„Eine Woche, und wir haben die App am Start!“

SmartDock, eine Anwendung zur cloudbasierten Überwachung von Docks, soll den Betrieb in den schwimmenden Werkstätten smarter und sicherer machen. Entwickelt wurde die App in kürzester Zeit von den norwegischen Experten von Digitread, Siemens Digital Industries Software Partner und Mitglied des MindSphere Global Partner Ecosystem

Autofahrer kennen das: Das Fahrzeug muss zur Inspektion. Also ab mit dem Wagen in die Werkstatt und hinauf auf die Hebebühne. Hier lässt sich auch die Fahrzeugunterseite auf mögliche Schäden untersuchen. Was bei Kraftfahrzeugen noch recht einfach funktioniert, gestaltet sich bei großen Schiffen schon deutlich schwieriger. Als „Hebebühnen“ kommen hier sog. Trocken- bzw. Schwimmdocks zum Einsatz, um Untersuchungen an den Unterwasserteilen von Schiffen durchzuführen.

Schwimmdocks bergen Risiken

Schwimmdocks bestehen für gewöhnlich aus einem Boden- und zwei Seitenpontons, die aus wasserdichten Ballasttanks konstruiert sind. Diese können geflutet werden, um das Dock abzusenken und das Schiff aufzunehmen. Anschließend wird das Wasser wieder abgepumpt – das Schiff ruht nun auf Stapelklötzen am Dockboden und ist häufig zusätzlich mit Ketten gegen Umkippen gesichert.

 

Als schwimmende Werkstätten reagieren Docks auf äußere Umgebungsbedingungen, etwa Wetterlage (Stürme!), Gezeiten oder Wellengang durch vorbeifahrende Schiffe. Immer wieder kommt es dabei zu Unfällen: Schwimmdocks kentern oder könnten Feuer fangen. Die Folge sind erhebliche Sachschäden, ganz zu schweigen von der potenziellen Gefährdung der Personen, die in den Docks arbeiten.

 

Das Problem bislang: Umgebungsbedingungen, technische Ausrüstung und Betriebszustand der Docks werden größtenteils manuell und damit unabhängig voneinander überwacht. 

Gemeinsam zur smarten Lösung

Auf Anregung eines Kunden rief dies die IoT-Experten von Digitread auf den Plan. Das kleine norwegische Ingenieurbüro in Sandvika vor den Toren Oslos ist Partner von Siemens Digital Industries Software und zugleich Teil des MindSphere-Partnernetzwerks. Gemeinsam mit Siemens hat man sich hier smarten Lösungen für Herausforderungen in der maritimen Industrie verschrieben. „Geben Sie uns eine Woche, und wir haben die App am Start“, erinnert sich Christoffer Lange, Industrial IoT Product Manager bei Digitread, an die Anbahnung des Projekts.

 

Die Idee: SmartDock, eine spezielle App, mit der sich auf Basis des offenen, cloudbasierten IoT-Betriebssystems MindSphere von Siemens das Risiko von Unfällen künftig deutlich reduzieren lässt. „Als Ingenieure lösen wir Probleme. Da wir auch Schiffe entwickeln, verfügen wir über umfangreiche Kenntnisse zur Funktionsweise von Docks. Das hat uns schließlich auf die Idee gebracht“, sagt Magnus Normann, Geschäftsführer von Digitread.

Vorhandene Daten intelligent und sicher nutzen

„Mithilfe von Sensoren, die mit MindSphere verbunden sind, können Bediener den Betriebszustand von Schwimmdocks praktisch von überall aus in Echtzeit überwachen“, sagt Helge Kjeilen, Vorsitzender von Digitread. Kjeilen deutet auf sein Smartphone. Gerade zeigt SmartDock die Wasserstände in den verschiedenen Tanks sowie weitere Betriebsparameter der schwimmenden Riesen.

 

Zudem können Betriebszustände sogar vorausberechnet werden, indem aktuelle Daten unter Berücksichtigung von historischen Daten analysiert werden. So besteht ein Teil der SmartDock-Funktionalität darin zu verhindern, dass ein Welleneffekt entsteht. Dazu weisen Bewegungssensoren des Docks darauf hin, dass ein großes Schiff unmittelbar passieren wird. Die Ballasttanks des Docks können so rechtzeitig geflutet werden, und damit der Bewegung des Docks entgegenwirken. Auch Wetterdaten und Gezeiten wirken sich auf das Dock aus und werden in der App erfasst.

 

Neben der physischen Arbeitssicherheit spielt dabei auch das Thema IT-Sicherheit eine zentrale Rolle. „Selbstverständlich sind sämtliche in der MindSphere gespeicherten Daten verschlüsselt und ausschließlich im Besitz des Kunden“, bekräftigt Normann.

IoT-Funktionen branchenspezifisch eingesetzt

Und dann liefert er gleich noch einen Tipp für Kunden nach, die nicht so recht wissen, wie sie ins digitale Zeitalter starten sollen: „Am besten ist es, einfach anzufangen. Dazu braucht es weder große Investitionen oder Pilotprogramme noch kostspielige Infrastrukturen oder neue Technologien. Die Sensoren sind da, MindSphere ist da. Es geht nur noch darum zusammenzuarbeiten und beides zu verbinden“, so Normann. SmartDock zeigt, dass es funktioniert.

 

Digitread ist ein tolles Beispiel für einen MindSphere-Partner aus dem Bereich der operativen Technologie. Spezialisiert auf die maritime Industrie, Schiffbau und PLM-Software hat das Team auf der Grundlage von IoT-Funktionen wie Konnektivität, Cloud Computing und Kommunikation schnell umsetzbare Erkenntnisse gewonnen“, lobt Paul Kealey, Senior Vice President des MindSphere Global Partner Ecosystem.

 

„Die SmartDock-App zeigt, wie sich domänenspezifisches Wissen eines Partners mit den Fähigkeiten von Siemens kombinieren lässt, um weltweit verfügbare Lösungen auf der Basis von MindSphere zu entwickeln.“

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