Die Kommunikation macht‘s

Milch ist ein leicht verderbliches Lebensmittel. Bei ihrer Verarbeitung steht Qualität an erster Stelle. Deshalb setzt die Molkerei Ammerland auf eine leistungsstarke Siemens-Lösung und zeigt:  Qualität ist am Ende auch eine Sache der zuverlässigen Kommunikation.

Kühe produzieren Milch an 365 Tagen im Jahr ohne Rücksicht auf Wochenenden, Feiertage oder Urlaube. Milchverarbeitende Betriebe wie die Molkerei Ammerland müssen sich diesem Rhythmus anpassen. 

 

An zwei Standorten verarbeitet das Unternehmen in Deutschland jährlich rund 1,7 Mrd. Kilogramm Milch. Um die hohe Qualität der Rohmilch zu bewahren, zählen vor allem reibungslose Produktionsprozesse. Sie müssen zuverlässig funktionieren, selbst wenn die Molkerei mal wieder anbaut.

 

„Wir sind ständig am Erweitern, doch kaum ist ein neuer Abschnitt fertig, stellen wir fest, dass wir eigentlich eine Nummer zu klein geplant haben“, sagt augenzwinkernd Michael Oellsch. Als Systemadministrator bei der Molkerei Ammerland weiß er worauf es ankommt, wenn Neubauten zuverlässig an bestehende Netzwerke angebunden werden müssen. 

Technologiepartner mit fundiertem Branchenwissen

So geschehen etwa im Rahmen der jüngsten Erweiterung des Ammerland-Werkes am Standort Wiefelstede. Die Anlage besteht aus 200 Steuerungen und über 1.000 Verbindungen zwischen unterschiedlichen Kommunikationsschnittstellen, über die produktionsrelevante Daten ausgetauscht werden.

 

Damit stellte das Projekt hohe Anforderungen an Technik und Umsetzung: Die verwendeten Komponenten müssen robust und zuverlässig sein. Zudem soll der Technologiepartner die Implementierung übernehmen sowie umfassendes Branchen-Know-how für die Nahrungs- und Genussmittelindustrie mitbringen, um jederzeit mit professionellem Service zu unterstützen. Die Wahl fiel schließlich auf Siemens als Technologie-Lieferant und Projektpartner.

Für dieses anspruchsvolle Projekt benötigten wir einen Partner, der über branchenspezifisches Know-how verfügt und einen durchgängigen Ansatz bietet.
Hans-Peter Hübner, Molkerei Ammerland

Systemausfällen vorbeugen

Ein stabiles Netzwerk bildet das Rückgrat der gesamten Produktion. Schließlich sind in der automatisierten Produktion alle Anlagenteile miteinander verbunden und tauschen permanent Daten aus. Um Systemausfälle zu vermeiden, sind sogenannte Redundanzmechanismen sowie eine unterbrechungsfreie Spannungsversorgung wesentliche Bestandteile der gemeinsam von Siemens und der Molkerei Ammerland erarbeiteten Netzwerk-Lösung. 

Basis für Digitalisierung

Die Molkerei Ammerland erneuerte im Zuge der Modernisierung die passive Netzwerktechnik, also jene Komponenten, die ohne eigene Stromversorgung auskommen. Dazu wurden leistungsfähige Lichtwellenleiter (LWL)-Datenleitungen verlegt, über die die gesamte Kommunikation läuft – von der Produktion und Lagerung über die Kühlung bis hin zum Klärwerk. Die Netzwerkmanagement-Software Sinema Server von Siemens übernimmt Monitoring- und Managementaufgaben und schafft eine hohe Transparenz im Netzwerk. Damit stehen den Mitarbeitern zahlreiche Diagnose- und Analysefunktionen zur Verfügung. Über Validierungsreporte erhalten sie zudem jederzeit Einblick in alle relevanten Produktionsdaten.

 

Ein besonders kritischer Punkt war der Übergang vom Produktions- zum Büronetzwerk. Die klassische IT sollte klar von der Produktion getrennt sein. „Aus Sicherheitsgründen muss das Werk strikt nach außen abgeschottet sein“, erinnert sich Hans-Peter Hübner, Projektleiter bei der Molkerei Ammerland. „Dennoch wollten wir die Digitalisierung weiter ausbauen, um das gesamte System flexibler zu machen und eine Basis für künftige Entwicklungen zu schaffen.“ Die Lösung besteht aus klar definierten Übergangspunkten, über die beide Systeme miteinander kommunizieren. 

Branchenweit außergewöhnlicher Ansatz

Für die Food- und Beverage-Branche außergewöhnlich ist, dass das Unternehmen anstelle von zahlreichen PCs im Produktionsbereich das eigene IT-Rechenzentrum nutzt. Hier laufen unterschiedliche Aufgaben und Systeme wie etwa das Prozessleitsystem Simatic PCS 7 von Siemens auf virtuellen Maschinen. Mit dieser Struktur spart das Unternehmen nicht nur Hardware, sie vereinfacht auch den Management-Aufwand und optimiert den Ressourcen-Einsatz.

 

Auch bei künftigen und Erweiterungen und  Modernisierungen wird das durchgängige Netzwerkkonzept gleichermaßen die Ansprüche der IT und der Automatisierung erfüllen. „Es ist sinnvoll, Dinge, die zusammengehören, auch zusammen einzusetzen“, ist Hübner überzeugt.

 

Wir haben es bei der Produktion von Käse mit lebenden Kulturen zu tun, die sich in bestimmten Wachstumsphasen und Zeitfenstern entwickeln. Daher muss die Produktion reibungslos laufen – an 365 Tagen im Jahr.
Michael Oellsch, Molkerei Ammerland

02.08.2018

 

Gegründet

1885

Mitarbeiter

rund 700 Mitarbeiter inklusive aller Tochtergesellschaften

Umsatz 2017

889,5 Mio. Euro

Export

Anteil rund 50 Prozent in über 60 Länder

Produktportfolio

Schnittkäse, Butter, Frischmilch, Buttermilch, Sahne, Milch- und Molkenpulver, Milchkonzentrate

Verarbeitete Milchmenge 2017

1.738,5 Mio. kg

Produktion 2017

Käse: 134.366 t
Frischprodukte: 134.820 t
Butter: 22.853 t
Pulver: 44.790 t

 

Quelle: Molkerei Ammerland

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