Motorsport beschleunigt Lösung für Verkehrssicherheit in Städten

In Zusammenarbeit mit der FIA will Siemens mit dem Einsatz neuester Technologie die Sicherheit auf der Straße erhöhen – zunächst im Motorsport und dann in Städten. In der Partnerschaft vereinen sich das Mobilitäts-Portfolio „Chip to City“ von Siemens mit der Innovationskraft des globalen Schwergewichts im Motorsport, der Fédération Internationale de L’Automobile (FIA).

Auf den Autorallyes der World Rally Championship geht es schnell, aufregend und oft äußerst spektakulär zu. Doch die Rallyes können auch gefährlich sein, selbst für die Zuschauer. Für ein perfektes Foto oder die bestmögliche Sicht riskieren manche einiges. Sie überwinden die Barrieren oder springen unvermittelt aus dem Gebüsch. Nur, um ein Foto von den vorbeirasenden Wagen zu schießen. Damit riskieren sie ihr Leben, oft sogar auch das Leben anderer Zuschauer, der Rallye-Piloten und Co-Piloten.

 

Mehr als vier Millionen Zuschauer nahmen im vergangenen Jahr an den Rallyes teil. Die Etappen der Wettbewerbe sind meist über 25 Kilometer lang, so dass der Organisator die gesamte Strecke nur mit sehr großem Aufwand im Blick behalten kann. Zudem verläuft das Rennen über weite Strecken auf engen Sand- und Schotterwegen und über unwegsames Gelände, was es Streckenposten zusätzlich erschwert, die Fans zu entdecken, die den Autos in die Quere kommen könnten.

Erschwerte Bedingungen für Streckenposten

Vor den Rallyes wird viel Aufwand investiert, um den Zuschauern den besten Blick auf die vorbeirasenden Autos zu bieten. Polizisten weisen die Zuschauer an, sichere Positionen einzunehmen und unsichere Orte zu verlassen. Allen Anstrengungen der Rallye-Organisatoren zum Trotz halten sich etliche Zuschauer dennoch nicht an die Regeln und geraten in gefährliche Situationen. So verstecken sich Hobby-Fotografen im hohen Gras und springen unvermittelt heraus, um das perfekte Foto zu schießen. Solche uneinsehbaren Gebiete können einen maßgeblichen Anteil an der gesamten Rallyestrecke haben.

 

Zuschauer in diesen unsicheren Gebieten schnell aufzuspüren, ist den Organisatoren von Rallyes immens wichtig. Ideal wäre eine Lösung, die ihnen jederzeit den Aufenthaltsort der Zuschauer und aktuelle Veränderungen anzeigt. Denn nur so ist gewährleistet, dass die Rallye für alle Zuschauer zu einem sicheren und erlebnisreichen Event wird.

Rallyes sicher machen

Die Zusammenarbeit von FIA und Siemens kombiniert Technologien automatisierter Fahrzeuge und Connected Cars von Siemens Intelligent Traffic Systems, Siemens PLM Software und Bentley Systems, die Rallyes sicherer machen können.

 

Obwohl Technik zum Einsatz kommt, die der in autonomen und miteinander verbundenen Fahrzeugen ähnelt, hat das Projekt nicht das Ziel, das Autonome Fahren im Rallyesport einzuführen. Stattdessen sollen diese Technologien dabei helfen, die komplexen Rahmenbedingungen des Motorsports noch sicherer für die Piloten, Co-Piloten und Zuschauer zu gestalten.

Künstliche Intelligenz (KI) und Automatisierung

Zwei Paradigmen dominieren die Diskussion um Künstliche Intelligenz (KI) und Automatisierung seit Jahrzehnten. Die eine hat zum Ziel, den Menschen zu unterstützen; die andere, den Menschen zu ersetzen. Um Letzteres geht es bei der Siemens-FIA-Kooperation: Der Motorsport der Zukunft soll weiterhin auf den Menschen ausgerichtet sein. Zudem sollen die Ergebnisse genutzt werden, um die Sicherheit von Fahrern und Fußgängern in Städten und auf dem Land zu erhöhen.

