Nicht von Pappe

Für die Papierbranche liefen die Geschäfte über lange Jahre stabil und planbar. Die zunehmende Digitalisierung in der Druck- und Verlagsbranche zwingt nun auch Papierhersteller wie StoraEnso zum Um- und Neudenken.

Verlage drucken immer weniger auf Papier. Die Folge: Die Nachfrage nach grafischen Papieren, Produkte eines klassischen Geschäftszweiges der Papierhersteller, sinkt rapide. Dafür stieg in den Jahren 2009 bis 2015 der weltweite Verbrauch an Pappe und Verpackungspapieren um knapp 40 Millionen Tonnen, das sind fast elf Prozent. Dies resultiert nicht nur aus dem steigenden Online-Handel und Warenversand, auch Getränkeverpackungen bestehen zunehmend aus Pappe.

Schritt zu Industrie 4.0

Diese Verpackungskartons für Flüssigkeiten fertigt das schwedisch-finnische Unternehmen StoraEnso in der Skoghall Mill auf seiner Pappenmaschine 8. Zehn Prozent der weltweit produzierten Menge kommen aus dieser Maschine. Sie liefert das Material für bis zu 100 Millionen 1-Liter-Packungen täglich. Mit einer jährlichen Kapazität von rund 440.000 Tonnen ist die Pappenmaschine 8 in Värmland eine der größten dieser Art weltweit.

Im Zuge einer notwendigen Modernisierung nutzte StoraEnso die Chance zur Digitalisierung, um schneller und effizienter auf der Maschine produzieren zu können. Siemens lieferte dazu ein funktionales, speziell auf die Papier- und Zellstoffindustrie zugeschnittenes Steuerungskonzept auf Basis des Prozessleitsystems Simatic PCS 7 und Sipaper Drives APL Software-Standard. Dazu kamen verschiedene, digitale Ausstattungsmerkmale wie etwa mobile Bedienpanels und das virtuelle Simulationssystem Simit. Damit wurde die Grundlage für eine optimale Regelungsqualität und hocheffiziente Antriebslösungen geschaffen, die auch das Risiko von Bahnrissen während der Produktion minimieren.

Auf dem Weg zum Branchenprimus

Das Upgrade der gesamten Automatisierungsinfrastruktur stellt sicher, dass das Automatisierungssystem an sich nicht länger der Flaschenhals ist, wenn künftig die maximale Produktionsgeschwindigkeit von 900 auf 1.000 Meter Verpackungskarton pro Minute gesteigert wird. Die Anlage wird zum Teil auch über das cloudbasierte offene IoT-Betriebssystem von Siemens mit Control Performance Analytics (CPA) verbunden. Mittels CPA werden Regelkreise anhand von Daten direkt aus dem Prozessleitsystem und COMOS evaluiert und mithilfe von Algorithmen optimiert. Stora Enso hat somit einen besseren Überblick über die Maschine und es ist möglich, bisher verborgene Optimierungspotenziale zu nutzen, um eine höhere Produktionskapazität zu erreichen. Damit wird die Pappenmaschine 8 zum digitalen Vorzeigeobjekt für die weltweite Papierindustrie. „Wir wollen die Besten sein. Deshalb müssen wir sowohl schneller als auch effizienter werden“, so Åke Ånesjö, Automation Manager für  Technology and Investment bei Skoghall Mill Stora Enso. „Mithilfe der Digitalisierung können wir uns weiterentwickeln und wir freuen uns, dass Siemens diesen Weg mit uns gemeinsam geht.“

Eine zuverlässige, langfristige Partnerschaft

Die Modernisierung der Skoghall Mill war nicht das erste große gemeinsame Projekt von StoraEnso und Siemens Auch die erfolgreiche Zusammenarbeit bei einem Großanlagenprojekt im chinesischen Beihai überzeugte die Verantwortlichen von Stora Enso Skoghall von den Chancen der Digitalisierung.

Wir wollen die Besten sein. Mit Hilfe der Digitalisierung können wir uns immer mehr weiterentwickeln.
Åke Ånesjö, Automation Manager für Technology and Investment bei Skoghall Mill Stora Enso

Noch mehr Innovationen

Langjährige und enge Geschäftsbeziehungen ermöglichen und fördern die Entwicklung neuer Ideen bis hin zur Marktreife. Mit seinem Pathfinder-Projekt fördert Stora Enso in sogenannten "Idea Cafés" innovatives Denken im gesamten Konzern. Die Idea Cafés bieten weltweit ein Forum, um neue Ideen und Ansätze zur Kundenbegeisterung zu diskutieren, zu überprüfen und zu verbessern.

 

Weitere Beispiele finden Sie hier: siemens.com/magazine/fiber

2018-03-28

Picture credits: Stora Enso/Felix Odell

Stora Enso ist ein führender Anbieter von erneuerbaren Lösungen für globale Märkte in den Bereichen Verpackung, Biomaterialien, Holzbau und Papier. Das Unternehmen beschäftigt weltweit rund 30.000 Mitarbeiter in mehr als 35 Ländern. Zu seinen Kunden zählen Verlagshäuser, Druckereien, Papierverarbeiter sowie die Verpackungs- und Holzbauindustrie.

Abonnieren Sie unseren Newsletter

Bleiben Sie auf dem Laufenden: Alles was Sie über Elektrifizierung, Automatisierung und Digitalisierung wissen müssen.