Die Zukunft der Industrie weiterdenken!

Dank der Digitalisierung erreichen Industriekunden schon heute deutliche Steigerungen ihrer Flexibilität und Produktivität und es eröffnen sich ihnen neue Geschäftsmodelle. Doch in der Zukunft der Industrie steckt weiteres Potenzial für alle Branchen. Wie sich dieses erschließen lässt wird, erklärt Siemens-Vorstand Klaus Helmrich im Interview. 

Herr Helmrich, vor fünf Jahren stellte Siemens auf der Hannover Messe das Digital Enterprise vor. Ist das noch aktuell?

Klaus Helmrich (KH): Sogar mehr denn je! Nicht umsonst lautete unser Motto auf der Hannover Messe 2018 „Digital Enterprise – Implement now!“ Wir haben unser Digital Enterprise-Portfolio in den vergangenen Jahren kontinuierlich zum Nutzen unserer Kunden weiterentwickelt. Dank der durchgängigen Digitalisierung der gesamten Wertschöpfungskette können sowohl die Prozess- als auch die Fertigungsindustrien die Herausforderungen der hochdynamischen Märkte besser meistern: Sie erreichen eine höhere Flexibilität und Produktivität - und alles unter Einhaltung höchster Sicherheitsstandards. Wie das heute bereits in der Realität funktioniert, zeigen die Beispiele unserer Kunden, die sich teilweise auch hier im Heft finden oder an unserem diesjährigem Hannover-Messe-Stand konkret erleben lassen.

Das heißt, das Digital Enterprise ist schon längst Realität und Sie setzen jetzt alles daran, es weiter zu implementieren?

KH: Ja, wir treiben die Umsetzung der Industrie 4.0 in der Fertigungs- und Prozessindustrie kontinuierlich voran, das ist mit unserem heutigen Portfolio schon gut umsetzbar. Aber wir gehen noch bedeutend weiter: Wir denken die Zukunft der Industrie weiter und arbeiten daran, die nächste Stufe der digitalen Transformation zu erschließen. Dies tun wir, indem wir das Digital Enterprise durch den Einsatz von Zukunftstechnologien weiterentwickeln und spezifische Lösungen für die unterschiedlichen Bedürfnisse der verschiedenen Branchen ableiten.

Was meinen Sie damit genau?

KH: Mit dem Digital Enterprise können unsere Kunden Daten sammeln, auswerten und in Handlungsempfehlungen und -anweisungen übersetzen lassen. Durch den gezielten Einsatz von Künstlicher Intelligenz, Edge Computing oder autonomen Handlingsystemen werden wir in Zukunft die Flexibilität und Produktivität noch sehr viel stärker heben können. Auch der Einsatz erweiterter Funktionalitäten im TIA-Portal und die Stärkung unseres Cybersecurity-Portfolios unterstützen auf diesem Weg, ebenso wie unser neues Prozessleitsystem Simatic PCS neo, das vollkommen neu definiert, wie Prozessleitsysteme in Zukunft arbeiten werden. Mit diesen Elementen werden wir gemeinsam mit unseren Kunden die Zukunft der Industrie weit über die Industrie 4.0 hinaus gestalten, und zwar mit einer starken Ausrichtung auf die individuellen Branchenbedürfnisse.

Sie sprechen davon, die nächste Stufe der digitalen Transformation zu ermöglichen. Wie wird diese Ihrer Meinung nach aussehen?

KH: Wenn wir über die nächste Stufe der digitalen Transformation sprechen, sehe ich vor allem die noch sehr viel stärkere Verzahnung von IT und OT (Operational Technology). Für diesen Schritt sind wir gut gerüstet, da wir heute bereits alle Schritte der Wertschöpfungskette – von der Design- über die Engineering- bis zur Produktionsebene und den Services – durchgängig verbinden. In Zukunft werden wir diesen Bereich noch sehr viel stärker mit IT-Anwendungen verzahnen, wie beispielsweise CRM- oder ERP-Systemen. Erste Schritte, wie dies funktionieren kann, haben wir mit unseren MES-Systemen schon gezeigt. Zudem arbeiten wir intensiv an der Entwicklung integrierter Plattformen, beispielsweise durch Edge Computing. In Zukunft werden wir diese Arbeit noch weiter verstärken – und gemeinsam mit unseren Kunden die Industrie weiterdenken.

Abonnieren Sie unseren Newsletter

Bleiben Sie auf dem Laufenden: Alles was Sie über Elektrifizierung, Automatisierung und Digitalisierung wissen müssen.