Zukunftsträchtige Technologien wie 3D-Modelling

Die Ingenieure der FIA und von Siemens werden verschiedene Technologien und Methoden anwenden. Dazu zählen anspruchsvolle Sensorfunktionen; die KI-Bildklassifizierung, Fahrzeugvernetzungstechnologie, die umfassende 3D-Modellierung und Simulation der Fahrzeuge vor der Rallye sowie Sensornetzwerke – und das alles im herausfordernden Umfeld des Motorsports. Die Rallyestrecke birgt so manche Überraschungen wie unwegsames Gelände, schlechte Sicht, starke Vibrationen und zahlreiche Störungen in rascher Abfolge. Zusammengenommen, wird all dies die angewendeten Technologien wirkungsvoll auf den Prüfstand stellen.

Digitaler Zwilling der Rallye

In einem ersten Schritt wird in dem Projekt ein 3D-Modell der Rallye-Strecke erstellt, das auch Digitaler Zwilling genannt wird. Anschließend werden Ingenieure von Siemens und FIA mögliche Lösungen in verschiedenen Szenarien evaluieren und dabei die 3D-Simulationen von Fahrzeugen und sensorgestützte Systeme an der Rallyestrecke einsetzen. Das Ziel ist es, die besten Konzepte für die abschließende Phase zu evaluieren: die Entwicklung und den Test von Sicherheitssystemen in der realen Welt, einschließlich des innerstädtischen Straßenverkehrs.

Von der Rallye zum Straßenverkehr

Die Rennstrecke war lange der Ort, an dem bahnbrechende Technologien der Automobilindustrie entwickelt und getestet wurden – vom Rückspiegel im Jahr 1911 über Scheibenbremsen bis hin zu Sicherheitskäfigen. Aus diesem Grund ist es der FIA nicht nur am Motorsport selbst gelegen, sondern auch an einer sicheren, zukunftsfähigen und verfügbaren Mobilität für alle Teilnehmer im Straßenverkehr überall auf der Welt. Die Partnerschaft zwischen der FIA und Siemens gilt als Beispiel für die erstarkende Bedeutung des Rennsports für die Entwicklung zukunftsträchtiger Technologien – hier von Siemens und Bentley –, mit denen die innerstädtische Mobilität sicherer gemacht werden kann.

 

„FIA nimmt eine Führungsrolle bei dem Versuch ein, eine Verbindung zwischen Motorsport und innerstädtischer Mobilität herzustellen, um unseren Alltag positiv zu gestalten“, sagt FIA-Präsident Jean Todt. „Diese Übereinkunft zwischen Siemens und der FIA umfasst Forschung und Entwicklung hochwertiger Technologien des Motorsports und der innerstädtischen Mobilität gleichermaßen. Wir werden den Rennsport gemeinsam sicherer machen und die Mobilität in der „Smarten Stadt“ maßgeblich beeinflussen.“

Die Technologien des Motorsports und der innerstädtischen Mobilität werden den Rennsport sicherer machen und die Mobilität in der „Smarten Stadt“ maßgeblich beeinflussen.
Jean Todt, FIA-Präsident

Innovationen dank einzigartigem Portfolio

Für das Projekt spielt das Siemens-Portfolio für die Automobil- und Mobilitäts-Branche eine gewichtige Rolle. Es umfasst Engineering-Lösungen über das gesamte „Chip to City“-Spektrum hinweg. In der Mobilitätsbranche arbeiten etliche Unternehmen daran, den steigenden Anspruch der Verbraucher zu erfüllen, bequem, kostengünstig und vor allem sicher von A nach B zu kommen. Zu den Unternehmen zählen traditionelle Fahrzeughersteller und Zulieferer, große Softwarefirmen und Technologieunternehmen aus dem Silicon Valley, Anbieter von „Mobility as a Service“ (MaaS) und Städte. Mit seinem einzigartigen Portfolio an Technologien trägt Siemens nicht nur dazu bei, die Sicherheit im Motorsport zu erhöhen, sondern sorgt damit auch für gute Nachrichten für Verkehrsteilnehmer auf der ganzen Welt. 

 

Kontakt:

Edward Bernardon

Die Fédération Internationale de l'Automobile (FIA) vertritt die Interessen von Motor-Organisationen und Rennsportlern. FIA ist bekannt als der führende Austräger vieler Rennsport-Ereignisse. Die FIA setzt sich zudem für die Sicherheit auf Straßen weltweit ein.

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