Tag der Deutschen Einheit

Im Rahmen der Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit in Berlin nutzte das Siemens Arts Program die Chance, um auf der Hauptbühne am Brandenburger Tor gleich mit zwei eigeninitiierten Konzerten ein musikalisches Signal der Verständigung zu setzen.
Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit 2018

Musikalisches Signal der Verständigung mit Auftaktkonzerten am Brandenburger Tor

Im Zuge der Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit hatten wir die Chance, das Rahmenprogramm auf der Hauptbühne vor dem Brandenburger Tor aktiv mitzugestalten. Wir nutzten diese großartige Gelegenheit, um mit zwei eigeninitiierten Konzerten ein musikalisches Signal der Verständigung zu setzen. Am 1. Oktober eröffnete die Neue Philharmonie Berlin gemeinsam mit der Sopranistin Ilkin Alpay, Gewinnerin des Siemens Opera Contest Türkei, offiziell die dreitägigen Feierlichkeiten. Am 3. Oktober eröffnete wiederum der weltbekannte Cellist Daniel Müller-Schott nach der Ansprache des Regierenden Bürgermeisters Michael Müller das #1heit-Konzert.

In Gedenken an seinen Meister Mstislaw Rostropovitsch spielte Daniel Müller-Schott Auszüge aus Bachs Cello-Suite No. 2, jenem Stück, das auch Rostropovitsch nach dem Mauerfall am 10. November 1989 am Checkpoint Charlie spielte.

Original-Filmaufnahmen dieses historischen Ereignisses vom November 1989 wurden parallel auf der Bühne eingeblendet. Müller-Schott erinnerte mit seinem Auftaktkonzert an den Mauerfall, die Einheit sowie die Freiheit und begeisterte damit zehntausende Besucher.

Im Siemens-Pavillon stellten wir zudem mit unserem „3D-Soundprojekt“ samt Avatar-Orchester in Augmented-Reality-Umgebung eine Verbindung zwischen Digitalisierung und klassischer Musik her.

 

 

Wir konnten uns sowohl mit dem Nachwuchstalent Ilkin Alpay als auch mit dem renommierten Cellist Daniel Müller-Schott hinter den Kulissen über ihre Auftritte vor dem Brandenburger Tor unterhalten.

Der weltbekannte Cellist Daniel Müller-Schott nahm sich die Zeit vor seinem großen Auftritt am 3. Oktober über das gemeinsame Projekt zu sprechen.

 

Was waren Ihre ersten Gedanken, als wir - das Siemens Arts Program - mit der Idee zum Auftaktkonzert in Erinnerung an den Mauerfall auf Sie zukamen?

„Für mich ist es eine große Ehre, mit Auszügen aus Bachs Cello-Suiten an den Mauerfall erinnern zu dürfen. Schon vorab kann ich mit Sicherheit sagen, dass dieser Moment höchst emotional für mich sein wird, da mein Lehrer Rostropowitsch 1989 dasselbe Stück am Checkpoint Charlie spielte. Das Gefühl zu wissen, dass die Original-Filmaufnahmen dieses historischen Ereignisses 1989 dazu live auf der Bühne eingeblendet werden, ist nicht in Worte zu fassen.“

 

Was bedeutet die künstlerische Intervention in Gedenken an Mstislaw Rostropowitsch für Sie als Musiker? In welcher Verbindung stehen Sie zu Rostropowitsch – und zu Berlin?

„Slava Rostropowitsch war ein Jahr mein Lehrer. Wenige Jahre, nachdem er an der Berliner Mauer Bach gespielt hat konnte ich ihm durch die Empfehlung von Anne-Sophie Mutter vorspielen. Auch war er neugierig, da er von meinem ersten Preis beim Tschaikowski Wettbewerb für junge Musiker in Moskau gehört hatte. Ich habe unendlich von ihm profitiert. In Berlin habe ich unzählige Konzerte gespielt und ich liebe die Energie, den Puls und die Kultur der Stadt. Viele meiner Freunde leben dort. Es wird ein besonders emotionaler Moment, für Berlin, für Deutschland und für meinen verstorbenen Lehrer Bach zu spielen.“

Die junge Sopranistin Ilkin Alpay gewann 2016 den Siemens Opera Contest Türkei.

Sie feierte seitdem u.a. 2017 auf Initiative des Siemens Arts Program ihr Debut in der Carnegie Hall New York und trat im selben Jahr beim Bürgerfest des Bundespräsidenten am Schloss Bellevue auf. Ihr Auftritt am Brandenburger Tor war ein weiterer einzigartiger Moment in ihrer jungen Karriere. 

Direkt nach ihrer Performance haben wir sie nach einer kurzen Stellungnahme zu ihrem Auftritt gebeten.

 

Wie fühlen Sie sich gerade nach Ihrem Auftritt?

„Ich habe soeben am Brandenburger Tor in Berlin zum Tag der Deutschen Einheit gesungen. Es war eine wunderbare Erfahrung für mich, an einem so historischen Ort zu singen.“