kreative Zusammenarbeit.«

Die heutige Zeit erfordert völlig neue Konzertformate. Zudem muss auch die Klassik die Chancen der digitalen Welt besser aufgreifen. Die klassische Musik hat nur deshalb so lange überlebt, weil sie sich beständig verändert hat. Insofern ist sie gar nicht klassisch und müsste eigentlich ›erneuerbare Musik‹ heißen. Für Siemens besteht genau in diesem Wandel der Charme, also Bewährtes durch Veränderung zukunftsfähig zu machen. Daher ist für uns die Förderung von Forschung, Wissenschaft, Kunst und Kultur ein wichtiger Teil der eigenen Unternehmenskultur.
Professor Dr. Stephan Frucht, Künstlerischer Leiter des Siemens Arts Program

Ergänzend dazu erklärt Prof. Dr. Stephan Frucht: "Uns im Siemens Arts Program treibt es täglich um, klassische Musik neu zu denken. Daher möchten wir Teil des digitalen Pionierprojekts der Deutschen Grammophon sein und hier auch unser Know-how einbringen. Social Distancing erfordert Nähe im Geiste. Die gemeinsame Geschichte von Siemens und der Deutschen Grammophon lässt erwarten, dass aus gemeinsamen Projekten etwas Besonderes entsteht. Und aus künstlerischen Gründen freut es mich zudem besonders, dass wir junge Talente, die wir durch unser eigenes Kulturprogramm entdecken und fördern, einem internationalen Publikum auf der DG Stage vorstellen können."

Zur Geschichte von Siemens & Deutsche Grammophon-Gesellschaft

Die älteste und traditionsreichste deutsche Schallplattenfirma wurde bereits 1898 von den Brüdern Emil und Joseph Berliner in Hannover gegründet. Nachdem sich das Unternehmen innerhalb kurzer Zeit zum Marktführer vorgearbeitet hatte, brachen die Umsätze der Deutschen Grammophon während der Weltwirtschaftskrise durch den stockenden Absatz von Luxuskonsumgütern dramatisch ein. Zudem führte die Emigration, zu der die Eigentümer und etliche der verpflichteten Künstler 1933 gezwungen waren, zu Einbußen in der künstlerischen Qualität und der Breite des Plattenrepertoires. Im Jahr 1941 erwarb die Siemens & Halske AG durch die sogenannte „Telefunken-Transaktion“ die hundertprozentige Mehrheit an der Deutschen Grammophon. Die Gesellschaft behauptete in den 1950er Jahren erneut eine marktführende Position und wurde1962 in das Joint Venture Phonogram zusammen mit Philips eingebracht. 1972 gründeten Philips und die Deutsche Grammophon aus dem Joint Venture eine gemeinsame Gesellschaft PolyGram. Philips übernahm schließlich 1987 sämtliche PolyGram-Anteile von Siemens.